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Laubbäume und -sträucher: Leitfaden für Auswahl, Pflanzung und Pflege

Laubgehölze bilden das Rückgrat jedes Gartens. Wir beraten Sie, wie Sie die richtige Art auswählen, pflanzen, schneiden und düngen — einschließlich einer Übersicht beliebter Arten vom Ahorn bis zur Schmetterlingsstrauch.

Was sind Laubgehölze und warum gehören sie in jeden Garten

Laubgehölze stellen eine sehr umfangreiche Gruppe von Pflanzen dar, die neben den Nadelbäumen das bedeutendste Element der Gartenarchitektur bildet.

Es sind Pflanzen, die neben ihrer ästhetischen Wirkung erheblich zur Verbesserung der Umwelt beitragen. Aus hygienischer Sicht sind Laubgehölze als Sauerstoffproduzenten, Staubfänger und als Schallschutzbarriere zu schätzen. Mit ihrer ästhetischen Wirkung beeinflussen sie die menschliche Psyche. Ohne sie wäre es kaum möglich, gartenartige Gestaltungen zu schaffen.

Zu ihnen gehören Sträucher von wenig wüchsigen bis hin zu mehrere Meter hohen Arten; Bäume verschiedenster Wuchsformen und Größen, immergrüne Arten oder laubabwerfende. Arten mit regelmäßiger Form, bizarre Arten, Arten, die durch ihre Belaubung, die Form und Farbe der Blüten, Früchte, durch den Charakter der Rinde, die Bedornung, die Stellung der Äste und weitere Merkmale dekorativ sind. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrem Erscheinungsbild, sondern auch in ihren Ansprüchen an den Standort, im Pflegeaufwand usw.

Die einzelnen Arten unterscheiden sich voneinander auch im Wurzelsystem, in der Bestäubungsfähigkeit, in der Fähigkeit Samen zu bilden, in der Fruchtbarkeitsdauer, im Nutzwert und weiteren Eigenschaften.

All das bestimmt ihre Funktion und Einordnung in der Gartengestaltung.

Wie Sie Laubgehölze im Garten nutzen können: von Solitärpflanzen bis zu Hecken

Verwendung von Laubgehölzen im Garten

Unter dem Begriff Verwendung von Gehölzen in Pflanzungen versteht man die Art und Möglichkeiten ihres Einsatzes in gärtnerischen Gestaltungen. Ob sie für Solitärpflanzungen oder Gruppenpflanzungen geeignet sind, ob sie einen Schutzstreifen, Unterwuchs, Vorpflanzung bilden können oder ob sie als Bodendecker, als Alleen usw. geeignet sind.

Bei der Auswahl von Gehölzen mit einer bestimmten Absicht — z. B. wenn wir ein Gehölz mit einer bestimmten Blütenfarbe für einen bestimmten Zeitraum suchen — müssen wir gleichzeitig wissen, welchen Habitus es hat, welche Höhe es im Erwachsenenalter erreicht, welche Ansprüche es stellt usw. Das bedeutet, dass uns bruchstückhafte Informationen nicht genügen, sondern wir im Gegenteil so viel wie möglich wissen müssen. Nur so wird die Pflanzung, die wir planen, auch über viele weitere Jahre hinweg ästhetisch wirksam sein.

Laubgehölze haben ein enormes Verwendungsspektrum. Sie finden Einsatz in großen gärtnerischen Gestaltungen, in Siedlungspflanzungen, in Gärten bei Einfamilienhäusern, in Dörfern, bei Landhäusern und Ferienhäusern sowie in Kleingartensiedlungen. Viele Arten können zur Bepflanzung von Pflanzgefäßen verwendet werden. Ihre Auswahl ist so reichhaltig, dass sich mit ihrer Hilfe jede beliebige Absicht verwirklichen lässt. Aus der Palette der Belaubungsfarben von hellem Grün über silbrige Töne bis hin zu sattem Grün, verschiedene Rottöne, Gelb bis hin zu buntlaubigen Arten lassen sich effektvolle Gruppenpflanzungen auswählen und kombinieren, die auch nach der Blütezeit durch ihre Farbigkeit bestechen.

Bei der Auswahl von Gehölzen müssen wir dieselben Grundsätze anwenden, die wir bereits bei allen Gruppen von Zierpflanzen erwähnt haben. In Gärten, die in einen Nutz- und einen Zierteil gegliedert sind, müssen die Gehölze eine Verbindung dieser beiden Teile schaffen, und im Sortiment der Laubbäume gibt es tatsächlich eine ausreichende Auswahl geeigneter Arten. Dazu gehören z. B. Quitten, Zierapfelbäume, Zierpflaumen, Schneebälle, Johannisbeeren und viele weitere.

In Gärten, die an natürliche Partien oder Parkanlagen anschließen, pflanzen wir Arten, die in den umliegenden Pflanzungen vorkommen, um natürlich an sie anzuknüpfen und so mit ihnen ein harmonisches Ganzes mit hoher ästhetischer Wirkung zu schaffen. In Stadtgärten können wir bereits aus einem viel breiteren Sortiment wählen und nicht nur attraktive exotische Arten, sondern auch buntlaubige Arten und Sorten nutzen.

Bei der Bepflanzung von Gärten verwenden wir Laubgehölze häufig zur Trennung von Gärten oder deren Teilen vom umliegenden Trubel, d. h. wir wählen Arten, die in der Lage sind, lebende Hecken, Trennwände u. ä. zu bilden. In Gärten mit naturnahen Pflanzungen wählen wir Hecken aus frei wachsenden Gehölzen, oft aus blühenden Arten mit interessantem Habitus, die anspruchsvoller in Bezug auf den Platzbedarf sind, aber eine natürliche Ergänzung so konzipierter Gärten darstellen. In kleinen Gärten sind wir gezwungen, im Hinblick auf Platzersparnis für diesen Zweck Gehölze zu pflanzen, die den Schnitt vertragen. Aus ihnen lassen sich dann regelmäßige schmale Hecken schaffen, die allerdings mehr Pflege, regelmäßigen Schnitt erfordern und anspruchsvoller in Bezug auf Nährstoffe sind.

Bei der Auswahl von Laubgehölzen müssen wir auch weitere Bedingungen berücksichtigen. Da z. B. in Siedlungsgestaltungen oft nur eine dünne Schicht hochwertiger Muttererde vorhanden ist, wählen wir flachwurzelnde Arten mit geringen Feuchtigkeitsansprüchen; in Gebieten mit verschmutzter Luft wiederum Arten, die solche Bedingungen tolerieren usw.

Wie wir bereits in der Einleitung erwähnt haben, können wir Laubgehölze für Solitärpflanzungen verwenden. Für diesen Zweck wählen wir Arten und Sorten mit schönem Habitus, interessanten Formen und Blütenfarben oder mit anderen interessanten Merkmalen, wie z. B. bizarrer Verzweigung, die nach dem Laubfall zur Geltung kommt, oder effektvoller Herbstfärbung des Laubs, Farbe oder Menge der Früchte und weitere Merkmale. Bei dieser Wahl müssen wir gleichzeitig von allgemeinen ästhetischen Anforderungen ausgehen.

