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Pflanzung von Gehölzen: ein vollständiger Leitfaden von der Vorbereitung bis zur Nachpflanzungspflege

Die Pflanzung von Gehölzen ist mehr als nur das Einsetzen in die Erde. Erfahren Sie, wie Sie den Standort richtig vorbereiten, die Pflanzgrube ausheben, den Baum verankern und die Pflanzung in den ersten Jahren pflegen.

Pflanzung von Gehölzen: ein vollständiger Leitfaden von der Vorbereitung bis zur Nachpflanzungspflege

Die Pflanzung von Gehölzen ist mehr als nur das Einsetzen in die Erde. Erfahren Sie, wie Sie den Standort richtig vorbereiten, die Pflanzgrube ausheben, den Baum verankern und die Pflanzung in den ersten Jahren pflegen.

Warum die Pflanzung von Gehölzen ein entscheidender gärtnerischer Schritt ist

Technik der Pflanzung von Gehölzen an dauerhaften Standorten

Die Pflanzung von Gehölzen ist eine sehr wichtige gartenbauliche Tätigkeit. Mit der Pflanzung beginnt die fachkundige Pflege der Gehölze an ihrem dauerhaften Standort. Sie beeinflusst maßgeblich die weitere Entwicklung sowie den betrieblichen und wirtschaftlichen Aufwand der nachfolgenden Pflegemaßnahmen. Es ist daher sehr wichtig, dass der Pflanzung ausreichend Sorgfalt gewidmet wird und dass sie stets nur von qualifizierten und ausreichend erfahrenen Fachleuten durchgeführt wird.

Bei der Pflanzung kommt es zunächst zu einer radikalen Reduzierung des bestehenden Wurzelsystems und damit zur Störung des Korrelationsverhältnisses zwischen dem oberirdischen und dem unterirdischen Teil der Pflanze. Dies führt zu einer Verletzung des Exemplars und anschließendem Stress (dem sogenannten Verpflanzungsstress), der erst dann nachlässt, wenn das verpflanzte Exemplar die verletzten oder entfernten Teile seines Körpers vollständig durch neue ersetzt hat.

Wenn wir von Pflanzung sprechen, meinen wir keinesfalls nur den eigentlichen Pflanzvorgang, sondern auch eine Reihe anderer damit verbundener Begleitaspekte, die gleichermaßen wichtig sind. Im weiteren Sinne ist die Pflanzung (Anlage) von Gehölzen als ein System aufeinanderfolgender Maßnahmen zu verstehen, die zur erfolgreichen Bewurzelung und Akklimatisierung der Pflanzen an einem bestimmten Standort sowie zu ihrer vollen Funktionsfähigkeit im langfristigen Zeitrahmen führen. Die einzelnen aufeinanderfolgenden und miteinander verbundenen Schritte bei der Pflanzung in diesem Sinne sind:

– Auswahl der Gehölze für die Pflanzung und Sicherstellung ihrer Standortbedingungen, – die eigentliche Pflanzung der Gehölze, – die Nachpflanzungspflege der neuen Pflanzungen.

Das Weglassen eines der oben genannten Schritte kann nicht nur das Risiko des Anwachsens der Gehölze am Standort und ihrer Akklimatisierung erhöhen, sondern auch alle langfristigen Funktionen verringern, die wir von ihnen erwarten. Nicht zuletzt kann es auch zum Absterben eines Exemplars führen, sei es unmittelbar nach der Pflanzung oder in den darauf folgenden Jahren.

Ein technologisch fehlerhaft gepflanztes Gehölz (durch das Weglassen eines oder mehrerer der oben genannten Schritte) schafft für die Zukunft eine unüberschaubare Anzahl von Problemen, die kaum vorherzusehen und nachträglich zu beheben sind. Und sollte dies überhaupt möglich sein, so werden sich der zeitliche und betriebliche Aufwand für die Pflege unter anderem selbstverständlich in erhöhten (oder unnötig aufgewendeten) Kosten widerspiegeln.

Die Pflanzung von Gehölzen oder Gehölzgruppen an dauerhaften Standorten kann in der Praxis auf mehrere Arten erfolgen. Die häufigste Methode ist die Pflanzung von Anzuchtpflanzen (Setzlingen) aus Zier- oder Forstbaumschulen. Dieser Pflanzungsmethode – nicht nur in Städten und Gemeinden, sondern auch in der freien Landschaft – ist auch das gesamte vorliegende Kapitel gewidmet.

Darüber hinaus können an dauerhaften Standorten Gehölze gepflanzt werden, die in der Natur aus Anflug und Wurzelausläufern entstanden sind, durch Aussaat von Gehölzsamen (sogenannte Saat), durch Stecken von Holzstecklingen oder durch Auslegen von Reisig. Diese Pflanzungsmethoden werden nur ausnahmsweise und in der großen Mehrheit der Fälle nur in der freien Landschaft verwendet.

Alternative Methoden zur Bestandsgründung: Sämlinge, Stecklinge, Aussaaten und Ruten

Pflanzung von Sämlingen (Anflug) und Wurzelausläufern

Diese Art der Bestandesgründung findet bei vegetativen Landschaftsgestaltungen nur ausnahmsweise Anwendung. Sämlinge von Gehölzen, die in der Natur entnommen werden, haben in der Regel kein gut und ausreichend entwickeltes Wurzelsystem. Die Überlebenschancen am neuen Standort sind daher vermindert. Das Wachstum der Gehölze ist häufig langsam und oft auch verformt. Die Entnahme von Anflug (spontane Sämlinge bis 50 cm Höhe), Aufwuchs (spontane Sämlinge von 50 cm bis 120 cm Höhe) sowie größerer Pflanzen, ebenso wie von Wurzelausläufern (Pflanzen, die aus adventivsprossknospen an den Wurzeln bestimmter Gehölzarten entstehen, z. B. Pflaumen, Zitterpappeln), erfolgt bei Laubbäumen ausschließlich im blattlosen Zustand, d. h. vor dem Austrieb oder kurz vor dem Blattfall bzw. erst nach dem Blattfall. Für Nadelbäume ist der geeignete Zeitraum für die Verpflanzung vom Entstehungsort zum Pflanzstandort der Frühling oder der frühe Herbst. Die Wurzeln der Gehölze werden nach der Entnahme mit einem Messer oder einer Schere gekürzt und so schnell wie möglich an ihrem dauerhaften Standort eingepflanzt. Vorteilhaft ist die Entnahme der Pflanzen mit einem Erdballen. Aufgrund des schwach entwickelten Wurzelsystems gelingt es jedoch nicht immer, einen Erdballen zu bilden. Auch bei Sämlingen, die auf skelettreichen Böden gewachsen sind, ist die Bildung eines Erdballens unmöglich. Die Nachpflanzungspflege dieser Gehölze ist dieselbe wie bei Setzlingen, die in Baumschulen vorgezogen wurden. Bei Laubbäumen empfehlen wir jedoch angesichts des in der Regel morphologisch schlecht entwickelten Wurzelsystems einen tieferen komparativen Schnitt des oberirdischen Teils. Je größer die Pflanze, desto tiefer muss der Schnitt des oberirdischen Pflanzenteils sein – dies ist eine besonders wichtige Regel bei Bäumen. Häufigeres und reichlicheres Gießen sowie intensivere Beseitigung von Konkurrenzpflanzen in unmittelbarer Nähe sind ebenfalls stärker erforderlich. Anspruchsvoller ist auch der Erziehungsschnitt, durch den die künftige Baumkrone gefestigt und geformt wird.

