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Borkenkäfer am Baum: Buchdrucker, Bastkäfer und weitere Arten

Bohrmehl am Stamm, Harzfluss und eine braun werdende Krone. So erkennen Sie die einzelnen Borkenkäferarten an Fichte, Kiefer, Tanne und Esche sowie an Wacholder und Thuja.

Borkenkäfer sind kleine Käfer, die sich im Bast unter der Rinde entwickeln. Jede Art hat ihre eigene Wirtsbaumart und ein typisches Fraßbild (Gangsystem), an dem sie sich erkennen lässt. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der Arten, denen Sie an Fichten, Kiefern, Tannen und Eschen sowie an Wacholder und Thuja im Garten begegnen.

Borkenkäfer: Befall am Baum erkennen

Borkenkäfer

Scolytidae

Wirtsgehölze: Nadel- und Laubbäume.

Symptome: kleine Einbohrlöcher in der Rinde von Stämmen oder Ästen mit Harzfluss bzw. Gummifluss bei Laubbäumen, gegebenenfalls mit feinem Bohrmehl. Deutliche, oft artspezifische Fraßspuren im Bast. Auslichtung der Kronen, Ablösen der Rinde.

Schädling: verschiedene Arten aus der Familie der Borkenkäfer.

An Laubbäumen sind häufig: Scolytus ratzeburgi (Birken), Scolytus scolytus (Ulmen, Pappeln, Weiden, Eschen, Hainbuchen, Ahorne), Hylesinus fraxini, syn.: Leperisinus varius (Eschen, Eichen, Obstbäume), Scolytus intricatus (Eichen, Rosskastanien, Buchen, Hainbuchen, Pappeln, Weiden).

An Nadelbäumen sind häufig: Ips typographus (Fichten), Pityogenes chalcographus (Fichten, Tannen, Kiefern), Tomicus piniperda (Kiefern, Tannen, Lärchen), Tomicus minor (Kiefern, Fichten, Lärchen), Ips acuminatus (Kiefern).

Verwechslungsmöglichkeiten: Prachtkäfer, Rüsselkäfer.

Schadwirkung: Bei jungen Bäumen führt ein Befall häufig zu deren Absterben.

Schutz: Verletzungen der Rinde vermeiden, die Vitalität der Bäume stärken.

Buchdrucker und weitere Borkenkäfer an der Fichte

Borkenkäfer an der Fichte

Ipinae

Wirtsgehölze: Fichten und andere Nadelbäume.

Symptome: erste Anzeichen: frisches Bohrmehl, das die Käfer aus den Einbohrlöchern werfen und das den Stamm bepudert, zunächst meist im Bereich des Kronenansatzes. Braunes Bohrmehl auf den Rindenschuppen am Stammfuß. Von Spechten (Schwarzspecht, Buntspechte) abgeschlagene „Spiegel“. Später Verblassen der Nadeln in der gesamten Krone, Ablösen der Rinde und schließlich Braunwerden bis Rotfärbung der Nadeln.

Charakteristik der Fraßbilder (im Bast) der einzelnen Arten: Buchdrucker (Ips typographus): ein- bis höchstens dreiarmige, längs verlaufende Muttergänge, von denen +/- rechtwinklig die Larvengänge ausgehen.

Kupferstecher (Pityogenes chalcographus): drei- bis sechsarmige Gänge, wobei die Rammelkammer in der Rinde verborgen liegt. Der Kupferstecher befällt Bäume jeden Alters, bevorzugt jedoch Baumteile mit dünnerer Rinde, also Wipfel und Äste.

Doppeläugiger Fichtenbastkäfer (Polygraphus poligraphus): befällt bevorzugt Bäume, die durch Blitzschlag (mehr) oder durch Hallimasch (mehr) geschädigt sind. Das Gangsystem ist sehr unregelmäßig und verläuft in verschiedenen Ebenen.

Schädlinge: Buchdrucker: 4,5–5,5 mm große Borkenkäfer mit 8 Zähnen am Ende der Flügeldecken. Schwärmflug im April bis Mai und danach im Juli bis August. In Jahren mit warmem und trockenem Sommer kann eine dritte Generation auftreten. Die Larven sind, wie bei allen Borkenkäferarten, weiß, beinlos und leicht gekrümmt.

Kupferstecher: etwa 2–3 mm großer Borkenkäfer, die Männchen haben 6 deutliche Zähnchen am Ende der Flügeldecken. Die Weibchen haben eine eingedrückte Stirn.

