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Unterlagen und Rebsorten für tschechische Weinberge

Ein Leitfaden zu Unterlagen und Rebsorten: von den ursprünglichen amerikanischen Arten über die Kreuzungen bis zu den weißen und roten Qualitätssorten für die Weinberge Böhmens und Mährens.

Unterlagen und Rebsorten für tschechische Weinberge

Welche Unterlagen der Weinrebe passen zu Boden und Sorte? Und welche Sorten liefern die besten Qualitätsweine? Der komplette Leitfaden von Vitis riparia bis Chardonnay und Spätburgunder.

Warum die Weinrebe auf Unterlagen gepfropft wird — die Geschichte der Reblaus in Europa

Auf Unterlage gepfropfte Weinrebe mit historischem Überblick der Entwicklung in Europa
Unterlagen und Rebsorten für unsere Anbaugebiete

In ganz Europa wurde die Weinrebe jahrhundertelang wurzelecht angebaut. Erst als 1863 die Reblaus nach Europa eingeschleppt wurde, musste man die Rebe auf reblausfeste Unterlagen pfropfen. Die Reblauskatastrophe erfasste ganz Europa, nahezu alle Weinberge wurden vernichtet und mussten nach und nach mit gepfropften Reben wieder aufgebaut werden. Anfangs verwendete man als Unterlagen einige Rebenarten, die in den Wäldern Nordamerikas wild wachsen und gegen die Reblaus ausreichend widerstandsfähig sind. Später züchtete man geeignetere Unterlagen, indem man die ursprünglichen Arten untereinander kreuzte (Amerikaner-Kreuzungen) oder amerikanische Arten mit der europäischen Rebe kombinierte (Franko-Amerikaner). So entstanden Unterlagen, mit denen die europäischen Sorten besser verwachsen, eine bessere Kompatibilität zeigen und mehr Ertrag bringen, also eine bessere Affinität aufweisen. Zugleich waren sie den Bedingungen der europäischen Weinbaugebiete besser angepasst als die ursprünglichen Arten.

Kompatibilität und Affinität von Unterlage und Edelreis — was das für den Winzer bedeutet

Kompatibilität und Affinität zwischen Unterlage und Edelreis für Winzer

Die Verträglichkeit (Kompatibilität) der Unterlage mit dem Edelreis einer europäischen Sorte zeigt sich vor allem bei der Herstellung von Pfropfreben und interessiert daher hauptsächlich die Rebschulen. Bewertet wird sie nach der Bildung von Kallusgewebe an der Verwachsungsstelle und nach der Geschwindigkeit, mit der sich in diesem Gewebe die Leitbündel differenzieren. Hinzu kommen die Länge der Zuwächse in der Rebschule, die Zahl der an der Fußzone der Unterlage gebildeten Wurzeln sowie die Ausbeute an Reben der Klasse I bezogen auf die Gesamtzahl der gepfropften Stücke in Prozent.

Die Affinitätsverhältnisse zeigen sich während des gesamten Lebens der beiden zusammengepfropften Partner an einem bestimmten Standort und interessieren vor allem die Winzer. Dazu zählen die wechselseitige (reziproke) Wirkung auf die Wuchsstärke des unterirdischen wie des oberirdischen Teils der Pflanze, der Einfluss der Unterlage auf das Abblühen und auf die Fruchtbarkeit der Edelsorte, der Einfluss der Unterlage auf den Reifezeitpunkt der Trauben und auf deren Qualität sowie der Einfluss der Verbindung auf die Lebensdauer der Rebstöcke bei den üblichen Erziehungsformen. Zeigen sich diese Verhältnisse an einer größeren Zahl von Standorten, lässt sich zugleich beurteilen, wie breit die Anpassungsfähigkeit (Adaptation) einer bestimmten Kombination aus Unterlage und Edelreis an Standort-, Boden-, Feuchtigkeits- und Kleinklimaverhältnisse ist. Zugleich sind die Einflüsse der Bewirtschaftung zu berücksichtigen, namentlich die Größe der Erziehungsform und die Belastung mit fruchtbaren Augen.

Die ursprünglichen amerikanischen Arten als Unterlagen: Vitis riparia, rupestris und berlandieri

Die ursprünglichen amerikanischen Arten Vitis riparia, rupestris und berlandieri als Unterlagen

Die ursprünglichen amerikanischen Arten als Unterlagen

Vitis riparia (Ufer-Rebe) ist eine Art, die sehr widerstandsfähig gegen die Reblaus und gegen Pilzkrankheiten ist; ihr Wurzelsystem verträgt auch Winterfröste gut, die tiefer in den Boden vordringen. In der freien Natur wächst sie vor allem entlang von Flüssen. Am besten gedeiht sie in tiefgründigen, gut durchlüfteten, humosen und ausreichend feuchten Böden mit niedrigem Kalkgehalt. Sie hat eine kurze Vegetationszeit und ist wenig trockenheitsverträglich. Stecklinge bewurzeln sehr gut, das Wurzelsystem entwickelt sich jedoch flach unter der Bodenoberfläche. Mit den meisten europäischen Sorten verwächst sie gut. In Tschechien hat sich vor allem die Selektion V. riparia Portalis durchgesetzt. Ihre größte Bedeutung hatte diese Unterlage in der Zeit, als man kleine Erziehungsformen der Rebstöcke (Kopferziehung) in dichter Pflanzung verwendete. Die besten Ergebnisse brachte sie auf sauren Böden und an Standorten mit höheren Niederschlägen. Für die nördlichen Weinbaugebiete war sie geeignet, denn sie hat eine kurze Vegetationszeit, beschleunigt die Traubenreife, fördert die Farbstoffbildung in den Beerenhäuten und dämpft den starken Wuchs mancher zu wüchsiger Sorten. Darauf gepfropfte Sorten tragen früh und reich, die Neigung zum Verrieseln geht zurück. Für Tafeltrauben an kleinen Erziehungsformen ist sie geeignet, weil die Beeren auf dieser Unterlage größer werden.

In den meisten Weinbaugebieten wurde V. riparia aus dem Anbau verdrängt, denn heute verwendet man größere Erziehungsformen, für die ihre Wuchsstärke zu gering ist — besonders bei höherer Belastung der Stöcke. In längeren Trockenperioden werden die Rebstöcke zu schwach. Verwendbar ist sie nur auf Böden mit niedrigem Kalkgehalt (bis 6 % Aktivkalk). Gegen Nematoden ist sie mittelmäßig widerstandsfähig, gegenüber Viruskrankheiten mittel bis sehr anfällig.

Vitis rupestris (Felsen-Rebe) hat eine lange Vegetationszeit und einen starken Wuchs. Sie verträgt etwas mehr Kalk im Boden (bis 12 % Aktivkalk). Die Trockenheitsverträglichkeit ist nicht hoch, gegen Reblaus und Pilzkrankheiten ist sie sehr gut. Sie verlängert die Vegetation und verzögert die Traubenreife der gepfropften Sorten. Verwendet wurde vor allem die Selektion V. rupestris du Lot in den südlichen Weinbaugebieten. Für die nördlichen Gebiete eignet sie sich überhaupt nicht. Ihr Einsatz ist zugunsten besser geeigneter Unterlagen stark eingeschränkt.

