Ungleicher Holzbohrer (Anisandrus dispar): ein Schädling, der Obstbäume zerstört
Der Ungleiche Holzbohrer befällt Ahorn, Eichen und Obstbäume. Erkennen Sie die Befallssymptome, die Biologie des Käfers und wirksame Schutzmethoden einschließlich Alkoholfallen.
Der Ungleiche Holzbohrer (Anisandrus dispar) ist ein gefährlicher holzzerstörender Käfer, der Obstbäume und Laubbäume bedroht. Wie erkennt man ihn rechtzeitig und wie wird man ihn los?
Was ist der Ungleiche Holzbohrer und welche Gehölze befällt er
- Bohrt Gänge in das Holz, in denen sich die Larven entwickeln
- Befällt vor allem geschwächte Obstbäume und Laubbäume
Der Ungleiche Holzbohrer gehört zu den gefährlichen holzzerstörenden Schädlingen, die vor allem geschwächte oder gestresste Bäume befallen. Die Weibchen suchen geeignete Gehölze, in die sie Gänge bohren und neue Kolonien gründen. Der Befall verläuft häufig verborgen, weshalb Gärtner ihn erst bemerken, wenn der Schaden am Baum bereits deutlicher sichtbar ist.


Wie erkennt man den Befall durch den Holzbohrer
Symptome: Absterben von Zweigen und stärkeren Ästen, gegebenenfalls auch von jüngeren Bäumen. Ein frischer Befall zeigt sich durch eine Vielzahl kleiner heller Bohrmehlhäufchen. Später erscheinen in der Rinde zahlreiche runde Ausfluglöcher. Diese treten häufig in größerer Anzahl gemeinsam auf.
Biologie und Entwicklung des Ungleichen Holzbohrers

Schädling: Die Entwicklung der Art verläuft, abhängig von der Anzahl der Larven, bis zu einer Tiefe von 6 cm. Die Larvengänge haben einen primären Teil, der in Richtung der Triebe verläuft, sowie kürzere, axial ausgerichtete Gänge. Sowohl Käfer als auch Larven ernähren sich von Ambrosiapilzen, die im feuchten und warmen Mikroklima der Gänge wachsen. Die Käfer sind durch einen ausgeprägten Sexualdimorphismus auffällig. Weibchen sind größer (3,5 mm), Männchen sind kleiner (2 mm) und flugunfähig. Die Art hat im Jahr eine Generation, die Käfer schwärmen im April und Mai. Neben Stämmchen und stärkeren Ästen befällt die Art häufig auch junge Bäume und dünne Äste mit einem Durchmesser von ca. 1 cm.
Verwechslungsmöglichkeiten: andere Arten holzzerstörender Käfer.
Wie der Holzbohrer schadet und warum er Bäume befällt
Schadwirkung: technische Entwertung des Holzes, Absterben von Ästen und Zweigen; bei jüngeren Bäumen kann der Befall bis zum Absterben ganzer Bäume führen. Ein Befall ist meistens die Folge einer vorherigen Schwächung des Baumes.
Schutz von Obstbäumen vor dem Holzbohrer: von Fallen bis zur Gartenhygiene
Schutz: Dieser vor allem im Obstbau gefürchtete Schädling lässt sich mit Alkoholfallen abfangen oder durch die Anwendung von in Deutschland zugelassenen Insektiziden (BVL) eindämmen. In den meisten Fällen sind hygienische Maßnahmen ausreichend, d. h. das Entfernen geschwächter und absterbender Äste und Bäume.
Vorbeugung und Bekämpfung im Obstgarten
Holzbohrer und andere holzbewohnende Käfer dringen nur ausnahmsweise in einen gesunden, gut wachsenden Baum ein. Sie befallen Bäume, die durch Nährstoffmangel, Frost oder Trockenheit geschwächt sind. Vorbeugung bedeutet daher vor allem, die Kondition des Baumes zu pflegen:
- Wasser bei Trockenheit. In trockenen Gegenden und Jahren junge wie ältere Bäume seltener, dafür durchdringend gießen, damit das Wasser bis zu den Wurzeln gelangt. Eine Mulchschicht hilft, den Boden unter der Krone feucht zu halten.
- Ausgewogene Ernährung. Ein unterversorgter Baum ist für Käfer ein leichtes Ziel. Wie man Obstbäume düngt, beschreibt der Artikel Obstbäume düngen.
- Schutz vor Frost. Frostrisse und Sonnenbrand an der Rinde sind Eintrittspforten. Für den Winter hilft der Weißanstrich der Stämme.
- Totholz entfernen. Trockene und absterbende Bäume fällen und trockene Äste noch vor dem Frühjahrsschwärmflug (März bis April) herausschneiden. Im befallenen Holz vermehren sich die Käfer und fliegen dann auch auf gesunde Bäume über. Befallenes Holz abtransportieren oder verarbeiten, nicht neben der Obstanlage liegen lassen.
- Alkoholfallen. Die Käfer werden von Alkohol (Ethanol) angelockt, den ein geschwächter Baum abgibt. Rote Leimfallen mit Alkoholköder werden ab März, vor Beginn des Schwärmflugs, am Rand der Pflanzung aufgehängt. Sie dienen zur Überwachung und zum Abfangen der Weibchen.
Eine Spritzung in die Fraßgänge im Holz wirkt nicht. Stark befallene Äste oder ganze junge Bäume müssen entfernt werden.
Löcher in der Rinde: Holzbohrer, Splintkäfer oder Rindenwickler?
| Was Sie sehen | Wahrscheinlicher Verursacher |
|---|---|
| kleine runde Bohrlöcher mit hellem, feinem Bohrmehl, die Gänge führen tief ins Holz | Ungleicher Holzbohrer und verwandte Arten |
| kleine Löcher in der Rinde, unter der Rinde strahlenförmige Fraßgänge, oft an Steinobst | Splintkäfer (Borkenkäfer der Obstbäume), siehe Borkenkäfer |
| Häufchen aus rostbraunem Kot an Löchern in der Rinde von Stamm und starken Ästen, oft mit Gummifluss, vor allem an Aprikosen und Kirschen | Raupen des Kirschbaum-Rindenwicklers (Enarmonia formosana) |
| große ovale Löcher, grobes Bohrmehl | Larven von Bockkäfern, siehe Bockkäfer |
Die Raupen des Kirschbaum-Rindenwicklers leben vom Frühjahr bis in den Sommer unter der Rinde. Es hilft, befallene Stellen bis ins gesunde Gewebe auszuschneiden und die Rinde gesund und ohne Verletzungen zu halten.
