Mohn: Arten, Anbau und Mahlen von Mohn
Schlafmohn, weißer Mohn und Klatschmohn — wie Mohn aussieht, wie Sie ihn im Garten anbauen, womit Sie ihn düngen, wann Sie die Kapseln ernten und wie Sie Mohn zu Hause mahlen
Schlafmohn (Papaver somniferum)

Mohn ist eine Pflanze aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae), die vor allem wegen ihrer Samen bekannt ist: Sie werden in der Lebensmittelherstellung und als Rohstoff für Speiseöl verwendet. Für Küche und Ölgewinnung zählt eine einzige Art, der Schlafmohn (Papaver somniferum), von dem es Speisemohn- und Ölmohnsorten gibt. Als reine Zierstaude kommt in Gärten dagegen der Türkische Mohn (Papaver bracteatum) vor.
Schlafmohn ist die am häufigsten angebaute Mohnart. Er ist einjährig und wird meist 1 bis 1,5 Meter hoch. Die Stängel sind wachsig überzogen, die Blätter grob gezähnt. Die Blüten sind groß und auffällig, oft rot oder violett, es gibt aber auch weiße und rosafarbene Sorten. Nach der Blüte bilden sich die Kapseln mit den Mohnsamen. Der Milchsaft der unreifen Kapsel enthält Morphin und weitere Alkaloide, aus ihm wird Opium gewonnen. Genau deshalb ist der Anbau von Schlafmohn in Deutschland erlaubnispflichtig: Nach § 3 des Betäubungsmittelgesetzes brauchen Sie dafür eine Erlaubnis der Bundesopiumstelle beim BfArM, und zwar auch für ein paar Pflanzen im eigenen Garten.
Ölmohn ist keine eigene Art, sondern eine Sortengruppe des Schlafmohns, die vor allem wegen der ölreichen Samen angebaut wird. Wuchs und Aussehen entsprechen dem Schlafmohn: wachsige Stängel, gezähnte Blätter, oft etwas gedrungenerer Wuchs. Weil er botanisch zum Schlafmohn gehört, gilt die Erlaubnispflicht für ihn genauso. Die reifen Samen selbst sind praktisch alkaloidfrei; Spuren stammen nur von anhaftendem Milchsaft.
Wegen seiner auffälligen Blüten ist Mohn eine beliebte Pflanze für Zierbeete. Die Samen kommen in der Küche in Gebäck und herzhaften Gerichten oder als Bestreuung auf Brötchen zum Einsatz. Aus Mohnsamen wird außerdem Mohnöl gepresst, das für sein kräftig nussiges Aroma und seinen Nährwert geschätzt wird.
Weißer Mohn
Weißer Mohn ist eine Sorte des Schlafmohns mit weißen Samen. Er eignet sich besonders für Menschen mit Nussallergie, weil er Nüsse in Gebäck, Süßspeisen und Desserts hervorragend ersetzt. Zu bedenken ist allerdings: Botanisch ist er dieselbe Art wie der blaue Speisemohn, seine Kapseln enthalten ebenso Alkaloide — und für den Anbau gilt dieselbe Erlaubnispflicht.
Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Der Klatschmohn (Papaver rhoeas) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Er unterscheidet sich vom Schlafmohn (Papaver somniferum), der meist gemeint ist, wenn vom „Mohn“ in der Küche die Rede ist. Für den Klatschmohn gilt keine Erlaubnispflicht, er darf frei ausgesät werden.
Der Klatschmohn wird 20–100 cm hoch und hat einen einfachen oder schwach verzweigten Stängel. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen sitzen unmittelbar am Stängel und sind scharf gezähnt.
Die Knospen an den Stängelenden nicken vor dem Aufblühen; die Kronblätter stecken in zwei Kelchblättern, die beim Aufblühen abfallen. Die vier verbleibenden Kronblätter sind leuchtend rot, überlappen einander und tragen am Grund — dicht am Stängel — häufig einen violetten bis schwarzen Fleck.
Die Kapsel ist 1–2 cm groß, kahl und verholzt beim Ausreifen. Der Klatschmohn ist eine alte Heilpflanze, von der die Blütenblätter gesammelt werden. Traditionell wurden sie bei Husten, Erkältung und Reizungen der Atemwege verwendet.
Mohn anbauen: Aussaat, Pflege und Ernte
Mohn lässt sich auch im Garten anbauen, und dafür genügt ein recht kleines Beet. Schwierig ist der Anbau nicht; zu bedenken ist nur, dass Mohn nach und nach geerntet wird, indem man die reifen Kapseln abschneidet. Das Beet wird dabei ordentlich festgetreten, und das spätere Umgraben kostet etwas Mühe.
Im Garten kommen sowohl Zier- als auch Speisemohnsorten in Frage. Für Schlafmohn und Ölmohn brauchen Sie in Deutschland allerdings die oben genannte Erlaubnis der Bundesopiumstelle. Ohne Erlaubnis bleiben Ihnen die frei anbaubaren Arten: Klatschmohn, Islandmohn, Türkischer Mohn oder Kalifornischer Mohn — die folgenden Hinweise gelten für sie ebenso.
