Kronwicke (Bunte Kronwicke)
Schmetterlingsblütler mit rosa-weißen Blütendolden. Befestigt Böschungen – ist aber giftig.

Die Kronwicke ist eine Gattung aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die bekannteste Art ist die Bunte Kronwicke, die für ihre auffälligen Blütendolden und ihre Anpassungsfähigkeit an ganz unterschiedliche Bedingungen bekannt ist. Diese Kräuter und Halbsträucher bevorzugen meist sonnige Standorte, einzelne Arten kommen aber auch mit einem breiteren Lichtspektrum zurecht – das macht sie für Gärtnerinnen und Gärtner zu einer flexiblen Wahl. Beim Gießen sind Kronwicken robust: Sie überstehen Trockenperioden im Allgemeinen gut, wachsen bei gleichmäßiger Wasserversorgung aber deutlich besser.
Vermehrt wird die Kronwicke über Samen, aus denen sich Pflanzen entwickeln, die sich gut an die örtlichen Bedingungen anpassen – so bleibt der Bestand gesund. Ausführliche Hinweise zur Düngung und Nährstoffversorgung finden Sie in den Artikeln, die sich gezielt mit diesem Thema befassen. Wichtig ist vor allem, die Ansprüche der jeweiligen Art zu kennen, damit die Pflege passt und die Pflanzen sich gut entwickeln.
- Die Kronwicke ist anpassungsfähig, bevorzugt sonnige Standorte und verträgt Trockenheit gut.
- Die Bunte Kronwicke ist bekannt für ihre auffälligen Blüten und ihr Wachstum unter sehr unterschiedlichen Bedingungen.
- Vermehrt wird über Samen; Einzelheiten zur Düngung behandelt ein eigener Artikel.
Botanische Einordnung

Die Gattung Kronwicke gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese Familie ist vor allem durch ihren Beitrag zur symbiotischen Stickstoffbindung von Bedeutung.
Gattung: Securigera; früher wurden die Arten überwiegend zu Coronilla gestellt. Typischer Vertreter ist Securigera varia, früher als Coronilla varia bekannt – eine ausdauernde Staude mit Schmetterlingsblüten.
Familie: Fabaceae, auf Deutsch Hülsenfrüchtler. Zu dieser Familie zählen unter anderem die Hülsenfrüchte, die dank ihrer Symbiose mit Knöllchenbakterien eine wichtige Rolle im natürlichen Stickstoffkreislauf spielen.
Arten: Zu den bedeutenden Arten gehören Securigera varia, auch unter dem Synonym Coronilla varia geführt, sowie Coronilla emerus, die Strauch-Kronwicke.
Vorkommen: Die Arten der Gattung Securigera kommen überwiegend im Mittelmeerraum und in Westasien vor.
Blütenstand: Typisch für die Gattung sind Schmetterlingsblüten, die in doldigen Blütenständen stehen. Bei Securigera varia sind sie meist rosa bis rosa-weiß gefärbt.
Blätter: Gefiedert, wie für die Fabaceae typisch, zusammengesetzt aus mehreren kleinen Fiederblättchen.
Früchte: Bei Securigera finden sich Hülsen – die charakteristischen Früchte, die die Samen enthalten.
Diese knappe Übersicht ordnet die Arten der Gattung Securigera aus Sicht der Pflanzensystematik taxonomisch ein.
Arten der Kronwicke
| Art | Merkmale | Verwendung |
|---|---|---|
| Bunte Kronwicke | Aufsteigende Stängel | Zierende Blütendolden |
| Skorpions-Kronwicke | Einjährig, kurz gestielte Blüten | Warme Gebiete |
| Scheiden-Kronwicke | Felsige Standorte | Kalkgestein |
Ökologie und Verbreitung

