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Gartendrainage: So entwässern Sie ein vernässtes Grundstück

Woran Sie staunassen Boden erkennen, wann ein Graben reicht und wann eine Rohrdrainage nötig ist. Tiefe, Gefälle, Kiesbett und wohin mit dem Wasser, damit es nicht beim Nachbarn landet.

In staunassem Boden sind alle Poren mit Wasser gefüllt, Luft bleibt keine übrig. Die Wurzeln ersticken, die Pflanzen entwickeln sich schlecht, reifen spät, werden leicht krank oder gehen ein, und Stauden erfrieren im Winter. Eine Drainage leitet das überschüssige Wasser ab, sie muss aber durchdacht sein: Wird das Grundstück zu stark entwässert, trocknet es im Sommer aus.

Staunassen Boden erkennen

  • Nach Regen stehen noch tagelang Pfützen im Garten.
  • Der Boden ist auch im Sommer schmierig, riecht beim Graben faulig und ist in der unteren Schicht graublau oder rostfleckig.
  • Der Rasen wird lückig und vermoost, Gemüse vergilbt, Obstbäume kümmern und junge Gehölze wachsen nicht an.
  • Es wachsen Unkräuter, die Nässe besser vertragen als andere Pflanzen.

Unkräuter, die Staunässe verraten

  • Gänse-Fingerkraut,
  • Acker-Minze,
  • Sumpf-Ziest,
  • Schachtelhalm,
  • Wasser-Knöterich,
  • Huflattich,
  • Moose.

Eine einzelne Pflanze beweist noch nichts. Wachsen aber mehrere davon an einer Stelle und steht dort zudem lange Wasser, ist der Boden staunass.

Ein einfacher Test: Heben Sie eine etwa 50 cm tiefe Grube aus, füllen Sie sie mit Wasser und beobachten Sie, wie schnell es versickert. Steht das Wasser am nächsten Tag noch in der Grube, leitet der Boden kein Wasser ab. Füllt sich die Grube von unten von selbst mit Wasser, ist der Grundwasserspiegel hoch.

Warum der Garten vernässt ist

Welche Lösung passt, hängt von der Ursache ab:

  • Verdichteter Boden nach dem Hausbau oder nach dem Befahren mit schweren Maschinen. Das Wasser sickert nicht in die Tiefe, obwohl der Untergrund durchlässig ist. Oft reicht eine tiefe Lockerung.
  • Undurchlässiger toniger Untergrund hält das Wasser knapp unter der Oberfläche.
  • Hoher Grundwasserspiegel, typisch in Bachauen oder Geländesenken.
  • Hangwasser: eine Quelle oder Sickerwasser am Hangfuß, Wasser von den Nachbarn oder von befestigten Flächen.
  • Dachrinnen und befestigte Flächen, von denen das Wasser an eine Stelle läuft.

Bevor Sie graben: günstigere Lösungen

  • Lockern Sie die verdichtete Schicht. Tiefes Umgraben oder Lockern mit der Grabegabel auf 40–60 cm und anschließend eine Gründüngung mit tief wurzelnden Pflanzen öffnen den Boden. Kompost und organische Substanz verbessern auch bei schwerem Boden die Struktur.
  • Legen Sie die Beete höher. Für Gemüse genügt ein Hochbeet, die Wurzeln kommen so über die nasse Schicht.
  • Leiten Sie die Dachrinnen um. Dachwasser gehört in eine Regentonne oder Zisterne für die Bewässerung oder in eine Versickerungsanlage, nicht auf den Rasen.
  • Passen Sie die Bepflanzung an. Eine dauerhaft feuchte Stelle können Sie in eine Sumpfzone mit feuchtigkeitsliebenden Stauden verwandeln, siehe Pflanzen für feuchte Standorte. Das ist oft günstiger und schöner, als gegen das Wasser zu kämpfen.

Offener Graben

Manchmal reicht ein Oberflächengraben, der das vom Hang oder von den Nachbarn ablaufende Wasser auffängt und ableitet. Er ist günstig und leicht zu kontrollieren, braucht aber Platz.

