Echinopsis: blühender Kaktus und seine Arten
Kugelige Kakteen mit riesigen Trichterblüten — anspruchslos auf der Fensterbank wie am Sommerstandort im Freien
Wunderschön blühende und „unverwüstliche“ Kakteen
Standort: im Sommer am besten ein Platz im Freien mit leichtem Schatten
Höhe: je nach Art bis 50 cm
Blütezeit: Frühling–Sommer
Vermehrung: durch Samen oder Kindel
Die Gattung Echinopsis (Echinopsis) aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae) besteht als systematische Einheit bereits seit 1837. Sie umfasst kugelige, dunkelgrüne Kakteen, die nachts mit großen Trichterblüten blühen. Ihre Heimat ist Südamerika — Bolivien, Paraguay, Südbrasilien, Uruguay und das südliche Argentinien. Später wurden in Bolivien und im nördlichen Argentinien ähnliche Kakteen mit lebhaft gefärbten Tagblüten gefunden; sie wurden zunächst der Gattung Pseudolobivia zugeordnet, werden heute aber wieder zu Echinopsis gestellt. Echinopsen werden seit mehr als 100 Jahren kultiviert. In der Wohnung auf der Fensterbank gedeihen sie ohne große Pflege, blühen bereitwillig und bilden nach der Bestäubung Samen. Wegen der freien Bestäubung sind „echte“ Arten in Kultur eine Seltenheit. Die Artbeschreibungen unterscheiden sich von der Beschreibung der Hybriden, die in Sammlungen am häufigsten vorkommen. Durch gezielte Züchtung sind Hybriden mit sehr schönen Blüten entstanden.
Echinopsis-Pflege: Substrat, Gießen und Überwintern

Ob eine Echinopsis blüht, entscheiden zwei Dinge: eine kühle, trockene Überwinterung und sparsames Gießen. Im Winter wird praktisch nicht gegossen — Trockenheit und Kühle sind genau das, was den Kaktus im Frühjahr zum Ansetzen der Knospen bringt. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer genügt es, immer erst nach dem Abtrocknen des Substrats zu gießen und alle drei bis vier Wochen schwach verdünnten organischen Dünger zuzugeben; die Dosierung für Zimmerpflanzen finden Sie unter Dosierung und im Artikel Zimmerpflanzen düngen.
Echinopsen mögen eine gut durchlässige, humose Erdmischung und regelmäßiges Nachdüngen während des Wachstums. Vor starker Sonneneinstrahlung sollten die Pflanzen geschützt werden, den kräftigsten Dornenbesatz bilden sie dennoch an einem sonnigen Platz im Freien. Pseudolobivien lieben Morgensonne und frische Luft. Werden die Pflanzen im Sommer unter Glas kultiviert, brauchen sie reichlich Wasser. Zum Überwintern der Echinopsen eignet sich auch ein trockener, kühler Keller mit 6–10 °C.
Für Kakteenliebhaber können folgende Arten interessant sein:
Die Gattung ist vielfältig: Neben den kugeligen Arten, die wir unten beschreiben, gehören auch hohe säulenförmige Kakteen dazu, etwa Echinopsis lageniformis. In deutschen Sammlungen sind jedoch gerade die kugeligen Echinopsen und ihre Hybriden am häufigsten — und den Anfang machen zwei Arten, aus denen die meisten Hybriden hervorgegangen sind.
Echinopsis eyriesii (Echinopsis eyriesii)

Bildet einen kegelförmigen bis kurz säulenförmigen Körper, anfangs einzeln, später mit weiteren Sprossen. Auf 11–18 Rippen sitzen rundliche, weißbräunliche Areolen und sehr kurze dunkelbraune Dornen. Die weißen Blüten sind 17–25 cm lang. Viele Echinopsis-Hybriden sind aus diesem Kaktus ebenso hervorgegangen wie aus den weiteren hier genannten Arten.
Echinopsis multiplex (Echinopsis multiplex)

Hat einen kugeligen bis keulenförmigen Körper, wird bis 30 cm hoch und bildet Sprosse. Auf 13–15 Rippen mit oben schmaler Kante sitzen große weiße Areolen. Die gelbbräunlichen Dornen sind recht lang. Die weißen bis hellrosa Blüten sind 15–20 cm lang.
Nachfolgend werden Echinopsen (Pseudolobivien) aufgeführt, die tagsüber blühen
Diese Arten wurden früher als eigene Gattung Pseudolobivia geführt. Sie sind daran zu erkennen, dass ihre Blüten kürzer und farbig sind und sich tagsüber öffnen — auf der Fensterbank sind sie deshalb dankbarer als die nachts blühenden Verwandten.
Echinopsis aurea (Pseudolobivia aurea)

Hat einen bis 10 cm hohen Körper mit 14–15 scharfkantigen Rippen und anfangs braunen Areolen. Die Randdornen sind weißlich bis hellbraun, die Mitteldornen dunkel, abgeflacht, kräftiger und bis 3 cm lang. Die seitlich stehenden Blüten sind leicht gekrümmt, bis 9 cm lang, 8 cm breit, zitronengelb und im Schlund dunkler.
Echinopsis kermesina (Pseudolobivia kermesina)

Bildet einen kugeligen, kräftig grünen Körper von bis zu 15 cm Durchmesser. Die Rippen (15–23) sind rund um die Areolen höckerartig verdickt. Die rötlichgelben Randdornen sind bis 12 mm lang; die dunkleren und kräftigeren Mitteldornen sind meist zum Körper hin gebogen und 2,5 cm lang. Die karminroten oder helleren Blüten sind 15–18 cm lang.
Echinopsis kratochviliana (Pseudolobivia kratochviliana)

Bildet einen flachkugeligen, dunkelgrünen Körper von bis zu 6 cm Durchmesser. Auf 18 scharfen Rippen sitzen flache Höcker. Die Dornen sind grauweiß, anfangs dunkler. Die reinweißen Blüten haben eine verhältnismäßig kurze Röhre.
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