Damit der Anbau gelingt, halten Sie sich an folgende Punkte:
- Klima: Mohn ist wärmeliebend und gedeiht am besten in gemäßigten bis subtropischen Lagen. Gute Wachstumstemperaturen liegen zwischen 15 und 25 °C. In Deutschland gelingt er überall dort, wo auch Weinreben oder Aprikosen reifen.
- Sonne: Mohn braucht viel Licht. Ideal ist die volle Sonne oder ein Platz mit mindestens 6 Stunden Sonne am Tag.
- Boden: Mohn bevorzugt gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Vor der Aussaat lohnt es sich, ihn mit organischem Material wie Kompost zu verbessern.
- Gießen: Während Wachstum und Blüte sollte der Boden gleichmäßig feucht, aber nie staunass sein. Zu viel Nässe verträgt Mohn schlecht.
- Samen oder Jungpflanzen: Mohn wird aus Samen gezogen, die von Ende April bis Anfang Mai direkt ins Beet gesät werden. Nach dem Auflaufen vereinzeln Sie die Sämlinge. Vorgezogene Jungpflanzen lohnen sich nur, wenn Sie einige wenige Pflanzen zur Zierde ziehen wollen — Mohn bildet eine Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen schlecht.
- Weitere Pflege: Mohn ist insgesamt anspruchslos, gelegentlich treten aber Schnecken oder Blattläuse auf. Zur Pflege gehört außerdem das regelmäßige Entfernen von Unkraut.
- Ernte: Ernten Sie, sobald die Kapseln reifen — sie sollten braun werden und abtrocknen. Schneiden Sie die Kapseln mit einem scharfen Messer ab, binden Sie sie zu Sträußen und lassen Sie sie kopfüber an einem geschützten Ort nachtrocknen. Sind sie vollständig trocken, schneiden Sie sie erneut an und klopfen die Samen in eine große Schüssel aus. Anschließend bewahren Sie die Samen in sauberen Gläsern oder Dosen auf.
Mohn düngen
Viel Dünger braucht Mohn nicht, wenn Sie ihn in einen Boden säen, den Sie im Herbst mit Kompost oder gut verrottetem Stallmist angereichert haben. Wollen Sie den Ertrag etwas steigern, können Sie in der Vegetationszeit gelegentlich mit einem natürlichen Dünger nachdüngen. Dafür eignet sich DÜNGEE, der perfekte Naturdünger, der dem Mohn Nährstoffe für die ganze Saison liefert.
Mohn wächst schnell und muss in einer einzigen Saison den Stängel treiben und die Kapseln ausreifen lassen — ihm bekommt daher ein Dünger, der die Nährstoffe nach und nach freigibt. Was die einzelnen Düngertypen können, fasst die Übersicht der Universaldünger zusammen; für ein normales Gartenbeet reicht DÜNGEE 2,8 kg (ca. 8 L).
Mohn in Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft sprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung — jede Schwangere hat eigene gesundheitliche Voraussetzungen.
Grundsätzlich gilt: Mohn in üblichen Mengen, etwa als Zutat im Essen oder im Gebäck, wird auch in der Schwangerschaft in der Regel als unbedenklich angesehen. Mohnsamen liefern Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und hochwertige Fette.
Von manchen Fachleuten wird Mohn sogar als gute Calciumquelle empfohlen — in der Schwangerschaft wie in der Stillzeit. Bei Speisemohn aus kontrolliertem mitteleuropäischem Anbau (Blaumohn) sind psychoaktive Effekte kaum ein Thema, weil in den Samen nur Spuren von Codein und Morphin stecken. Vorsicht ist eher bei Importware unklarer Herkunft geboten. Waschen, Mahlen und Erhitzen senken den Alkaloidgehalt zusätzlich.
Gemahlener Mohn
Gemahlener Mohn ist Bestandteil von Füllungen für Kuchen und andere Süßspeisen (Mohnkuchen, Mohnstrudel). Mit Puderzucker gemischt kommt gemahlener Mohn auch auf Kartoffelknödel mit Pflaumen. Fertig gemahlenen Mohn bekommen Sie im Handel; eine angebrochene Packung bewahren Sie dann am besten im Kühlschrank auf. Ungemahlener Mohn hält sich dagegen auch angebrochen in der Vorratskammer, ohne ranzig zu werden.
Gemahlenen Mohn können Sie auch selbst herstellen. Dafür brauchen Sie nur Mohnsamen und eine Mohnmühle.
Mohnmühle

Die Mohnmühle ist eine spezielle Mühle, die Mohnsamen so fein mahlt, dass sie sich für Füllungen und Aufstriche eignen. Ihre Anschaffung lohnt sich wirklich, denn mit einer anderen Mühle gelingt das nicht: Gewöhnliche Mahlwerke quetschen die ölhaltigen Samen nur.
Nach jedem Mahlen muss die Mühle gründlich gereinigt werden, damit Reste den frisch gemahlenen Mohn nicht verderben und darin nicht zu schimmeln beginnen.
TIPP: Früher wurde Mohn auch von Hand zerrieben — mit einem Stößel in einem großen Steingutgefäß. Solche Geräte sehen Sie heute in vielen Freilicht- und Heimatmuseen.