Vitis berlandieri (Kalk-Rebe) hat eine lange Vegetationsperiode, wächst mittelstark und verträgt Trockenheit sowie einen höheren Kalkgehalt im Boden (bis 40 % Aktivkalk). Die Reblausfestigkeit ist etwas geringer als bei den beiden vorgenannten Arten, Pilzkrankheiten widersteht sie gut. Das Wurzelsystem ist wenig frosthart, und weil sie sehr schlecht bewurzelt, lässt sie sich nicht als Unterlage verwenden. Auch die Verträglichkeit mit der europäischen Rebe ist gering. Sie ergänzt die Eigenschaften der beiden anderen Arten gut und wurde deshalb mit ihnen gekreuzt. So entstanden die heute gebräuchlichsten Unterlagen: Kreuzungen mit V. riparia für die nördlichen und mit V. rupestris für die südeuropäischen Weinbaugebiete.

Kreuzungen V. berlandieri × V. riparia: Kober 5 BB, SO 4, Teleki 5 C und weitere

Kreuzungen aus V. berlandieri und V. riparia einschließlich Kober 5 BB und Teleki 5 C

Kreuzungen zwischen amerikanischen Arten – die Unterlagen von heute

Die heute im tschechischen Weinbau verwendeten Unterlagen stammen überwiegend aus der Kreuzung V. berlandieri x V. riparia und wurden ursprünglich alle in Ungarn von dem Züchter S. Teleki herausgebracht. Später durchliefen sie im Ausland wie auch in Tschechien eine Klonenselektion, bei der die für bestimmte Standortbedingungen am besten geeigneten Typen ausgewählt wurden.

Kreuzungen V. berlandieri x V. riparia

Aus dieser Gruppe von Unterlagen sind in der tschechischen Sortenliste von 1995 fünf Sorten aufgeführt. Für jede von ihnen sind bestimmte ökologische Bedingungen und ein bestimmter Kreis europäischer Sorten festgelegt, zu denen sie passt.

Kober 5 BB. Wächst in der Unterlagsanlage stark, und auch die darauf gepfropften europäischen Sorten wachsen kräftig. Neue Unterlagsanlagen werden nach und nach nur noch aus bewährten virusfreien Klonen dieser Unterlage angelegt. Aus tschechischer Züchtung ist in der Sortenliste (LPO) der Klon MO – XVI/50 eingetragen. Von den deutschen Klonen sind 13 Gm, Fr. 148, Wü 137 und 101 N am bekanntesten und am weitesten verbreitet. In Österreich entstand aus den ursprünglichen Anlagen von F. Kober in Wiener Neustadt ein von J. Weiss gezüchteter Klon, dessen Bezeichnung sich auf das Ausgangsmaterial stützt: Berlandieri x Riparia Teleki, Selektion Kober Nr. 5 BB, Klon A 3/12 Weiss.

Die Reblausfestigkeit ist gut, gegen Nematoden sehr gut, gegenüber höherem Kalkgehalt in trockeneren Böden ausreichend, gegen Trockenheit mittel bis höher. Am besten bewährt sie sich auf lehmigen und kiesigen Böden in feuchten Lagen und bei niedrigerem Aktivkalkgehalt.

Die Unterlage Kober 5 BB eignet sich vor allem für ertragreiche Sorten, die nicht zum Verrieseln der Blütenstände neigen und keinen zu starken Wuchs haben: Welschriesling, Müller-Thurgau, Grüner Veltliner, Silvaner, Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Chardonnay, Blauer Portugieser, André. Bei intensiver Bewirtschaftung ist zu bedenken, dass sie dem Boden bevorzugt Stickstoff und Phosphor entzieht und nur begrenzt Kalium und Magnesium aufnimmt, was zu einer unausgewogenen Ernährung führen kann. Das äußert sich dann häufig in völliger Erschöpfung der Rebstöcke und ihrem Absterben, vor allem auf den für sie weniger geeigneten Böden, in denen der Aktivkalkgehalt über 10 % liegt und zugleich eine höhere Bodenfeuchte herrscht. Sie passt vor allem zu neutralen oder sauren Böden, in denen die Kaliumaufnahme besser gelingt.

In Neuanlagen sollten nur bewährte und virusfreie Klone der Unterlage verwendet und alte Muttergärten mit einer breiten Population verschiedener Typen dieser Unterlage ausgeschlossen werden. Beim Vortreiben der Pfropfreben auf dieser Unterlage ist zur Kallusbildung eine mittelhohe Temperatur (26 – 28 °C) nötig.

Craciunel 2. Sie wurde in Rumänien aus der Unterlage Kober 5 BB als Klon selektiert, bei dem das Rebholzbesser ausreifte. Das zeigt sich auch in Tschechien, in ungünstigen Jahrgängen verschlechtert sich diese Eigenschaft allerdings deutlich. Gegenüber der früher vermehrten breiten Population von Kober 5 BB hatte Craciunel 2 den Vorteil, dass der Bestand sehr einheitlich war und auch die darauf gepfropften Sorten sehr gleichmäßige Anlagen, gute Zuwächse und eine gute Ausbeute bei der Pfropfrebenproduktion in den Rebschulen brachten. Ihre Eigenschaften ähneln denen von Kober 5 BB. Trockenheit verträgt sie etwas besser. Sie eignet sich sowohl für leichte, kiesige als auch für lehmige Böden. Kalkböden bis 20 % Aktivkalk verträgt sie gut. In der Sortenliste ist der Klon Craciunel 2 PO – 06 eingetragen.

Kober 125 AA. In der Unterlagsanlage wächst sie stark und verleiht den gepfropften Sorten einen mittelstarken Wuchs. Trockenheit verträgt sie nicht und darf nicht in flachgründige Böden und an austrocknende Standorte gepflanzt werden. Sie passt zu sandig-lehmigen, lehmigen und tonigen, gegebenenfalls mergeligen Böden. Geeignet ist sie am Hangfuß mit angeschwemmten Böden. Sie passt zu großen Erziehungsformen und bewährt sich gut bei den Burgundersorten und beim Traminer. In Anlagen auf 125 AA dürfen keine hohen Stickstoffgaben ausgebracht werden, weil dadurch die Kaliumaufnahme dieser Unterlage unterdrückt wird. In der Unterlagsanlage liefert sie hohe Stecklingserträge. In der Sortenliste ist der Klon Kober 125 AA PO – 03 eingetragen.

Teleki 5 C. In der Unterlagsanlage wächst sie mittelstark, und auch die gepfropften Sorten wachsen darauf mittelstark. Sie passt vor allem zu mittleren Erziehungsformen und zu geringerer Belastung der Stöcke. Bei höherer Belastung reifen manche Sorten darauf langsam. Auch Sorten, die zum Verrieseln neigen, bringen darauf gute Ergebnisse. Geeignet ist sie für Riesling und Traminer. Kalte und feuchte Böden verträgt sie nicht, sandige ebenso wenig. Sie passt vor allem zu lehmigen Böden und verträgt in ihnen auch höheren Kalkgehalt, bis zu 20 % Aktivkalk. Verwendet werden darf nur Klonenmaterial, die frühere breite Population ergab ungleichmäßige Anlagen. In der Sortenliste ist der Klon Teleki 5 C PO – 3/7 eingetragen. Von den deutschen Klonen wird 6 Gm am meisten vermehrt.

