Fusarium-Fäule
Fusarium ist ein Bodenpilz: Er befällt Zwiebelgewächse, Kartoffeln und gelagerte Äpfel. So erkennen Sie die Fäule und beugen ihr im Anbau vor.
Inhalt
Fusarium an Zwiebeln, Knoblauch, Porree und Schnittlauch

(Fusarium spp.)
Weißfäule und Fusarium (Fusarium) werden an Zwiebelgewächsen leicht verwechselt. Die Fusarium-Fäule ist eine Pflanzenkrankheit, die durch einen Pilz der Gattung Fusarium verursacht wird. Sie befällt Knoblauch, Zwiebeln, Porree und weitere Pflanzen aus der Familie der Zwiebelgewächse (Alliaceae).
Der Pilz Fusarium ist im Boden vorhanden und kann Pflanzen über die Wurzeln oder direkt über das Saatgut befallen. Die Infektion beginnt in der Regel im Boden, wo sich der Pilz an den Wurzeln ansiedelt und von dort in weitere Pflanzenteile vordringt.
Die Symptome der Fusarium-Fäule an Zwiebelgewächsen zeigen sich durch Vergilben und Welken der Pflanzen. Die Wurzeln werden braun und faulen. Die inneren Teile von Zwiebel oder Knoblauch können braun bis schwarz verfärbt sein. Häufig bilden sich braune oder rötliche Flecken auf den äußeren Schalen.
Vorbeugen lässt sich der Fusarium-Fäule an Zwiebelgewächsen durch gesundes, nicht kontaminiertes Pflanzgut, einen gesunden Boden und die Grundsätze guter fachlicher Praxis – also Fruchtfolge und passende Wachstumsbedingungen. Fungizide dürfen im Haus- und Kleingarten nur eingesetzt werden, wenn sie im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL dafür zugelassen sind; bei Fusarium gilt ohnehin, dass sowohl Spritzungen als auch die Beizung des Pflanzguts kaum etwas ausrichten.
Wichtig ist, die Fusarium-Fäule an Zwiebelgewächsen früh zu erkennen, denn sie kann in der Ernte erhebliche Verluste verursachen. Tritt sie auf, entfernen und vernichten Sie befallene Pflanzen und halten Sie alle Maßnahmen ein, die eine Ausbreitung auf weitere Kulturen begrenzen.
Fusarium an Kartoffeln – Trockenfäule beim Lagern

Fusarium-Knollenfäule der Kartoffel ist eine weitere Krankheit, die von einem Pilz der Gattung Fusarium verursacht wird und die Kartoffeln befällt. Am häufigsten steckt der Pilz Fusarium solani dahinter. Die Krankheit kann schwere Verluste in der Kartoffelernte verursachen.
Eine Infektion kann bereits während des Wachstums auftreten, ebenso aber erst im Lager. Verbreitet wird sie vor allem über kontaminierten Boden, das Pflanzgut oder über Verletzungen der Knollen.
Die Symptome der Trockenfäule zeigen sich als braune, eingesunkene Flecken auf der Oberfläche der Knollen. Diese Flecken vergrößern sich nach und nach und reichen immer tiefer. Befallene Knollen werden weich und zersetzen sich. Beim Lagern treten außerdem braune, nekrotische Stellen im Knollenfleisch auf.
Vorbeugen gegen die Fusarium-Trockenfäule heißt bei Kartoffeln vor allem: gesundes, nicht kontaminiertes Pflanzgut wählen. Wichtig sind ebenso eine konsequente Fruchtfolge und ein Boden in guter Struktur. Verletzungen der Knollen bei Ernte und Handhabung sollten Sie so weit wie möglich vermeiden.
Kommt es zur Infektion, sollten Sie befallene Kartoffeln von den gesunden trennen und vernichten, damit sich die Krankheit im Lager nicht weiter ausbreitet.
Fusarium-Fruchtfäule an Äpfeln: richtig ernten und Äpfel lagern