Pflanzung von Gehölzteilen (Stangen, Ruten, Stecklinge)

Die Pflanzung von Stangen (1–2,5 m lange Achsentriebe mit einem Durchmesser von 4–6 cm), das Stecken von Ruten (biegsame, unverzweigte Triebe mit einer Mindestlänge von 1,2 m) und von verholzten Stecklingen (kürzere Achsentriebe bis 40 cm Länge, ggf. bis 80 cm) haben ihre Bedeutung bei der Hangsicherung oder Uferbefestigung, wo durch natürliche Prozesse hochwertiger Boden entwickelt oder verbreitet ist, in niederschlagsreichen Gebieten oder dort, wo der Grundwasserspiegel hoch ist. Häufig werden Stangen, Ruten und Stecklinge von schnellwüchsigen Gehölzen gemeinsam mit technischen Stabilisierungsmitteln (Drahtgeflecht, Betonroste, Matten usw.) verwendet, in die sie eingepflanzt oder gesteckt werden, um ihre erosionsschützende Wirksamkeit zu erhöhen und zu beschleunigen sowie eine natürliche lebende Bodenabdeckung zu schaffen. Stangen werden bis zu mindestens einem Drittel ihrer Länge in den Boden oder in vorher ausgehobene Löcher gesteckt. Ebenso

wird mit Ruten verfahren. Verholzte Stecklinge werden so tief gesteckt, dass 1–2 Augen über die Bodenoberfläche herausragen. Pflanzenteile in Form von verholzten Stecklingen werden auch zur Verdichtung von Pflanzungen verwendet, die mit Baumschulpflanzen angelegt wurden. Die Anzahl der Stecklinge bei der Hangsicherung hängt von der Art bzw. Kultursorte des Gehölzes, der Form und dem Relief des Geländes, der Zielsetzung usw. ab. In der freien Landschaft werden vor allem verholzte Stecklinge von schnellwüchsigen und gut bewurzelnden Gehölzen (Pappeln, Weiden) genutzt. Die Gründung von Gehölzbeständen mithilfe von Stangen, Ruten und Stecklingen betrachten wir als ergänzende Methode, die insbesondere an extremen Standorten und Flächen, vernässten Grundstücken, an Bachufern, Teichen und Wasserreservoirs Anwendung findet.

Direktaussaaten von Samen

Direktaussaaten von Samen sind in der Regel auf nährstoffarmen Substraten und an gut belichteten Standorten erfolgreich, wo keine große Konkurrenz durch andere Pflanzen droht. An solchen Standorten verwenden wir z. B. Winteraussaaten von kleinen Birkensamen, Frühjahrsaussaaten von Salweide oder Herbstaussaaten von Ahornen. In nährstoffreicheren Böden unterliegen kleine Samen im Konkurrenzkampf um Licht und Wasser gegenüber Gräsern und Kräutern. Eine höhere Erfolgsquote haben hier große Samen, z. B. Eicheln, Kastanien, Haselnüsse, Walnüsse. Jedoch ist auch für sie eine ausreichende Versorgung mit Licht und Wasser sicherzustellen. Praktische Erfahrungen mit Direktaussaaten von Gehölzen – Bäumen und Sträuchern – an eutrophen und mesotrophen Standorten sind in der Fachliteratur bisher wenig beschrieben, obwohl eine Reihe von Fachleuten entsprechende Versuche unternommen hat. Die Anwendung von Aussaaten bleibt für die Zukunft sinnvoll auf degradierten und nährstoffarmen Böden, in extremen Geländeformen ohne Vegetation, an steinigen Standorten mit geringer Mutterbodenmächtigkeit, die pedologisch stabilisiert und biologisch belebt werden müssen, und wo eine effektive Nutzung der Pflanzung herkömmlicher gärtnerischer oder forstwirtschaftlicher Setzlinge nicht möglich ist.

Verlegen von Reisig

Das freie Verlegen von Reisig oder in Form von Faschinen (Reisigbündel) und Matten (Reisigdecken), aus lebenden einjährigen Trieben sowie älteren Ästen, verfolgt meist dasselbe Ziel wie die vorangegangenen Gründungsmethoden – die schnelle vegetative Befestigung und Belebung von Hängen. Dazu werden in der Regel gut bewurzelnde und schnellwüchsige Gehölze verwendet, am häufigsten Weiden. Nach dem Auflegen auf den Hang werden die Ruten oder Matten mithilfe von lebenden Weidenpfählen, aber auch toten Pfählen, verzinktem Draht oder Geflecht befestigt und mit Erde abgedeckt, damit sie nicht abrutschen und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewurzelung geschaffen werden. Faschinen als Reisigbündel, mindestens 15 cm dick und bis zu 4 m lang, müssen alle 50 cm mit Draht zusammengebunden werden. Die Installation von Faschinen, das Verlegen von Reisig und Matten sind unkonventionelle, spezielle biotechnische Methoden, die insbesondere bei der Renaturierung von Fließgewässern, beim Bau von Erdwällen sowie bei der Stabilisierung frisch angelegter Einschnitts- und Auftragsböschungen entlang von Verkehrswegen usw. eingesetzt werden.

Die Pflanzung von Stangen, das Stecken von Stecklingen, die Aussaat von Samen sowie das Verlegen von Reisig und Ästen sind spezielle biotechnische Methoden zur Gründung von Gehölzbeständen, die neben anderen Anleitungen auch durch die ČSN DIN 18 918 Garten- und Landschaftsbau – ingenieurbiologische Sicherungsmaßnahmen geregelt werden.

Vorbereitende Arbeiten vor der Pflanzung: Kauf, Transport und Einpflanzung der Pflanzen

Vorbereitungsarbeiten vor der Pflanzung

Lieferung des Pflanzenmaterials

Beim Kauf von Pflanzenmaterial müssen alle unsere Anforderungen im Voraus eindeutig spezifiziert werden – das bedeutet nicht nur die Angabe der Gehölztaxa, sondern auch die Anzahl der Exemplare, ihre Größe und am besten auch die von uns gewünschte Qualität. Beim Kauf und insbesondere bei der Übernahme des Pflanzenmaterials in einer Ziergehölzbaumschule sollten wir die Qualität möglichst aller Anzuchtpflanzen prüfen, und zwar noch vor der Übernahme. Entspricht ein Exemplar nicht der geforderten Qualität, muss es gegen ein anderes ausgetauscht werden.

