🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

zobonosky

Inhalt

Triebstecher – eine Plage für Obstgehölze

(Attelabidae)

Triebstecher sind eine Insektenart, die zur Familie der Triebstecher (Attelabidae) gehört. Diese kleinen Tiere findet man meist auf Blättern von Pflanzen, wo sie mit ihrem Kauapparat Saft saugen. Einige Triebstecher werden als „Giraffenrüssler“ bezeichnet, da sie neben den Mundwerkzeugen auch einen verlängerten Hals besitzen.
Triebstecher sind häufig grün, violett oder braun gefärbt und besitzen in den meisten Fällen Flügel. Einige Arten der Triebstecher gelten als Schädlinge und können Pflanzenschäden verursachen, wie beispielsweise Vergilbung der Blätter und Ertragsminderung bei landwirtschaftlichen Kulturen. Allerdings sind einige Arten der Triebstecher auch ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette und dienen anderen Insektenarten oder kleinen Wirbeltieren als Nahrung.
Rüsselkäfer

Obst-Triebstecher

Der Obst-Triebstecher (Rhynchites bacchus) aus der Ordnung der Käfer (Coleoptera) ist als Käfer ungewöhnlich schön anzusehen – er ist meist purpurn bis rot gefärbt und misst 5,5 bis 9 mm – doch Vorsicht: Er zählt zu unseren schädlichsten Triebstechern.

Der Käfer erscheint früh im Frühjahr, ernährt sich zunächst von den Knospen der Obstbäume, befällt während der Vegetationszeit junge Blätter und Blüten und nutzt im Herbst bei Gelegenheit erneut die Knospen als Nahrung. In der verfügbaren Literatur kann man nachlesen, dass etwa 20 Triebstecher die gesamte Ernte eines durchschnittlichen Baumes vernichten.

Der Obst-Triebstecher befällt seinem Namen entsprechend vor allem Obstbäume wie Apfelbäume, Kirschen, Sauerkirschen, Pflaumen, Pfirsiche oder Aprikosen.

Die größte Gefahr geht von den Weibchen aus, die von Mai bis August ihre Eier in die Früchte der befallenen Bäume legen – und zwar auf den Grund eines Kanälchens, das sie mit ihren Mundwerkzeugen ausgenagt haben. Darüber hinaus benagt der Triebstecher dieselbe Frucht von außen und infiziert sie wahrscheinlich auch mit Monilia, einer Pilzkrankheit, die Schimmel verursacht und den Larven als Nahrung dient. Die Triebstecher benagen auch den Stiel, wodurch sie den Fruchtfall verursachen. Das stört die Larven freilich nicht, da sie sich von Fruchtresten und Schimmel auch am Boden ernähren. Die erwachsenen Larven verpuppen sich in der Erde, und im Herbst schlüpfen neue Adulte, die überwintern und im Frühjahr erneut Eier legen.

Kirschrüssler

Kirschbohrer

Kirschrüssler, auch als Goldener Rüssler bezeichnet, schädigt seinem Namen nach vor allem Süß- und Sauerkirschen und ist unser größter Rüssler.

Der Kirschrüssler ist 7–9 mm lang, der Rüssel des Weibchens ist gerade und kürzer als der des Männchens. Der gesamte Körper ist metallisch rot und grün glänzend und fein behaart, seine Flügeldecken sind breiter als das Halsschild und hinten leicht abgerundet. Die Käfer beginnen im Mai an Süß- und Sauerkirschen Schäden zu verursachen, indem sie die Blätter abfressen.

Das Weibchen legt seine Eier in unreife Früchte von Obstbäumen, am häufigsten jedoch in die Früchte von Süß- und Sauerkirschen sowie Schlehen. Der weitere Prozess verläuft ähnlich wie beim Obstbaumrüssler.

Rebenstecher

Der Rebenstecher ist ebenfalls ein hübscher Käfer, diesmal blau metallisch gefärbt, manchmal bis ins Violette oder Grüne, etwa 5 bis 7 mm groß, der Rüssel ist kürzer als die Flügeldecken. Der Rebenstecher schädigt vor allem die Weinrebe, ist aber auch an Birnen und Kirschen zu finden.

Dieser Rüssler nagt die Blattstiele der Weinrebe an und rollt dabei aus den Blattspreiten klassische „Zigarren“, die für einen Befall durch Rüssler wohl am typischsten sind.

Rebenstecher

Apfelblütenrüssler

Der Apfelblütenrüssler (Coenorrhinus aequatus) ähnelt dem Obstbaumrüssler, hat rote Flügeldecken sowie Kopf und Halsschild in Bronzefarbe, alles insgesamt metallisch glänzend. Die Adulten erreichen eine Körperlänge von 2,5 bis 5 mm. Er parasitiert vor allem an Apfel- und Birnbäumen, und zwar auf ähnliche Weise wie andere Rüssler. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass diese Art die geringsten Schäden verursacht.

Rüsslerlarve

Die Larven der Rüssler sind verschieden, aber stets beinlos und haben meist eine weiße Farbe (Obstbaumrüssler), eine hellgraue oder braune Farbe. Sie entwickeln sich aus Eiern in den Früchten und fressen diese anschließend am Baum aus, nach dem Abfall auch am Boden. Im Boden verpuppen sie sich danach, wobei die Puppen meist braun sind. Die Larven sind selbstverständlich nach den Adulten der schlimmste Schädling und es ist notwendig, ebenso entschieden gegen sie vorzugehen.

Wie man den Apfelblütenstecher loswird

Zur Bekämpfung dieser Schädlinge wird allgemein empfohlen, erwachsene Apfelblütenstecher von den Bäumen auf große Planen zu schütteln und sie zu vernichten (z. B. mechanisch), außerdem sorgfältig heruntergefallene befallene Früchte zu sammeln, sichtbar befallene (mumifizierte) Früchte von den Bäumen zu entfernen und zu vernichten (durch Verbrennen, Abfahren zum Bioabfall – geben Sie sie niemals in den Kompost).

Theoretisch können Sie die Käfer und Larven kompostieren, wenn Sie größere Mengen Kalk hinzufügen, was jedoch nicht immer wünschenswert ist, insbesondere wenn Sie kalkhaltigen Boden haben.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Leimringen. Leimringe werden zwar üblicherweise hauptsächlich gegen Frostspanner, Blattläuse und Spinnmilben eingesetzt, aber zumindest die Larven des Apfelblütenstechers können sich ebenfalls daran festsetzen.

Natürliche Fressfeinde des Apfelblütenstechers gibt es kaum, da die Käfer harte Flügeldecken haben, die für die meisten Vögel nicht verdaulich sind.

Den Einsatz von Insektiziden empfehlen wir ausdrücklich nicht, da diese in einer Menge, die ausreicht, um diese Käfer abzutöten, sowohl für Sie als auch für Ihre Haustiere und die Umwelt schädlich wären. Außerdem ist nicht garantiert, dass diese Käfer nicht in den Früchten, unter der Rinde oder im Boden überleben.

Quellen:

Einkauf im E-Shop

Weitere interessante Artikel