Doppeläugiger Fichtenbastkäfer: 2–3 mm großer Borkenkäfer ohne Zähne am Ende der Flügeldecken. Charakteristisch sind die durch eine Furche deutlich in zwei Teile geteilten Augen.

Verwechslungsmöglichkeiten: Anhand der typischen Fraßbilder in der Rinde lassen sich die einzelnen Arten gut unterscheiden. Es gibt jedoch eine Reihe kleiner Arten, die dem Kupferstecher ähneln und vor allem in den oberen Kronenteilen und in den Ästen vorkommen.

Schadwirkung: In den meisten Fällen sterben erfolgreich befallene Bäume innerhalb weniger Monate ab. Nur bei einem Befall durch Arten, die die Äste besiedeln, hat der Baum eine Chance zu überleben.

Schutz: Bei befallenen Bäumen ist es meist unumgänglich, den Baum zu fällen. Bei einem Befall durch Arten, die in den Ästen leben, kann das Entfernen der befallenen Äste vor dem Ausflug der Käfer den Baum retten. Befallenes Material muss in jedem Fall beseitigt werden (verbrennen, häckseln, entrinden oder abtransportieren). Noch nicht befallene Bäume lassen sich durch eine Insektizidbehandlung vor einem Befall schützen. Flugzeit und Populationsdichte lassen sich mit Pheromonfallen überwachen. Aggregationspheromone können auch zum direkten Schutz eingesetzt werden.

Thuja-Borkenkäfer: Borkenkäfer an Wacholder, Thuja und Zypresse

Thuja-Borkenkäfer, Wacholderborkenkäfer

Phloeosinus thujae, Phloeosinus aubei

Wirtsgehölze: Wacholder, Lebensbäume (Thuja), Zypressen.

Symptome: Absterben der Kronen bzw. ganzer Bäume. In der Rinde finden sich zahlreiche Einbohr- und Ausfluglöcher, unter der Rinde meist zweiarmige, seltener sternförmige Gangsysteme. Die Muttergänge verlaufen längs und sind bis 5 cm lang. Die Puppenwiegen reichen bis 4 mm tief in das Splintholz.

Reifungsfraß – die Käfer bohren sich (Bohrmehl) an den Verzweigungsstellen der Zweige ein und höhlen die Zweige auf einer Länge von etwa 0,5–1 cm aus. Befallene Zweige welken und brechen leicht ab.

Schädling: Beide Käferarten sind klein (1,6–2,4 mm) und braunschwarz gefärbt. Die Entwicklung ist einjährig. Der Schwärmflug der Käfer dauert von Mitte Mai bis Juni.

Verwechslungsmöglichkeiten: In der Phase des Reifungsfraßes lässt sich die Ursache des Welkens mit Pilzkrankheiten verwechseln, die ein solches Welken hervorrufen.

Schadwirkung: Der Reifungsfraß führt zum Absterben der weiter oben liegenden Zweige, ein massiver Befall durch Larven meist zum Absterben des befallenen Baumes.

Schutz: Beim Reifungsfraß der Käfer die befallenen Zweige entfernen, solange sich die Käfer noch darin befinden (spätestens bis zum Herbst). Beim Larvenfraß – Entfernen und Vernichten der ganzen Bäume.

Großer und Kleiner Waldgärtner an Kiefern

Großer Waldgärtner, Kleiner Waldgärtner

Tomicus piniperda, Tomicus minor

Wirtsgehölze: Kiefern.

Symptome: braune Triebspitzen, die später abfallen. Die Triebspitzen sind im Inneren durch den Reifungsfraß der Käfer ausgehöhlt. Larvengangsysteme finden sich vor allem im Bast geschwächter Bäume. (mehr)

Schädling: Großer Waldgärtner – Käfergröße 3,5–5 mm, ohne Zähne an den Flügeldecken, mit einer charakteristischen Schattenfurche auf den Flügeldecken. Das Gangsystem ist einarmig und bis 15 cm lang.

Kleiner Waldgärtner – 3,5–4,5 mm, meist etwas heller (rötlich) als der Große Waldgärtner, ohne Schattenfurche. Das Gangsystem ist zweiarmig.

Verwechslungsmöglichkeiten: Schäden durch Eichhörnchen, bei denen ebenfalls Zweige abfallen. Achtung: Typisches Kennzeichen sind die Fraßgänge der Käfer im Inneren der abgefallenen Zweige.

Schadwirkung: Störungen der Verzweigung; die Gangsysteme im Bast führen wie bei den übrigen Borkenkäfern zum Absterben der Bäume.

Schutz: rechtzeitiges Entfernen befallener Bäume.