Gruppenpflanzungen, Steingärten und Pflanzgefäße mit Laubbäumen

Gruppenpflanzungen von Gehölzen ermöglichen es, die Farbigkeit ihrer Blätter und die Vielfalt ihrer Formen zu nutzen. Obwohl häufig gemischte Gruppen gepflanzt werden, d. h. Gruppen aus Nadel- und Laubgehölzen, ist es auch möglich, eigenständige Gruppen aus Laubgehölzen anzulegen, bei denen uns das Sortiment eine unendliche Vielfalt an Kombinationen bietet. In kleinen Gärten müssen wir umsichtiger vorgehen und nur weniger wüchsige Arten wählen, doch auch in diesem Fall haben wir viele Möglichkeiten. Bei der Gestaltung von Gruppen aus Laubgehölzen sollten wir die ganzjährige Wirkung einer solchen Pflanzung im Blick behalten. Wir sollten das Erscheinungsbild der Gehölze beim Austrieb berücksichtigen, die Eignung der Farbkombination der Blätter und ihrer Formen, die Kombination der Blütenfarben und durch die geeignete Auswahl der Gehölze die Blütezeit der Gruppe auf ein Maximum verlängern. Wir sollten die Gehölze auch im Hinblick auf die Herbstfärbung der Blätter kombinieren, die außerordentlich wirkungsvoll sein kann. Und im Winter wirkt die Gruppe erneut durch Verzweigung, Rindenfarbe, Wuchscharakter sowie Farbe und Form der Früchte. Es stimmt, dass neben dem Fachwissen bei der Gestaltung einer solchen Komposition auch ästhetisches Empfinden eine Rolle spielt. Ein Beweis für eine solch einfühlsame Herangehensweise kann z. B. der Park in Průhonice sein, dessen Schöpfer Arnošt Emanuel Silva-Tarouca nicht nur ein hervorragender Dendrologe, sondern auch ein Ästhet war, der seine ästhetischen Fähigkeiten unter Mitwirkung von Künstlern wie Mánes, Brožík, Schwaiger und anderen weiterentwickelte. Eine weitere solche Persönlichkeit war in der Vergangenheit der Gartenarchitekt Fr. Thomayer, der viele gärtnerische Gestaltungen schuf, wie z. B. auf dem Karlsplatz in Prag. An diesen Beispielen können wir bestätigen, dass eine so einfühlsam angelegte Pflanzung auch noch nach vielen Jahrzehnten ebenso ästhetisch wirkt.

Eine weitere Verwendung von Gehölzen – einer bestimmten Gruppe weniger wüchsiger Gehölze – ist ihr Einsatz in Steingärten. Dort bilden sie gemeinsam mit anderen Pflanzen natürliche Gruppierungen, tragen zur Schaffung eines geeigneten Mikroklimas bei und bereichern den Steingarten um Grün, Blüten- und Fruchtfarben und vervollständigen dabei die Strukturvielfalt des Bewuchses. Immergrüne Laubgehölze kommen auch bei der Gestaltung eines ruhigen Rahmens im Steingarten zur Geltung. Und Laubgehölze ermöglichen generell eine harmonische Verbindung dieses Bereichs mit den übrigen Pflanzungen.

Für Steingärten eignen sich weniger wüchsige Arten und Sorten von Steinmispeln, Spindelsträuchern, Fingerkräutern, Berberitzen, Seidelbästen, Rhododendren und Azaleen, Spierenstrauch, Ahornarten, Birken, Besenginsterarten, Ginsterarten, Bärentraube sowie weiteren Arten wie Heidekraut und Heidearten und viele andere mehr.

Auch Pflanzkübel, die wir auf Flachdächern von Häusern, auf Terrassen, in Atrien usw. aufstellen, werden mit Laubgehölzen bepflanzt. Hier kommen überwiegend weniger wüchsige Arten zum Einsatz, die sich für Steingärten eignen, je nach Größe der Behälter aber gegebenenfalls auch wüchsigere Arten und Sorten. Bei der Auswahl der Gehölze für Pflanzkübel achten wir neben dem Wuchs auch auf geeignete Kombinationen, wie wir sie bereits bei den Gruppenpflanzungen erwähnt haben.

Ansprüche der Laubbäume an Licht, Boden und Feuchtigkeit

Ansprüche an die Standortbedingungen bei immergrünen und laubabwerfenden Laubgehölzen

Angesichts des Artenreichtums, den wir dieser Gruppe von Zierpflanzen zuordnen, begegnen wir darunter Arten mit minimalen Ansprüchen an die Umgebung, aber ebenso Arten mit sehr hohen Ansprüchen.

Was die Lage hinsichtlich der Besonnung betrifft, gibt es Gehölze, die sich nur in der vollen Sonne richtig verfärben und blühen, weitere, die auch Halbschatten vertragen, und schließlich Arten und Sorten, die hervorragend im Schatten gedeihen. Man kann sagen, dass die große Mehrheit der Gehölze sonnige Lagen benötigt. Von jenen, die Halbschatten oder gegebenenfalls Schatten vertragen, können wir beispielsweise Ahorne nennen — Acer campestre, A. tataricum, Buchsbaum, Hainbuche, Hartriegel — Cornus mas, C. sanguinea, Hasel, Weißdorn — Crataegus monogyna, C. laevigata, Spindelstrauch, Stechpalme, Liguster, Geißblatt — Lonicera tatarica, L. xylosteum, Mahonie, Traubenkirsche, Kreuzdorn, Johannisbeere, Schwarzer Holunder, Schneebeere, Linde, Ulme, Immergrün — Singrün, von den Schneebällen — Viburnum opulus, V. rhytidophyllum.

Eine sehr wertvolle Eigenschaft einiger Laubgehölze ist ihre Fähigkeit, eine geschlossene Bodendecke an Stellen zu bilden, wo die Bedingungen für die Anlage und Pflege eines Rasens nicht geeignet sind. Je nach gewünschter Höhe der Bodendecke und den weiteren Bedingungen kann man für sonnige Lagen insbesondere Cotoneaster salicifolius 'Herbstfeuer' (3—4 Stück pro 1 m²), Cytisus decumbens, C. purpureus (2—3, bei langsamer wachsenden 6—8 Stück pro 1 m²), Potentilla fruticosa var. arbuscula, P. f. 'Longacre' (3—4 Stück pro 1 m²), nahezu alle Arten der Gattung Rubus, Spiraea decumbens (8—10 Stück pro 1 m²) nutzen. Im Halbschatten gedeiht Cotoneaster dammeri (3—4 Stück pro 1 m²), der eine schöne geschlossene grüne Fläche bildet.

Oft kommt es vor, dass wir Flächen begrünen müssen, die von Bäumen beschattet werden und wo sich im Laufe der Zeit kahle, unschöne Stellen bilden. Da es sich um beschattete Partien handelt, müssen wir unter den Gehölzen jene niedrigen Arten suchen, die unter solchen Bedingungen wachsen können und zudem ästhetisch wirken. Ein hervorragendes Gehölz für einen solchen Einsatz ist beispielsweise das Johanniskraut, das nur etwa 40 cm hoch wird, schöne Blätter hat und zudem mit zahlreichen gelben Blüten blüht. Es genügt, 4 Pflanzen pro 1 m² zu setzen, und mit der Zeit entsteht ein dichter grüner Teppich. Ebenso wirkt Hypericum × moseranum. Einen ähnlichen Dienst leistet uns das Dickblatt mit schönen lederartigen Blättern, das 20—30 cm hohe Sträuchchen bildet. Es benötigt mehr Feuchtigkeit als das Johanniskraut. Vom Berberitzenstrauch kann man zur Bedeckung beschatteter Stellen Berberis buxifolia 'Nana' nutzen, das auch in der Sonne gedeiht. Es erreicht 30 bis 50 cm. Geeignet ist auch Lonicera nitida 'Elegant' (3—4 Stück pro 1 m²), die jedoch allzu kühle Bedingungen nicht verträgt, sowie L. pileata (4—5 Stück pro 1 m²). Mahonia aquifolium (3—4 Stück pro 1 m²) gehört zu den sehr schönen Bodendeckergehölzen für schattige Lagen, soll sie jedoch niedrig gehalten werden, muss man sie schneiden. Für leichtere Böden eignet sich die Preiselbeere Vaccinium vitis-idaea (12—15 Stück pro 1 m²).

