Mist als Dünger: Pferde-, Kuh-, Hühner- und Kaninchenmist richtig verwenden
Wie viel Mist pro Quadratmeter, wann Sie ihn einarbeiten, welcher zu welchem Boden passt und was Sie nach frischem Mist besser nicht pflanzen.

Stallmist ist der älteste Dünger der Gärtner und noch immer einer der besten für den Boden. Dabei geht es gar nicht so sehr um die Nährstoffe, von denen er überraschend wenig enthält. Sein Hauptnutzen ist die organische Substanz, aus der im Boden Humus entsteht. Damit Mist wirkt, kommt es darauf an, von welchem Tier er stammt, wie gut er abgelagert ist, wann und wie tief Sie ihn einarbeiten und was Sie danach auf das Beet pflanzen.
Was Mist dem Boden bringt und was nicht

Frischer Stallmist enthält im Durchschnitt nur etwa 0,4 % Stickstoff, 0,2 % Phosphor (P2O5), 0,5 % Kalium (K2O), 0,5 % Calcium (CaO) und 0,1 % Magnesium. Gut abgelagerter Mist hat etwa die Hälfte mehr Nährstoffe, sehr strohreicher oder ausgewaschener weniger.
Warum düngt man dann mit Mist? Wegen dem, was er im Boden bewirkt:
- Er liefert Humus. Bodenorganismen zersetzen den Mist, und ein Teil der organischen Substanz wird zu Humus. Der hält Wasser und Nährstoffe und macht den Boden krümelig und locker.
- Er ernährt das Bodenleben. Regenwürmer und Bakterien bekommen Futter und erledigen die Arbeit, die Sie sonst mit dem Spaten machen würden.
- Er gibt Nährstoffe nach und nach ab. Der Stickstoff aus dem Mist wird über mehrere Jahre frei, nicht auf einmal.
- Er verbessert schwere wie leichte Böden. Lehmboden lockert er auf, Sandboden bringt er bei, Feuchtigkeit zu halten.
Mist deckt aber nicht alles ab. Auch im Jahr der Mistdüngung brauchen Starkzehrer während der Saison eine Nachdüngung.
Mistarten: Pferd, Rind, Schaf, Schwein


Die Qualität des Mistes hängt vom Tier, von der Einstreu und davon ab, wie lange und wie er gereift ist. Am wertvollsten ist Mist mit Stroheinstreu. Mist mit Einstreu aus Laub, Gras oder Rapsstroh ist weniger wert.
| Mist | Eigenschaften | Für welchen Boden | Wie oft |
|---|---|---|---|
| Pferdemist | locker, zersetzt sich schnell und erwärmt sich stark („warmer“ Mist) | schwere, kalte Böden; für Frühbeete; für leichte Sandböden weniger geeignet | alle 2 Jahre in größerer Menge |
| Kuhmist (Rindermist) | am vielseitigsten, zersetzt sich mittelschnell | alle Böden | auf schweren und mittleren Böden alle 3–4 Jahre, auf leichten alle 2 Jahre |
| Schaf- und Ziegenmist | in der Wirkung dem Pferdemist ähnlich | eher schwere Böden | wie Pferdemist |
| Schweinemist | wasserreich, „kalt“, zersetzt sich langsam, hat die wenigsten Nährstoffe | leichte Sandböden; für schwere gar nicht | je nach Bodenzustand |
Pferdemist ist beliebt, weil er sich schnell erwärmt. Deshalb heizt man mit ihm traditionell Frühbeete und düngt schwere, kalte Böden, die sich dann im Frühjahr schneller erwärmen und früher Gemüse tragen. Strohreichen Pferdemist sollten Sie besser zuerst kompostieren.
Kuhmist passt fast überall, und gut abgelagert ist er ideal für Sandböden, auf denen Sie vor allem Feuchtigkeit halten müssen.
Egal welchen Mist Sie verwenden: Achten Sie auf einen gültigen Tetanusschutz und versorgen Sie kleine Verletzungen bei der Arbeit mit Mist sofort.
Hühner- und Kaninchenmist, Düngejauche

