Tragant (Astragalus)
Steingartenpflanze, Heilpflanze und Gründüngung – Anbau, Wirkungen und wo es Samen gibt
Tragant – die Steingartenpflanze unserer Großmütter: Aussehen und Vorkommen

(Astragalus)
Der Tragant ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die sehr viele Arten umfasst. Diese Pflanzen haben das typische Erscheinungsbild der Hülsenfrüchtler.
Wie sieht der Tragant aus
Blätter: Die Blätter des Tragants sind gefiedert. Die Fiederblättchen sind oval oder länglich und können fein behaart sein.
Blüten: Die Blüten des Tragants sind typisch schmetterlingsförmig, wie es für die Hülsenfrüchtler charakteristisch ist. Sie haben fünf Kronblätter. Die Blüten können unterschiedliche Farben haben: weiß, rosa, violett oder gelb.
Früchte: Die Frucht des Tragants ist eine Hülse. Sie enthält die Samen, die je nach Art unterschiedliche Formen und Größen haben.
Tragant-Pflanzen können niederliegend oder aufrecht wachsen, ihre Größe hängt von der Art und vom Standort ab. Häufig findet man sie in trockenen, steinigen Gebieten, in Steppen und im Gebirge.
Genau deshalb kommen die niedrigen Tragant-Arten so gut im Steingarten zwischen anderen Steingartenpflanzen und in trockenen Beetbereichen mit anderen Stauden zurecht. Sie vertragen dort genau das, was den meisten Gartenpflanzen zusetzt – mageren, durchlässigen Boden, volle Sonne und Sommertrockenheit.
Astragalus membranaceus: Wirkungen und Anwendung des Chinesischen Tragants

Der Chinesische Tragant (Astragalus membranaceus), auch bekannt als Huang Qi in der Traditionellen Chinesischen Medizin, ist eine Heilpflanze, die wegen ihrer möglichen gesundheitlichen Wirkungen verwendet wird.
Wie der Chinesische Tragant aussieht
Der Chinesische Tragant ist eine ausdauernde Staude und erreicht eine Höhe von etwa 60–90 cm. Er hat einen locker aufrechten Stängel mit Laubblättern. Die Blätter sind gefiedert und bestehen aus mehreren Fiederblättchenpaaren. Die Blüten sind weiß, gelblich oder violett überlaufen, schmetterlingsförmig, wie bei den meisten Hülsenfrüchtlern. Die Blüten stehen in ähren- oder traubenförmigen Blütenständen.
Anwendung in der traditionellen Medizin: Der Chinesische Tragant hat eine lange Geschichte in der Traditionellen Chinesischen Medizin und in anderen asiatischen Heilsystemen. Verwendet wird er vor allem als Adaptogen – als Pflanze also, die dem Körper helfen soll, Stress besser zu bewältigen und die allgemeine Vitalität zu unterstützen. Zu seinen wichtigsten Anwendungen gehören:
Unterstützung des Immunsystems: Der Chinesische Tragant wurde traditionell zur Unterstützung des Immunsystems und der allgemeinen Widerstandskraft verwendet.
Unterstützung von Energie und Vitalität: In der überlieferten Anwendung wird die Pflanze mit körperlicher und geistiger Frische und mit dem Überwinden von Müdigkeit und Erschöpfung in Verbindung gebracht.
Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems: Der Chinesische Tragant kann zur normalen Herz- und Gefäßfunktion beitragen.
Antioxidative Wirkung: Er enthält Stoffe mit möglichen antioxidativen Eigenschaften, die zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beitragen.
Unterstützung von Verdauung und Stoffwechsel: Der Chinesische Tragant kann Verdauung und Stoffwechsel unterstützen.
Die Pflanze kann als Tee, Extrakt, Kapsel oder Tablette eingenommen werden. Dabei sollten jedoch die empfohlenen Dosierungen eingehalten werden; eine ärztliche Rücksprache ist vor allem dann wichtig, wenn Sie gesundheitliche Beschwerden haben oder andere Medikamente einnehmen.
Verwendet wird beim Chinesischen Tragant immer die Wurzel, nicht das Kraut. Geerntet wird sie erst im Herbst des dritten oder vierten Jahres, wenn sie kräftig genug ist – und genau diese Wartezeit ist der Hauptgrund, warum sich die Pflanze im eigenen Garten lohnt.
Astragalus membranaceus Anbau: Standort, Boden und Düngung
Der Chinesische Tragant stammt aus Nordchina und der Mongolei, unsere Winter machen ihm daher nichts aus – Frost um -25 °C übersteht er problemlos, und er wächst als ausdauernde Staude viele Jahre am selben Platz.
