Hang bepflanzen: Geländemodellierung und Blumenwiese anlegen
Hänge und Böschungen begrünen – Schritt für Schritt. So modellieren Sie das Gelände im Garten, legen einen Rasen am Hang an und säen eine bunte Blumenwiese. Mit Tipps zur Auswahl des Saatguts.
Hang bepflanzen und Böschung begrünen: der Überblick
Welliges Gelände und Hänge können eine Zierde des Gartens sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Hügel modellieren, einen Rasen am Hang anlegen und eine blühende Blumenwiese mit dem richtigen Saatgut säen.
Geländemodellierung im Garten: Hügel und Senken anlegen
Hangbegrünung
Welliges Gelände und Hänge machen Ihren Garten interessant. Wenn Sie wissen, wie es geht, begrünen Sie jede Böschung ohne Probleme. Die verschiedenen Möglichkeiten der Begrünung sind nicht nur für Besitzer von Hanggrundstücken interessant, sondern für jeden Gärtner, der das Gelände in seinem grünen Reich auf die eine oder andere Art modellieren möchte.
Geländemodellierung
Wenn Ihnen Ihr ebener Rasen zu eintönig erscheint, können Sie sich mit einer Geländemodellierung eine eindrucksvolle Hügellandschaft schaffen.
► Am wenigsten aufwendig ist es, die gewünschten Geländewellen schon vor dem eigentlichen Anlegen des Gartens zu formen.

► In der ebenen Fläche hebt man Senken aus und schüttet den Aushub an anderer Stelle zu kleinen Hügeln auf. Ist der Boden zu steinig, können Sie andere Erde kaufen und das Gelände daraus modellieren.
► Je nach Menge der geplanten Erdbewegungen kommen Sie mit Schubkarre und Schaufel aus – oder Sie mieten einen Minibagger.
► Die Details von Erhebungen und Vertiefungen arbeiten Sie mit dem Rechen nach. Die Übergänge sollten weich und flach auslaufen, damit Sie später bequem mit dem Rasenmäher zwischen Hügeln und Senken hindurchfahren können.
► Zum Schluss verteilen Sie auf der ganzen Fläche eine etwa 15 cm starke Schicht aus humosem Mutterboden. Erst dann beginnen Sie mit der Aussaat.
Garten am Hang: Vor- und Nachteile
Ein Hang hat für den Anbau mehr Vorzüge, als man auf den ersten Blick meint. Kalte Luft ist schwerer, fließt nach unten ab und sammelt sich im Tal und in Frostsenken. Obstbäume und Reben am Hang leiden deshalb weniger unter Winterfrösten und Spätfrösten und meist auch weniger unter Krankheiten und Schädlingen. Nach Süden, Osten und Westen ausgerichtete Hänge bekommen mehr Sonne als die Ebene, Obst und Gemüse reifen dort besser aus, enthalten mehr Vitamin C und halten sich länger im Lager. Seit jeher werden an ihnen deshalb Obstgärten und Weinberge angelegt. Eine Ausnahme sind Hänge nach Norden, Nordwesten und Nordosten, die dagegen kühler sind.
Nachteile gibt es drei. Ein Hang trocknet schneller aus und braucht mehr Wasser. Starkregen schwemmt die feinste Erde samt Humus und Nährstoffen ab. Und die Arbeit am Hang ist mühsamer. Gegen Erosion und Trockenheit helfen Terrassen, eine dauerhafte Pflanzendecke sowie Stütz- oder Trockenmauern. Ein Teil des Hangs, an dem Felsen oder Findlinge hervortreten, lässt sich als Grundlage für einen großen naturnahen Steingarten nutzen, siehe Steingarten anlegen.