Oppenheim SO 4. In der Unterlagsanlage wächst sie mittelstark. Die gepfropften Sorten wachsen darauf mittelstark. In der Unterlagsanlage reift das Rebholz früh und gut aus. Sie beschleunigt die Traubenreife und die Holzreife der gepfropften Sorten. Gegen Reblaus und Nematoden ist sie sehr widerstandsfähig. Auch gegen hohen Kalkgehalt im Boden (bis 20 %) ist sie sehr gut verträglich. Trockenheit verträgt sie jedoch schlecht und passt deshalb vor allem zu lehmigen, gleichmäßig feuchten Böden. Für leichte und wenig fruchtbare sowie für austrocknende Böden eignet sie sich nicht. Geeignet ist sie vor allem für alle Qualitätssorten und besonders für solche, die zum Verrieseln neigen oder zu stark wachsen. Die meisten Sorten für Qualitätsweine erzielen darauf die besten Ergebnisse. Ertragreiche Sorten lassen sich darauf nur bei guten Bodenverhältnissen und guter Nährstoffversorgung anbauen. Auch für den Rebenanbau im Gewächshaus ist sie geeignet. In der Sortenliste ist der Klon SO 4 PO – 07 eingetragen. Diese Unterlage, die auf die ursprüngliche Unterlage Teleki 4 zurückgeht, wurde an der Weinbauschule und Versuchsanstalt in Oppenheim gezüchtet. Dort entstand auch ihre Mutation mit zwittrigen Blüten und kleinen Früchten. Sie wurde Binova genannt, wächst etwas stärker, beschleunigt die Frucht- und Holzreife und ist noch kalkverträglicher (bis 30 % Aktivkalk).

Für besondere ökologische Bedingungen ist in ganz Europa in geringerem Umfang eine Unterlage aus derselben Kreuzung verbreitet, die in der tschechischen Sortenliste jedoch nicht geführt wird:

Teleki 8 B. In der Unterlagsanlage wächst sie stark, die gepfropften Sorten wachsen darauf jedoch nur mittelstark. Auf lehmigen Böden wächst sie gut, dort liefern andere Unterlagen allerdings bessere Ergebnisse. Ihr Vorzug ist der gute Wuchs der gepfropften Sorten auch auf tonigen und mergeligen Böden, auf denen sie der Chlorose gut widersteht. Sie eignet sich sowohl für trockene als auch für feuchte Bedingungen. Einen Aktivkalkgehalt um 20 % verträgt sie. Geeignet ist sie vor allem für Qualitätssorten, insbesondere für den Spätburgunder. Für ertragreiche Sorten ist sie weniger geeignet. Gegen Reblaus, Nematoden und Trockenheit ist sie ausgezeichnet widerstandsfähig. Für versalzene Böden eignet sie sich nicht.

Heimische und ausländische Unterlagen: LE-K/1, Amos, 26 G und Fercal

Heimische und ausländische Unterlagen LE K/1, Amos, 26 G und Fercal

Kreuzungen V. riparia x V. rupestris

Es handelt sich zum einen um Unterlagen älteren Ursprungs, die in der tschechischen Sortenliste nicht geführt werden. Am meisten verwendet wurden 101-14 MG und 3.309 C, in Tschechien außerdem die Unterlage Schwarzmann. Aus den ursprünglichen Kreuzungen wurden in Tschechien zwei neue Unterlagen dieses Typs gezüchtet, die in die Sortenliste aufgenommen wurden:

LE – K/1. In der Unterlagsanlage wächst sie sehr stark, liefert eine hohe Zahl an Unterlagsstecklingen, und ihr Rebholz reift früh und gut aus. In der Rebschule bewurzelt sie sehr gut und bildet viele feine Wurzeln. Sie ist mit allen Sorten ausgezeichnet verträglich und bildet reichlich Kallusgewebe. Pfropfreben auf dieser Unterlage dürfen jedoch nicht bei hohen Temperaturen vorgetrieben werden, weil dann ein übermäßig großer Kallus entsteht. Sie ist eine geeignete Unterlage für großtraubige Sorten wie Grüner Veltliner, Blaufränkisch, Sankt Laurent und Müller-Thurgau. Auch Riesling und Welschriesling tragen darauf gut. Sie wächst auch unter schlechteren Bodenverhältnissen gut und verträgt trockene Bedingungen. Auf Kalkböden lässt sie sich jedoch nicht verwenden; sie verträgt bis zu 7 % Aktivkalk. Gezüchtet wurde sie am Weinbauinstitut der Gartenbaufakultät in Lednice in Mähren von Prof. V. Kraus. Sie entstand aus einer komplexen Kreuzung: /V. riparia x V. rupestris/ x Ortlieber/ x Sankt Laurent der Generation F2. Sie ist also ein Franko-Amerikaner.

Amos. In der Unterlagsanlage wächst sie stark und liefert gute Stecklingserträge, denn ihr Holz reift gut aus. Mit den meisten Sorten verwächst sie gut. In der Rebschule bewurzelt sie gut. Ihre Bewurzelung liegt in der Verzweigung zwischen einem intensiven und einem extensiven Wurzelsystem. Das ermöglicht eine gute Nährstoffaufnahme und wirkt sich positiv auf die Traubenerträge aus. Geeignet ist sie für leichtere und gut entwässerte lehmig-sandige und lehmige Böden. Einen höheren Kalkgehalt verträgt sie nicht (bis 10 % Aktivkalk). In die Sortenliste wurde sie 1990 aufgenommen, weitere Erfahrungen mit ihrem Einsatz müssen noch gesammelt werden. Gezüchtet wurde sie an der Züchtungsstation in Polešovice von Ing. V. Křivánek aus der Kreuzung Severnyj x Schwarzmann. Severnyj ist eine Kreuzung aus Malingre x V. amurensis. Sie ist also ein Franko-Amerikaner.

Ausländische Franko-Amerikaner

Ursprünglich gab es eine recht große Gruppe von Franko-Amerikanern, die in Frankreich und in Deutschland gezüchtet wurden. Am weitesten verbreitet waren Kreuzungen aus Aramon x V. rupestris und aus Aramon x V. riparia. Nach und nach wurden sie jedoch von besser geeigneten Unterlagen aus der Gruppe der Amerikaner-Kreuzungen verdrängt, die zudem reblausfester sind. Für die nördlichen Weinbaugebiete bleiben noch zwei Unterlagen, die nach wie vor eine ganze Reihe aktueller Vorzüge haben. In der tschechischen Sortenliste stehen sie nicht, könnten dort aber durchaus eine wichtige Rolle spielen.

26 G. In der Unterlagsanlage wächst sie stark und ihr Holz reift gut aus. Die Reblausfestigkeit reicht nur in den nördlichen Weinbaugebieten aus, in denen die Reblaus weniger Generationen bildet. Es ist eine Unterlage für mittlere Bodenverhältnisse. Für austrocknende Böden eignet sie sich nicht. Gute Ergebnisse bringt sie auf lehmigen Böden bis zu einem Aktivkalkgehalt von 30 %, Kalk verträgt sie also sehr gut. Sie hat ein kräftiges Wurzelsystem und eine ausgezeichnete Affinität zu den europäischen Sorten. Für Riesling und weitere zum Verrieseln neigende Sorten ist sie eine hervorragende Unterlage. Sie beschleunigt die Traubenreife und vergrößert die Beeren der gepfropften Sorten, wäre also auch für Tafeltrauben geeignet. Gezüchtet wurde sie am Institut für Rebenzüchtung in Geisenheim. Am besten geeignet ist der virusfreie Klon 26 G – 27/7. Sie entstand aus der Kreuzung Trollinger x V. riparia.

