Odermennig (Agrimonia eupatoria)
Odermennig: wofür er gut ist, wie man Tee, Absud und Sitzbad zubereitet und wie man ihn richtig trocknet. Wirkung, Anbau und Ernte übersichtlich an einem Ort.
Der Odermennig ist eine anspruchslose, ausdauernde Staude mit gelben Blüten, die Sie an Wegrainen ebenso finden wie im Kräutergarten. Geerntet wird zur vollen Blüte, getrocknet wird das ganze Kraut, und am häufigsten bereitet man daraus Tee, Absud oder ein Bad.
Odermennig – ein Heilkraut für alle
Der Kleine Odermennig (Agrimonia eupatoria) ist ein Kraut aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Er ist eine ausdauernde Staude und wird bis zu 100 cm hoch.
Charakteristisch sind seine gelben Blüten und die unterbrochen gefiederten Blätter. Die Blüten duften würzig und erinnern entfernt an Aprikosen.
Vorsicht ist vor allem beim Ausreifen der Früchte geboten: Sie sind von weichen Häkchen bedeckt, mit denen sie sich an jedem Menschen und jedem Tier festhaken, das vorbeikommt.
Dieses Kraut ist bekannt für seine Heilwirkung und wird traditionell in der Volksheilkunde verwendet.
Anbauen lässt er sich im Gewächshaus ebenso wie im Garten, im Kräuterbeet oder in der Kräuterspirale, er braucht dabei einen sonnigen Standort.
Odermennig Wirkung: wofür ist Odermennig gut
Dem Odermennig werden zahlreiche Heilwirkungen zugeschrieben, die in der traditionellen Volksheilkunde genutzt werden.
Unterstützung der Verdauung: Odermennig wird zur Unterstützung der Verdauung, zur Anregung des Appetits und zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall eingesetzt.
Entzündungshemmende und adstringierende Wirkung: Ein Auszug aus Odermennig wird traditionell wegen seiner entzündungshemmenden und zusammenziehenden Eigenschaften verwendet — dafür dürfte der hohe Gehalt an Gerbstoffen verantwortlich sein. Genutzt wird er bei Entzündungen und Blutungen im Mund- und Rachenraum.
Unterstützung von Nieren und Harnwegen: Odermennig wird traditionell zur Unterstützung von Nieren und Harnwegen verwendet. Er kann bei Entzündungen, Nierensteinen und Harnwegsinfekten Linderung bringen.
Antioxidantien und Immunsystem: Odermennig enthält Antioxidantien, die den Körper vor Schäden durch freie Radikale schützen. Darüber hinaus kann er das Immunsystem und die allgemeine Vitalität unterstützen.
Auch hier gilt: Vor der Einnahme von Odermennig – wie bei jedem pflanzlichen Präparat – sprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder einem Fachmann für Pflanzenheilkunde, besonders wenn Sie gesundheitliche Probleme haben oder Medikamente einnehmen.
Odermennig anbauen
Odermennig lässt sich im eigenen Kräutergarten recht einfach ziehen. Er verträgt sich gut mit anderen Kräutern, vor allem mit denen, die einen sonnigen Standort brauchen. Er kann am Zaun, an einer Südmauer oder in der Mitte einer Kräuterspirale stehen.
Standortwahl: Odermennig bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Wählen Sie eine Stelle mit gut durchlässigem Boden.
Bodenvorbereitung: Odermennig mag neutrale bis leicht alkalische, kalkhaltige Böden. Vor dem Pflanzen können Sie Kompost oder anderes organisches Material einarbeiten, das Struktur und Nährstoffvorrat des Bodens verbessert.
Setzlinge oder Samen: Odermennig lässt sich aus Samen ziehen oder aus Setzlingen. Die Samen können Sie im Frühjahr oder im Herbst direkt ins Beet säen. Setzlinge pflanzen Sie im Frühjahr in den Garten, sobald die letzten Bodenfröste vorbei sind. Setzlinge können Sie kaufen oder aus Samen zum Beispiel im Gewächshaus vorziehen.
Ähnliche Ansprüche wie Odermennig — Sonne und durchlässigen Boden — haben auch Salbei, Thymian oder Minze.
Odermennig düngen und pflegen
Odermennig stellt keine hohen Nährstoffansprüche — in der Natur wächst er an trockenen Wegrainen und auf mageren, kalkhaltigen Böden. In der Vegetationszeit genügt ihm deshalb eine maßvolle Gabe organischen Düngers – Kompost oder DÜNGEE –, damit er gut durchtreibt und Sie mehr Kraut ernten.