Rasen anlegen am Hang: Was Sie vorher wissen müssen
Grüne Böschungen
Nur an Böschungen mit einer Neigung bis 30 Grad lohnt es sich noch, einen Rasen anzulegen. Ist Ihnen dieser Wert zu abstrakt, entscheiden Sie beim Blick auf Ihren Hang einfach und realistisch, ob Sie ihn mit Ihrem Rasenmäher bewältigen würden. Wenn ja, steht dem Rasen dort nichts im Weg. Auf ein paar Besonderheiten müssen Sie trotzdem achten:
► Ist der Übergang zwischen ebenem Rasen und Hang zu abrupt, kann der Mäher den Rasen an der Kante regelrecht skalpieren. Damit das nicht passiert, trennen Sie beide Flächen voneinander – am besten mit flachen, befahrbaren Rasenkantensteinen.
► Unterhalb von Hängen und in Senken sammelt sich bei stärkerem Regen Wasser. Damit die Gräser hier nicht leiden, verlegen Sie eine Drainage im Boden. Oft genügt schon ein gebohrter Sickerschacht. Er muss etwa 150 cm tief und mit Kies gefüllt sein. Die obersten 10 cm decken Sie mit sandigem Boden ab, in dem die Gräser wurzeln können.
Anspritzbegrünung und Erosionsschutzmatten am Hang
Auf einem steilen oder schwer zugänglichen Hang rutscht von Hand ausgestreutes Saatgut mit dem Regen leicht ab. Für solche Flächen gibt es zwei Möglichkeiten, die Samen an Ort und Stelle zu halten.
Anspritzbegrünung (Hydrosaat)
Das Saatgut wird mit Wasser und einem Bindemittel (zum Beispiel Zellulose) gemischt und unter Druck auf den Hang gespritzt. Das Bindemittel hält die Samen auch auf steilen Flächen fest, und die Mischung kann Stoffe enthalten, die das Austrocknen verhindern und die Keimung unterstützen. So werden vor allem Böschungen an Straßen und Autobahnen begrünt, im Garten ist es eine Leistung von Fachfirmen. Wie gleichmäßig das Saatgut aufgebracht wird, hängt stark von der Erfahrung des Maschinenführers ab.
Erosionsschutzmatten mit Saatgut
Dabei handelt es sich um ein Gewebe mit Saatgut, das sich mit der Zeit ganz oder teilweise zersetzt. Es wird über den Hang ausgerollt, hält die Feuchtigkeit und schützt Samen und junge Pflanzen vor dem Abschwemmen. Es eignet sich für erosionsgefährdete Flächen ebenso wie für ebene Flächen, ist aber teurer als die klassische Aussaat.
Welche Gräser für den Hang
Für trockene und magere Hänge eignen sich der Schafschwingel, ein dicht horstbildendes Gras mit tiefen Wurzeln, und das Platthalm-Rispengras, das sich über unterirdische Ausläufer ausbreitet und Trockenheit sehr gut verträgt. Beide passen dorthin, wo nicht oft gemäht wird. Eine Übersicht weiterer Arten finden Sie im Artikel Rasenarten.
Hang terrassieren: Neigung, Terrassenbreite und Vermessung
- Wann terrassieren. Terrassen legt man an Hängen mit einer Neigung von etwa 7–10° (12–18 %) bis 15–20° (27–36 %) an. Für Walnussbäume werden auch Hänge bis 30° (58 %) terrassiert.
- Boden. Die Bodenschicht sollte mindestens 50 cm tief und der Untergrund für Wurzeln durchlässig sein. Ungeeignet sind rutschgefährdete Hänge mit schräg liegenden, undurchlässigen Tonschichten und für Obst und Reben auch windige Lagen.
- Vermessung. Führen Sie die Terrassen entlang der Höhenlinie und möglichst waagerecht. Im kleinen Garten genügen Schnur, Latte und Wasserwaage. Über längere Strecken hilft eine Schlauchwaage (ein durchsichtiger, mit Wasser gefüllter Schlauch, der Wasserspiegel steht an beiden Enden auf gleicher Höhe) oder eine Laserwasserwaage.
- Breite der Fläche. Mindestens 3 m, für Johannisbeeren und Stachelbeeren genügen 1,5 m. Eine Fläche, auf der ein Gartenhaus oder eine Laube steht, sollte möglichst breit sein.
