Bonsai-Baum: Pflege, Umtopfen und Bonsai-Erde
Geschichte, Pflege, Umtopfen und Erde für Bonsai. Outdoor-Bonsai und Zimmerbonsai für Anfänger.
Bonsai – was ist das eigentlich

Ein Bonsai ist die Verbindung von Natur und Kunst. Es handelt sich um kleine, geformte Bäumchen oder Sträucher, die den Eindruck eines echten Baumes oder einer Baumgruppe erwecken, nur in viel kleinerem Maßstab. Bonsai zu ziehen erfordert Geduld und viel Wissen, dafür schenkt es seinem Besitzer Schönheit und den ganzen Kreislauf der Natur direkt zu Hause vor Augen – im Frühjahr treiben die Bäumchen aus, im Sommer tragen sie sattgrünes Laub, im Herbst färben sich die Blätter in allen Farben.
Im Deutschen schreibt man üblicherweise Bonsai oder Bonsai-Baum. Beide Bezeichnungen meinen dasselbe.
Geschichte des Bonsai
Die Geschichte des Bonsai ist sehr reich und begann in China – die dortigen Miniaturlandschaften in Schalen hießen Pen-cai, heute Penjing. Das japanische Wort „Bonsai“, das sich bei uns durchgesetzt hat, ist die Lesung derselben Schriftzeichen und bedeutet wörtlich Baum in der Schale. Der Überlieferung nach entstanden die ersten Bäumchen in Schalen, weil sich adelige Damen des chinesischen Hofes ein Stück Natur ins Haus wünschten – so wie sie draußen unter großen Bäumen ruhten und im Frühjahr den Duft ihrer Blüten einatmeten. Deshalb versuchten Gärtner, die ersten Bäume in einer „Schale“ zu ziehen. Damit begrenzten sie das Wachstum der Wurzeln, und der erste Bonsai war da.
Bonsai ziehen und richtig pflegen

Bonsai zu ziehen ist ein wunderbares Hobby, doch schon vorher sollte man einiges wissen. Bonsai lassen sich draußen wie drinnen halten, es kommt aber auf die Art an. Alle Outdoor-Bonsai brauchen freien Raum, viel Licht, nährstoffreiche Erde und regelmäßiges Gießen, niemals jedoch Staunässe. Deshalb ist auch die Wahl der Schale wichtig – dazu weiter unten. Outdoor-Bonsai können draußen überwintern, wenn Sie die Wurzeln einwintern – stellen Sie den ganzen Topf in eine Kiste mit Rinde, Stroh, Hobelspänen und Ähnlichem. Fällt der Frost stärker als −20 °C aus, sollten Sie sie in einen kühlen Raum bringen, zum Beispiel ins Treppenhaus.
Zimmerbonsai halten wir ganzjährig drinnen, im Sommer dürfen sie aber an einen geschützten schattigen oder halbschattigen Platz nach draußen, damit die Blätter, die keine direkte Sonne gewohnt sind, keinen Sonnenbrand bekommen. Als Zimmerbonsai eignet sich besonders für Anfänger der Ficus, und zwar entweder Ficus microcarpa (Chinesische Feige) oder Ficus benjamina (Birkenfeige).
Outdoor-Bonsai für draußen
Outdoor-Bonsai sind Bonsai, die ganzjährig draußen stehen können. Von den Bäumen eignen sich Fächerahorn (japanischer Ahorn), Buche (japanische), Eiche – Stiel- wie Traubeneiche –, Fichte, Kiefer und weitere. Diese Bonsai sollten dort stehen, wo auch die ausgewachsene Pflanze natürlich wächst. Geeignet sind sonnige, halbschattige wie schattige Standorte. Gießen sollten wir nur an die Wurzeln, keinesfalls von oben über die Blätter (vor allem bei Sonne würden sie verbrennen). Gedüngt wird regelmäßig – etwa alle 14 Tage – am besten mit einem Komplettdünger wie DÜNGEE.
Über den Winter können die Bonsai draußen bleiben, wenn wir die Schalen mit beliebigem Material einpacken. Ebenso können wir sie für den Winter ins Beet oder in den Steingarten setzen, im Frühjahr die Wurzeln zurückschneiden und wieder in die Schale pflanzen. Sind strenge Fröste angesagt (unter −20 °C), stellt man die Bonsai besser in einen Raum mit etwa 5 °C.
Zimmerbonsai: Ficus ginseng und Ficus als Bonsai
Als Zimmerbonsai lassen sich Pflanzen ziehen, die auch in größerem Format Zimmerpflanzen sind. Dazu zählen etwa der Fukientee (Carmona retusa), verschiedene Arten der Feigen und Ähnliches. Diese Bonsai stellen wir hell, aber nicht in die pralle Sonne hinter dem Fenster. Gegossen wird an die Wurzeln, gedüngt ebenfalls regelmäßig – alle 2 bis 3 Wochen. Bei Zimmerbonsai müssen wir gelegentlich den Staub von den Blättern wischen. Im Sommer dürfen auch sie nach draußen, allerdings an einen schattigen Platz.
Der meistverkaufte Zimmerbonsai bei uns ist der Ficus ginseng, also die Feige Ficus microcarpa mit auffällig verdicktem, in die Wurzeln übergehendem Stamm — genau der hat ihm den Namen nach der Ginsengwurzel eingebracht. Er verträgt auch trockenere Zimmerluft, kommt mit einem hellen Platz ohne direkte Sonne aus und will erst gegossen werden, wenn das Substrat oben abgetrocknet ist. Die Pflege des Ficus ginseng unterscheidet sich damit nicht von den übrigen oben beschriebenen Zimmerbonsai.
Bonsai-Erde und Bonsai-Substrat: Akadama und Co.