Die Bunte Kronwicke ( Securigera varia ), auch Bunte Beilwickegenannt, ist eine ausdauernde Staude aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie bevorzugt trockene und sonnige Standorte wie Grashänge, Weiden, Wegränder, Waldsäume oder Bahndämme. Dank ihrer tief reichenden Wurzeln gedeiht sie an solchen Standorten sehr gut.
- Blütezeit: Sie blüht in der Regel von Ende Mai bis September. Die Blüten sind an ihrer typischen Schmetterlingsform zu erkennen und oft kräftig gefärbt, was Bestäuber anlockt.
Die Bunte Kronwicke ist natürlicherweise in Europa, im Mittelmeerraum sowie in Südost- und Zentralasien bis zum Kaukasus und nach Turkmenistan verbreitet. In Deutschland kommt sie häufig vor und gilt nicht als gefährdet.
- Verbreitung: Die Art ist in geeigneten Lebensräumen weit verbreitet und tritt vor allem auf kalkhaltigen Bödenauf, die für die genannten Regionen typisch sind.
Am besten wächst die Bunte Kronwicke an Standorten, die genügend Ressourcen bieten und nicht ständig gestört werden. Sie hält sich aber auch an sehr kargen Plätzen, was ihre Anpassungsfähigkeit zeigt. Die Stängel der Bunten Kronwicke sind aufsteigend oder niederliegend, werden 30 bis 200 Zentimeter lang und sind kantig und gefurcht – eine weitere Anpassung an die unterschiedlichen Standorte.
Kronwicke anbauen
Der Anbau der Kronwicke verlangt schon beim Pflanzen etwas Sorgfalt. Wichtig sind der richtige Standort und die passende Pflege während des Wachstums. Die Kronwicke gedeiht auf durchlässigen Böden mit reichlich Sonne.
Pflanzung:
- Zeitpunkt: am besten im Frühjahr, nach den letzten Frösten
- Boden: leicht alkalisch bis neutral, gut drainiert
Weitere Pflege:
- Gießen: regelmäßig, Staunässe aber unbedingt vermeiden
- Düngung: minimal – die Kronwicke reichert den Boden selbst mit Stickstoff an
- Pflanzenschutz: auf natürliche Mittel setzen, auf chemische Pestizide möglichst verzichten
Für einen guten Samenansatz ist außerdem die Bestäubung wichtig. Die Kronwicke ist für viele Bestäuber attraktiv, etwa für Honigbienen und Hummeln. Eine Rankhilfe braucht sie nicht, bei höheren Pflanzen ist eine Stütze für den aufrechten Wuchs aber sinnvoll.
Im ersten Jahr hilft ein früher erster Schnitt, der den Bestand kräftigt. Die Blüte beginnt Ende Juni und hält etwa einen Monat an. Für einen guten Samenertrag sollten Bienenvölker in der Nähe stehen, die die Bestäubung übernehmen.
Der Anbau der Kronwicke braucht Geduld und Aufmerksamkeit, mit der richtigen Herangehensweise entsteht aber ein dichter, gesunder Bestand.
Kronwicke düngen
| Wachstumsphase | Dosierung | Intervall |
|---|---|---|
| Aussaat | Grunddosis | Einmalig |
| Vegetatives Wachstum | Mittlere Dosis | 3–4 Wochen |
| Blüte | Erhöhte Dosis | Vor der Blüte |




Verwendung der Kronwicke
Die Bunte Kronwicke wurde früher als ergänzende Futterpflanze angebaut, vor allem aber zur Befestigung von Böschungen und Rainen. Zugleich zählt sie zu den Giftpflanzen – das setzt ihrer Verwendung klare Grenzen.
Anbau und Futternutzung
Die Bunte Kronwicke ist eine ausdauernde Staude, die in der Landwirtschaft vor allem als ergänzende Futterpflanzegenutzt wurde. Der Anbau der Bunten Kronwicke ist anspruchslos; wertvoll ist die Pflanze wegen ihrer tiefen Pfahlwurzel und ihrer Fähigkeit, auf sehr unterschiedlichen Böden zu überleben. Sie ist außerdem widerstandsfähig gegen Trockenheit – ein Grund für ihre Nutzung an Rainen und auf ertragsschwachen Böden.
Das Futter aus Kronwicke ist eiweißreich, aber 🚨 nicht für jedes Tier geeignet. Wiederkäuer vertragen einen kleinen Anteil in der Mischung, dagegen vergiften sich Pferde und andere Einmagentiere daran – bei Pferden sind Vergiftungen auf Weiden mit Kronwicke wiederholt beschrieben. In eine Ansaatmischung für Pferdeweiden gehört die Kronwicke deshalb nicht.
Giftigkeit der Kronwicke

🚨 Die Bunte Kronwicke ist giftig. Sie enthält Herzglykoside (Coronillin) und 3-Nitropropionsäure; am meisten davon steckt in den Samen. Wegen der herzwirksamen Inhaltsstoffe interessierte sich die Pharmazie früher für sie als Quelle für Herzmittel – für den Hausgebrauch folgt daraus jedoch nur eines: Die Kronwicke wird nicht gegessen, und Tee wird daraus schon gar nicht gemacht.
Eine Vergiftung äußert sich durch Erbrechen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen auch durch Lähmungen. Pflanzen Sie die Kronwicke deshalb nicht in Gärten, in denen kleine Kinder spielen, und rufen Sie nach einer Aufnahme den Giftnotruf an (rund um die Uhr erreichbar, etwa Giftnotruf Berlin unter 030 19240).
Häufige Fragen
In diesem Abschnitt finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Anbau der Kronwicke – und dazu, warum sie nicht auf den Teller gehört.
Welche Bedingungen braucht die Kronwicke zum Wachsen?
Die Kronwicke bevorzugt gemäßigtes Klima und gut durchlässige, kalkhaltige Böden. Am besten wächst sie in voller Sonne und kommt auch an mageren, trockenen Standorten zurecht.
Ist die Kronwicke giftig?
Ja. Sie enthält Herzglykoside und 3-Nitropropionsäure, am meisten in den Samen. Nach dem Verzehr löst sie Erbrechen, Durchfall und Herzrhythmusstörungen aus. Weder Blätter noch Blüten oder Samen werden gegessen, und Tee wird daraus nicht zubereitet.
Lässt sich die Kronwicke in der Küche verwenden?
Nein – die Kronwicke ist giftig und gehört weder in den Salat noch als Dekoration auf den Teller. Wenn Sie einen Hülsenfrüchtler mit essbaren Blüten suchen, greifen Sie zu Erbsen oder zur Feuerbohne.
Wofür eignet sich die Kronwicke im Garten?
Zum Befestigen trockener Böschungen, Dämme und Raine, an denen andere Stauden nicht anwachsen. Die tiefe Pfahlwurzel hält den Boden, und dank der Knöllchenbakterien versorgt sich die Pflanze selbst mit Stickstoff. In ein Beet, an dem Kinder spielen, und auf eine Weide gehört sie aber nicht.