Die Fusarium-Fruchtfäule an Äpfeln tritt in zwei Formen auf. Bei der peripheren Fäule dringt die Infektion höchstwahrscheinlich über die beschädigte Schale ins Fruchtfleisch ein, vor allem in der Nähe des Stielansatzes.
Die zweite Form ist die sogenannte Kernhausfäule, bei der sich die Nekrose direkt vom Kernhaus aus ausbreitet. Hier sind die Pilzsporen schon während der Vegetationszeit in die Frucht beziehungsweise ins Kernhaus gelangt. Im Lager wächst der Pilz dann vom Kernhaus in die ganze Frucht.
Die gebräunte Schale schmeckt zwar nicht bitter, wird aber weich, ohne dabei matschig zu werden. Von einer so nekrotischen Frucht lässt sich die Schale leicht abziehen.
Und wie beugt man vor? Erstens kommt es darauf an, das Obst schonend zu ernten und richtig einzulagern. Äpfel pflückt man von Hand oder mit dem Pflücker einzeln, legt sie locker in den Korb und lagert sie mit dem Stiel nach unten in Kisten oder Horden.
Zweitens ist die konsequente Aussortierung infizierter und beschädigter Früchte vor dem Einlagern notwendig.
Und ebenso wichtig ist es, die optimale Lagertemperatur einzuhalten – sie liegt bei 2–4 °C – sowie eine relative Luftfeuchte zwischen 85 und 90 %.
Fusarium vorbeugen: Fruchtfolge, gesundes Pflanzgut und richtige Lagerung
Der beste Schutz ist die Vorbeugung. Dazu gehören gesundes Saat- und Pflanzgut, widerstandsfähigere Sorten, eine konsequente Fruchtfolge (ist auf einer Fläche Fusarium aufgetreten, sollten dort acht Jahre lang keine gleichen Kulturen stehen), der Verzicht auf nasse und schwere Böden sowie das Entfernen aller befallenen Pflanzenteile und Ernterückstände. Beim Knoblauch hat sich Frühjahrsknoblauch gegenüber Herbstknoblauch bewährt.
Da es gegen Fusarium praktisch keine wirksamen Spritz- oder Beizmittel gibt, liegt der Schwerpunkt ganz auf Anbau, Lagerung und Bodenpflege. Ein lockerer, humusreicher und gut durchlüfteter Boden trocknet schneller ab und lässt sich leichter in einer sauberen Fruchtfolge bewirtschaften. Zur organischen Substanz im Boden zählt auch Chitin – ein natürliches Biopolymer, das in der Natur häufig vorkommt, zum Beispiel in den Zellwänden mancher Pilze. Es ist sehr widerstandsfähig und wird im Boden nur langsam abgebaut.
Im Boden ist Chitin vor allem ein Baustein für das Bodenleben. Es gehört zu den langsam abbaubaren organischen Substanzen und wird von Mikroorganismen Schritt für Schritt zerlegt. Dabei entstehen unter anderem Stickstoffverbindungen, die im Boden bleiben und den Pflanzen als Nährstoffquelle zur Verfügung stehen.
Eine weitere Wirkung von Chitin im Boden ist die Förderung nützlicher Bodenmikroorganismen, etwa chitinolytischer Bakterien. Diese Bakterien zerlegen Chitin in einfachere Verbindungen, die Pflanzen als Nährstoffquelle nutzen können. Organische Substanz verbessert außerdem die Bodenstruktur, indem sie die Bildung von Bodenaggregaten fördert – das erhöht die Durchlässigkeit des Bodens für Wasser und Luft und verbessert seine Fähigkeit, Nährstoffe zu speichern.
Ein organischer Dünger lässt sich als Streugabe in den Boden einarbeiten oder als Lösung zum Gießen ansetzen. Beachten Sie dabei stets die Hinweise auf der Verpackung und überschreiten Sie die empfohlene Dosierung nicht.