Die Ansprüche an den Boden sind bei Laubgehölzen ebenfalls sehr unterschiedlich. Einige von ihnen benötigen tiefe, lehmige bis tonlehmige, nährstoffreiche Böden, andere sind anpassungsfähig, wieder andere benötigen sandige, humusreiche Böden, oder sind völlig anspruchslos, wie z. B. Götterbaum, Robinie, Feldahorn, Essigbaum und weitere. Sie haben auch unterschiedliche Ansprüche an die Bodenreaktion. In sauren Böden gedeihen z. B. die meisten Heidekrautgewächse — Erica, Calluna, Andromeda, Bruckenthalia, Daboecia, Rhododendren, weiters Berberitze, Birke, Hartriegel, Cornus kousa, der einzige Besenginster — Cytisus scoparius (Sarothamnus scoparius), Stechpalme, kanadische Heidelbeeren und viele weitere. Was die Anforderungen der Gehölze an den Boden betrifft, können wir vor der Pflanzung den geeigneten Boden vorbereiten.

Zu den Gehölzen, die eine saure Bodenreaktion nicht vertragen und umgekehrt einen Kalkgehalt im Boden benötigen, gehören einige Ahorne — Acer campestre, A. platonoides, A. pseudoplatanus, Götterbaum, Erle, Berberitze — Berberis julianae, Schmetterlingsstrauch — Buddleia davidii, B. alternifolia, Buchsbaum, Perückenstrauch, Ginster, Sanddorn, Liguster, Schnurbaum, Weigelie. Ebenso gut vertragen auch Quittenmispeln, Steinmispeln, gemeiner Seidelbast, Zakula, Goldregen, Zierapfelbäume, Spiere, Feuerdorn, Essigbaum, Johannisbeeren — Ribes alpinum und R. sanquineum, Akazie, Weiden, Flieder, Pfeifenstrauch den Kalkgehalt im Boden.

Eine neutrale Bodenreaktion kommt am besten Haseln — Corylus avellana und C. colurna, Spindelstrauch, Pappeln und Schneebällen — Viburnum lantana und V. opulus zugute; kalkempfindlich sind alle Hortensien und der Traubenholunder.

Eine schwierigere Situation tritt bei der Auswahl von Gehölzen nach ihren Ansprüchen an die Feuchtigkeit auf. Wenn wir die Möglichkeit haben, Wasser bei Bedarf durch Bewässerung zu ergänzen, werden wir bei der Wahl des Gehölzes nicht eingeschränkt. Im Falle jedoch, dass wir beispielsweise beim Ferienhaus pflanzen, wohin wir nur unregelmäßig fahren, wählen wir lieber Gehölze mit geringerem Feuchtigkeitsbedarf. Völlig anspruchslose Gehölze sind z. B. Ahorn, Götterbaum, Berberitze, Erbsenstrauch, Quittenmispel, Steinmispeln, Ginster, Sonnenröschen, Sanddorn, Geißblatt — Lonicera maackii, L. tatarica, L. xylosteum, Spiere, Fingerkraut, Ziermandeln, Pflaumen, Kirschen, Johannisbeere, Akazien, in höheren Lagen Traubenholunder, Schnurbaum, weiters Erbsenstrauch, Trompetenbaum, Pfeifenginster, Gleditschie, Bocksdorn und auch Tamariske.

Pflanzung von Gehölzen Schritt für Schritt: Termine, Pflanztiefe und Pflege nach der Pflanzung

Pflanzung und Pflege

Die günstigste Jahreszeit für die Pflanzung von Gehölzen ist Herbst und Frühling (Frühling bei weniger günstigen klimatischen Bedingungen und bei empfindlicheren Arten). Gewöhnliche Arten von Ziergehölzen, vor allem sogenannte Deckensträucher Sträucher, werden ohne Wurzelballen gepflanzt, entweder in vorbereitete, angemessen tiefe Gruben oder in durchgehende Rigole, bei deren Aushub wir die obere Bodenschicht und den Unterboden getrennt halten. In letzter Zeit begegnen wir immer häufiger Gehölzen, die in sogenannten Containern vorgezogen wurden. Sie haben perfekte Ballen und können daher praktisch während der gesamten Vegetationsperiode gepflanzt werden. Lediglich die Sommermonate mit hoher Sonnenstrahlung sind auch in diesem Fall nicht geeignet, da wir neu gepflanzte Pflanzen intensiver pflegen und beschatten müssen usw.

Gehölze pflanzen wir gewöhnlich so tief, wie sie in der Baumschule gewachsen sind. Eine Ausnahme bilden nur veredelte Sträucher wie z. B. strauchige Pfingstrosen, großblütige Waldreben usw., die wir etwas tiefer pflanzen, damit auch der veredelte Teil Wurzeln schlägt und die Pflanze so besser ernähren kann. Flach wurzelnde Gehölze leiden unter tiefer Pflanzung, besonders in schwereren Böden.

Gehölze pflanzen wir stets gerade und achten darauf, dass sich die Wurzeln nicht zur Seite oder gar nach oben biegen. Die Wurzeln bedecken wir mit der besseren oberflächlichen Bodenschicht, möglichst angereichert mit hochwertigem Kompost, und erst obenauf geben wir, falls nötig, den verbleibenden Unterboden. Neue Pflanzungen düngen wir nicht, wir warten, bis sie vollständig eingewurzelt sind.

Nach der Pflanzung gießen wir die Gehölze gründlich und füllen, sobald das Wasser eingesickert ist, die entstandenen Vertiefungen mit einer humusreichen Schicht auf, um die Wasserverdunstung aus dem Boden zu reduzieren. Das ist besonders wichtig überall dort, wo wir nur gelegentlich hinfahren und bei Bedarf nicht gießen können. Falls es notwendig ist, einige Gehölzarten an einen Pfahl zu binden, schlagen wir die Pfähle stets auf den Boden der Grube ein, noch vor der eigentlichen Pflanzung.

Zu pflanzende Ziergehölze schneiden wir nur bei der Frühjahrspflanzung zurück — falls nötig — und zwar unmittelbar vor der Pflanzung oder sofort danach. Die Triebe kürzen wir je nach Bedarf um bis zu zwei Drittel der Länge. Kürzere Triebe kürzen wir etwas stärker als lange, wir schneiden Äste niemals in eine Ebene. Gleichzeitig entfernen wir auch beschädigte Wurzeln und glätten die Wunden mit einem scharfen Messer.

Nach der Pflanzung profitieren die Pflanzen auch von häufigerem oberflächlichem Auflockern des Bodens, was ebenfalls die Wasserverdunstung verringert. Vor der Pflanzung achten wir darauf, dass die Wurzeln der Pflanzen nicht austrocknen. Wir lassen sie daher nicht unbedeckt in der Sonne, im Wind oder gegebenenfalls im Frost. Kommt es dazu, ist es notwendig, den Strauch 24 Stunden lang ins Wasser zu tauchen, bis sich die geschrumpfte Rinde wieder glättet.