- Neigung der Fläche. Auf durchlässigem Boden neigen Sie die Fläche leicht, um 5–10 %, zum Hang hin, damit sie Regenwasser zurückhält. Auf schwerem Tonboden neigen Sie sie dagegen leicht zum Tal und leiten überschüssiges Wasser über breite, flache Mulden ab, sonst kann die durchnässte Terrasse abrutschen.
- Böschungen zwischen den Terrassen haben meist eine Neigung von 45°, also 1 : 1.
- Treppen und Wege zwischen den Terrassen legt man meist am oberen Rand der Fläche an. Die Maße der Stufen finden Sie im Artikel über Wege und Treppen.
Gehölze auf Terrassen pflanzen Sie in den aufgeschütteten, also äußeren Teil der Terrasse. Dort ist der Boden am lockersten und kleinere Pflanzgruben genügen. Auf humusarmem Boden geben Sie reifen Kompost an die Wurzeln. Bäume, Sträucher und Reben pflanzen Sie im Herbst, Pfirsiche im Frühjahr, weil sie nach einer Herbstpflanzung schlecht anwachsen.
Rasenmischung für den Hang und Pflanzen für Terrassenböschungen
Für Terrassenböschungen und andere steilere Flächen eignet sich eine Mischung niedriger Gräser, die sich über unterirdische Ausläufer ausbreiten und den Hang mit ihren Wurzeln halten. Bewährte Zusammensetzung:
| Art | Anteil in der Mischung |
|---|---|
| Ausläufer-Rotschwingel (Schwingel) | 44–55 % |
| Schafschwingel | 10–20 % |
| Einjähriges oder Deutsches Weidelgras | 10–20 % |
| an feuchteren Stellen zusätzlich: Wiesenrispe | 15–20 % |
| an feuchteren Stellen zusätzlich: Weißes Straußgras | 5 % |
| an trockeneren Stellen zusätzlich: Platthalm-Rispe | 10–15 % |
| an trockeneren Stellen zusätzlich: Kammquecke | 10 % |
- Saatmenge etwa 6 g/m². Geben Sie etwas Samen des Weißen Steinklees dazu, er beschattet die jungen Gräser leicht, sodass sie besser anwachsen.
- Zeitpunkt: von Mitte April bis Anfang Juni, in Gegenden mit hohen Niederschlägen auch im Juli.
- Aussaat: Arbeiten Sie das Saatgut mit dem Rechen etwa 1 cm tief ein. Vor der Aussaat können Sie Kompost oder einen organischen Dünger in die Oberfläche einarbeiten.
- Mähen: In den Folgejahren genügen 2–4 Schnitte pro Saison. Ein höherer Bestand deckt den Hang besser und verbraucht weniger Wasser.
Terrassenböschungen müssen nicht nur mit Gras bewachsen sein. Geeignet sind auch Himbeeren oder aufrechte Brombeeren sowie ausdauernde Heil- und Gewürzkräuter (Salbei, Wermut, Thymian, Lavendel). Kleinere Böschungen lassen sich mit Rasensoden oder robusten kriechenden Stauden befestigen, etwa Sand-Thymian, Hornkraut, Habichtskraut, Nelken und Polsterphlox, ergänzt mit Steinen wie ein naturnaher Steingarten.
Stützmauer am Hang
Wo eine Erdböschung zwischen den Terrassen zu steil wäre, hält eine Stützmauer die Terrasse. Grundregeln für eine niedrigere Mauer:
- Fundament mindestens 50 cm tief in festem, nicht gelockertem Boden,
- die Hangseite senkrecht, die Außenseite geneigt im Verhältnis von etwa 10 : 1 (je Meter Höhe springt sie um 10 cm zurück),
- Breite unten 30–70 cm, oben 30–40 cm,
- hinter der Mauer am Fuß ein Drainagerohr, das das Wasser ableitet. Sonst unterspült das Wasser die Mauer und der Druck der durchnässten Erde drückt sie heraus. Wie Sie die Drainage anlegen, beschreibt der Artikel Gartenentwässerung.
