Stachys – Ziest: Wollziest, Heilziest und Knollenziest
Die Gattung Stachys: Zierarten für den Garten, heimische Wildstauden und der essbare Knollenziest
Anspruchslose Blütenstaude; alte Heilpflanze.
Standort: Sonnig; normale Gartenerde, nach Möglichkeit kalkhaltig.
Höhe: 20–100 cm.
Blütezeit: Juni–September.
Vermehrung: Durch Aussaat oder Teilung.
Zur Gattung Ziest aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehören rund 200 Arten. Viele davon sind bei uns heimisch, andere wurden züchterisch ausgelesen und bearbeitet. Sie wachsen fast überall in Europa und viele Arten auch im Orient und in den Subtropen. Der kriechende oder aufrechte Stängel der Pflanzen ist vierkantig; die meist gestielten Blätter sind eiförmig bis lanzettlich, am Rand gekerbt und oft runzelig. Sie stehen bodennah in einer Rosette, am Stängel paarweise gegenständig. Stängel und Blätter sind meist mehr oder weniger stark behaart; die Blüten bilden eine endständige Scheinähre und werden gern von Hummeln besucht.
Stauden für den Garten: die Zierarten des Ziest
Die folgenden Arten werden als Zierstauden gepflanzt – für Einfassungen, für den Steingarten und als Bodendecker.
Stachys densiflora (Dichtblütiger Ziest)

Die etwa 30 cm hohe Art bildet dichte Horste aus dunkelgrünem Laub, über denen ab Juni kompakte kurze Ähren mit kräftig rosafarbenen Blüten stehen.
Stachys grandiflora – Großblütiger Ziest

Sie stammt ursprünglich aus dem Iran und dem Kaukasus. Es gibt die Sorte ‚Superba‘ mit purpurrosa Blütenquirlen, die lange und reich blühen. Die Pflanzen werden etwa 40 cm hoch und vertragen einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Sie eignen sich gut zum Beispiel für den Gehölzrand.
Wollziest (Stachys lanata), auch Stachys byzantina – Eselsohren

Der Wollziest, auch als „Eselsohren“ bekannt. Diese weiß wollig behaarte Art breitet sich mit ihren Ausläufern rasch über große Flächen aus. Sie braucht magere, trockene Böden und viel Sonne; zu viel Feuchtigkeit lässt ihre wintergrünen Blätter oft faulen. Bei der Sorte ‚Silver Carpet‘ ist eine nicht blühende Form gelungen. Sie eignet sich für Einfassungen, Steingärten oder als bodendeckende Teppichpflanze.
Stachys lavandulifolia (Lavendelblättriger Ziest)

Wie der Name andeutet, ähneln die Blätter denen des Lavendels: graugrün und lanzettlich, seidig behaart. Die purpurroten Blüten erscheinen im Juli und August. Die Pflanzen werden nur 15 cm hoch und eignen sich für den Steingarten.
Schneeweißer Ziest (Stachys nivea)

Diese Art stammt aus dem Kaukasus. Die runzeligen, breit lanzettlichen Blätter sind filzig behaart. Die weißen Blüten brauchen einen durchlässigen, steinigen Boden, viel Sonne und Wärme.
Heimische Wildstauden: der Ziest in unserer Natur
Diese Ziest-Arten wachsen bei uns wild – in Wäldern, auf Wiesen und in feuchtem Gelände.
Heilziest (Stachys officinalis), die Echte Betonie

Syn. Betonica officinalis (Echte Betonie). Eine alte Heilpflanze, die in unseren Wäldern, auf mageren Rasen und in Heiden häufig wächst. Sie wird 30–80 cm hoch und trägt an wenig beblätterten, fein behaarten Stängeln dichte Scheinähren purpurroter Blüten. Geschätzt wurde sie für ihre appetitanregende, wundheilende und zusammenziehende Wirkung.
Sumpf-Ziest (Stachys palustris)

Der Sumpf-Ziest wächst an Gräben, auf feuchten Äckern und in Sümpfen. Die weiß gefleckten Blüten sitzen an bis zu 1 m hohen Pflanzen, die sehr lichtbedürftig sind.
Wald-Ziest (Stachys sylvatica), im Volksmund Waldnessel