Transport der Pflanzen

Beim Transport der Pflanzen zum Pflanzort darf es zu keiner Beschädigung kommen. Gehölze müssen bis zum Zeitpunkt der Pflanzung so transportiert und gelagert werden, dass die Wurzeln (insbesondere bei wurzelnackten Exemplaren) nicht den direkten Einwirkungen von Temperaturen und Wind ausgesetzt sind, die zu Schäden führen können (Austrocknung oder Gefrieren des Gewebes usw.). Die Wurzeln müssen beim Transport und bei der Lagerung stets feucht und dunkel gehalten werden (z. B. in Jute eingewickelt). Es darf unter keinen Umständen zu ihrer Austrocknung (Desiccation) kommen. Dasselbe gilt de facto auch für die Lagerung des Pflanzenmaterials bis zur eigentlichen Pflanzung am Standort. Ballenpflanzen müssen so transportiert werden, dass die Ballen nicht beschädigt oder gar zerrissen werden. Der oberirdische Teil der Gehölze muss so gesichert werden, dass keine Beschädigungen entstehen (d. h. Anbrechen oder Brechen von Ästen in der Krone, Verletzungen der Stammrinde usw.).

Die Bedingungen für den Transport von Material sind in der ČSN DIN 18 916 Pflanzungen von Pflanzen festgelegt. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Fällen gewidmet werden, in denen Bäume mit Blättern oder Nadeln transportiert werden müssen. In solchen Fällen erhöht sich das Risiko der Desiccation.

Einschlag der Pflanzen vor der Pflanzung

Es gilt allgemein, dass Gehölze so bald wie möglich nach ihrer Übernahme aus der Zier- oder Forstbaumschule gepflanzt werden sollten, also wenn möglich sofort. Durch das Einschlagen bis zum Zeitpunkt der Pflanzung erhöht sich das Risiko von Beschädigungen ihrer Teile oder einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Vitalität, was den Erfolg des gesamten Pflanzprozesses negativ beeinflussen kann. Das Einschlagen wurzelnackter Pflanzen ist sehr riskant, da es die Anwachsrate der Exemplare nach der Pflanzung verringert – und zwar umso mehr, je länger sie eingeschlagen sind. Alle dreißig Sekunden, während derer die Wurzelhaare wurzelnackter Gehölze direkt Wind und Sonne ausgesetzt sind, verursacht eine bis zu 50%ige Verringerung ihrer Überlebens- und Regenerationsfähigkeit.

Die Bedingungen für das Einschlagen sind in der ČSN DIN 18 916 Pflanzungen von Pflanzen festgelegt. Gemäß dieser Norm müssen die Pflanzen unmittelbar nach der Lieferung gepflanzt werden. Ist dies nicht möglich, müssen sie gelagert und vor Austrocknung, Frost, Wind oder Überhitzung ihrer Teile geschützt werden. Müssen die Pflanzen länger als 48 Stunden gelagert werden, sind sie in Gräben in der Erde einzuschlagen, die Wurzeln oder Ballen mit lockerem Erdreich zu bestreuen und von allen Seiten zu bedecken, anzudrücken und zu wässern. Pflanzen in Bündeln müssen gelöst werden, damit die Erde alle Wurzeln erreicht. Beim Einschlagen muss das Austrocknen der Wurzeln verhindert und das Auseinanderfallen der Erdballen vermieden werden. Das Pflanzenmaterial sichern wir auch gegen Verbiss durch Wild, und empfindliche Pflanzen schützen wir im Winter vor dem Einfrieren durch eine Abdeckung mit Stroh, Reisig, abgefallenem Laub usw.

Pflanzen aus natürlichen Beständen und früheren Pflanzungen sollen ohne vorübergehendes Einschlagen gepflanzt werden.

Wie man den Standort vorbereitet: Unkrautbekämpfung, Bodenbearbeitung und Qualitätsverbesserung

Vorbereitung des Standorts für die Pflanzung

Die grobe und feine Geländemodellierung, häufig verbunden mit der Unkrautbekämpfung, führen wir am besten durch mechanische Bodenbearbeitung durch. Durch wiederholte Bearbeitung und Einebnung des Bodens zerstören wir den Rasen und vernichten damit unerwünschte Unkräuter. Die Unkrautbekämpfung kann auch mit Herbiziden erfolgen (z. B. Roundup, Touchdown usw.). Herbizide können flächig, streifenweise oder punktuell eingesetzt werden.

Eine weitere Vorbereitungsarbeit kann die Ansaat von Gräsern und Kräutern an den Stellen der künftigen Pflanzung sein, um das Unkrautwachstum während der Nachpflegephase einzuschränken.

Die Standortvorbereitung vor der Pflanzung kann auch die Beseitigung vorhandener Gehölze ohne oder mit Entfernung des Stumpfes oder der Wurzeln umfassen.

Vorbereitung des Standorts

Nach der Absteckung des künftigen Bestands oder des Pflanzplatzes des einzelnen Gehölzes im Gelände wird mit der Bodenvorbereitung am Standort begonnen, insbesondere mit der Unkrautbekämpfung, Lockerung und Verbesserung der chemischen, physikalischen und biologischen Eigenschaften, sofern dies für das Wachstum der Gehölze erforderlich ist (Zufuhr von Mutterboden, Düngung, Kalkung usw.). Diese Arbeiten werden entweder flächig oder stellenweise durchgeführt, je nach Bestandscharakter, Geländerelief, Größe und Form der Fläche, Bodenqualität, Zugang für große und kleine Mechanisierung usw.

Die Unkrautbekämpfung des Grundstücks kann gleichzeitig mit der mechanischen Bodenbearbeitung erfolgen. Dabei wird nach klassischer landwirtschaftlicher Methode vorgegangen. Die Fläche wird je nach Situation zunächst gemäht oder flach gepflügt, gegebenenfalls gefräst. Anschließend folgt die Einebnung des Geländes und das Eggen. Auf kleinen Flächen oder für landwirtschaftliche Maschinen unzugänglichen Standorten werden die Arbeiten mit Handwerkzeug oder kleiner landwirtschaftlicher Mechanisierung durchgeführt, und auch ihr Umfang wird minimiert. An stark verunkrauteten Standorten lohnt sich eine wiederholte Bodenbearbeitung, bei der Unkräuter vernichtet werden, die neu aus Samen, Rhizomen oder Wurzeln austreiben. In solchen Fällen muss mit der Standortvorbereitung mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf vor der Pflanzung begonnen werden. Die Unkrautbekämpfung kann auch mit Herbiziden erfolgen, die flächig oder punktuell (z. B. an den Stellen künftiger Bäume in einer Baumreihe) auf den grünen jungen Aufwuchs mit einer Höhe von 5–15 cm ausgebracht werden. Als geeignete Herbizide können z. B. Roundup, Touchdown, bei reinem Rasen auch Fusilade empfohlen werden. Die besprühten Pflanzen lassen wir so lange in Ruhe, bis sie vollständig abgetrocknet sind. Erst dann beginnen wir mit der Bodenbearbeitung oder der Pflanzung. Da Herbizide durchweg gesundheitsschädliche Stoffe sind, darf ihre Anwendung nur von entsprechend geschultem Personal durchgeführt werden. Die Verwendung eines konkreten Mittels ist stets im aktuellen Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel zu überprüfen und gegebenenfalls mit einer Fachbehörde (Staatlicher Pflanzenschutzdienst, Ressortforschungsinstitute) abzustimmen.