Viele hohe, kahle Mauern wirken beklemmend. Beleben Sie sie mit Kletterpflanzen am Mauerfuß oder mit kriechenden Stauden, die über die Mauerkrone hängen. Geringere Höhenunterschiede lassen sich mit einer mit Steingartenpflanzen bepflanzten Trockenmauer ausgleichen, das Vorgehen finden Sie im Artikel Steingartenpflanzen.
Obstbäume und Beerensträucher am Hang: was wohin pflanzen
Am Hang nimmt die Bodenfeuchte nach oben hin ab. Unten sammelt sich das Wasser und der Boden ist meist tiefgründiger, der obere Teil trocknet am schnellsten aus. Danach richtet sich die Verteilung der Arten:
- Unterer, feuchtester Teil: Pflaumen und Zwetschgen, die von allen Obstbäumen am meisten Wasser brauchen. Von den Sträuchern Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren.
- Mitte des Hangs: Äpfel und Birnen, darüber Pfirsiche und Aprikosen.
- Oberer, trockenster Teil: Süß- und Sauerkirschen sowie Walnüsse, die trockeneren Boden vertragen. Von den Sträuchern Brombeeren.
Die Talsohle, in der sich kalte Luft sammelt, bleibt frei von früh blühenden Arten, siehe Spätfröste.
Ausrichtung und Neigung. An Südhänge gehören wärmeliebende Pfirsiche, Aprikosen, Mandeln und Walnüsse, in höheren Lagen auch die übrigen Obstgehölze. Nordhänge eignen sich in höheren Lagen nicht für Obstbäume. Ungeeignet sind auch zu steile Hänge mit flacher Krume und felsigem Untergrund. Aprikosen blühen sehr früh, pflanzen Sie sie deshalb im Flachland nicht an Süd- und Südosthänge, wo die Temperatur im Frühjahr stark schwankt.
Pflanzverband und Pflanzung. Am Hang bewährt sich der Dreiecksverband, bei dem die Bäume der Nachbarreihe vor den Lücken stehen. Der Boden ist besser beschattet und trocknet weniger aus. An Süd-, Südost- und Südwesthängen können Sie etwas dichter pflanzen als in der Ebene, die Kronen beschatten den Boden dann früher. Den Gießrand auf der Hangunterseite höher anlegen, damit das Wasser nicht abfließt. Abstände je nach Art und Baumform finden Sie im Artikel Bäume pflanzen, die Ansprüche der einzelnen Arten im Artikel Obstpflanzen im Garten.
Blumenwiese anlegen: natürliche Alternative zum Rasen am Hang
Bunte Wiesenhänge
Eine artenreiche Blumenwiese verleiht Hängen und Böschungen einen natürlichen Charme. Wo die Pflege eines Rasens am steilen Hang zu aufwendig ist, bietet sich stattdessen eine Blumenwiese an.
► Die beste Zeit für die Aussaat sind April und September.
► Säen Sie eine passende Mischung aus. Den Boden müssen Sie dabei keinesfalls düngen.

Kennen Sie eine schöne Wiese in der Nachbarschaft? Dann bitten Sie den Eigentümer der Fläche um einen Teil seines „Heus“. Gemeint ist das feine Material aus Spreu und Samen, das nach dem Mähen liegen bleibt. Sie finden es auch auf der Schubkarre oder im Ladewagen nach beendeter Heuernte. Verteilen Sie das gewonnene Material über die Fläche, die zur Wiese werden soll. Im darauffolgenden Frühjahr keimen die Samen.

Saatgut für die Blumenwiese auswählen: worauf es ankommt
Kaufen Sie für Ihre Blumenwiese nur hochwertiges Saatgut.
Meiden Sie billige Mischungen – sie haben mit echten Wiesengesellschaften meist nichts gemein.
In guten Saatgutmischungen sind die enthaltenen Arten ausdrücklich namentlich aufgeführt. Enthalten sein sollten etwa 36 Gras- und 15 weitere Kräuterarten.
Wählen Sie die Mischung passend zu den Bodenverhältnissen in Ihrem Garten. Es gibt zum Beispiel spezielle Mischungen für Wiesen auf nährstoffreichem Boden – und umgekehrt für nährstoffarme Böden.