Spinnmilben bekämpfen: erkennen, vorbeugen und loswerden
Spinnmilben erkennen und bekämpfen – an Obstbäumen, Zimmerpflanzen und Gurken. Woran Sie den Befall sehen, welche Arten es gibt und was wirklich hilft.
Spinnmilben — die häufigsten Schädlinge an Obstgehölzen
(Bryobia)
Wie Spinnmilben aussehen

Spinnmilben sind winzige Schädlinge aus der Ordnung der Milben, die sich von Pflanzensäften ernähren. Sie sind sehr klein, werden etwa 0,5 bis 1 mm groß und können weiß, braun oder gelb gefärbt sein. Spinnmilben finden Sie meist auf der Blattunterseite, an Trieben und an Früchten, wo sie durch das Saugen die Pflanze schädigen.
Spinnmilben treten an vielen Pflanzenarten auf, darunter Blumen, Kräuter, Gemüse und Obstbäume. Zu den bekanntesten Arten zählen die Gemeine Spinnmilbe, die Obstbaumspinnmilbe (Rote Spinne) und die Tabakspinnmilbe.
Die Weibchen legen Eier, aus denen sich die Tiere bis zum ausgewachsenen Stadium entwickeln. Eine Spinnmilbe kann 4 bis 6 Generationen pro Jahr bilden, und die Eier überstehen auch strenge Winter. Spinnmilben können außerdem Krankheiten von einer Pflanze auf die andere übertragen.
Mittel gegen Spinnmilben und weitere Schutzmöglichkeiten
Gegen Spinnmilben sollten Sie von Anfang an vorgehen, sonst riskieren Sie geschädigte Pflanzen und eine magere Ernte. Die einzelnen Maßnahmen behandeln wir weiter unten; dazu gehören der Einsatz von Akariziden (Spritzmitteln gegen Milben), biologische Verfahren mit Raubmilben sowie das Entfernen befallener Pflanzen und Pflanzenteile.
Obstbaumspinnmilbe an Apfel- und Birnbäumen
Die Obstbaumspinnmilbe ist eine von rund 140 Spinnmilbenarten und lebt vor allem an Obstbäumen. Sie findet sich an Apfelbäumen, Birnbäumen, Pflaumen und an der Weinrebe. Ausgewachsene Tiere werden 0,3 bis 0,5 mm groß und sind rot gefärbt. Auch diese Art bildet mindestens 4 Generationen im Jahr.
Die Wintereier sind rot gefärbt und werden an der Blattunterseite abgelegt. Die Frühjahrs- und Herbsteier sind gelbgrün bis rot und liegen ebenfalls auf der Blattunterseite. Spinnmilben lieben trockenes, warmes Wetter. Ihr natürlicher Gegenspieler sind Raubmilben der Gattung Typhlodromus, allen voran Typhlodromus pyri.
Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae)
Eine weitere sehr verbreitete Art ist die Gemeine Spinnmilbe, im Deutschen auch Bohnenspinnmilbe genannt; sie lebt keineswegs nur am Hopfen. Sie tritt ebenso an Obst auf, etwa an der Erdbeere.
Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) war ursprünglich nur in Europa und Asien verbreitet, heute kommt sie weltweit vor. Sie schädigt Hopfen, Gurken, Himbeeren, Weinreben, Kartoffeln und weitere Kulturen. Sie saugt an den Blättern und hält sich dabei meist auf deren Unterseite versteckt.
Spinnmilben und Weiße Fliege: so unterscheiden Sie beide

Die Weiße Fliege saugt wie die Spinnmilbe an Blättern und entzieht der Pflanze Saft. Spinnmilben gehören zu den Milben (Acari) in der Klasse der Spinnentiere, die Weiße Fliege dagegen zu den Insekten aus der Unterordnung der Pflanzenläuse. Für den Garten viel wichtiger ist aber: Spinnmilben bevorzugen trockene, warme Luft, die Weiße Fliege dagegen dauerfeuchte Erde. Daran können Sie sich orientieren, wenn Sie die Schädlinge loswerden wollen.
Spinnmilben an Zimmerpflanzen: was zu Hause hilft

Spinnmilben befallen neben Gartenpflanzen auch Zimmerpflanzen, vor allem in trockener Heizungsluft, weil ihnen dieses Klima entgegenkommt. Erkennbar ist der Befall daran, dass die Blätter unterseits fein gesprenkelt wirken und nach und nach silbrig oder bronzefarben werden. Stark befallene Blätter werden braun, vertrocknen und fallen ab. Unter starkem Befall kann die Pflanze sogar vollständig eingehen.
Auch drinnen gilt: Pflanzen regelmäßig kontrollieren, befallene Blätter entfernen, Milben mechanisch abwaschen, mit einem geeigneten Mittel behandeln oder Raubmilben einsetzen. Geschwächte Pflanzen brauchen danach vor allem eine gute Nährstoffversorgung, damit sie wieder austreiben — dabei hilft regelmäßiges Gießen mit einer Lösung des organischen Düngers DÜNGEE.
Wenn Sie statt feiner Gespinste weiße, watteartige Büschel an der Pflanze finden, sind das keine Spinnmilben, sondern Woll- und Schildläuse — sie breiten sich in trockener Zimmerluft genauso schnell aus, lassen sich aber anders entfernen.
Spinnmilben an Gurken, Tomaten und Paprika

An Gurken treten Spinnmilben besonders häufig auf, und zwar wieder auf der Blattunterseite. Deshalb empfehlen wir, Gurken an Gerüsten oder Rankgittern zu ziehen, damit sie nicht am Boden liegen. Den größten Schaden richtet an Gurken die Gemeine Spinnmilbe an, die grün gefärbt ist. Mit rund 0,5 mm ist sie mit bloßem Auge gerade noch zu sehen. Sowohl Larven als auch ausgewachsene Tiere schädigen die Blätter. Dieselbe Art wandert im Garten auch auf Tomaten, Paprika oder Bohnen.