- Standort: volle Sonne, vor Staunässe geschützt. Im Schatten wächst er langsam und die Wurzel bleibt schwach.
- Boden: durchlässig, eher mager, sandig-lehmig bis steinig, mit neutralem bis leicht basischem pH-Wert. Schweren Lehmboden mit Sand abmagern, sonst fault die Wurzel in der Nässe.
- Gießen: im ersten Jahr regelmäßig, später nur bei längerer Trockenheit. Eine erwachsene Pflanze hat eine tiefe Pfahlwurzel und findet ihr Wasser selbst.
- Pflanzabstand: 40–50 cm zwischen den Pflanzen, damit das Laub Platz hat und schnell abtrocknet.
- Überwinterung: der oberirdische Teil zieht im Herbst ein, er wird einfach bodennah abgeschnitten. Ein Winterschutz ist nicht nötig.
Beim Düngen sollte man es mit dem Tragant nicht übertreiben. Als Hülsenfrüchtler stellt er seinen Stickstoff selbst her – gemeinsam mit den Knöllchenbakterien an den Wurzeln. Stickstoffdünger schadet ihm deshalb eher: Er treibt das Kraut auf Kosten der Wurzel, wegen der die Pflanze angebaut wird. Im Frühjahr genügt daher eine vorsichtige Gabe organischen Düngers, der die Nährstoffe langsam freisetzt, sowie eine natürliche Phosphor- und Kaliumquelle für kräftige Wurzeln. Die genaue Menge für Stauden finden Sie in der Dosierungstabelle, das größere Ganze in der Übersicht Düngung von Außen- und Zierpflanzen.
Astragalus membranaceus Jungpflanzen und Samen: wo kaufen und wie aussäen
Fertige Jungpflanzen des Chinesischen Tragants sind schwer zu bekommen und das hat einen Grund: Die Pflanze bildet eine lange Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen schlecht. Staudengärtnereien ziehen sie deshalb nur selten, und wenn, dann in tiefen Containern. Suchen Sie sie bei Gärtnereien für Heilkräuter, in Botanischen Gärten bei den Pflanzenmärkten im Frühjahr und bei Gärtnern, die Stauden für die Traditionelle Chinesische Medizin anbieten.
Samen sind leichter erhältlich als Jungpflanzen und beim Tragant ist das auch der gangbarere Weg. Die Samenschale ist allerdings hart und wasserundurchlässig, ohne Vorbehandlung keimt daher nur ein Teil der Samen:
- Ritzen Sie die Samenschale an – schmirgeln Sie die Samen leicht an oder stechen Sie sie mit einer Nadel ein. Das nennt man Skarifizierung.
- Weichen Sie sie 12–24 Stunden ein in lauwarmem Wasser. Gequollene Samen erkennen Sie auf den ersten Blick; bei den übrigen harten wiederholen Sie die Skarifizierung.
- Säen Sie im Frühjahr aus, im April, direkt an den Standort oder in tiefe Töpfe – wegen der Pfahlwurzel meiden Sie besser flache Anzuchtschalen.
- Die Keimung dauert bei 18–20 °C etwa zwei bis drei Wochen.
Warum Samen ohne Vorbehandlung nicht keimen wollen und wie Sie die Samenruhe bei anderen Arten umgehen, erklären wir ausführlich im Artikel über Samenruhe und Keimstimulation.
Stängelloser Tragant (Astragalus exscapus) für den Steingarten
Der Stängellose Tragant (Astragalus exscapus) gilt als Relikt der Flora der Nacheiszeit. Er ist eine interessante Pflanze, die in der Natur vorkommt, sich aber auch im Steingarten kultivieren lässt.
Der Stängellose Tragant hat ein charakteristisches Aussehen, das ihn von vielen anderen Pflanzen unterscheidet. Es handelt sich um eine ausdauernde Staude mit einer kleinen, kompakten Blattrosette direkt am Boden.
Er bildet einen niedrigen Blatthorst, der direkt aus dem Wurzelhals wächst. Die Blüten sitzen auf kurzen Stielen über der Blattrosette und sind typischerweise gelb oder weiß. Die Blüten haben die charakteristische Schmetterlingsform, die für die Hülsenfrüchtler typisch ist.
Anbau: Der Stängellose Tragant ist eine attraktive Pflanze und kann eine interessante Ergänzung für Ihren Garten oder Steingarten sein. Damit der Anbau gelingt, halten Sie sich an die folgenden Ratschläge:
Standort: Der Stängellose Tragant bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Ein gut durchlässiger Boden mit guter Drainage ist ideal.
Boden: Die Pflanze bevorzugt sandig-lehmigen oder steinigen Boden mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert.