Riesenbastkäfer

Riesenbastkäfer

Dendroctonus micans

Wirtsgehölze: Fichte, Stech-Fichte, Tanne.

Symptome: violettrote, trichterförmige Harzausflüsse am Stammfuß oder auf der Oberseite hervortretender Wurzeln. Einbohrlöcher mit Harzfluss, längs verlaufende Larvengänge unter der Rinde, flächige Gemeinschaftsfraßbilder. Unspezifische Auslichtung der Kronen, häufig Vergilben der Nadeln.

Schädling: Riesenbastkäfer, 7–9 mm langer, schwarzbrauner Borkenkäfer ohne Zähne am Ende der Flügeldecken.

Verwechslungsmöglichkeiten: keine (typisch sind die trichterförmigen Harzausflüsse und die Einbohrlöcher).

Schadwirkung: Auslichtung der Kronen, infolge der Schwächung durch den Befall weiterer Parasiten Absterben der Bäume.

Schutz: Ein möglicher Einsatz systemischer Insektizide hat nur eine geringe Wirkung.

Borkenkäfer an Tannen

Borkenkäfer an Tannen

Arten der Gattung Pityokteines und Cryphalus piceae

Wirtsgehölze: verschiedene Tannenarten.

Symptome: Harzausflüsse am Stamm und an den Ästen. Braunes Bohrmehl, das aus kleinen Löchern rieselt. Rotfärbung der Äste, gegebenenfalls ganzer Kronen. Unter der Rinde sternförmige Gangsysteme, in denen sich Larven, Puppen und Käfer befinden.

Schädling: Borkenkäfer mit Zähnen am Ende der Flügeldecken. Käfer von 2,5–3 mm Größe, mit charakteristischen gekrümmten Zähnen am gewölbten Teil der Flügeldecken. Kleiner Tannenborkenkäfer – Cryphalus piceae – Größe 1–1,9 mm, ohne Zähne an den Flügeldecken. Diese Art tritt vor allem an Stammteilen mit dünnerer Rinde und an Ästen auf.

Verwechslungsmöglichkeiten: andere Borkenkäferarten; eine Unterscheidung ist anhand der Form der Gänge unter der Rinde möglich.

Schadwirkung: Da die Tannenborkenkäfer sehr früh schwärmen (März), bilden diese Arten meist 2–3 Generationen im Jahr. Stärkeres Auftreten nach vorangegangener Schädigung durch andere Faktoren – Trockenheit, Hallimaschbefall usw.

Schutz: Sind nur einzelne Äste befallen, die Äste vor Abschluss der Entwicklung der Borkenkäfer entfernen und anschließend verbrennen oder mit einem Insektizid behandeln. Falls es notwendig ist, also um die übrigen Bäume zu retten, ganze Bäume entfernen.

Eschenbastkäfer an Eschen

Eschenbastkäfer

Hylesinus spp.

Wirtsgehölze: verschiedene Arten von Eschen.

Symptome: Welken einzelner Äste oder der ganzen Krone. Am Stammfuß ist deutlich Bohrmehl zu sehen. Auf der Rinde bilden sich wulstige Wucherungen infolge des Reifungsfraßes an noch nicht befallenem Gewebe, und zwar sowohl an Ästen als auch an schwächeren Stämmen.

Schädling: verschiedene Borkenkäferarten, die Käfer sind 3–6 mm lang. Die Muttergänge sind zweiarmig. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in der Färbung der Käfer und in der Länge der Larvengänge. Die Entwicklungsdauer beträgt 1–2 Jahre. Der Befall erfolgt im zeitigen Frühjahr. Die Käfer bohren sich sowohl in den Stamm als auch in die Äste ein.

Verwechslungsmöglichkeiten: Pilze, die Rindenkrebs hervorrufen, sowie der bakterielle Eschenkrebs (mehr).

Schadwirkung: Die Käfer befallen in der Regel geschwächte Bäume und verursachen deren Absterben. Bei einer Massenvermehrung können sie auch gesunde Bäume befallen. Ein erfolgreicher Befall ist für den Baum immer tödlich.

Schutz: Wie bei allen Borkenkäferarten ist ein kurativer Eingriff nicht möglich. Wichtig sind vorbeugende Maßnahmen. Sofortiges Entfernen und Vernichten von befallenem Holz und frisch befallenen Bäumen. Auslegen von Fangbäumen. Eschen-Brennholz auf keinen Fall in der Nähe gesunder Eschen lagern.

Ein verwandter holzzerstörender Käfer, der Ahorne, Eichen und Obstbäume befällt, ist der Ungleiche Holzbohrer.

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