Hühnermist (ähnlich auch Taubenmist) ist der nährstoffreichste Wirtschaftsdünger. Frisch enthält er im Durchschnitt etwa 1,5 % Stickstoff, 1 % Phosphor und 0,5 % Kalium, getrocknet drei- bis viermal so viel. Genau deshalb müssen Sie vorsichtig damit umgehen: Er verbrennt leicht die Wurzeln und überdüngt das Beet mit Stickstoff.
- Getrockneten Hühnermist arbeiten Sie im Herbst in kleinerer Menge von 1–1,5 kg/m² ein oder geben ihn auf den Kompost.
- Vergorener Hühnermist als Jauche: Füllen Sie eine Tonne oder einen Eimer zu einem Drittel mit Mist, gießen Sie mit Wasser auf und lassen Sie das Ganze 1–2 Wochen gären, gelegentlich umrühren. Zum Gießen verdünnen Sie die vergorene Flüssigkeit 1 : 10 mit Wasser. Eine 10-Liter-Gießkanne reicht für 10–20 Gemüsepflanzen.
Kaninchenmist und Kuhfladen enthalten weniger Nährstoffe, deshalb verdünnt man sie nach dem Vergären nur drei- bis fünffach. Strohreicher Mist von Kleintieren (Kaninchen, Geflügel) eignet sich außerdem gut, um schwere Lehmböden zu verbessern.
So gehen Sie mit der Düngejauche um:
- Beginnen Sie, wenn die ausgepflanzten Pflanzen angewachsen sind und zu wachsen beginnen, und wiederholen Sie etwa alle 14 Tage.
- Gießen Sie bei bedecktem Wetter nach Regen oder nach gründlichem Wässern. Bei Sonne und Wind entweicht Stickstoff in die Luft.
- Lockern Sie den Boden innerhalb von 24 Stunden. So verringern Sie Stickstoffverluste und am Hang auch das Abschwemmen von Nährstoffen.
- Sie eignet sich für Pflanzen mit langer Kulturdauer wie Tomaten, Gurken, Kürbis, Kohl oder Sellerie. Für Radieschen, Salat, Erdbeeren und Möhren, die Sie roh essen und die nur kurz wachsen, verwenden Sie sie nicht. In ihnen reichert sich Nitrat an, und auf den Blättern können Mikroorganismen aus dem Mist zurückbleiben.
- Übertreiben Sie es vor allem auf flachgründigen und leichten Böden und in der Nähe eines Brunnens nicht.
Auf ähnliche Weise setzt man auch eine pflanzliche Brennnesseljauche an.
Wann und wie viel Mist
Frischen Stallmist arbeitet man nur im Herbst ein, am besten von Mitte September bis Mitte Oktober. Über den Winter zersetzen ihn die Bakterien zu Nährstoffen, die den Pflanzen im Frühjahr zur Verfügung stehen.
| Boden | Mistmenge | Einarbeitungstiefe |
|---|---|---|
| leicht, sandig, eher trocken | 3–4 kg/m² | tiefer, bis 15 cm |
| mittel | 4–5 kg/m² | 10–15 cm |
| schwer, feucht, intensiv genutzt | 4,5–5 kg/m² | flacher, etwa 10 cm |
Auf dasselbe Beet kommt Mist in der Regel einmal in 3 Jahren. Eine Fläche von 10 m² braucht also 30–50 kg Mist, das sind etwa fünf bis acht volle Eimer.
Warum flach? Die Bakterien, die den Mist zersetzen, brauchen Luft. Mist, der unten in einer tiefen Furche vergraben wird, zersetzt sich im verdichteten, feuchten Boden nicht, er fault, und der Stickstoff entweicht in die Luft. Mischen Sie den Mist deshalb immer mit dem Oberboden und lassen Sie ihn nicht als Schicht am Grund liegen.
Vor dem Einarbeiten können Sie einen Phosphor- oder Kaliumdünger auf den Mist streuen. Branntkalk oder Löschkalk dürfen Sie aber nie zusammen mit Mist ausbringen, er treibt den Stickstoff als Ammoniak aus. Kalken können Sie ein Jahr vor der Mistdüngung oder mit langsam wirkendem kohlensaurem Kalk, Einzelheiten finden Sie im Artikel pH-Wert des Bodens.
Was nach frischem Mist wächst und was nicht

Auf ein Beet, das im Herbst mit frischem Mist gedüngt wurde, gehören Starkzehrer. Sie nutzen die Nährstoffe aus dem Mist gut:
- Kohlgewächse: Weißkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi,
- Fruchtgemüse: Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Kürbis,
- Sellerie, Lauch, Kartoffeln, Mais.
Nach frischem Mist bauen Sie dagegen kein Wurzelgemüse an (Möhren und Petersilienwurzeln verzweigen sich und schmecken oft weniger gut), keine Zwiebeln und keinen Knoblauch, keine Hülsenfrüchte und keinen Spinat. Sie gehören auf Beete, die im vorletzten Jahr Mist bekommen haben, Hülsenfrüchte erst ins dritte Jahr. Wie die Fruchtfolge nach Zehrern funktioniert, beschreibt der Artikel Düngen von Gartenpflanzen.
Mist kompostieren

