Echter Mehltau der Rebe (Erysiphe necator)
Weißer Belag auf Blättern und Beeren — entscheidend sind ein luftiger Stock und rechtzeitiges Eingreifen.
Echter Mehltau an der Weinrebe

(Erysiphe necator, syn. Uncinula necator)
Echter Mehltau der Rebe, auch bekannt als Oidium, oder lat. Erysiphe necator bzw. Uncinula necator, ist ein Pilz, der die Weinrebe (Vitis vinifera) und einige weitere Arten aus der Familie der Rebengewächse (Vitaceae) befällt. Er zählt zu den bedeutendsten Krankheitserregern der Rebe und verursacht die als Rebenmehltau bezeichnete Krankheit. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Falschen Mehltau der Weinrebe, der von einem ganz anderen Erreger stammt.
Erysiphe necator ist ein biotropher Parasit, das heißt, er ernährt sich von den lebenden Zellen der Wirtspflanze. Der Pilz zeigt sich auf der Oberfläche von Blättern, Trieben, Trauben und weiteren Teilen der Rebe. Befallene Pflanzen tragen einen weißen bis grauen, mehligen Belag, der an Mehl erinnert. Dieser Belag besteht aus dem Myzel des Pilzes und ist besonders bei feuchter Witterung gut zu erkennen.
Rebenmehltau kann an der Weinrebe unterschiedliche Schäden verursachen. Der Pilz schränkt die Fotosynthese und die Nährstoffversorgung der Pflanze ein, was Vitalität und Ertrag der Rebe mindern kann. Befallene Trauben sind zudem anfälliger für Fäulnis.
Zu den Maßnahmen gegen Echten Mehltau der Rebe zählen verschiedene Methoden, darunter chemischer Pflanzenschutz und der Anbau resistenter Sorten. Auch die richtige Pflege der Rebe — ein sauberer Schnitt, das Entfernen befallener Pflanzenteile und gute Durchlüftung — hilft, die Ausbreitung des Pilzes zu begrenzen.
Es lohnt sich, die Rebe vor Mehltau zu schützen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, vor allem in Lagen mit günstigen Bedingungen für diesen Pilz.
Echter Mehltau der Rebe – Lebenszyklus

Der Pilz überwintert vor allem in den Knospen der Rebe, Fröste unter -15 °C übersteht er jedoch nicht, weshalb klassische Winter mit Frost so wichtig sind. Zu einer Infektion kann es jederzeit von der Blüte bis zum Weichwerden der Beeren kommen. Die Krankheit breitet sich in feuchter Umgebung schneller aus, und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt sie. Regen und niedrige Temperaturen bremsen die Ausbreitung dagegen eher.
Echten Mehltau bekämpfen: Spritzmittel und Netzschwefel
Um Echten Mehltau der Rebe in Schach zu halten, kommt üblicherweise eine Reihe von Spritzmitteln und Fungiziden zum Einsatz.
Systemische Fungizide: Zum Beispiel Fungizide mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Triazole (etwa Propiconazol, Tebuconazol) oder der Strobilurine (etwa Azoxystrobin, Kresoxim-Methyl). Diese Wirkstoffe dringen in die Pflanze ein und schützen sie vor Rebenmehltau.
Kontaktfungizide: Schwefel — im Handel meist als Netzschwefel — ist ein gängiges Kontaktfungizid gegen Echten Mehltau. Schwefel ist für seine fungizide Wirkung bekannt und wird im ökologischen Landbau breit eingesetzt.
Biologische Fungizide: Es gibt auch biologische Fungizide mit natürlichen Mikroorganismen, etwa dem Pilz der Gattung Ampelomyces, der auf Echten Mehltau der Rebe spezialisiert ist. Solche biologischen Mittel können die Ausbreitung des Mehltaus eindämmen und bei seiner Kontrolle helfen.
Vor dem Einsatz eines Spritzmittels ist es wichtig, die Hinweise auf dem Etikett zu beachten und sich an die Vorschriften zu halten. Ebenso wichtig sind die richtigen Abstände zwischen den Behandlungen und gegebenenfalls der Wechsel zwischen verschiedenen Fungizidgruppen, um der Bildung von Resistenzen vorzubeugen. Behandeln Sie gegen Rebenmehltau vor der Blüte und danach regelmäßig bis zum Weichwerden der Beeren.
Bei der Pflege der Rebe zählen außerdem vorbeugende Maßnahmen: befallene Pflanzenteile entfernen, richtig schneiden und für gute Durchlüftung sorgen (die Pflanzen nicht zu eng setzen), damit die Bedingungen für Echten Mehltau möglichst ungünstig bleiben.
Ebenso lohnt es sich, widerstandsfähige Sorten zu wählen, etwa Spätburgunder, Chardonnay, Riesling und Welschriesling.