Laubabwerfende Laubbäume werden im Herbst von Mitte Oktober bis zum Frost und im Frühling je nach Witterungsverlauf von März bis April gepflanzt. Seltenere und immergrüne Laubbäume mit perfekten Wurzelballen können bei günstigem Frühling bis Mitte Mai gepflanzt werden. Dasselbe gilt für heidekrautartige Pflanzen. Über die Pflanzung von Containergehölzen wurde bereits am Anfang erwähnt.

Solitär im Rasen gepflanzten Pflanzen legen wir unmittelbar nach der Pflanzung angemessen große Pflanzscheiben an. Sie ermöglichen einfacheres und gründlicheres Gießen sowie späteres Nachdüngen, und das Gras entzieht ihnen weder Feuchtigkeit noch Nährstoffe. Die Pflanzscheiben vergrößern wir mit dem Wachstum der Gehölze entsprechend und halten sie unkrautfrei. Die Ränder trennen wir mit einer kleinen Furche vom Rasen, damit das Gras nicht in die Pflanzscheiben hineinwächst.

Bei der Pflanzung von Gehölzen in Hecken ist es notwendig, den richtigen Abstand zwischen den einzelnen Gehölzen zu wählen. Bei Arten, die frei wachsende niedrige Hecken bilden, genügen 60 cm, bei wüchsigeren Arten 80 bis 150 cm. Wenn wir die Hecken durch Schnitt formen, wählen wir eine dichtere Pflanzung. Meistens verwenden wir bei Gehölzen für niedrige Formhecken 3–4 Pflanzen pro laufenden Meter, Arten für höhere Formhecken pflanzen wir je nach Verzweigungscharakter von 2 bis 4 Pflanzen pro laufenden Meter. Bei Gruppenpflanzungen wählen wir die Abstände zwischen den einzelnen Gehölzen entsprechend ihrer Wüchsigkeit, damit sie im Erwachsenenalter zusammenwachsen, aber nicht dicht ineinander durchwachsen.

Schnitt und Auslichten von Laubsträuchern: wann, wie und welche Gehölze schneiden

Der Grundsatz beim Formen von Hecken lautet: häufiger schneiden und keinen langen Schnitt machen. Durch den Schnitt in den ersten Jahren lenken wir die Verdichtung der unteren Partien auf Kosten des Höhenwachstums. Die Hecke lassen wir langsam wachsen, die Seitenwände schneiden wir nicht senkrecht, sondern konisch (unten breiter, oben schmaler; 5 cm Unterschied pro 1 m Höhe genügen). Gehölze schneiden wir einmal jährlich während der Vegetationsruhe — am häufigsten im Vorfrühling und bei starkem Wuchs noch zu Beginn des Sommers — etwa in der 2. Hälfte des Juni — nach Abschluss der ersten Wachstumsperiode.

Neben der richtigen Pflanzung wird das Erscheinungsbild der gepflegten Gehölze von ihrer Behandlung in den folgenden Jahren abhängen. Die Pflege besteht aus dem Gießen bei Bedarf, dem Düngen, dem Entfernen verblühter Blüten und Blütenstände und umfasst selbstverständlich den richtigen Schnitt und die Auslichtung. Viele Hobbygärtner machen dabei Fehler, weil sie nicht über ausreichende Kenntnisse verfügen und sich durch falsches Schneiden oder das Unterlassen dieses Eingriffs um das optimale Erscheinungsbild und die Blüte der einzelnen Gehölze bringen.

Schnitt und Auslichtung sind bei weitem nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Bei allen Gehölzen ohne Ausnahme entfernen wir erfrorene und trockene Triebe, und bei veredelten Gehölzen zusätzlich sogenannte Wildtriebe, die aus der Unterlage wachsen. Bei Arten, die stark ausläufertreiben, entfernen wir die Ausläufer mitsamt den Wurzeln, wenn sie die umliegende Gestaltung gefährden. Erfrorene Teile entfernen wir erst beim Austrieb, um uns den späteren Korrekturschnitt zu ersparen.

Gehölze unterteilen wir in solche, die überhaupt keinen Schnitt benötigen (er würde ihrem Erscheinungsbild eher schaden) und in solche, die entweder nur einen gelegentlichen oder einen regelmäßigen jährlichen Schnitt sowie eine Verjüngung in größeren Abständen erfordern.

Überhaupt nicht schneiden werden wir Ahorne, immergrüne Berberitzen, Quittensträucher, sogar nur ungeschnittene Zwergmispeln zeigen sich in voller Pracht ihrer Blüten und Früchte, weiters Seidelbasten, Zaubernüsse, immergrüne Johanniskräuter, Stechpalmen, Walnüsse, Kalmien, Rhododendren, Goldregen, Magnolien, Strauchpfingstrosen, Eichen, Essigbäume, Ulmen, immergrüne Schneebälle und weitere.

Gelegentlich, manchmal radikaler, manchmal wieder behutsam, verjüngen wir (das bedeutet, dass wir alte Triebe herausschneiden und die gleiche Anzahl junger belassen) z. B. Felsenbirnen, laubabwerfende Berberitzen, von unten ausgedünnte Ölweiden, wenig blühende Hibiskus, Kolkwitzien, Liguster, Geißblatt, Pfeifensträucher, Spieren, Strauchfingerkräuter, Johannisbeeren, Schneebeeren, Flieder, Schneebälle, Weigelien und weitere. Diesen Eingriff führen wir meistens während der Vegetationsruhe durch.

Die letzte Gruppe von Gehölzen, die jährlichen Schnitt erfordert, wird in drei Untergruppen eingeteilt, je nachdem, wann und an welchem Holz sie blühen. Zur ersten gehören Laubgehölze, die früh im Frühjahr am letztjährigen Holz blühen, zur zweiten jene, die im Sommer am alten und letztjährigen Holz blühen, und zur dritten jene, die im Sommer und Herbst am diesjährigen Holz blühen.

Früh im Frühjahr blühende Gehölze der ersten Untergruppe können wir im Winter so bearbeiten, dass wir alle schwachen und sich kreuzenden tauben Zweige abschneiden und zu lange Triebe kürzen. Den Winterschnitt führen wir von Ende Oktober bis Mitte März durch und machen ihn erstmals erst nach einigen Jahren nach der Pflanzung. Den Schnitt führen wir korrekt von unten und innen des Strauches durch, wir schneiden so wenig wie möglich und zweckmäßig. Wir erhalten ihnen die perfekte Form und fördern den Knospenansatz. Der Hauptschnitt wird dann nach der Blüte durchgeführt, gewöhnlich in der zweiten Hälfte des Mai, damit die Sträucher noch bis zum Herbst neue blühfähige Triebe bilden können. Zu den Sträuchern dieser Gruppe gehören z. B. Forsythien, einige Spierenarten, Mandelbäume, Schlehenbäume, echte Jasmine, Geissklee, einige Hartriegelarten und weitere.

Ziersträucher der zweiten Untergruppe bearbeiten wir so, dass wir die kräftigen Triebe um bis zu ein Drittel kürzen, damit sie neue seitliche Triebe bilden. Typische Vertreter dieser Gruppe sind Zieräpfel in den ersten Jahren nach der Pflanzung, Eberesche, Weißdorne, einige Berberitzen, Johannisbeeren, Tamarisken und weitere.

Gehölze der letzten Untergruppe, wie z. B. Schmetterlingsstrauch, Klettertrompete und weitere, die im Sommer und Herbst am diesjährigen Holz blühen, schneiden wir im Frühjahr je nach Art der Pflanzen und Stärke des Holzes kurz auf 2—6 Augen und entfernen alte oder schwache Äste vollständig.