Fercal. In der Unterlagsanlage wächst sie mittelstark. Sie liefert eine mittlere Menge an Unterlagsstecklingen. Sie hat eine gute Affinität zu den europäischen Sorten und in der Rebschule eine gute Ausbeute an Pfropfreben. Gegen Reblaus und Nematoden ist sie sehr widerstandsfähig. Sie ist von allen angebauten Unterlagen die kalkverträglichste. Sie ist trockenheitsverträglich und für Kalkböden geeignet; sie übertrifft die bisher verwendete Unterlage 41 B. Gezüchtet wurde sie am

Weinbauforschungsinstitut in Bordeaux aus der Kreuzung /V. berlandieri x Colombard/ x /Cabernet Sauvignon x V. berlandieri/.

Die Unterlage Börner — die reblausimmune Unterlage der Zukunft

Die immune Unterlage Börner als Zukunft des Schutzes vor der Reblaus

Reblausimmune Unterlagen

Ein großes Ziel der Unterlagenzüchtung war und bleibt es, Unterlagen zu entwickeln, die gegen einen Befall der Wurzeln durch die Reblaus vollständig immun sind. Auf allen bisher verwendeten Unterlagen kann die Reblaus in begrenztem Umfang leben. Sie sind ihr gegenüber mehr oder weniger tolerant. Weil sie ihr das Überleben ermöglichen, bleibt stets das Risiko, dass sie sich unter günstigen Bedingungen wieder stärker vermehrt — was nicht nur von äußeren Bedingungen abhängt, sondern auch von der Anpassungsfähigkeit und Aggressivität des Schädlings. Bislang gibt es in der amerikanischen Natur eine Rebenart, deren Wurzeln von der Reblaus nicht befallen werden: Vitis rotundifolia. Als reine Art lässt sie sich wegen der geringen Verwachsungsfähigkeit, der sehr schlechten Bewurzelung und der hohen Wärmeansprüche nicht als Unterlage nutzen. Die Züchtungsarbeit mit ihr ist wegen der abweichenden Chromosomenzahl sehr aufwendig. Eine weitere sehr widerstandsfähige Art ist Vitis cinerea, die züchterisch lange Jahre genutzt wurde; erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts gelang es, aus den von C. Börner in Naumburg erzeugten Kreuzungen eine Elite zu selektieren, die weitgehend reblausimmun ist.

Börner. Im Weinberg wächst sie stark, das Rebholz reift gut aus, sie hat eine gute Resistenz gegen Pilzkrankheiten und vor allem gegen Reblaus und Nematoden unter den Bedingungen der nördlichen Weinbaugebiete. Damit verhindert sie auch die Übertragung von Viruskrankheiten. Sie bewurzelt gut, die Verwachsungsfähigkeit mit den europäischen Sorten ist gut. Sie passt zu den meisten Böden und ist zudem trockenheitsverträglich. Die Edelsorten tragen darauf gut. Sie entstand aus der Kreuzung V. riparia 183 G x V. cinerea Arnold. Aus den Sämlingen von C. Börner selektierte sie H. Becker in Geisenheim. Ursprüngliche Nummer Na 5152 – 54. In Deutschland verbreitet sie sich zunehmend.

Wie Sie die Unterlage nach Sorte und Bodenverhältnissen auswählen — die Übersicht

Übersicht zur Wahl der Unterlage nach Sorte und Bodenverhältnissen

Die Wahl der Unterlage nach den einzelnen Kriterien

Nach den Eigenschaften der gepfropften Sorten Für sehr ertragreiche Sorten: Kober 5 BB, Kober 125 AA, LE K-1, Amos, G 26. Für schwachwüchsige Sorten zur Wuchsförderung: dieselben Unterlagen. Für Sorten, die zum Verrieseln neigen: SO 4, gegebenenfalls G 26. Für mittelstark wachsende Sorten auf lehmigen Böden und bei mittlerer Erziehung: 5 C, gegebenenfalls CR 2.

Nach den Bodenverhältnissen: Bis max. 10 % Aktivkalk: Sandige, austrocknende Böden: K 1, Amos, gegebenenfalls CR 2. Lehmige, mittelfeuchte Böden: die meisten Unterlagen, Auswahl nach der Rebsorte. Schwere Böden: 125 AA, 5 C, gegebenenfalls G 26. – Kalkböden mit 10 – 20 % Aktivkalk: Austrocknende Böden: 5 BB, CR 2, Fercal, 8 B. Lehmige, mittelfeuchte Böden: 5 C, 5 BB, 125 AA, CR 2, SO 4, G 26. Mergelige, schwere, kalkhaltige Böden: 125 AA, 5 C, Fercal, 8 B.

Weiße Qualitätssorten Riesling, Traminer, Chardonnay und Sauvignon Blanc

Die Sorten, ihre wirtschaftlichen Eigenschaften und die Auswahl

Das Sortiment der angebauten Rebsorten verändert sich nur sehr langsam; im Lauf des 20. Jahrhunderts hat es sich in den meisten renommierten Gebieten auf jene Grundsorten eingependelt, die gebietstypische Weine liefern und sich im internationalen Wettbewerb einen festen Platz erobert haben. Dennoch wächst die Zahl kundiger Weinliebhaber, die zu echten Kennern werden und häufig nach weniger bekannten Weinen suchen — sei es aus älteren, fast vergessenen Sorten, deren mit moderner Technologie ausgebaute Weine oft mit interessanten und reizvollen Eigenschaften überraschen, sei es aus Neuzüchtungen, bei denen pilzwiderstandsfähige Sorten für den Bio-Weinbau eine wichtige Rolle spielen können.

Sorten für weiße Qualitätsweine

Zu dieser Gruppe zählen Sorten, die volle, extraktreiche Weine mit sortentypischem Charakter liefern, gegebenenfalls mit feinen aromatischen oder würzigen Noten. Ihre Ausbreitung ist im tschechischen Weinbau sehr erwünscht, denn sie erhöht die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Weinen.

Der Riesling ist die typische Sorte der nördlichen Weinbaugebiete. Man nimmt an, dass er im Rheinland als spontane Kreuzung einer Wildrebe mit einer von den Römern in die Gegend gebrachten Kultursorte entstand. Er treibt spät aus und entgeht so mitunter den Spätfrösten, wächst kräftig, im Alter mittelstark; die Trauben reifen sehr spät, ihre Qualität lässt sich jedoch durch Spätlesen steigern, die zu den Besonderheiten der Weine dieser Sorte gehören. Gegen Pilzkrankheiten ist er verhältnismäßig widerstandsfähig, nur der Grauschimmel befällt leicht das Stielgerüst, und zwar schon vor der Blüte. Es empfiehlt sich daher, Präparate gegen Grauschimmel vor der Blüte einzusetzen, gegebenenfalls nach dem Beerenansatz und vor dem Traubenschluss. Er leidet außerdem unter physiologischer Stiellähme, vor allem bei einseitiger Überdüngung mit Stickstoff und Kalium, wenn starker Wuchs und eine schlechtere Aufnahme von Kalzium und Magnesium zusammenkommen. Das gilt besonders auf steinigen und trockenen Böden, auf denen er häufig gepflanzt wird.