Die Standortvorbereitung vor der Pflanzung kann auch die Verbesserung der Bodenqualität durch Zufuhr von frischem Mutterboden, Kompost, Kalk, Sand, Mineraldüngern oder anderen Komponenten umfassen, um ein günstigeres Bodenregime für das Wachstum der Gehölze zu erreichen. Die Ausbringung der genannten Stoffe erfolgt auf der Grundlage vorangegangener pedologischer Untersuchungen und Analysen gleichzeitig mit der Bodenbearbeitung, entweder flächig oder stellenweise.

Zu den vorbereitenden Maßnahmen vor der Pflanzung, vor allem auf größeren Flächen, gehört auch die Ansaat von Vorfrüchten (z. B. Leguminosen-Getreide-Gemenge, Senf, Raps, Lupine, Phacelia), mit denen der

Boden von Unkräutern gereinigt und nach dem Unterpflügen gleichzeitig mit organischer Substanz angereichert wird. Diese Maßnahme hat ihren Sinn auf nährstoffarmen Böden. Zu den vorbereitenden Arbeiten vor der Pflanzung gehört als eine weitere Alternative auch die Ansaat von spärlich wachsenden Gräsern und Kräutern auf der künftigen Pflanzfläche der Gehölze, um das Unkrautwachstum einzuschränken, wenn wir im Bestand keine Schwarzbrache erhalten wollen oder können. Zu den vorbereitenden Arbeiten am Standort muss auch die Beseitigung vorhandener Gehölze gezählt werden, die entweder ihr Lebensende erreicht haben oder gemäß der empfohlenen Pflegeplanung bestehender Bestände zum Artenaustausch vorgesehen wurden. Die Entfernung von Bäumen kann durch Fällen oder durch Herausreißen mit Erdbaumaschinen erfolgen. Stümpfe unerwünschter Ausschlagsgehölze streichen wir wegen des Wiederaustriebs mit Roundup ein, das im Verhältnis 1:2 mit Wasser verdünnt wird, oder wir fräsen sie heraus. Abgeschnittene Äste kleinerer Durchmesser und kleinere Stämmchen häckseln wir und verwenden sie als organische Bodendüngung oder als Mulchmaterial, das die Verunkrautung der künftigen Pflanzung verhindert.

Die Standortvorbereitung in Form einer gründlichen Bodenbearbeitung und der übrigen genannten Maßnahmen ist auf ausreichend großen, reliefgünstig gelegenen und maschinell bearbeitbaren Flächen möglich. An steilen, schwer zugänglichen oder felsigen Hängen, Erosionsschutzrainen, an Ufern von Fließgewässern und Wasserreservoirs, in bestehenden Baumreihen usw. wird die Bodenvorbereitung durchweg minimiert bzw. auf einzelne Maßnahmen am Standort der künftigen Setzlinge beschränkt, die gleichzeitig mit der Pflanzung durchgeführt werden (Abschälen des Rasenstichs, Zufuhr von Mutterboden, Dünger).

Wann pflanzen: der richtige Pflanztermin für verschiedene Gehölzarten

Pflanztermin

Bei der Bestimmung der geeigneten Jahreszeit für die Durchführung von Pflanzungen ist es notwendig, auf die artspezifischen Besonderheiten der einzelnen Gehölztaxa zu achten.

Die günstigste Jahreszeit für die Pflanzung von Gehölzen mit nackten Wurzeln ist die Vegetationsruhe, d. h. nach dem Laubfall und vor dem Austrieb der Blätter sowie vor dem Wurzelwachstum im Vorfrühling. Gehölze mit nackten Wurzeln dürfen nicht bei Frost gepflanzt werden. Herbstpflanzungen sind vorzuziehen, da der Boden noch warm ist und für eine gewisse Zeit intensives Wurzelwachstum ermöglicht, obwohl der oberirdische Teil bereits in der Dormanz ist. Die Herbstpflanzung schont die Bodenfeuchtigkeit, die Pflanzen wurzeln besser an und wachsen kräftiger. Laubabwerfende Bäume und Sträucher werden von Oktober bis zum ersten Frost und im Frühjahr bis zum Knospenaustrieb gepflanzt. Kurz vor dem Austrieb werden Gehölze mit hartem Holz gepflanzt. Forstliche Sämlinge von Nadelhölzern mit nackten Wurzeln – mit Ausnahme der Lärchen – pflanzt man lieber im Frühjahr.

Gehölze mit Erdballen oder im Container können das ganze Jahr über gepflanzt werden (ausgenommen trockene Perioden mit hoher Sonneneinstrahlung sowie Frostperioden mit gefrorenem Boden). Auch hier ist jedoch der beste Zeitpunkt für die Pflanzung im Herbst nach dem Laubfall und dann im Vorfrühling. Ziergehölzbaumschulen liefern das Ballenmaterial aus betrieblichen Gründen ohnehin nur in diesen zwei Saisons – der Herbstsaison (ca. von September bis zum Einfrieren des Bodens) und der Frühjahrssaison (vom Auftauen des Bodens bis zum Beginn des Austriebs).

Immergrüne Gehölze und Nadelhölzer können mit Erdballen das ganze Jahr über gepflanzt werden, mit Ausnahme der Zeit des Triebaustriebs. Die beste Zeit für ihre Pflanzung ist jedoch der frühe Herbst (September bis Mitte Oktober), damit sie vor dem Winter anwurzeln und auch im Winter Wasser aufnehmen können.

Gehölze sollten weder während des Knospenaustriebs noch während des Laubfalls gepflanzt werden. Gehölze werden nicht bei extrem niedrigen Temperaturen, in Trockenperioden und bei trockenem und warmem Wind gepflanzt

lichem Wetter. Einige Versuchspflanzungen von Gehölzen waren auch während der intensiven Triebbildungsphase nicht erfolgreich. Bei der Pflanzung ist ein konsequenter Schutz des Wurzelsystems vor den Einwirkungen von Sonnenstrahlung, Wind und Trockenheit wichtig. Die wertvollen japanischen Erfahrungen mit dem erfolgreichen Umpflanzen von Bäumen in der Nacht, wenn die Einwirkung dieser Stressfaktoren am geringsten ist, bestätigen dies nur.

Die Amerikaner sagen gerne, dass die beste Zeit zum Pflanzen von Gehölzen schon vor zwanzig Jahren war und die zweitbeste Zeit genau jetzt ist. Zögern Sie nicht mit dem Pflanzen. Es ist sehr notwendig – in unserer Landschaft und in unseren Städten gibt es erschreckend wenige Gehölze (vor allem Bäume).

Hinsichtlich des Arbeitsablaufs bei der Anlage einer Gartengestaltung werden Gehölze am häufigsten nach Abschluss der Geländearbeiten, dem Aufschütten von Erde sowie der Bearbeitung, guten Einebnung und dem Setzen des Bodens gepflanzt.

Auswahl des Pflanzstandorts: Abstände zu Leitungen, Verkehrswegen und anderen Bäumen

Pflanzstandort

Standorte mit guten Bodenverhältnissen bepflanzen wir vorzugsweise mit größeren (älteren) Setzlingen in endgültigen Pflanzabständen. Jüngere Setzlinge an diesen Standorten erfordern mehr Nachpflegemaßnahmen, insbesondere Schutz vor Unkräutern, die den Pflanzungen stark Konkurrenz machen können. Arme und degradierte Standorte bepflanzen wir dicht mit jüngeren Setzlingen.