  • Trapezförmiges Profil mit einer Böschungsneigung von 1 : 1.
  • Längsgefälle 5–10 %, mindestens 1 %. Bei geringerem Gefälle verschlammt der Graben.
  • Säen Sie die Böschungen mit Gras ein oder befestigen Sie sie mit Steinen, sonst rutschen sie ab.

Im Garten legt man statt eines tiefen Grabens oft eine flache, breite Mulde an, die sich begrünen und mähen lässt.

Rohrdrainage Schritt für Schritt

Graben für ein Drainagerohr im Rasen

Eine Rohrdrainage ist teurer, aber wirksamer und unsichtbar. Eine kleinere nasse Stelle, etwa einen Quellaustritt oder den Hangfuß, entwässert ein einzelner Strang. Größere Flächen entwässert ein System aus Sammelsträngen, die das Wasser aus dem Boden aufnehmen, und einem Hauptstrang, der es ableitet.

Heute verwendet man flexible, gelochte Drainagerohre aus PVC oder PE. Es lohnt sich ein Rohr mit Filterummantelung aus Geotextil oder Kokosfaser, die verhindert, dass feine Erde die Öffnungen zusetzt.

ParameterRichtwert
Verlegetiefemindestens 80 cm unter der Oberfläche, auf schweren Böden tiefer als auf leichten
Durchmesser der Sammelsträngeetwa 5 cm (DN 50)
Durchmesser des Hauptstrangs6,5 cm und mehr, bei großen Flächen bis 20 cm
Abstand der Strängeje nach Boden: auf schweren Böden enger als auf leichten
Gefällegleichmäßig, ohne Senken, in denen Wasser stehen bleibt und sich Schlamm absetzt
  1. Zeichnen Sie einen Plan. Tragen Sie ein, wo die Stränge verlaufen, in welcher Tiefe und wo sie münden. Ohne Plan finden Sie sie in ein paar Jahren nicht mehr, wenn ein verstopftes Rohr repariert werden muss. Klären Sie vor dem Graben, wo Leitungen im Boden liegen.
  2. Heben Sie die Gräben aus, mit gleichmäßigem Gefälle zu der Stelle, an der das Wasser abfließen soll. Die Sammelstränge münden schräg in den Hauptstrang.
  3. Legen Sie den Graben mit Geotextil aus, damit die umgebende Erde den Kies nicht zusetzt.
  4. Schütten Sie eine Schicht gewaschenen Kies auf die Sohle und ziehen Sie sie im Gefälle ab.
  5. Verlegen Sie das Rohr und umhüllen Sie es von allen Seiten mit Kies. Schlagen Sie das Geotextil über dem Kies ein.
  6. Verfüllen Sie den Graben mit Erde und bringen Sie obenauf den Mutterboden wieder auf.

Pflanzen Sie über den Strängen und direkt daneben keine Bäume und Sträucher. Wurzeln wachsen dem Wasser nach, dringen in die Rohre ein und verstopfen sie. Wählen Sie Tiefe und Dichte der Stränge auch danach, was Sie anbauen: Obstbäume brauchen den Grundwasserspiegel viel tiefer als ein Rasen.

Kies- und Steindrainage

Wo das Gefälle gering ist und der Strang nicht tief liegen kann, hilft ein mit Schotter oder Kies gefüllter Graben ohne Rohr. Das Wasser sammelt sich darin und fließt langsam ab oder versickert. Ummanteln Sie auch diesen Graben mit Geotextil, sonst setzt ihn feine Erde in wenigen Jahren zu. Eine Kiesdrainage eignet sich auch hinter Stützmauern, am Hangfuß oder rund um einen Sitzplatz, an dem sich Wasser hält. Wie man eine Stützmauer am Hang entwässert, beschreibt der Artikel Garten am Hang.