Der Riesling stellt hohe Ansprüche an die Lage. Er verlangt Südhänge bis 200 m Seehöhe. Die Bodenansprüche sind gering. Geeignete Unterlagen sind SO 4, 5 C, 125 AA, K 1 und G 26. Auf einer starkwüchsigen Unterlage darf er nicht in guten Boden gepflanzt werden, sonst verrieselt er. Ihm bekommen größere Pflanzabstände und der Bogenschnitt, wobei die Länge der Bogreben so gewählt werden muss, dass keine kurzen Triebe mit lockeren Trauben entstehen. Die passende Belastung liegt bei 8 bis 12 Augen je m², abhängig von der Klonenselektion des Materials und von der angestrebten Traubenqualität. Er verlangt eine ausgewogene Düngung und einen behutsamen Stickstoffeinsatz. Mit frischem Mist darf nicht gedüngt werden, verwendet wird abgelagerter Kompost. Der Hauptvorzug ist die hohe Frosthärte, dazu regelmäßige Erträge, ein geringer Arbeitsaufwand bei der Laubarbeit, eine geringere Anfälligkeit für Pilzkrankheiten und der ausgezeichnete Wein. Nachteile sind die späte Reife, die Anfälligkeit für Erkrankungen des Stielgerüsts und die Neigung zum Verrieseln.

Der Riesling zählt zu den weltweit anerkannt besten Sorten für Qualitätsweine.

Der Weißburgunder entstand als Knospenmutation des Grauburgunders (französisch Pinot gris) und wurde als Weißer Burgunder (Pinot blanc) bezeichnet. Der Name Weißer Burgunder ist nicht besonders alt. Er entstand 1874 in Deutschland auf Empfehlung der ampelographischen Kommission für die weiße Mutation des Grauen Burgunders, die zuvor als Klevner (Weisser Klevner) geführt wurde. Der Name Weißer Burgunder wurde gewählt, um die Zugehörigkeit zu den Burgundersorten zu betonen, die nach und nach aus dem Blauen Burgunder hervorgingen. In Tschechien heißt die Sorte heute unzutreffend Rulandské bílé — ein Name, der auf einen deutschen Weinhändler zurückgeht, der einst die Mutation des Grauen Burgunders an Stöcken des Blauen Burgunders entdeckte und mit ihrer Vermehrung begann. Sein Familienname war Ruland, danach wurde die Mutation Rulandské genannt. Der ursprüngliche alttschechische Sortenname lautet Roučí bílé.

Sie wächst mittelstark, treibt früh aus, das Blatt ist mittelgroß und wenig gebuchtet, die Belaubung dicht. Die Traube ist klein bis mittelgroß, dicht, mit kleinen Beeren und dünner Beerenhaut. Sie reift mittelspät und erreicht hohe Mostgewichte. Es ist eine Sorte für Prädikatsweine — also für ungezuckerte Weine —, und deshalb sollten ihre Trauben nicht gelesen werden, bevor sie mindestens Kabinettqualität erreichen. Die Ansprüche an die Lage sind hoch. Sie gehört nur in die besten Lagen, auf lehmige Böden mit Kalkgehalt. Auf leichten Böden bleibt der Wein extraktarm. Die Erträge sind mittelhoch und regelmäßig. Geeignete Unterlagen sind 5 C, SO 4 und 5 BB. Belastung 8 – 10 Augen je m². Die Weine sind voll, mit pikanter Säure und ausgeprägtem Sortencharakter, gut für die Flaschenreife geeignet. Richtig ausgereift zeigt der Wein einen brotigen Ton. Hauptvorzüge sind die gute Winterhärte und der sehr hochwertige Wein. Nachteilig ist der leichte Befall der Trauben durch Grauschimmel.

Der Grauburgunder entstand als Knospenmutation des Blauen Burgunders und wurde als eigenständige Sorte weiter bearbeitet. Er wächst mittelstark, die Blätter sind kleiner, wenig gebuchtet und verhältnismäßig glatt. Die Belaubung ist mitteldicht, die Trauben sind klein bis mittelgroß und dicht, die Beeren haben eine dünne Haut, die graublau-rosa gefärbt ist. Er erreicht hohe Mostgewichte und reift mittelspät. Gegen Pilzkrankheiten ist er verhältnismäßig widerstandsfähig, nur für Grauschimmel ist er anfällig. Die Frosthärte ist gut. An den Boden stellt er keine großen Ansprüche. Sehr ertragreiche Klone brauchen lehmige, nährstoffreiche Böden, auf denen extraktreichere Weine entstehen. Bei guten Bodenverhältnissen bewährt sich die Unterlage SO 4, gegebenenfalls 125 AA, bei schlechteren 5 BB oder CR 2. Die Sorte eignet sich auch für höhere Erziehungsformen. Der Wein hat mittleren bis niedrigeren Säuregehalt, ist meist alkoholbetont und schmeckt neutral. Er eignet sich für die Flaschenreife. Vorteile der Sorte sind die frühere Traubenreife und die hohen Mostgewichte. Nachteilig ist die geringere Nachfrage, denn die Weine sind weniger beliebt als die des Weißburgunders. Gut nutzen lässt sich der Wein im Verschnitt mit Spätburgunder zur Roséweinbereitung.

Chardonnay ähnelt dem Weißburgunder stark. Er treibt etwas früher aus, das Blatt ist wenig gebuchtet, mitunter schwach fünflappig, die Stielbucht leierförmig. Die Leier wird von einer nackten Aderung ohne Blattspreite begrenzt. Die Trauben sind lockerer als beim Weißburgunder. Er verlangt sehr gute Lagen und fruchtbarere, lehmige Böden mit Kalkgehalt. Die Erträge sind regelmäßig und mittelhoch. Die Frosthärte ist gut, die Anfälligkeit für Grauschimmel etwas geringer als beim Weißburgunder. Er eignet sich nur für Prädikatsweine aus gut ausgereiften Trauben. Deshalb wählt man eine niedrigere Belastung und eine späte Lese. Der Wein ist voll, extraktreich, mit ausgeprägter Säure. Derzeit zählt er zu den gefragtesten Weißweinen der Welt und erzielt sehr gute Preise. Er eignet sich hervorragend für die Flaschenreife und für Sekte der höheren Preisklassen.

Der Traminer treibt mittelfrüh aus, wächst mittelstark bis stark, das Rebholz hat kurze Internodien und damit eine dichte Belaubung. Das Blatt ist klein, rundlich und wenig gegliedert. Die Blattspreiten sind sattgrün und rau. Die Trauben sind klein, verzweigt, breit kegelförmig und dicht. Die Beeren sind klein, haben eine dicke Haut und fleischiges Fruchtfleisch mit hohem Zuckergehalt. Die Beerenfarbe ist beim Roten Traminer rot, beim Gewürztraminer rotgrau, beim Gelben Traminer bernsteingelb und beim Weißen Traminer, der einst in Böhmen unter dem Namen Broništ oder Prynč angebaut wurde, grüngelb; dieser reift spät. Die Traminer-Spielarten sind nicht stabil, auf Beerenfarbe und Würze wirken Anbaubedingungen, Boden und Jahrgang stark ein. Für Pilzkrankheiten ist der Traminer nicht besonders anfällig. Der größte Nachteil ist die dichte Belaubung, die auch eine Neigung zum Verrieseln und einen Befall der Beeren durch Grauschimmel begünstigen kann. In zu dichten Stöcken werden zu wenige Blütenstände für den Ertrag des Folgejahres angelegt.