Sollte es vorkommen, dass wir im Garten einen Strauch haben, der zu dicht oder überwachsen ist, können wir einen radikaleren Schnitt und eine Auslichtung vornehmen. Überalterte Äste entfernen wir und einen Teil der Äste kürzen wir um die Hälfte. Äste schneiden wir bis zum Boden ab und belassen als Ersatz dafür ungefähr die gleiche Anzahl von Ausläufern. Radikale Verjüngung führen wir schrittweise in zwei bis drei aufeinanderfolgenden Jahren durch. Zu sehr vernachlässigte Sträucher verjüngen wir so, dass wir stark wachsende Äste absägen oder alles ältere Holz entfernen und am Strauch nur junge Triebe belassen.

Laubgehölze in Gruppenanpflanzungen bearbeiten wir durch Winterschnitt so, dass sie sich gegenseitig nicht beschatten und stets ausreichend Sonne und Luft haben. Gehölze mit effektvoller Farbe der Jungtriebe verjüngen wir jährlich, damit wir ihre ästhetische Wirkung nicht verlieren, und Gehölze mit Zierschmuck durch Früchte oder Rinde schneiden wir erst gegen Ende des Winters, damit sie noch während der Winterperiode ihrem Zierzweck dienen.

Bewässerung, Düngung und Winterschutz von Laubbäumen

Jeder Boden hat eine unterschiedliche Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu speichern, und besitzt weitere Eigenschaften, die die für Pflanzen verfügbare Wassermenge beeinflussen. Wenn der Boden beispielsweise wenig durchlässig ist, dringt Niederschlagswasser nur flach ein, zerstört die Struktur der Oberflächenschicht und verursacht nach dem Verdunsten eine Verkrustung der Oberfläche und anschließend deren Rissbildung. Auch ein zu durchlässiger Boden wirkt sich ungünstig aus, da Wasser schnell in die Tiefe eindringt und somit für die Wurzeln nicht erreichbar ist. Unsere Hauptaufgabe wird es daher sein, den Boden auch unter diesem Gesichtspunkt zu pflegen. Wir verbessern die Durchlässigkeit des Bodens entsprechend seiner Beschaffenheit und ergänzen das Wasser im Boden durch Bewässerung. Allerdings muss auch das Gießen mit Fingerspitzengefühl erfolgen. Häufiges Bewässern, das nur die Oberflächenschicht des Bodens befeuchtet, ist sogar ebenso schädlich wie häufiges ergiebiges Gießen, das eine dauerhafte Wassersättigung des Bodens verursacht und infolgedessen den Sauerstoff aus dem Boden verdrängt, der für die Pflanze ebenso wichtig ist wie Feuchtigkeit.

Wir halten den Grundsatz ein, dass die Bewässerungsgabe die Wurzelzone des Bodens durchfeuchten soll. Bewässert werden sollte morgens oder abends. Bei immergrünen Gehölzen vergessen wir nicht, dass sie auch im Laufe des Winters Feuchtigkeit benötigen. Wenn es nicht friert und trocken ist, gießen wir sie auch in der Winterperiode.

Auch die Qualität des Gießwassers sollte nicht vernachlässigt werden. Am geeignetsten ist nach wie vor Regenwasser, allerdings mit Ausnahme von Industriegebieten, wo es eine Menge Schadstoffe enthält, die es entwerten. Brunnenwasser hat häufig einen hohen Gehalt an Mineralstoffen, und übersteigt deren Menge 1 g pro 1 Liter Wasser, ist es zum Gießen ungeeignet. Problematisch sind auch Gewässer von Fließgewässern, die häufig durch Abwässer aus Industriebetrieben verunreinigt sind.

Laubgehölze reagieren nach dem Auspflanzen schneller auf den Wassergehalt im Boden, und deshalb wird es gut sein, diese Bedingung für ein zuverlässiges Anwachsen nicht zu vernachlässigen. Im Laufe ihrer Kultivierung richten wir uns dann nach dem Feuchtigkeitsbedarf der einzelnen Arten.

Neben dem Schnitt und der Bewässerung ist das Nachdüngen eine weitere Aufgabe im Rahmen der Gehölzpflege. Die Ernährung und Düngung von Zierlaubgehölzen lässt sich aufgrund ihrer großen Vielfalt nicht verallgemeinern. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass wir durch die Schaffung einer guten Bodenstruktur und deren Anreicherung mit Humus – beispielsweise in Form von organischen Düngemitteln, insbesondere qualitativ hochwertigem Kompost – gute Wachstumsbedingungen für die Gehölze schaffen. Mit mineralischen Düngemitteln düngen wir erst nach einer gründlichen Bewurzelung der Pflanzen nach, und zwar entsprechend den Nährstoffansprüchen der einzelnen Arten. Wir halten den Grundsatz ein, das Nachdüngen spätestens im Juli zu beenden, damit die neuen Triebe bis zum Einsetzen des Winters gut ausreifen können.

Auch die Pflege des Gesundheitszustands der Laubgehölze darf nicht vernachlässigt werden. Wenn wir ihnen optimale Wachstumsbedingungen gewährleisten, wird uns der Gesundheitszustand der Pflanzen keine großen Probleme bereiten. Sobald eine Krankheit oder ein Schädling auftritt, ergreifen wir nach Rücksprache mit einem Fachmann die notwendigen Maßnahmen und kümmern uns gegebenenfalls um die Prävention.

Es kommt vor, dass Laubgehölze aus den verschiedensten Gründen umgepflanzt werden müssen. Und auch hier sollten wir ihre spezifischen Anforderungen kennen, damit wir das Pflanzenmaterial nicht unnötig entwerten. Einige Arten vertragen das Umpflanzen gut, andere bis zu einem bestimmten Alter und wieder andere überhaupt nicht. Zu den Gehölzen, die wir als ältere Exemplare problemlos umpflanzen können, gehören Ahorn, Ulme, Haselnüsse, Deutzien, Forsythien, Apfelbäume und Platanen. Beim Umpflanzen älterer Pflanzen ist es notwendig, einen ausreichenden Wurzelballen vorzubereiten, z. B. bei Steinmispeln, Geißklee, Seidelbast, Hortensien, Mahonien, Fingerkräutern und Linden. Sehr schlecht oder gar nicht lassen sich ältere Exemplare von Birke, Schmetterlingsstrauch, Esche, Zaubernuss und Zierpflaumen umpflanzen.

Die meisten Laubgehölze, die wir gewöhnlich kultivieren, sind frostresistent. Es gibt jedoch auch solche Arten, die wir vor Frost lieber teilweise schützen. Wir bedecken den Boden um sie herum mit einer Schicht Laub. Diesen Schutz benötigen beispielsweise einige Ahorne, Schmetterlingsträucher, Stechpalmen, Blauglockenbäume, Traubenkirschen, Rhododendren, Spiraeen und andere. Ebenso schützen wir im Winter und Vorfrühling die meisten immergrünen Gehölze (mit Ausnahme von Mahonie, Feuerdorn und Buchsbaum) vor Sonneneinstrahlung, indem wir sie beschatten, um sie vor anschließenden Frostschäden zu schützen. Bei japanischen Ahornen versuchen wir durch Beschattung den Austriebszeitpunkt zu verzögern, da diese Ahorne nicht die Fähigkeit besitzen, nach einem Frostschaden erneut auszutreiben.