Pflanzabstand: Halten Sie zwischen den Pflanzen etwa 30 – 45 cm Abstand, damit sie genug Platz zum Wachsen und Ausbreiten haben.
Gießen: Beim Anbau von Odermennig sollte der Boden gleichmäßig feucht, aber nicht staunass sein. Gegossen wird regelmäßig, vor allem in Trockenperioden.
Pflege: Odermennig ist insgesamt eine pflegeleichte Pflanze. Entfernen Sie das Unkraut rund um die Pflanzen und nehmen Sie einen leichten Rückschnitt vor, damit Größe und Form ansehnlich bleiben.
Vermehrung: Odermennig lässt sich im Frühjahr oder im Herbst durch Teilung der Horste vermehren.
Ernte: Blätter und Blüten ernten Sie, sobald die Pflanzen voll entwickelt sind. Die Blätter werden üblicherweise bei trockenem Wetter gesammelt und für die spätere Verwendung in Hausmitteln getrocknet.
Rechnen Sie allerdings damit, dass sich Odermennig bereitwillig im Garten versamt — seine Früchte haken sich an Kleidung und Tierfell fest und werden so weit verschleppt. Über Wurzelausläufer breitet er sich nicht aus. Wenn Sie das eindämmen wollen, schneiden Sie die verblühten Triebe vor der Fruchtreife ab oder ziehen Sie den Odermennig im Kübel oder Pflanzgefäß.
Odermennig ernten: welche Pflanzenteile gesammelt werden
Ernten Sie Odermennig zur vollen Blüte, lassen Sie die Blüten aber nicht verblühen. Geerntet wird das ganze Kraut, das Sie mit der Schere abschneiden und in einen Korb legen. Ideal ist sonniges, windstilles Wetter, die beste Tageszeit ist der Vormittag oder der frühe Nachmittag – abends sind die Blüten schon müde.
Das geerntete Kraut können Sie sofort verwenden oder trocknen. Dem Trocknen widmen wir uns im nächsten Abschnitt. Verwenden lässt sich Odermennig für Tee oder für ein Bad. Beides geht sowohl mit frischem als auch mit getrocknetem Kraut. Grundsätzlich gilt: Von der getrockneten Ware nehmen Sie etwas weniger als von der frischen.
Odermennig trocknen
Odermennig können Sie auf zwei Arten trocknen:
1. Entweder Sie hängen das ganze Kraut in Bündeln kopfüber an einem trockenen, geschützten Ort auf. Über die Bündel können Sie Papiertüten stülpen, damit die Blüten nicht abfallen.
2. Die zweite Möglichkeit ist, den Odermennig in kleinere Stücke zu schneiden und ihn in mit Backpapier ausgelegten Steigen zu trocknen, ebenfalls an einem trockenen und geschützten Ort.
Dass der Odermennig durchgetrocknet ist, merken Sie daran, dass er angenehm raschelt und beim Brechen knackt.
Odermennig-Tee und Absud zubereiten

Odermennig-Tee ist ein bewährtes Mittel bei Verdauungsbeschwerden oder Problemen mit Blase und Nieren. Sie bereiten ihn zu, indem Sie einen Teelöffel frischen oder getrockneten Odermennig mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und dreimal täglich trinken. Sie können ihn 14 Tage lang anwenden, danach legen Sie besser eine Woche Pause ein, auch wenn Odermennig keine ernsten Nebenwirkungen hat. Anschließend lässt sich die 14-Tage-Kur wiederholen.
Odermennig-Bad: das Sitzbad mit Odermennig

Ein Bad mit Odermennig hilft bei Hautentzündungen und anderen entzündlichen Beschwerden.
Geben Sie 2 Esslöffel Odermennig (frisch oder getrocknet) in etwa 0,5 Liter Wasser, bringen Sie es zum Kochen und lassen Sie es 10 Minuten kochen. Danach etwa 10 Minuten ziehen lassen.
Anschließend abseihen und ins Badewasser geben. Ideal sind etwa 38 °C, denn wärmeres Wasser ist zu heiß und wegen des Herzens nicht zu empfehlen.
Bleiben Sie etwa 20 Minuten im Bad.
Das Odermennig-Bad können Sie für den ganzen Körper nehmen oder auch nur als Fußbad.
Kräuter und Gewürze düngen
- Sie können in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.
Kräuter brauchen keine starken Gaben, eher eine regelmäßige und maßvolle Versorgung. Mehr zum Vorgehen bei den übrigen Arten im Artikel Kräuterdüngung, zur Auswahl des Düngers für den ganzen Garten im Artikel Universaldünger, zu den Nährstoffverhältnissen im Artikel NPK-Dünger.