Wohin mit dem Wasser: Sickerschacht, Zisterne, nicht zum Nachbarn

Offener Entwässerungsgraben im Garten

Eine Drainage nützt nichts, wenn das Wasser nirgendwohin abfließen kann. Die Möglichkeiten:

  • Sickerschacht oder Rigole an der tiefsten Stelle des Grundstücks: eine mit Kies oder Kunststoff-Versickerungsblöcken gefüllte, mit Geotextil ummantelte Grube. Sie funktioniert nur dort, wo darunter eine durchlässige Schicht liegt und das Grundwasser tief genug steht. Auf Ton oder bei hohem Grundwasser läuft der Schacht nur voll und das Wasser bleibt stehen.
  • Zisterne oder Teich, aus denen Sie das Wasser zum Gießen nutzen können.
  • Gewässer oder Kanalisation. Der Anschluss an die Kanalisation oder das Einleiten in einen Bach braucht in der Regel eine Genehmigung der Gemeinde bzw. der unteren Wasserbehörde. Erkundigen Sie sich vorher.

Sie dürfen das Wasser nicht auf das Nachbargrundstück leiten. Nach dem Wasserhaushaltsgesetz (§ 37 WHG) darf der natürliche Abfluss von wild abfließendem Wasser nicht zum Nachteil eines tiefer liegenden Grundstücks verstärkt oder verändert werden, und auch die Nachbarrechtsgesetze der Bundesländer regeln die Ableitung von Wasser. Drainage, Graben oder Fallrohr dürfen deshalb nicht am Zaun enden, hinter dem der Garten des Nachbarn liegt. Läuft Ihnen umgekehrt Wasser vom Nachbarn zu, suchen Sie am besten zuerst das Gespräch. Mehr zu den Regeln unter Nachbarn finden Sie im Artikel Grenzabstand von Bäumen.

Häufige Fehler

  • Zu starke Entwässerung. Eine zu dichte oder zu tiefe Drainage trocknet das Grundstück im Sommer aus.
  • Rohr ohne Filter und ohne Kies. Die Öffnungen setzen sich innerhalb weniger Jahre mit feiner Erde zu.
  • Ungleichmäßiges Gefälle. In den Senken bleibt Wasser stehen und Schlamm setzt sich ab.
  • Bäume über den Strängen. Wurzeln wachsen in die Rohre und verstopfen sie.
  • Kein Plan. Einen verstopften Strang suchen Sie dann, indem Sie den halben Garten aufgraben.
  • Sickerschacht im Lehm. Der Schacht läuft voll und das Wasser kann nicht abfließen.
  • Wasser zum Nachbarn. Sie verlagern das Problem nur und bekommen Streit.

Häufige Fragen

Wie tief verlegt man ein Drainagerohr?

Im Garten mindestens 80 cm unter der Oberfläche, auf schweren Lehm- und Tonböden tiefer als auf leichten. Eine flachere Verlegung eignet sich nur für eine Kiesdrainage rund um einen Sitzplatz oder hinter einer niedrigen Mauer.

Ist ein Drainagerohr mit Geotextil besser?

Ja. Die Filterummantelung aus Geotextil oder Kokosfaser verhindert, dass die Öffnungen mit feiner Erde zugesetzt werden. Verlegen Sie das Rohr zusätzlich in ein mit Geotextil ummanteltes Kiesbett.

Was tun, wenn der Garten nach Regen unter Wasser steht?

Klären Sie zuerst die Ursache: verdichteter Boden, toniger Untergrund, hohes Grundwasser oder Wasser vom Hang bzw. aus den Dachrinnen. Verdichteten Boden genügt es oft zu lockern und mit Gründüngung zu beleben, Hangwasser fängt ein Graben oder eine Drainage ab, Dachrinnen leiten Sie in eine Zisterne.

Darf ich das Drainagewasser in den Straßengraben oder zum Nachbarn leiten?

Zum Nachbarn nicht, das verbieten das Wasserrecht und das Nachbarrecht. Das Einleiten in einen Straßengraben, einen Bach oder die Kanalisation müssen Sie vorher mit dem zuständigen Träger bzw. der Behörde abstimmen.

Welche Pflanzen vertragen staunassen Boden?

Feuchtigkeitsliebende Stauden wie Iris, Blutweiderich, Trollblume oder Hahnenfuß, bei den Gehölzen zum Beispiel Weiden und Erlen. Eine Übersicht finden Sie im Artikel über Pflanzen für feuchte Standorte.