Vermehrung von Laubbäumen: generative und vegetative Methoden

Vermehrung

Gehölze lassen sich je nach Art und Sorte auf verschiedene Weisen vermehren. Die generative Vermehrung ist die günstigste und effektivste Methode. Sie ist in allen Fällen geeignet, in denen die Nachkommen dieselben Eigenschaften wie das Ausgangsmaterial aufweisen.

Die vegetative Vermehrung ist bei Sorten unumgänglich, da man hier aus Samen keine genetisch einheitlichen Nachkommen erhält. Die vegetative Vermehrung kann direkt erfolgen — durch Stecklinge, Absenker und Teilung — oder indirekt — durch Pfropfen, Okulieren usw.

Bei jeder Art und Sorte ist die am besten geeignete Vermehrungsmethode bekannt. Wir empfehlen für den Fall, dass jemand seine Fähigkeiten auch auf diesem Gebiet ausprobieren möchte, die Fachliteratur. Das kann z. B. von Vilém Waltr „Rozmnožování okrasných stromů a keřů“ (SZN, 1985) sein.

Ahorne (Acer): Übersicht der für den Garten geeigneten Arten und Sorten

Acer L. — Ahorn Aceraceae — Ahorngewächse

Die Gattung der Ahorne, mit etwa 150 Arten, stammt ursprünglich aus Europa, Asien, Nordamerika und Nordafrika und bildet eine zahlreiche Gruppe von Gehölzen verschiedener Formen und Wuchshöhen. Ahorne finden in der Gartengestaltung sowie in der Hobbygärtnerei große Verwendung. Sie sind allgemein anspruchslos, und wenn man die besonderen Anforderungen der einzelnen Arten und Sorten berücksichtigt, gedeihen sie in jedem normalen Gartenboden.

A. japonicum Thunb. — stammt aus Japan. Wächst strauchförmig oder als kleinerer Baum mit kurzem Stamm. Es ist außerordentlich zierend durch seinen feinen Wuchs, 2 bis 4 m hoch. Die fünf- bis siebengelappten Blätter sind hellgrün, im Herbst karmesinrot.

In der Gartenpraxis begegnet man am häufigsten der Sorte 'Aconitifolium'. Dieser mittelwüchsige, strauchförmig wachsende Ahorn hat recht große, tief eingeschnittene, hellgrüne Blätter. Er kommt in kleinen Gärten ebenso wie in größeren Steingärten durch seinen schönen Wuchs, die purpurfarbene Blüte und die wunderschöne herbstliche, feurig bis bräunlichrote Blattfärbung zur Geltung. Er ist zu jeder Jahreszeit reizvoll. Er erreicht eine Höhe von etwa 3 m.

A. negundo L. — wächst in Nordamerika. Der üppig wachsende, bis zu 20 m hohe Baum hat eine breite Krone, oft auch mehrere Stämme, was zu seinem Reiz beiträgt, ebenso wie die weit ausgebreiteten Äste, die glatt und grün sind. Die Blätter sind gefiedert, hellgrün, im Herbst goldgelb. Er ist nur für große Gärten und Parks geeignet. Er liebt feuchte Lagen, gedeiht jedoch auch in guten, trockeneren Böden.

'Aureo-variegatum'. Dies ist eine interessante gelbbunte Sorte, die eine Höhe von 5 bis 7 m erreicht, mit schöner, goldgefleckter Belaubung. Nur für den Halbschatten geeignet, da die gelben Blattpartien in der Sonne leiden.

'Odessanum'. Sie ist gold- bis bronzegelblich belaubt, zur Zeit des Austriebs mit einem Rotstich. Der Wuchs ist mittelstark. Besonders schön ist sie nur in der vollen Sonne. Im Halbschatten bleiben die Blätter grün.

A. palmatum Thunb. — wächst in Japan, Mittelchina und Korea. In seiner Heimat an feuchten Standorten erreicht er eine Höhe von 7 bis 8 m, bei uns meistens bis 4 m. Es ist ein Strauch oder Baum mit frischgrünen Blättern und wunderschöner karmesinroter Herbstfärbung. Die Blüten sind weiß bis rosrot und auch die Früchte sind zierend. Diese Art, ebenso wie ihre Sorten, gedeiht am besten in leicht sauren Böden und an sonnigen bis leicht beschatteten Standorten. Alle kommen hervorragend in größeren Steingärten oder Heidegärten zur Geltung. Sie sind robust und verhältnismäßig winterhart.

'Atropurpureum'. Dies ist ein mittelgroßer, bei uns gewöhnlich 3 bis 4 m hoher, eher strauchförmiger Baum mit zierenden, tief eingeschnittenen und während des ganzen Sommers dauerhaft sattrot gefärbten Blättern. Er wächst langsam, eher in die Breite als in die Höhe.

'Dissectum'. Diese sehr langsam wachsende Sorte erreicht eine Höhe von etwa 2 m. Sie hat einen eher strauchartigen Wuchs mit bis zur Basis in 5 bis 7 Lappen geteilten Blättern. Die Blattfarbe wechselt im Herbst zu feurigen gelblichroten Tönen. Sie wurde im Jahr 1784 gezüchtet.

Weitere Sorten von A. palmatum, die für Gärten geeignet sind, sind z. B. 'Atrolineare', 'Aureum', 'Crispum', 'Elegans', 'Flavescens', 'Hessei', 'Nicholsonii', 'Osakazuki', 'Reticulatum', 'Ribesifolium', 'Rubellum'. Sie sind sehr schöne Solitäre, die in Rasenflächen, Blumenmauern, auf Terrassen, an Wasserbecken usw. zur Geltung kommen. Sie lassen sich auch mit anderen Gehölzen und Stauden kombinieren.

Götterbaum, Felsenbirne, Pfeifenstrauch und Aronie: pflegeleichte Ziersträucher

Ailanthus Desf. — Götterbaum Simaroubaceae — Simarubgewächse

Es gibt etwa 10 Arten, die in Ostindien, Ostasien und Nordaustralien beheimatet sind.

A. altissima (Mill.) Swingle (A. glandulosa Desf.) — stammt aus China. Es handelt sich um einen kräftig wüchsigen, sehr schnell wachsenden Baum mit breit verzweigter Krone, der eine Höhe von 20 bis 25 Metern erreicht. Er hat große unpaarig gefiederte Blätter von bis zu 0,60 m Länge. Ab Frühsommerbeginn blüht er mit langen Rispen gelblich-weißer Blüten. In jüngerem Alter oder wenn er als mehrstämmiger Strauch kultiviert wird, bietet er durch seinen interessanten Blattschmuck mehr Reiz als als hoher Baum. Er ist völlig anspruchslos, wächst gut in leichteren und trockeneren Böden, verträgt Hitze sowie die Luft von Großstädten und Industriegebieten. Als Solitär macht er eine gute Figur, eignet sich auch in Gruppen und Alleen sowie zur raschen Befestigung trockener Hänge.

Amelanchier Medik. — Felsenbirne Rosaceae — Rosengewächse

Felsenbirnen sind Sträucher oder kleinere Bäume mit Ursprung in Nordamerika, Europa und Asien. Es sind etwa 25 Arten bekannt. Es handelt sich überwiegend um wertvolle, wüchsige, locker aufgebaute, in die Breite wachsende und schön blühende Gehölze mit attraktiver Herbstfärbung der Blätter. Sie bevorzugen jeden nicht zu feuchten, eher etwas trockeneren Gartenboden und einen Standort in der Sonne oder im Halbschatten. Sie werden in Gärten und Parks in kleineren wie auch größeren Gruppen und an den Rändern von Beständen höherer Gehölze gepflanzt. Sie eignen sich auch als Solitäre sowie in Pflanzgefäßen.