Die wichtigsten Anbaubedingungen für den Traminer betreffen seine Bodenansprüche: Die Böden sollen tiefgründig, wärmespeichernd, lehmig oder aus Löss sein, gegebenenfalls vulkanischen Ursprungs (Tuffe) — und das nur in günstigen Weinbaulagen. Auf armen Böden degeneriert der Traminer, Kalkböden verträgt er nicht. Die Erträge sind beim Traminer niedriger als bei den übrigen Qualitätssorten. Bessere Ergebnisse erzielt man mit größeren Erziehungsformen und mehr Altholz, wodurch die Wuchsstärke zugunsten der Fruchtbarkeit gedämpft und zugleich der Säuregehalt angehoben wird, der mitunter zu niedrig ausfällt. Beim Traminer ist es sehr wichtig, durch Ausbrechen für eine lockere Verteilung der Triebe zu sorgen und die Dichte der Laubwand durch Entfernen der Geiztriebe in der unteren Triebhälfte zu verringern.

Der Traminer erreicht Jahr für Jahr gute Mostgewichte, und unter der dicken Beerenhaut sitzen viele würzige und aromatische Stoffe. Der Wein ist voll, extraktreich, aromatisch, mit niedrigerem Säuregehalt. Er passt zu besonderen Anlässen, vor allem zu süßen Desserts, wenn er Restsüße behält. Um den Säuregehalt im Wein zu erhöhen, werden die Trauben vielerorts in zwei Durchgängen gelesen. Aus der ersten Lese gewinnt man einen Wein mit mehr Säure, reduktiverem Duft und weniger Zucker. Die zweite Lese bringt mehr Würzstoffe und höheren Zuckergehalt. Beide Weine werden anschließend im passenden Verhältnis verschnitten, so entsteht ein Wein von feiner Harmonie. Geeignete Unterlagen sind SO 4 und 125 AA. Die Vorzüge der Sorte liegen vor allem im hohen Mostgewicht, in den ausgeprägten Würzstoffen und in der Verträglichkeit schwererer, aber kalkarmer Böden. Nachteilig sind die dichte Belaubung, die Ungeeignetheit für arme Böden, die Anfälligkeit für Chlorose und mitunter auch für das Verrieseln.

Sauvignon treibt mittelfrüh aus, wächst stark, die Blätter sind fünflappig, aber wenig gebuchtet, die Spreite hellgrün, stark gewellt und stumpf gezähnt. Der Wuchs ist aufrecht, die Trauben sind klein, walzenförmig und dicht, mit grünlichen oder gelbgrünen Beeren, die eine dickere Haut haben und spät reifen. Unter der Haut sitzen die typischen Aromastoffe, deren Spektrum von Brennnessel über Schwarze Johannisbeere und Pfirsich bis zum Muskatton reicht. Die Anfälligkeit für Falschen Mehltau ist nicht groß, unter Echtem Mehltau leidet er wegen der dichten Belaubung dagegen sehr oft. Auch Grauschimmel befällt Stielgerüst und Beeren leicht. Trockene Herbst- und Winterwitterung verträgt er nicht, sie schädigt eine größere Zahl von Augen und kann sogar zum Aufreißen der Stämme führen. Bei sehr starkem Wuchs leidet er leicht unter Winterfrösten. Starkwüchsige Unterlagen verträgt er nicht. Ihm bekommen SO 4 und 5 C, nur auf steinigen oder sandigen Böden lässt sich 5 BB verwenden. Beim Rebschnitt sollte schwächeres Holz gewählt werden. Ähnlich wie beim Traminer sind das Ausbrechen und das Entfernen der Geiztriebe wichtig, um die dichte Laubwand aufzulockern. Die Erträge sind mittel, mitunter auch höher, weniger regelmäßig und stark von der Klonenselektion abhängig, von der auch die Belastung der Stöcke mit 8 – 12 Augen je m² abhängt.

Sauvignon liefert in guten Jahrgängen Weine hoher Qualität, sowohl in den südlichen als auch in den nördlichen Weinbaugebieten. Der Wein wird nicht nur für sein besonderes Aroma geschätzt, sondern auch für Fülle und lange Lagerfähigkeit auf der Flasche. Einen besonderen Charakter erhält er durch den Ausbau im Barrique. Die hohe Weinqualität ist der Hauptvorzug. Nachteilig sind die geringe Frosthärte, die Anfälligkeit für Echten Mehltau, die hohen Lagenansprüche, die dichte Belaubung und die Traubenfäule.

Muskat Ottonel treibt mittelfrüh aus und wächst meist schwach, einzelne Selektionen mittelstark. Das Blatt ist klein, die Belaubung locker, die Trauben sind mittelgroß, mit größeren gelben Beeren und sehr feinem Muskataroma. Gegen Winterfröste ist er gut widerstandsfähig. Kalk im Boden verträgt er nicht, ebenso wenig Kupferspritzungen gegen Falschen Mehltau. Er verrieselt leicht, besonders in windigen Lagen. Das Abblühen fördern eine Boraxspritzung vor der Blüte und vor allem ein warmes Kleinklima in geschützten Lagen. Er braucht vor allem leicht erwärmbare, lockere, gut strukturierte, lehmige und tiefgründige Böden. Auf armen und flachgründigen Böden lässt der Wuchs nach. Bei guten Bodenverhältnissen ist er auf der Unterlage SO 4 am besten aufgehoben. Er verlangt den langen Bogenschnitt, aber eine geringe Belastung mit fruchtbaren Augen: 6 – 8 Augen je m². Die Erträge sind unregelmäßig. Der Hauptvorzug sind feine, harmonische, ausreichend volle und angenehm muskatige Weine. Verdrängt wurde er von der neuen Sorte Muškát moravský.

Sorten mittlerer Qualität Müller-Thurgau, Grüner Veltliner und Neuburger

Sorten für weiße Weine mittlerer Qualität

In dieser Gruppe stehen an erster Stelle die drei meistverbreiteten Rebsorten Tschechiens. Das ist der Müller-Thurgau, der sowohl in Böhmen als auch in Mähren die meistangebaute Sorte ist; in Mähren kommen Grüner Veltliner und Welschriesling hinzu. Diese drei Sorten machen dort bislang die Hälfte der Rebfläche aus.