Der Wald-Ziest heißt im Volksmund auch Waldnessel – seine Blätter erinnern an die Brennnessel. Er kommt in Wäldern, Gebüschen und an Waldwegen vor. Er wächst gern im Schatten und wurde früher als Heilpflanze verwendet, vor allem zum Lösen von Krämpfen.
Stachys sieboldii – Knollenziest und Chinesische Artischocke

Horstbildende Staude mit essbaren Wurzelknöllchen; in Frankreich gilt sie als Delikatesse.
- Standort: lockerer, steinfreier Boden
- Pflanzabstand: 30 × 15 cm
- Pflanzzeit: Pflanzung im März/April
- Erntezeit: von Oktober bis in den Frühling
- Vermehrung: durch Knöllchen
Stachys sieboldii wird 30–40 cm hoch und erinnert an die Taubnessel oder an die Melisse (Melissa officinalis). Er wächst verwildert in Nordeuropa und gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Dieser Knollenziest, auch unter den Namen „Japanische Kartoffel“ oder „Chinesische Artischocke“ bekannt, stammt aus China. Gegessen werden die verdickten weißen Knöllchen, die einer Perlenschnur ähneln und sich kochen, backen oder frittieren lassen.
Die Knöllchen werden im März bis April horstweise zu je 2–3 Stück gesetzt (8 cm tief), im Abstand von 40 × 50 cm oder in der Reihe mit 30 × 15 cm. Geerntet wird von Oktober bis in den Frühling, solange der Boden nicht gefroren ist. Die Ernte der kleinen Knöllchen ist sehr mühsam. Nach der Ernte trocknen die Knöllchen rasch aus und verfärben sich braun, deshalb sollten sie nur nach Bedarf geerntet werden.
Ziest düngen und pflegen
Die Zierarten des Ziest sind anspruchslos und leiden in zu nährstoffreichem, feuchtem Boden eher – der Wollziest braucht magere und trockene Erde, sonst faulen seine silbrigen Blätter. Im Frühjahr genügt deshalb eine schwache Gabe organischen Universaldüngers im Wurzelbereich; die allmähliche Freisetzung der Nährstoffe passt zu Stauden besser als eine schnelle Gabe Mineraldünger.
- Zierarten (Wollziest, Schneeweißer Ziest, Stachys lavandulifolia) – eine schwache Gabe im Frühjahr, danach nichts mehr.
- Knollenziest, der wegen der Knöllchen angebaut wird – bei der Pflanzung düngen und noch einmal Mitte des Sommers, wenn die Knöllchen ansetzen.
- Kalkhaltiger Boden tut dem Ziest gut; auf sauren Standorten hilft Calcium.
Weitere Informationen: der Ziest in der Forschung

Dieser Abschnitt widmet sich der Forschung zum Ziest. Wissenschaftliche Studien verweisen auf die vielfältige Verwendung von Arten der Gattung Stachys in der Medizin und richten den Blick auf ihren möglichen Nutzen für die Gesundheit.
Die Forschung zur Gattung Stachys, die auf Deutsch Ziest heißt, befasst sich mit unterschiedlichen Aspekten dieser Pflanze. Untersuchungen aus dem Iran widmen sich zum Beispiel den pharmakologischen Effekten des Ziest – etwa einer unterstützenden Wirkung bei Stress und Schlaflosigkeit, ebenso wie einem günstigen Einfluss auf den Blutdruck. In der Literatur werden mehrere Ziest-Arten erwähnt, was die Vielfalt des Taxons und das Gesamtverständnis seiner Eigenschaften und Anwendungen stützt.
Die Pflanze ist auch in botanischen und ökologischen Studien beliebt. Forscherinnen und Forscher katalogisieren die verschiedenen Ziest-Arten und führen vergleichende Analysen durch, die uns ihre charakteristischen Merkmale und Standorte besser verstehen lassen. Bildergalerien von Pflanzen liefern eine visuelle Dokumentation und helfen bei der Wissensvermittlung zu dieser Gattung.
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