A. canadensis (L.) Medik. — stammt aus dem östlichen Teil Nordamerikas. Der mehrstämmige Strauch ist 2 bis 8 m hoch mit breit aufrechtem Wuchs. Er blüht reichlich Ende April und im Mai mit ziemlich großen weißen Blüten, die in lockeren Trauben angeordnet sind. Die Früchte sind kastanienrot gefärbte Apfelfrüchte mit angenehmem Geschmack. Triebe und Blätter sind beim Austrieb silbrig bis rötlich gefärbt. Die Blätter sind später grün, gesägt, in der Jugend unterseits dicht filzig und bis zu 80 mm lang. Im Herbst färben sie sich wunderschön goldgelb bis scharlachrot. Er eignet sich gut als Solitär, besonders wenn er vor einem dunkleren Hintergrund aus Nadelgehölzen steht. Er ist auch für Gruppenanpflanzungen geeignet. Er gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten und in jedem Gartenboden. Er wächst gut auch in der Luft von Industriestädten und ist bienenfreundlich.

Andromeda L. — Lavendelheide Ericaceae — Heidekrautgewächse

Es handelt sich um eine nicht sehr artenreiche Gattung langsam wachsender Sträucher, die für Moorbeete, Heidegärten und Steingärten geeignet sind.

A. glaucophylla Link — stammt aus Nordamerika. Sie bildet ein 100–300 mm hohes Zwergstämmchen mit dünnen Zweigen und graugrünen schmalen Blättern. Die weißen Blüten mit blasrosa Schimmer ähneln den Blüten des Maiglöckchens. Sie blühen im späten Frühling und zu Beginn des Sommers. Sie bevorzugt feuchtere, humusreiche und saure Böden und kommt gut in Gesellschaft anderer Heidepflanzen zur Geltung.

A. polifolia L. — dieses Zwerggehölz, das meist nicht über 100 mm hoch wird, stammt aus Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika. Es bildet niedrige, verzweigte, dem Rosmarin ähnliche Kleinsträucher. Es blüht von Mai bis Juni mit zarten weißen bis zartrosa gefärbten bauchigen Blütchen.

Aristolochia L. — siehe Kletterpflanzen

Aronia Medik. — Apfelbeere Rosaceae — Rosengewächse

In der Natur wachsen 3 Arten in Nordamerika. Es handelt sich um wertvolle Laubsträucher aus der Verwandtschaft der Ebereschen und Birnen mit mittelgroßen eiförmigen Blättern und weißen oder blassrosa Blüten in kleinen Doldenrispen. Sie werden in Gärten, Siedlungen und Parks gepflanzt. Sie gehören zu den wertvollen Hecken- und Deckensträuchern. Sie bieten Schutz für nützliche Vögel. Dekorativ sind sie auch durch ihren Fruchtreichtum und die schöne herbstliche scharlachrote Blattfärbung.

A. melanocarpa (Michx.) Ell. — niedrigerer, 0,5 bis 1 m hoher Strauch amerikanischer Herkunft wie die vorgenannte Art. Blätter glänzend grün, Blüten weiß, den Weißdornblüten ähnelnd, Früchte schwarze, glänzende kleine Apfelfrüchte. Herbstfärbung der Blätter braunrot. In Kultur eingeführt um das Jahr 1700.

Azalea L. — siehe Rhododendron L.

Berberitze (Berberis) und Birke (Betula): dekorative Gehölze für Hecken und Solitärpflanzen

Berberis L. — Berberitze Berberidaceae — Berberitzengewächse

Die Gattung der Berberitzen umfasst immergrüne und laubabwerfende Arten. Es handelt sich um dornige Sträucher mit gelbem Holz, die meist sehr dekorativ sind, schön blühen und vielseitig im Gartenbau verwendet werden können. Es sind etwa 450 Arten bekannt, die von allen Kontinenten mit Ausnahme Australiens stammen. Alle sind leicht zu kultivieren, wachsen in der Sonne wie im Schatten und nahezu in jedem Boden, sofern dieser nicht zu trocken ist. Sie unterscheiden sich sowohl im Wuchs und Blattwerk als auch in der Blütenfarbe; die Blüten sind gelb, selten orange und erscheinen im Frühling. Auch die Früchte sind oft sehr dekorativ und bei den laubabwerfenden Arten rot gefärbt. Besonders reizvoll ist auch die herbstliche Blattfärbung.

B. julianae Schneid. — dieser Strauch stammt aus Zentralchina. Er wird bis zu 2,50 m hoch. Er gehört zu den besten und widerstandsfähigsten, höherwüchsigen immergrünen Berberitzen. Die Triebe sind kantig, die gelbgrau gefärbten Dornen sind kräftig und bis zu 40 mm lang. Die Blätter sind glänzend dunkelgrün, auf der Unterseite heller, bis zu 100 mm lang und lederartig. Die gelben Blüten stehen in Büscheln von bis zu 15 Stück. Die Früchte sind elliptisch, schwarz mit bläulichem Reif.

B. thunbergii DC. — stammt aus Japan. Ein bekannter Strauch mit grünem Laub, laubabwerfend, 1,50 bis 2 m hoch, mit einer sehr schönen scharlachrot-roten Herbstfärbung der Blätter. Er blüht gelb, die Früchte sind korallenrot. Auch ohne Schnitt bildet er sehr dichte lebende Hecken. Anspruchslos in Bezug auf Boden und Standort. Er ist nektarreich und gedeiht sowohl an sonnigen als auch an schattigen Standorten.

'Atropurpurea'. Die Sorte wurde 1913 in Frankreich gezüchtet. Sie ist wunderschön, dem Grundtyp ähnlich, jedoch mit kräftig bronzerot gefärbtem Laub während der gesamten Vegetationsperiode. Im Herbst färbt sie sich bis zu scharlachrot. Sie eignet sich als Solitär, zur farbigen Belebung von Gruppen sowie für freiwachsende oder geschnittene Hecken. Ältere Pflanzen blühen sehr reichlich und tragen eine Fülle scharlachroter Früchte.

'Atropurpurea Nana'. Eine niedrige, rotlaubige Sorte mit kompaktem, breit kugeligem Wuchs, nur 0,40 bis 0,50 m hoch. Besonders geeignet für niedrige Einfassungen und Böschungen; verträgt den Schnitt ausgezeichnet. Sie eignet sich für Steingärten und Friedhöfe, wo sie durch ihre auffällige Färbung besticht. Entstanden im Jahr 1942.

'Aurea'. Wächst ähnlich wie B. thunbergii, manchmal langsamer, hat jedoch zitronengelbe bis goldgelbe laubabwerfende Blätter, im Schatten nur gelbgrün (1950).

B. verruculosa Hemsl. et Wils. — Warzige Berberitze — dieser immergrüne, dichte, langsamer und breit kegelförmig wachsende Strauch ist chinesischen Ursprungs. Er erreicht eine Höhe von etwa 1,50 m. Er zeichnet sich durch kräftig grüne, glänzende Blätter, warzige Zweige und von Mai bis Juni durch große goldgelbe Blüten aus. Die Früchte sind länglich, dunkelviolett bis schwarz mit bläulichem Schimmer. Er ist anspruchslos und winterhart. Nur unter ungünstigen Bedingungen ist ein leichter Winterschutz empfehlenswert. Geeignet als Solitär, für Gruppenpflanzungen, als Hecke sowie zur Flächenbegrünung.