Der Müller-Thurgau treibt mittelfrüh aus und wächst in der Jugend stark. Die Blätter sind groß, fünflappig und tief gebuchtet. Die Traube ist mittelgroß bis groß, mitteldicht bis locker. Die Beeren sind leicht oval, gelbgrün, mit leichtem Muskataroma. Die Trauben reifen früh bis mittelfrüh, das Mostgewicht ist mittel. Gegen Pilzkrankheiten ist er wenig widerstandsfähig, gegen Winterfröste ebenso. Die Sorte breitete sich nach dem Zweiten Weltkrieg dank der frühen Traubenreife und der hohen wie regelmäßigen Erträge rasch aus. Die Stöcke dürfen jedoch nicht mit Ertrag überlastet werden, weil sie sich völlig erschöpfen und absterben können. Die passende Belastung liegt bei 4 – 6 Augen je m². Der Müller-Thurgau stellt keine hohen Lagenansprüche, braucht aber tiefgründige, lehmige und wasserhaltende Böden mit guter Nährstoffversorgung, vor allem mit Kalium, das er langsam aufnimmt — besonders in Jahren mit geringer Sonnenscheindauer, in denen auch seine Assimilationsleistung niedrig ist. Am besten eignet sich die Kombination aus organischen Düngern und Kaliumdüngern. Der Wein ist mittelvoll, harmonisch, süffig, mit feinem Muskatduft und angenehm zum Essen. Er entwickelt sich schnell und kann früh auf die Flasche. Beim Ausbau ist auf einen ausreichenden Säuregehalt zu achten, denn die Säure wird leicht abgebaut, der Wein altert dann rasch und sein Geschmack läuft in unangenehme Töne aus. Gezüchtet wurde die Sorte ursprünglich in Geisenheim, dann in die Schweiz gebracht und von dort vor allem nach 1924 verbreitet. Ihre Entstehung im Jahr 1882 wurde als Kreuzung Riesling x Grüner Silvaner angegeben, was bis vor Kurzem als richtig galt. Genetische Analysen auf Basis der Nukleinsäuren zeigen, dass die Elternsorten Riesling und Weißer Gutedel (Chrupka bílá) waren. Unterlagen: 5 BB, 125 AA, 5 C.

Der Frühroter Veltliner treibt früh aus und wächst stark. Das Blatt ist groß, fünflappig, weich und hellgrün. Angebaut wird er vor allem wegen der frühen Traubenreife; die Trauben sind groß, geschultert und dicht, mit kleinen, runden Beeren von hellrosa Farbe. Die Trauben erreichen gute Mostgewichte, neigen aber etwas zum Befall durch Grauschimmel. Deshalb müssen die Rebstöcke locker aufgebaut gehalten werden. Das gelingt vor allem auf weniger fruchtbaren Böden. Die Sorte eignet sich für Flächen nach Geländeumgestaltungen, dort wo der Unterboden freigelegt wurde, oder für steinige und sandige Böden. Für lehmige, fruchtbare Böden ist sie nicht geeignet, dort wächst sie zu stark. Das Holz reift dann schlecht aus und friert leicht zurück. Bei starkem Wuchs ist auch die Fruchtbarkeit unregelmäßig. Kalk im Boden verträgt sie nicht und sie neigt zur Chlorose. Die Sorte passt zu großen Erziehungsformen und eignet sich auch für Pergolen. Gegen Falschen Mehltau ist sie wenig widerstandsfähig. Sie braucht den langen Schnitt, eine Belastung um 10 Augen je m² ist passend. Die Erträge sind mittel und weniger regelmäßig. Der Wein ist voll, extraktreich, säurearm und reift verhältnismäßig schnell. Für Oxidation ist er anfälliger. Für den Verschnitt ist er gut geeignet.

Der Grüne Veltliner treibt verhältnismäßig früh aus, wächst mittelstark, und die Trauben reifen spät. Das Blatt ist mittelgroß, fünflappig, mit mitteltiefen Buchten; die Triebspitzen sind weiß filzig. Die Trauben sind groß, geschultert, mit mittelgroßen Beeren in grüner oder grüngelber Farbe; je nach Klonenselektion sind sie dicht, locker oder verrieselt. Gegen Falschen Mehltau ist er weniger widerstandsfähig, unter Grauschimmel leidet er wenig, gegen Echten Mehltau ist er mittelmäßig widerstandsfähig. Unter Winterfrösten leidet er mittelmäßig, unter Spätfrösten stärker. Die Sorte verlangt sehr gute Lagen; am besten passen tiefgründige Löss- oder Lehmböden mit ausreichender Wasserhaltekraft. Gute Ergebnisse liefert sie vor allem aus bewährtem Klonenmaterial auf den Unterlagen 5 BB, CR 2, K-1 und SO 4. Die Sorte eignet sich für den Guyot-Schnitt mit einer Bogrebe oder für die Vertiko-Erziehung mit sehr kurzem Zapfenschnitt, gegebenenfalls auch für die Moser-Erziehung mit Wechselzapfenschnitt. Die Belastung liegt bei 4 – 6 Augen je m². Auf Kalkböden leidet er unter Chlorose. Die Erträge sind hoch und regelmäßig. Der Wein ist pfeffrig würzig, mitunter mit bittermandeligem Ton, ein andermal mit Lindenduft auf Lössböden. Er erfrischt mit angenehmer Säure, animiert zum Trinken und erreicht ausgezeichnete Qualität nur aus sehr gut ausgereiften Trauben, die wegen ihrer Größe langsam reifen. Bei dieser Sorte ist es wichtig, die Infektionsbedingungen für Pilzkrankheiten Ende Juli genau zu verfolgen, wenn sie am anfälligsten ist.

Der Welschriesling treibt sehr spät aus und entgeht so oft den späten Frühjahrsfrösten. Er wächst mittelstark, nur in der Jugend kräftig; die Triebe stehen aufrecht, die Ranken sind lang. Das Blatt ist drei- bis fünflappig, glatt und scharf gezähnt. Das Rebholz ist dünner und hell gefärbt. Die Trauben sind mittelgroß, walzenförmig, meist mit einer kleineren Beitraube. Die Beeren sind klein und tragen an der Spitze einen dunklen Punkt. Ihre Haut ist dünn, der Inhalt flüssig, mit neutralem Geschmack und ausgeprägter Säure. Der Traubenstiel ist lang und leidet mitunter unter Stiellähme. Die Trauben reifen sehr spät, und das Mostgewicht steigt vor allem in den letzten Reifephasen, weshalb nicht zu früh gelesen werden darf. Die Frosthärte ist gut, die Erträge sind hoch und regelmäßig.

Für Weine hoher Qualität mit ausgeprägtem Sortencharakter sind ausgezeichnete Lagen zu wählen: wärmespeichernde Böden mit tiefem Profil, mittelschwer und nicht nur mit den Hauptnährstoffen, sondern auch mit Magnesium gut versorgt — besonders dort, wo der Kalkgehalt höher ist. Der Welschriesling erfüllt jedoch noch eine weitere Aufgabe. Er liefert Weine mit höherem Gehalt an angenehmer Säure und eignet sich für Verschnitte und vor allem für die Sektbereitung. Deshalb wird er vielfach auch in weniger geeignete Lagen und in Randgebiete gepflanzt, in die er nicht gehört. Für trockene Standorte ist der Welschriesling nicht geeignet, dort leiden Wuchs, Fruchtbarkeit und Weinqualität.

Für den Welschriesling eignen sich die Unterlagen 5 BB, 125 AA und SO 4, gegebenenfalls K-1. Verwendet wird der Bogenschnitt, aber auch auf kurzen Zapfen trägt er gut. Weil die Qualitätsspanne der Weine sehr breit ist, lässt sich die Belastung je nach Verwendungszweck des Weins unterschiedlich wählen. Sie reicht von 4 bis 10 Augen je m². Gegen Pilzkrankheiten ist er insgesamt gut widerstandsfähig.

Er liefert rassige Weine mit höherem Gehalt an angenehmer Säure, frisch, süffig und mit fein fruchtigen Noten im Duft.