Wenn Sie den Mist nicht sofort einarbeiten können, kompostieren Sie ihn. Kompostieren erhält die Nährstoffe am besten, verringert den Verlust an organischer Substanz, und der Mist ist danach hygienischer. Mit kompostiertem Mist können Sie auch im Frühjahr und während der Saison düngen.
- Wählen Sie einen schattigen Platz.
- Schichten Sie den Mist auf und geben Sie auf jede Schicht eine Schaufel Erde von der Beetoberfläche. Auf 10 kg Mist genügt etwa 1 kg Erde. Schütteln Sie die Erde mit der Gabel auf, damit sie keine geschlossene Schicht bildet.
- Setzen Sie den Haufen bis auf etwa 1,5 m Höhe fort. Beim Aufschichten leicht befeuchten, aber nicht durchnässen. Treten Sie den Haufen nicht fest, die Bakterien brauchen Luft.
- Decken Sie die Oberfläche nicht mit Erde ab, sondern mit Rasenschnitt, Kartoffelkraut oder anderem Pflanzenmaterial.
- Nach ein paar Tagen erwärmt sich der Haufen auf 50–60 °C. Dampft er stark und steigt die Temperatur höher, gießen Sie ihn mit Wasser durch.
- Im Sommer nach 4 Wochen, im Winter nach 8 Wochen setzen Sie den Haufen um, die äußeren Schichten nach innen.
- Danach reift der Mist noch 3–4 Wochen im Sommer bzw. 8–10 Wochen im Winter. Mit fertigem kompostiertem Mist düngen Sie auch während der Vegetation mit 4–5 kg/m².
Allgemeine Regeln zum Kompostieren finden Sie im Artikel Komposter.
Häufige Fehler
- Mist über den Winter auf dem Beet liegen lassen. Ausgebreitet oder in kleinen Häufchen verliert er Stickstoff als Ammoniak, Regen und Sonne laugen ihn aus, und im Frühjahr bleibt vor allem Stroh übrig. Breiten Sie ihn nach der Lieferung aus und arbeiten Sie ihn sofort ein, oder kompostieren Sie ihn.
- Frischer Mist im Frühjahr an die Pflanzen. Er verbrennt die Wurzeln, und das Gemüse reichert Nitrat an. Im Frühjahr nur gut gereiften, kompostierten Mist.
- Mist auf den Grund der Furche. Ohne Luft fault er, statt sich zu zersetzen.
- Mist zusammen mit Kalk. Ammoniak entweicht, Sie verlieren Stickstoff.
- Zu oft eine große Menge. Mist wirkt über Jahre. Wer jedes Jahr reichlich gibt, überdüngt das Beet mit Stickstoff und Phosphor.
- Mist unbekannter Herkunft. Mist aus Großbetrieben kann Arzneimittelrückstände enthalten. Mist von Pferden, die mit Heu von bestimmten herbizidbehandelten Wiesen gefüttert wurden, kann empfindliches Gemüse schädigen, vor allem Tomaten, Kartoffeln und Bohnen. Wenn Sie unsicher sind, testen Sie ihn zuerst an einigen Pflanzen.
Wenn Sie keinen Mist haben
Guten Mist bekommt man in der Stadt schwer, Transport und Lagerung brauchen Platz, und Geruch sowie Unkrautsamen stören im kleinen Garten und auch die Nachbarn. Organische Substanz bringen Sie dann anders in den Boden:
- Kompost wirkt ähnlich wie Mist, und reifer Kompost lässt sich auch im Frühjahr ausbringen, 6–8 kg/m².
- Gründüngung erzeugt organische Substanz direkt auf dem Beet, und Leguminosen bringen zusätzlich Stickstoff.
- Mulch aus Rasenschnitt, Laub oder Stroh ernährt das Bodenleben von oben.
- Abgepackter organischer Dünger (getrockneter und pelletierter Mist oder ein anderer organischer Dünger) lässt sich leicht dosieren und ist geruchsarm. Humus wie Mist bildet er nicht, liefert die Nährstoffe aber langsam. Eine Möglichkeit ist unser organischer Dünger.
Wie Mist im Vergleich zu pelletiertem Hühnermist, Kompost, Wurmkompost oder Mineraldünger bei Preis pro Quadratmeter, Geruch und Verbrennungsrisiko abschneidet, zeigt die Tabelle im Artikel Düngervergleich.
Häufige Fragen
Wie viel Mist pro m² Garten?
Auf leichtere Böden 3–4 kg/m², auf schwerere und intensiv genutzte Beete 4,5–5 kg/m². Auf dasselbe Beet in der Regel einmal in 3 Jahren, mit Pferdemist und auf leichten Böden mit Kuhmist alle 2 Jahre.
Welcher Mist ist besser, Pferdemist oder Kuhmist?
Kuhmist ist vielseitig und passt zu allen Böden, vor allem zu leichten Sandböden. Pferdemist zersetzt sich schnell und erwärmt sich, deshalb ist er besser für schwere, kalte Böden und für Frühbeete. Für Sandböden eignet sich strohreicher Pferdemist weniger.
Kann ich Mist im Frühjahr auf das Beet geben?
Frischen nicht, der gehört im Herbst in den Boden. Im Frühjahr und während der Saison verwenden Sie nur gut gereiften, kompostierten Mist, mit dem Sie 4–5 kg/m² düngen können.
Wie verdünnt man Hühnermist zum Gießen?
Füllen Sie ein Gefäß zu einem Drittel mit Mist, gießen Sie mit Wasser auf und lassen Sie es 1–2 Wochen gären. Die vergorene Flüssigkeit verdünnen Sie zum Gießen 1 : 10 mit Wasser. Kaninchenmist und Kuhfladen genügt es, drei- bis fünffach zu verdünnen.
Was pflanzt man nicht nach frischem Mist?
Wurzelgemüse (Möhren, Petersilienwurzel, Pastinaken), Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte und Spinat. Diese bauen Sie erst im zweiten Jahr nach der Mistdüngung an, Hülsenfrüchte im dritten.