Die Pflanzung erfolgt am liebsten in schwarze Brache. Es ist auch möglich, Gehölze in einen kurz vor der Pflanzung künstlich angelegten Rasen zu pflanzen. Die Pflanzung von Solitärgehölzen erfolgt häufig in alten Rasen, der zunächst abgestochen wird. Flächenpflanzungen führen wir bei Streifen-, Band- und Flächenbeständen wegen der anschließend rationellen Pflege in Reihen durch. Die traditionelle Methode der Reihenpflanzung ist der sogenannte Dreieckverband, bei dem die Setzlinge in benachbarten Reihen jeweils um den halben Abstand versetzt sind. Es ist jedoch auch möglich, andere Verbände zu wählen – quadratisch, rechteckig, trapezförmig. In der Regel pflanzen wir von Hand. Kleine und forstliche Setzlinge können auf gut vorbereiteten Flächen direkt mit dem Spaten oder auch mit einer Pflanzmaschine gesetzt werden. Die Reihenabstände passen wir der Mechanisierung an, die wir zur Bodenbearbeitung einsetzen werden (Mäher, Bodenfräsen, Hacken). Sie sollten nicht kleiner als 1 m sein. Die Abstände der Setzlinge in den Reihen wählen wir unter Berücksichtigung der Gehölzart, der Größe und Form des Setzlings, der Bestandesfunktion usw. Die Mindestabstände der Setzlinge betragen 0,5 m (forstliche Baumsetzlinge). Gehölze pflanzen wir in Pflanzgruben, -gräben oder -furchen. Am Hang pflanzen wir in waagerechte oder schräge Furchen unter einem Winkel von 45°, um eine schnelle Entstehung von Erosionsrinnen zu vermeiden. Die Pflanzungsmethode, Verbände, Abstände und weitere Aspekte müssen genau von einem Fachmann festgelegt werden, am besten in der Projektdokumentation.

Gehölze pflanzen wir so, dass sie nicht in direkten Konflikt mit Versorgungsleitungen geraten. Wir halten daher Mindestabstände (Schutzstreifen) von diesen Leitungen ein. Bäume pflanzen wir mindestens 2 m von Warmwasser- und Gasleitungen, 1 m von Kanalisation, Wasserleitungen und Elektrokabeln entfernt. Wenn sich an den geplanten Pflanzstandorten unterirdische Leitungen befinden (Wasserleitung, Gasleitung, Kanalisation, Telefon- und Elektrokabel, Stromleitungen der öffentlichen Beleuchtung usw.), sind die Bedingungen und die Lage möglicher Pflanzungen mit dem jeweiligen Betreiber abzustimmen.

Die Mindestbreite von Fußwegen für die Pflanzung von Bäumen mit kleinen Kronen beträgt in locker bebauten Gebieten mit niedrigeren Gebäuden mindestens 3,5 m, in dicht bebauten Gebieten mit höheren Gebäuden 4,5 m.

Bäume werden 1 m vom Bordstein entfernt und je nach Kronengröße in einem Abstand von 8–15 m gepflanzt. Die Abstände zwischen den Bäumen in einer Allee müssen dabei nicht immer gleichmäßig sein. In schmaleren Straßen, die von Ost nach West ausgerichtet sind, ist es besser, nur eine Baumreihe zu pflanzen, und zwar auf der besonnten Seite. Von der Straßenecke sollte der Abstand zum ersten Baum mindestens 12 m betragen, von Einfahrten 2,5 m und von Masten der öffentlichen Beleuchtung 5 m.

Bäume wachsen am besten in zusammenhängenden begrünten Streifen zwischen Gehweg und Fahrbahn. Bäume kleiner Größe sollten mindestens 8 m voneinander entfernt gepflanzt werden, Bäume mittlerer Größe mindestens 12 m voneinander und Bäume großer Größe mindestens 18 m voneinander. Großkronige Bäume sollten nicht in einer Rasenfläche gepflanzt werden, die schmaler als 3 m ist.

Pflanzgrube: richtige Größe, Form und Verfüllungsverfahren

Pflanzarbeiten

Pflanzgruben und -gräben für die Pflanzung

Der erste Schritt bei der Pflanzung an einem vorher ausgewählten Standort ist die Anlage (Aushebung) der sogenannten Pflanzgrube oder des Pflanzgrabens – des Raums, in dem der Gehölz platziert wird. Je größer die Abmessungen dieser Grube sind, desto besser ist ihr Einfluss auf das künftige Wachstum und die Entwicklung des jungen Exemplars. Daher ist die Frage ihrer Größe von grundlegender Bedeutung. Die ČSN DIN 18 916 gibt an, dass die Pflanzgrube mindestens 1,5-mal größer sein sollte als die Größe des Wurzelsystems des Gehölzes oder des Wurzelballens. Die optimale Größe der Pflanzgrube ist 3–5-mal breiter als die Größe des Wurzelsystems oder Ballens des Gehölzes. Dies belegt unter anderem eine Studie des amerikanischen Forstdienstes (USDA Forest Service), der feststellte, dass eine Pflanzgrube, die nur um 25 % größer als der Wurzelballen ist, dem Wurzelsystem

des Gehölzes ermöglicht, nur 10 % seiner ursprünglichen Größe zu erreichen, bevor es in den umliegenden Boden einwurzelt, der das Wurzelwachstum erheblich verlangsamt. Eine dreimal so große Pflanzgrube wie der Wurzelballen ermöglicht es dem Wurzelsystem, schnell bis zu 25 % seiner ursprünglichen Größe zu wachsen, bis sein Wachstum durch den umliegenden Boden verlangsamt wird. Es ist nämlich erwiesen, dass das Wachstum und die Entwicklung des Wurzelsystems von Bäumen im umliegenden Boden außerhalb der Pflanzgrube langsamer und qualitativ geringer sind als innerhalb der Pflanzgrube selbst.

Die Form der Pflanzgrube ist ebenfalls nicht ganz unerheblich. Sie sollte möglichst zweckmäßig und platzsparend sein. Aus dieser Perspektive ist ein kreisförmiger Durchmesser der Grube optimal. Die Grube muss eine konische Form haben, an der Bodenoberfläche die größte Fläche, der Grubbenboden die kleinste. Die Form der Pflanzgrube ist optimal, wenn sie an der Erdoberfläche 2–3-mal breiter ist als an ihrem Boden. Die Wände der Pflanzgrube neigen sich leicht zu ihrem Boden hin. Es ist vorteilhaft, sie mit einem Spaten aufzurauen, insbesondere in schweren lehmigen oder verdichteten Böden, um das Durchwurzeln der Wände in den umliegenden Boden zu erleichtern. Andernfalls kann es an der Fläche glatter, nicht aufgerauter Wände zu einem Einrollen der Wurzeln in Richtung der Mitte der Pflanzgrube kommen und damit zum sogenannten Topfeffekt, der im vorherigen Kapitel beschrieben wurde. Die Pflanzgrube sollte ausreichend breit und flach sein, um die Entwicklung des Wurzelsystems in die Fläche maximal zu ermöglichen. Pflanzgruben, die tiefer als breit sind, sind technologisch fehlerhaft. Der Aushebung und der Formgebung der Pflanzgrube muss ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden. Ein amerikanisches Sprichwort sagt: „Man sollte Gehölze für 50 Cent in Pflanzgruben für 5 Dollar pflanzen.“