Der Neuburger reift zu mittleren Terminen und wächst stark. Das Blatt ist mittelgroß bis groß, dreilappig und stumpf gezähnt. Die Trauben sind klein bis mittelgroß, die Beeren mittelgroß, grün mit dunkler Punktierung und fleischigem Inhalt. Die Trauben reifen mittelfrüh, das Mostgewicht ist meist hoch. Gegen Pilzkrankheiten ist er mittelmäßig bis gut widerstandsfähig, für Traubenfäule jedoch anfälliger, besonders bei Befall durch den Traubenwickler. Windige Lagen verträgt er nicht, dort leidet die Befruchtung; ebenso wenig verträgt er eine intensivere Stickstoffdüngung, vor allem in der Zeit vor der Blüte. Die Unterlage 5 BB verträgt er nicht, vor allem nicht bei besseren Bodenverhältnissen. Bei starkem Wuchs neigt die Sorte zum Verrieseln der Blütenstände. Deshalb muss der starke Wuchs mit einer passenden Unterlage wie SO-4 gedämpft werden, und der Neuburger sollte nicht in fruchtbaren Boden gepflanzt werden. Das Abblühen lässt sich in bestehenden, starkwüchsigen Anlagen durch eine Spritzung der Stöcke zehn Tage vor der Blüte mit einer 0,05 – 0,1 %igen Ammoniummolybdat-Lösung verbessern. Der Neuburger ist trockenheitsverträglich und eignet sich für Terrassen oder andere Flächen mit größeren Bodenbewegungen. Wenn Standortansprüche, passende Unterlagen und eine maßvolle Stickstoffdüngung beachtet werden, lassen sich gute und regelmäßige Erträge erzielen — vorausgesetzt, er steht in einer Lage ohne große Gefahr von Winterfrösten, gegen die er wegen des locker gebauten Holzes empfindlich ist.

Der Wein ist voll, fein, harmonisch, mit angenehmen Aromastoffen. Der Neuburger eignet sich gut für Prädikatsweine, die sich sehr gut für den Export anbieten würden, denn die Sorte ist außerhalb Österreichs kaum bekannt und der Wein wird auch im Ausland sehr gut bewertet.

Grüner und Roter Silvaner — die ertragreiche Sorte für harmonische Weine

Grüner und Roter Silvaner als ertragreiche Sorte für harmonische Weine

Der Grüne und der Rote Silvaner treiben zu späteren Terminen aus und wachsen schwach bis mittelstark. Das Blatt ist hellgrün, rundlich, dreilappig, mit kleinen Buchten und stumpfer Zähnung. Die Traube ist klein bis mittelgroß, dicht und leicht verzweigt. Die Beeren sind rund, mittelgroß, gelbgrün, innen fleischig und angenehm im Geschmack. Die Trauben verrieseln nicht und reifen spät. Das Rebholz hat kurze Internodien, entsprechend dicht ist die Belaubung. Die Holzreife schreitet sehr langsam voran. Der Silvaner ist sehr ertragreich, und deshalb dürfen die Rebstöcke nicht zu stark mit fruchtbaren Augen belastet werden. Sonst verzögert sich leicht die Holzreife und die Anfälligkeit für Winterfrostschäden steigt. Die passende Belastung liegt bei 4 – 6 Augen je m² und einer Bogrebe. Der Silvaner verlangt gute Lagen und nährstoffreiche, tiefgründige Böden mit niedrigem Kalkgehalt, denn er leidet leicht unter Chlorose. Trockene und nährstoffarme Böden verträgt er nicht. Geeignete Unterlagen sind 5 BB, SO-4 und gegebenenfalls 125 AA. Was die Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten betrifft, liegt der Silvaner zwischen Müller-Thurgau und Riesling. Unter Stiellähme leidet er kaum, und die Trauben faulen wenig. Der Silvaner liefert hohe und regelmäßige Erträge bei mittlerem Mostgewicht.

Bei guter Traubenreife liefert der Silvaner harmonische Weine mit angenehmer Säure, einem Anflug von Würze und feinem Duft. Weine der roten Spielart gelten als voller. Bei der Verarbeitung der Trauben kann das Pressen Probleme bereiten, denn das schleimige Fruchtfleisch gibt den Most nur schwer frei.

Rote Rebsorten: Spätburgunder und Jakobstraube

Rote Sorten Spätburgunder und Jakobstraube für hochwertige Rotweine

Sorten für Rotweine

Das Sortiment für hochwertige Rotweine ist in den nördlichen Weinbaugebieten deutlich eingeschränkt. Das liegt daran, dass sich in wärmeren Gebieten in den Trauben der roten Sorten mehr Farb- und Gerbstoffe bilden und der Säuregehalt, vor allem die Äpfelsäure, dort zugleich schneller abnimmt. Deshalb werden einige spät reifende Sorten, die für hochwertige Rotweine geeignet wären, in Tschechien nicht angebaut. Die allmähliche Erwärmung und die zurückgehenden Niederschläge bewirken jedoch auch dort bislang milde, aber doch merkliche Veränderungen. So entstanden in den neunziger Jahren auch in Tschechien Anlagen der französischen Sorten Cabernet Sauvignon und Merlot, die in den besten Lagen und wärmsten Gebieten interessante Weine liefern könnten.

Der Spätburgunder treibt mittelspät aus, wächst mittelstark und reift spät. Das Blatt ist mittelgroß, dunkelgrün, leicht dreilappig und rau. Ertragreiche Klone haben sehr wenig gebuchtete Blätter. Das Rebholz ist dunkelbraun, mit wenig hervortretenden Knoten. Die Trauben sind klein bis mittelgroß, mit kleinen Beeren von flüssigem Inhalt. Die Haut ist dünn und enthält nicht viel Farbstoff. Klone mit sehr dichten Trauben neigen zur Fäulnis.

Er verlangt ausgezeichnete Lagen, am besten mit trockenem Herbst. Am besten passen warme, leicht erwärmbare und lehmige Böden. Die Weinqualität ist auch auf kiesigen Böden mit höherem Lehmanteil gut. Auf schweren und kalten Böden trägt er zwar gut, der Wein bleibt aber wenig typisch, säurebetont und farbschwach. Die Traubenreife beschleunigt die Unterlage SO-4; geeignet sind auch 5 C und an trockeneren Standorten 5 BB. Die Erträge sind bei ertragreichen Klonen hoch; diese eignen sich für den Blanc de Noir, der bei der Sektbereitung verwendet wird. Meist wird der lange Bogenschnitt mit einer Belastung von 6 – 8 Augen je m² verwendet, aber auch auf kurzen Zapfen ist die Fruchtbarkeit gut. Von den Pilzkrankheiten macht der Grauschimmeldie größten Probleme.

Die Rotweine sind fein, samtig, würzig, voll und lange lagerfähig. Hohe Qualität wird nur bei begrenzter Erntemenge und guter Traubenreife erreicht. Die Weinqualität steigt mit längerer Lagerung im Fass und auf der Flasche.

Aus dem Spätburgunder ging auch eine Knospenmutation namens Jakobstraube (tschechisch Jakubské) hervor, deren Trauben bereits Ende August und im September reifen. In Tschechien kommt sie nur noch vereinzelt vor und wird als frühe Tafeltraube genutzt, meist an großen Erziehungsformen, an denen sie besser trägt.