Sehr wichtig ist die Wahl der Bonsai-Erde. Machen Sie sich klar, dass in der Schale im Vergleich zur Natur nur wenig Erde steckt – sie muss deshalb alle wichtigen Nährstoffe enthalten. Am besten kaufen Sie fertige Bonsai-Erde; eine einfache Hausmischung besteht aus etwa 1/2 organischem Anteil (Torf, Kompost, Lauberde) und 1/2 Sand, Fachsubstrate setzen dagegen eher auf gebrannten Ton (Akadama) mit Lava und Bims. Einen frisch gepflanzten Bonsai müssen Sie nicht düngen, in den Folgejahren düngen Sie ihn zum Beispiel mit DÜNGEE und topfen ihn alle 3 bis 5 Jahre um.
Bonsai-Schale: welche Schale für den Bonsai

Ein wesentlicher Teil der Bonsai-Pflege ist die Wahl der richtigen Schale. Sie bestimmt das Erdvolumen und den Wasserabzug, denn Bonsai vertragen keine Staunässe. Bonsai-Schalen gibt es in vielen Größen, Formen (rund, eckig) und Materialien (Kunststoff, glasierte und unglasierte Keramik). Was Sie wählen, hängt von der Größe des Bonsai und vom eigenen Geschmack ab. Am Anfang lohnt es sich, erfahrene Gärtner um Rat zu fragen. Beim Umtopfen nehmen wir dann eine Schale, die nur wenig größer ist als die bisherige.
Bonsai kaufen oder selber ziehen

Zu einem Bonsai kommt man im Grunde auf zwei Wegen: kaufen oder selbst aus Samen ziehen beziehungsweise einen kleinen Sämling aus der Natur oder dem Garten umsetzen.
Bonsai zu kaufen ist überall möglich, und einen gesunden Bonsai zu finden sollte kein Problem sein. Wir empfehlen dringend, direkt und bei geprüften Händlern zu kaufen und den Bonsai nicht etwa per Post schicken zu lassen – die Behandlung von Paketen überlebt kaum eine Pflanze.
Einen Bonsai aus Samen zu ziehen hat den Vorteil, dass Sie ihn von Anfang an selbst formen können. Passende Samen finden Sie im Wald reichlich (Bucheckern, Eicheln …). Beim Umsetzen eines Sämlings besteht das Risiko, dass Sie die Wurzeln beschädigen und das Pflänzchen eingeht.
Bonsai umtopfen: Schritt für Schritt

Dem Umtopfen von Bonsai muss man große Sorgfalt widmen. Umgetopft wird erst dann, wenn die ganze Schale von Wurzeln durchzogen ist. Mit einem scharfen Messer versuchen wir, den gesamten Wurzelballen aus der Schale zu heben. Danach kürzen wir die Wurzeln um etwa 1/4. Auf den Boden der größeren Schale geben wir eine Drainage (Kies, Kieselsteine, Sand), darauf kommt Erde, wir setzen den Wurzelballen des Bonsai auf und füllen mit Erde auf. Beim Auffüllen klopfen wir die Schale leicht an, damit die Erde in alle Hohlräume rieselt. Wenn nötig, verankern wir die ganze Pflanze mit Draht. Zum Schluss wird der umgetopfte Bonsai gegossen, und zwar so, dass überschüssiges Wasser durch die Drainage in den Untersetzer abläuft. Die umgetopfte Pflanze darf nicht in der vollen Sonne stehen, und düngen sollten Sie sie vorerst nicht.
Bonsai für Anfänger: pflegeleichter Zimmerbonsai

Wenn Sie Anfänger sind, sollten Sie zu pflegeleichten Arten greifen. Dazu gehört unter den Zimmerpflanzen etwa der Fukientee (Carmona retusa). Es ist ein tropischer immergrüner Strauch mit dunkelgrünen Blättern und kontrastierender heller Rinde. Als Tropenpflanze braucht er mindestens 18 °C, was in der Wohnung leicht zu erreichen ist. Diesen Bonsai müssen Sie nur gießen und nach Anleitung düngen. Er braucht weder Rückschnitt noch Formen mit Draht und ist damit für Einsteiger geradezu ideal.
Ebenso dankbar ist für Anfänger der bereits erwähnte Ficus ginseng — er verzeiht unregelmäßiges Gießen und wächst auch bei normalem Wohnungslicht.
Wissenswertes

Wussten Sie, dass …
… Bonsai verschiedene Stile haben? Wir unterscheiden zum Beispiel den aufrechten Stil, den geneigten Stil oder sogar den vom Wind gepeitschten Stil.
… von den Laubgehölzen am häufigsten als Bonsai gezogen werden: Ahorn, Buche (japanische), Hainbuche und Fukientee? Von den Nadelgehölzen dann Wacholder, Lärche, Kiefer und Fichte.
… Sie ein Grundset zum Formen von Bonsai bei geprüften Gärtnern kaufen können und es enthalten sollte: eine Schere zum Auslichten, eine Zange und einen Drahtschneider?
… Sie auch von Bonsai Stecklinge nehmen und sie vermehren können? Das ist praktisch, wenn Sie sich in einer größeren Schale einen ganzen „Garten“ ziehen wollen.
Garten- und Zierpflanzen düngen: womit Bonsai düngen
- Sie können in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.
Ein Bonsai hat in der Schale nur wenig Erde und zehrt die Nährstoffe deshalb schneller auf als eine Pflanze im Beet. Ihm bekommt daher ein organischer Universaldünger, der sich nach und nach freisetzt — düngen Sie während des Wachstums, einen frisch umgetopften Bonsai lassen Sie ein paar Wochen ungedüngt.