Das Ausheben von Gruben oder Gräben erfolgt von Hand oder mit Hilfe kleiner Maschinen (Minibagger, UNC usw.). Beim maschinellen Ausheben von Gruben ist es stets besser, wenn die endgültige Form der Grube sowie das Aufrauen der Wände und des Grubenbodens manuell mit Spaten, Schaufeln oder anderem scharfen Werkzeug durchgeführt werden. Bei vernässten Böden muss vor der Pflanzung in der Pflanzgrube eine entsprechende Drainage sichergestellt werden. Diese kann auf verschiedene Arten angelegt werden. Entweder füllen wir den Grubbenboden mit nicht durchwurzelbarem Material, oder wir bauen ein System von Belüftungs- und Lüftungsgruben und -schächten, gegebenenfalls ein vollständiges Entwässerungssystem für den Standort. Eine Möglichkeit bei diesen Bodentypen ist auch die Pflanzung von Gehölzen in einer sehr flachen Pflanzgrube, bei der die Oberseite des Wurzelballens leicht über dem Niveau des umliegenden Geländes liegt. In diesem Fall muss der Wurzelballen zu zwei Dritteln in der Pflanzgrube und zu nicht mehr als einem Drittel über dem Geländeniveau platziert sein. Anschließend muss das Substrat bis zum Wurzelhals des Gehölzes angehäufelt und von dort aus schrittweise bis auf das bestehende Niveau des umliegenden Geländes abgeböscht werden.

Wenn es irgend möglich ist, sollte die gesamte Erde aus dem Aushub der Pflanzgrube auch zu ihrer Verfüllung verwendet werden. Beim Ausheben von Gruben ohne Bodenaustausch wird die Vegetationsschicht des Bodens bei den Wurzeln der zu pflanzenden Pflanzen abgelagert.

Es ist jedoch nicht immer möglich, die Erde aus der ausgehobenen Grube zu verwenden (geringe Bodenqualität). Dennoch sollten mindestens 50 % der ausgehobenen Erde beim Verfüllen der Grube verwendet werden. In diesem Fall mischen wir den minderwertigen Boden aus der Pflanzgrube mit einem vorher vorbereiteten, leicht durchwurzelbaren, luftigen Substrat mit ausreichendem Vorrat an organischen Bestandteilen zur Sicherstellung der Ernährung des gepflanzten Gehölzes. Mit Vorteil werden gärtnerische Substrate mit Torf- oder Kompostanteil verwendet. Wenn wir reinen Torf verwenden,

diesen fest andrücken, insbesondere in unmittelbarer Nähe der Wurzeln und des Ballens, um Lufttaschen in der Grube zu beseitigen und so ein Austrocknen der Wurzeln zu verhindern. Bei der Pflanzung rechnen wir im Voraus mit dem Setzen der Erde in der Grube. Das bedeutet, dass Gehölze etwas höher gepflanzt werden, damit die Pflanze nach dem Setzen der Erde auf dem gewünschten Niveau liegt. Das endgültige Setzen des Bodens in der Pflanzgrube erfolgt etwa 6 Monate nach ihrem Ausheben.

Nach dem Einrieseln von Erde um die Wurzeln oder Ballen werden die Gehölze in der Pflanzgrube mit ausreichend Wasser gegossen (im Falle des Setzens der Erde wird Substrat nachgefüllt). Junge Pflanzen unter günstigen Bedingungen können nur mit feuchten Wurzeln gesetzt werden, es ist nicht notwendig, sie nach der Pflanzung zu gießen. Die Oberfläche der Pflanzgrube, die sogenannte Bewässerungsschale, wird auf die gewählte Weise gestaltet.

Bewässerungsschale: Schutz der Wurzelzone im städtischen Umfeld

Bewässerungsschale

Die Bewässerungsschale ist eine speziell gestaltete Oberfläche der Pflanzgrube, die das Wurzelsystem des Gehölzes in der Pflanzgrube und in deren unmittelbarer Umgebung schützt und möglichst ideale Bedingungen für das weitere Wachstum und die Entwicklung des Gehölzes schafft. Die Bewässerungsschale ist flächenmäßig oft genauso groß wie die Pflanzgrube, ihre Fläche sollte jedoch idealerweise noch mindestens um 1/3 größer sein. Die Form der Bewässerungsschale ist am häufigsten kreisförmig.

Die Bewässerungsschale ist besonders wichtig für neu gepflanzte, herangewachsene Bäume im städtischen Umfeld. Der Mindestabstand des Schalenrandes vom Stamm bei Bäumen mit großer Krone sollte mindestens 1,5 m und bei kleinkronigen Taxa mindestens 1,0 m betragen. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist die Schale Bestandteil von Gehwegflächen oder anderen Verkehrsflächen. Zur Anlage der Bewässerungsschale bei schmalen Verkehrsflächen werden beispielsweise Gusseisenroste, Beton-„Rasen“-Pflastersteine oder grobkörniger Schotter verwendet. Die Möglichkeiten zur Gestaltung der Schale sind in diesen Fällen vielfältig, jedoch bedeutet die ideale Lösung aus betrieblicher Sicht fast immer eine Einschränkung der Wachstumsbedingungen des Baumes. Ist die Verkehrsfläche ausreichend breit, ist die Situation wesentlich günstiger. Die Bewässerungsschale wird in diesem Fall leicht erhöht über das umliegende Gelände (ca. 5–10 cm) angelegt. Diese Maßnahme verhindert beispielsweise das Abschwemmen von Verunreinigungen von der Gehwegfläche (Ölreste, Hundekot, Reste von Streusalz usw.) in die Wurzelschale und die anschließende Kontamination des Bodenprofils. Die Oberfläche wird so gestaltet, dass das Betreten durch Fußgänger und das Befahren durch Kraftfahrzeuge auf dieser Fläche verhindert wird, beispielsweise durch Mulchen oder Pflanzenbewuchs.

Werden Sträucher oder Bäume in zusammenhängende Rasenflächen oder Grünstreifen gepflanzt, wird die Bewässerungsschale so gestaltet, dass sie zumindest in den ersten zwei Jahren das Rasenwachstum in der unmittelbaren Umgebung des Gehölzes verhindert. Dies lässt sich beispielsweise leicht durch Mulchen der Bewässerungsschale oder durch bloßes Aufreißen der Grasnarbe erreichen.