Gießen: Vor allem im ersten Jahr nach der Pflanzung sollte der Boden feucht gehalten werden. Ist die Pflanze gut eingewurzelt, verträgt sie auch trockenere Bedingungen.
Vermehrung: Der Stängellose Tragant lässt sich durch Samen oder durch Teilung der Horste im Frühjahr vermehren. Samen können im Frühjahr oder im Herbst ausgesät werden.
Überwinterung: In Regionen mit kaltem Klima kann es sinnvoll sein, die Pflanze vor dem Winter mit Mulch zu schützen.
Der Stängellose Tragant ist im Gartencenter normalerweise nicht erhältlich, sodass Sie ihn eher in Spezialgärtnereien oder bei Saatgutanbietern finden. Der Anbau dieser Pflanze kann für Hobbygärtner eine reizvolle Herausforderung sein.
In der freien Natur ist der Stängellose Tragant bei uns selten und gesetzlich geschützt, fragen Sie also wirklich nur bei Gärtnereien nach Jungpflanzen und Samen – in der Natur wird nicht gesammelt.
Bärenschote (Astragalus glycyphyllos) als Gründüngung

Die Bärenschote (Astragalus glycyphyllos), auch Süßblättriger Tragant genannt, ist eine Art aus der Gattung Astragalus und der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist eine interessante Pflanze mit vielen Eigenschaften und Verwendungen – im Garten, im Steingarten und in der Volksheilkunde.
Wie die Bärenschote aussieht
Die Bärenschote ist eine ausdauernde Staude mit verzweigtem Stängel, der eine Höhe von etwa 30-90 cm erreichen kann. Die Blätter sind wechselständig und aus mehreren Fiederblättchenpaaren zusammengesetzt. Die Blättchen sind breit, verkehrt-eiförmig und hellgrün. Die Blüten sind blassgelb und stehen in dichten, traubigen Blütenständen an den Triebenden.
Verwendung: Die Bärenschote hat mehrere mögliche Verwendungen, traditionelle wie moderne:
Verwendung als Heilpflanze: Die Pflanze wurde historisch in der Volksheilkunde für ihre möglichen Wirkungen genutzt. Sie diente als Stärkungsmittel, zur Unterstützung des Immunsystems und als harntreibendes Mittel.
Nahrungsmittel: Junge Blätter und Triebe der Bärenschote sind essbar und wurden früher gelegentlich in Salaten oder gekocht als Gemüse verzehrt.
Boden: Die Bärenschote ist für ihre Fähigkeit zur Stickstoffbindung im Boden bekannt, sie kann den Boden also mit diesem Nährstoff anreichern. Das ist beim Anbau weiterer Kulturen nützlich. Im Herbst können Sie die Bärenschote als Gründüngung in den Boden einarbeiten.
Die Bärenschote kann dank ihrer ökologischen und bodenverbessernden Eigenschaften ein interessantes Element im Naturgarten oder im ökologischen Landbau sein.
Dieselbe Arbeit für den Boden leisten auch andere Hülsenfrüchtler. Als Gründüngung wird häufiger Klee oder Lupine ausgesät – beides gibt es in jedem Gartencenter und beides wächst schneller. Die Bärenschote ist dagegen eher eine Ergänzung für dauerhafte Bestände als eine Kultur für eine einzige Saison.
Weitere Tragant-Arten: Österreichischer, Dänischer, Sand- und Esparsetten-Tragant
Die Gattung Astragalus ist eine der größten Gattungen der Blütenpflanzen überhaupt – sie umfasst über zweitausend Arten. In der heimischen Flora wächst nur eine Handvoll davon, und die meisten gehören zu den seltenen Arten trockener Hänge und Sandflächen:
- Österreichischer Tragant (Astragalus austriacus) – eine zierliche Art warmer Steppenhänge mit blauvioletten Blüten in lockeren Trauben.
- Dänischer Tragant (Astragalus danicus) – eine niedrige Staude mit dichten violetten Blütenköpfchen, bei uns sehr selten.
- Sand-Tragant (Astragalus arenarius) – wie der Name sagt, wächst er auf Sandflächen und in trockenen Kiefernwäldern.
- Esparsetten-Tragant (Astragalus onobrychis) – der auffälligste von ihnen, mit rosavioletten Blütenähren; er ist auch auf dem Foto am Anfang des Artikels zu sehen.
Für den Garten sind sie vor allem als Sammlerstücke für den Steingarten interessant. Ihre Ansprüche sind dieselben wie bei den übrigen Tragant-Arten – volle Sonne, durchlässiger Boden und so wenig Eingriffe wie möglich. Ideen, wie Sie ihnen einen solchen Platz schaffen, finden Sie im Artikel über das Anlegen eines Steingartens.