Betula L. — Birke Betulaceae — Birkengewächse

In der Natur wachsen etwa 60 verschiedene Birkenarten, alle auf der nördlichen Hemisphäre. Sie gehören zu den grundlegendsten laubabwerfenden Laubbäumen unserer Gärten und Parks. Viele Arten zählen zu den anmutigen und eleganten Gehölzen mit schönen Stämmen und Ästen. Einige verdienen Aufmerksamkeit wegen der Färbung ihrer Rinde oder Borke oder wegen der auffälligen Frühlings- und Herbstfärbung der Blätter. Es sind Bäume, oft auch mehrstämmig, oder Sträucher. Sie sind außerordentlich anspruchslos hinsichtlich Lage, Boden und klimatischer Bedingungen. Dies ermöglicht eine vielseitige Verwendung dieser Gehölze im Gartenbau. Besonders gut gedeihen sie in jedem lockeren, nährstoffreicheren Boden, sofern er durchlässig und mäßig feucht ist. Einige Arten vertragen auch mehr Trockenheit, andere wiederum benötigen einen angemessen feuchten Standort. Sie lieben die Sonne, daher sollten Sie sie niemals in den Schatten höherer Bäume pflanzen.

Birken pflanzen wir entweder einzeln als Solitäre oder in Gruppen. Sie bilden auch sehr reizvolle Alleen. Wunderschön wirken sie vor einem dunklen Hintergrund aus Nadelgehölzen. Zwerghafte Gebirgs- und niedrige nordische Arten kommen nur an feuchteren Stellen in größeren Steingärten zur Geltung.

B. pendula Roth (B. verrucosa Ehrh., B. alba L.) — Weißbirke — stammt aus Europa und Kleinasien. Dies ist unsere bekannteste heimische Birke, die eine Höhe von 20 bis 25 m erreicht, eine lockere Krone und eine weiße, bald schwarz verkorkende Rinde besitzt. Mit zunehmendem Alter hängen die Äste mehr oder weniger über. Sie ist außerordentlich anspruchslos hinsichtlich Klima, Lage und Boden, winterhart und recht widerstandsfähig auch gegenüber ungünstiger Luft in Industriegebieten. Sie eignet sich für Parks, Siedlungen, Alleen, Windschutzstreifen und zur Rekultivierung von Böden. Seit alters her in Kultur.

'Dalecarlica'. Eine sehr anmutige Birke mit lockeren, leicht überhängenden Ästen, 10 bis 15 m hoch. Besonders zierend sind ihre tief unregelmäßig gelappten, glänzend grünen Blätter mit goldgelber Herbstfärbung. Diese Sorte wurde 1767 in Schweden im Wald entdeckt und wird daher in Gärtnereikatalogen als Schwedische Birke geführt. Ein schöner Solitär auch für kleinere Gärten.

'Fastigiata'. Hat einen streng säulenförmigen Wuchs, erreicht eine Höhe von 7 bis 15 m, die Äste sind leicht gedreht und die Blätter schön, oft bleiben sie bis in den November hinein grün. Ein interessantes Solitärgehölz für kleinere Gärten.

'Purpurea'. Ein sehr dekorativer und schwächer wachsender Baum, der eine Höhe von 7 bis 10 m erreicht und durch purpurrot gefärbtes Laub besticht, ähnlich wie die Rotbuche. Vor allem für Sammler geeignet.

'Tristis'. Ein 15—20 m hoher Baum mit leicht gestreckter und luftiger Krone. Aus dem geraden Stamm wachsen waagerecht oder leicht aufsteigend die Hauptäste mit bogenförmig überhängenden Enden und Zweigen. Als Solitär für größere Gärten geeignet. Von allen Birken bleibt sie am längsten belaubt.

'Youngii'. Die bekannte Trauerbirke mit runder, dachförmiger Krone und überhängenden, oft bis zum Boden reichenden dichten Ästen. Sie wird nur 5 bis 7 m hoch. Die Triebe sind dünn, fast filigranartig, und wirken schön, wenn sie bereift sind. Sie eignet sich gut für kleine Gärten und für Grabmäler auf Friedhöfen.

Schmetterlingsstrauch (Buddleia): Sommerflieder und seine besten Sorten

Buddleia L. — Schmetterlingsstrauch Loganiaceae — Loganiengewächse

Bekannte Sommerflieder, besonders beliebt wegen ihrer reichen Blütenstände im Spätsommer (Juli bis September). Es gibt mehr als 100 Arten, die hauptsächlich in den Tropen und Subtropen Ostasiens wachsen. In Gärten werden sie vor allem als Solitärpflanzen gepflanzt, sodass sie ihre ziemlich langen, blütenbesetzten Äste nach allen Seiten ausbreiten können. In großen Gärten und Parks werden sie einzeln gepflanzt, auf Rasenflächen in kleineren Gruppen. Sie gedeihen auch an sonnigen Hängen. Die blühenden Sträucher werden häufig von Schmetterlingen besucht, weshalb sie auch Schmetterlingsstraucher genannt werden. Das vorjährige Holz des Davidii-Schmetterlingstrauchs und seiner Sorten friert meist ab. Aus diesem Grund und auch damit die Sträucher stets eine schöne Form behalten, müssen sie alljährlich im Vorfrühling kräftig zurückgeschnitten werden. Für diese Art wird eine winterliche Wurzelabdeckung empfohlen. Die Sträucher wachsen schnell, erreichen eine Höhe von bis zu 3 m und blühen bereits in den ersten Jahren nach der Pflanzung.

B. alternifolia Maxim. — stammt aus Nordwestchina. Der Strauch ist bis zu 4 m hoch mit hängenden und abstehenden Ästen, matt grünen, lanzettlichen bis schmal elliptischen und wechselständigen Blättern, die auf der Unterseite weiß filzig sind. Die Blüten sind purpurviolett, in Büscheln entlang der vorjährigen Zweige angeordnet. Er blüht im Juni, duftet stark und macht einen schönen Eindruck. Die Sträucher blühen erst, wenn sie ausreichend angewurzelt und erstarkt sind. Sie vertragen den Schnitt nur teilweise. Sie werden als Solitärpflanzen eingesetzt.

B. davidii Franch. — der Sommerflieder mit Ursprung aus China bildet Sträucher, deren Jahrestriebe bis zu 2 m lang und leicht überhängend sind. Die Blüten in 150 bis 250 mm langen Rispen sind meist duftend. Es handelt sich hauptsächlich um Sämlinge verschiedener Kreuzungen, deren Farbe variabel ist. Ein alljährlicher tiefer Rückschnitt ist unbedingt erforderlich. Im Handel werden heute sehr hochwertige Sorten angeboten:

'Dubonnet'. Aufrecht wachsender Strauch mit einem Reichtum an Rispen mit dunkelvioletten Blüten.

'Empire Blue'. Wüchsiger Strauch mit reinblauen, sehr dichten, 250 bis 300 mm langen Rispen.

'Flaming Violet'. Sorte mit dunkel purpurfarbenen Blüten.

'Purple Prince'. Hat lange, schlanke Rispen mit violett-roten Blüten, die besonders im unteren Teil sehr dicht angeordnet sind.

'Royal Red'. Die beliebteste der rotblühenden Sorten, Blüten purpurrot, Rispen bis zu 0,50 m lang, oft jedoch kleiner.

'White Bouquet'. Blüten weiß, duftend, mit gelbem Auge, in großen Rispen angeordnet.

Alle blühen von Juli bis Oktober. Sie gedeihen sehr gut in jedem normalen Gartenboden an einem sonnigen Standort.

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