Verankerung von Bäumen nach der Pflanzung: Typen, Materialien und fachgerechte Installation

Verankerung

Gehölze müssen nach der Pflanzung bei Bedarf verankert werden. Am häufigsten werden ausgewachsene Alleen-Bäume verankert. Die Installation einer Verankerung ist aus zwei grundlegenden Gründen notwendig: – Der Baum besitzt nur einen kleinen Teil seines Wurzelsystems, insbesondere die kräftigen Anker-Wurzeln fehlen = er ist am Standort nicht ausreichend fixiert = durch die Bewegungen des Stammes (und gleichzeitig des Wurzelballens) bei Wind werden neu entstehende feine Wurzeln beschädigt,

– Schutz des neu gepflanzten Baumes vor Vandalismus, Verletzungen der Stammbasis durch Rasenmäher oder Freischneider, Beschädigungen während Bauarbeiten, parkenden Fahrzeugen usw.

Die Aufgabe der Verankerung ist die Fixierung des Baumes gegen seitliche Bewegungen; sie darf jedoch die Bewegung des Baumes nach unten nicht verhindern. Diese Bewegung tritt beim Setzen des Substrats in der Pflanzgrube auf. Bei einer absolut festen Verankerung könnte der Baum mitsamt dem Wurzelballen in der Erde „hängen“ bleiben. Der mit Luft gefüllte Raum zwischen dem Wurzelballen und dem Boden in der Pflanzgrube (sog. Lufttasche) würde dann zur Austrocknung des Wurzelraums und zum Absterben der Wurzeln beitragen.

Im Allgemeinen sind die am besten geeigneten Verankerungstypen jene, die grundflächenmäßig am wenigsten Platz beanspruchen und die Nachpflegemaßnahmen für den Baum und das Grün auf den umliegenden Flächen nicht erschweren. Die Verankerung von Bäumen ist besonders wichtig an windexponierten Standorten und auf leichten Sandböden.

Die Verankerung muss regelmäßig, mindestens einmal jährlich, kontrolliert und beschädigte, nicht funktionierende oder den Baum stark mechanisch verletzende Verankerungen müssen repariert werden. Die Verankerung hat eine begrenzte Wirkungsdauer am Baum. Sie sollte nach etwa 3 Jahren entfernt werden, wobei eine jährliche Kontrolle erforderlich ist. Es kann nämlich zu erheblichen mechanischen Beschädigungen des Baum-Gewebes durch das Einwachsen der Anbindungen in das Stammholz kommen.

Die grundlegenden Verankerungstypen sind: – unterirdische Verankerung – d.h. des Wurzelballens in der Pflanzgrube, – oberirdische Verankerung – d.h. Fixierung des Baumstammes in verschiedenen Höhen, – kombinierte Verankerung.

Der unterirdische (sog. englische) Verankerungstyp in der Pflanzgrube ist visuell nicht wahrnehmbar und kann nicht routinemäßig kontrolliert werden, was gleichzeitig sein unbestreitbarer Vorteil und Nachteil ist (keine Kontrollmöglichkeit). Die bekannteste Art der unterirdischen Verankerung ist die Platipus-Verankerung oder ihr tschechisches Äquivalent Kotvos. Die unterirdische Verankerung wird für ausgewachsene Bäume mit qualitativ hochwertigen, großen und sehr festen Wurzelballen verwendet, die durch die Verankerung in den Boden gedrückt werden. Stamm und Krone werden nicht verankert. Das System ist betrieblich aufwendig; zur Installation ist Spezialausrüstung erforderlich, ohne die eine qualitativ hochwertige Verankerung des Baumes nicht möglich ist. Die Verankerung kann zur Sicherung des Wurzelballens von Bäumen an Betonschächten, Bordsteinen sowie großer Alleen-Bäume usw. verwendet werden. Derzeit ist es bei uns seit mehreren Jahren ein relativ häufig verwendeter Bindungstyp mit guten Ergebnissen.

Die oberirdische Verankerung des Baumes hat ihren Ursprung in den Niederlanden, wo zur Verankerung von Bäumen Holzpfähle in verschiedener Anzahl und Größe verwendet werden, die in den Boden der Pflanzgrube eingeschlagen und mit Bindmaterial in verschiedenen Höhen am Baumstamm befestigt werden. Wir sprechen von der „holländischen“ Verankerung. Eine andere Verankerungsart ist die Optimal-Verankerung, bei der die Pfähle außerhalb der Pflanzgrube im Boden fixiert und am Stamm in einem 45°-Winkel befestigt werden. Eine ähnliche Verankerungsmethode, jedoch mit Hilfe von Stahlseilen, die den Baum im unteren Kronenbereich fixieren, verwenden viele Unternehmen, von denen das bekannteste wiederum das Platipus-System aus England ist. Der Vorteil der oberirdischen Verankerung ist die Möglichkeit der ständigen visuellen Kontrolle und Reparatur der Verankerung sowie der Schutz der Bäume vor einigen negativen Einflüssen des städtischen Umfelds, insbesondere Vandalismus, parkenden Fahrzeugen usw. Ihr Nachteil ist die Massivität der Sicherungselemente und mögliche Probleme mit der Betriebssicherheit (insbesondere bei schlechter Sichtbarkeit).

Bei Bäumen großer Abmessungen kann eine Kombination beider Verankerungstypen angewendet werden, um die Bäume sowohl im Boden als auch im oberirdischen Bereich zu fixieren.

Die holländische Methode, bei der zur Verankerung der Stämme Holzpfähle verschiedener Größen und Anzahl verwendet werden, ist bei uns und weltweit die häufigste Baumverankerung, ausreichend bekannt und langfristig bewährt.

Geschälte Holzpfähle mit (halb)rundem Querschnitt werden in der Regel senkrecht in den Boden der Pflanzgrube eingeschlagen. Die Pfähle sind in der Regel entrindert, häufig ist ihre Oberfläche zusätzlich chemisch imprägniert (gebeizt), um insbesondere im Boden den Fäulnisprozessen zu widerstehen. Zur chemischen Imprägnierung kann eine Lösung aus grünem oder blauem Vitriol oder eine Spezialimprägnierung (z.B. Boronit) verwendet werden. Aufgrund des Risikos der Freisetzung chemischer Mittel in den Boden darf nur eine Druckimprägnierung verwendet werden. Die Haltbarkeit der Pfähle muss gemäß unserer ČSN DIN 18 916 mindestens 2 Jahre betragen. Die Pfähloberseiten werden mit halbrundem Holzquerholz verbunden, um die erforderliche Stabilität der errichteten Konstruktion zu gewährleisten. Nach dem Einschlagen dürfen sie nicht aufgesplittert sein usw., ggf. müssen sie geglättet werden.

Bei wurzelnackten Gehölzen müssen die Pfähle mindestens 30 cm tief in den ungelockerten Boden eingeschlagen werden. Bei Bäumen mit einer Stammhöhe bis 250 cm müssen die Pfähle mindestens 25 cm und höchstens 10 cm unterhalb der Kronenansatzstelle reichen. Schräge Pfähle werden so eingeschlagen, dass ihre Spitze in Richtung der vorherrschenden Winde zeigt; an Hängen zeigen die Spitzen der schrägen Pfähle vom Hang weg (der Pfählfuß befindet sich über dem Gehölz).

Ein Pfahl zur Verankerung wird für Gehölze kleiner Abmessungen verwendet. In diesem Fall wird der Pfahl auf der Seite mit dem stärksten Verkehr an den Stamm angelegt, und bei Straßen, die im Winter mit Streusalz behandelt werden, in deren Richtung. Wenn der Baum vor Sonnenbrand geschützt werden soll, muss der Pfahl von Süden an den Stamm gestellt werden; wenn der Wasserverlust aus dem Stamm verringert werden soll, wird er auf der Seite der vorherrschenden Winde aufgestellt; in Überschwemmungsgebieten gegen die Strömung. Zwei Pfähle werden in Verkehrsrichtung aufgestellt. Drei oder vier Pfähle werden zur Verankerung hoher, wüchsiger Bäume verwendet.

Der Stamm wird mit Anbindungen aus natürlichen oder synthetischen Materialien an den Pfählen fixiert. Die Anbindungen sollten möglichst breit, glatt und elastisch, aber fest sein. Am häufigsten werden flache Anbindungen aus synthetischen Fasern wie Polyamid, Polyester, Polypropylen, Polyurethan usw. verwendet. Auch natürliche Kokosfaser oder Juteschnüre werden eingesetzt, die jedoch häufig nachgeben und die Stammrinde abscheuern. Daher müssen die Stellen der Anbindungen am Stamm mit Jutestoff unterlegt werden, um das Abscheuern zu verhindern. Die Anbindungen werden zwischen Stamm und Pfahl mit einem Achtknoten fixiert. Sie werden an den Pfähloberseiten angebracht, um das Abscheuern des Stammes daran zu minimieren. Die Anbindung muss am Pfahl gegen Verrutschen gesichert sein. Die Anbindungen müssen rechtzeitig entfernt oder erneuert werden, damit sie nicht in den Stamm einwachsen.

Schutz des Stammes vor Sonnenbrand: Jutaband und andere Methoden

Schutz des Baumstammes vor Sonnenbrand

Bei neu gepflanzten Bäumen an Standorten, die der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, kann es zu einem sogenannten Sonnenbrand an ihren Stämmen kommen. Beim Sonnenbrand werden nicht nur die Gewebe der sekundären Rinde, sondern auch des Basts und des Kambiums verletzt. Um diese Verletzungen zu verhindern, ist es gängige Praxis, die Stämme mit Jutagewebe zu umwickeln, das sie vor direkter Strahlung, hohen Sommertemperaturen und dem Austrocknen der Oberflächenzellen schützt. Für Sonnenbrand anfälliger sind Bäume mit dünner Rinde (Ahorne, Buchen, Linden) sowie Bäume, deren Stämme in Zierbaumschulen von Jugend an beschattet wurden.

Das Umwickeln des Stammes mit Juta oder anderen Materialien birgt jedoch auch Risiken. Die Temperaturunterschiede bei mit Juta oder anderem Material umwickelten Stämmen sind oft größer als ohne diese (siehe Tabelle aus der Beobachtung der Firma Lappen, BRD). Umwicklungsmaterialien (und am meisten

darunter gerade Juta) halten dichten Schatten und hohe Feuchtigkeit auf der Stammoberfläche, was günstige Bedingungen für die Entwicklung von Mykoflora und Pilzfäulnis schafft. Einige Arten von Rindeninsekten leben zwischen den Umwicklungsmaterialien und der Rinde, die sie anschließend beschädigen. Als optimal gilt derzeit die Verwendung von Schilf- oder Bambusmatten.

In unseren Verhältnissen ist der Schutz des Baumstammes vor Sonnenbrand eine übliche Angelegenheit. Er ist nicht immer unbedingt notwendig. Besonders an beschatteten Standorten oder Standorten mit diffuser Strahlung ist dieser Schutz nicht erforderlich. Er senkt nicht nur die Kosten der Bepflanzung, sondern hilft dem Baum auch, natürlich auf die Veränderung der Umgebung zu reagieren. Werden Umwicklungsmaterialien zum Schutz des Stammes verwendet, müssen sie regelmäßig kontrolliert und schrittweise vom Stamm entfernt werden, sodass sich der Baum langsam an die veränderten Lichtverhältnisse des Standorts gewöhnen kann. Achtung vor zu starkem Zusammenziehen der Umwicklungsmaterialien um den Stamm. Sie wachsen sehr schnell in die Stämme ein (oft bereits innerhalb einer Vegetationsperiode).

Schnitt von Gehölzen bei der Pflanzung und richtiges Gießen mit Düngung

Schnitt der Gehölze bei der Pflanzung

Zur Pflanzung gehört in vielen Fällen auch eine geeignet gewählte Schnitttechnik für den Wurzel- und den oberirdischen Teil, die zu einem schnelleren Anwachsen des Gehölzes am Standort beitragen kann. Die Art des Schnitts hängt vom verwendeten Pflanzgut ab. Die Aufgabe ist stets dieselbe – der Ausgleich des ungünstigen Verhältnisses zwischen dem oberirdischen Teil und dem Wurzelteil, der durch das Ausgraben des Exemplars in der Baumschule sowie gegebenenfalls durch den Transport zum Pflanzort oder die Einlagerung verursacht wurde. Diese Art des Schnitts bezeichnen wir als Ausgleichsschnitt (komparativer Schnitt), und seine Grundsätze werden in Kapitel 11 näher beschrieben.

Gehölze mit freiem Wurzelballen müssen in der Regel je nach Art und Größe sowie nach Standortbedingungen und Jahreszeit eingekürzt oder ausgelichtet werden. Dabei muss die natürliche oder gewünschte Wuchsform der Gehölze erhalten bleiben. Beschädigte Teile des Gehölzes müssen entfernt und Wunden glatt abgeschnitten werden. Der Schnitt des oberirdischen Teils entfernt gebrochene, mechanisch beschädigte, trockene, sich kreuzende Äste sowie fehlerhafte Verzweigungen. Bei einer Herbstpflanzung fällt der Schnitt milder aus, während bei einer Frühjahrspflanzung ein stärkerer Schnitt vorgenommen wird. Im Frühling, bevor die Wurzeln ein neues Netz aus Assimilationswurzeln gebildet haben, bildet die Krone

Blätter, die zur Fotosynthese fähig sind und dafür ausreichend Wasser aus den Wurzeln benötigen. Die Wurzeln sind jedoch für eine gewisse Zeit – in der Regel einige Wochen – nicht in der Lage, der Krone diese Wassermenge zu liefern. Der Schnitt der Wurzeln beschränkt sich ausschließlich auf die Entfernung eingetrockneter, verletzter und gebrochener Wurzeln sowie auf die Erstellung frischer Schnittflächen an verletzten Wurzeln unmittelbar vor dem Einsetzen des Gehölzes in die Pflanzgrube, damit eine möglichst schnelle Regeneration dieser Wunden einsetzen kann.

Bewässerung und Düngung

Wassermangel kann für neu gepflanzte Gehölze (insbesondere für Gehölze mit freiem Wurzelballen) ein erheblicher Stressfaktor sein. Das Gehölz verfügt über ca. 5 % des ursprünglichen Wurzelsystems (als Folge der Umpflanzung), und diese Wurzeln sind zudem noch nicht in den umliegenden Boden eingewachsen. Sie sind nicht in der Lage, Wasser effizient aus dem Boden aufzunehmen. Diesen Stress bezeichnen einige Fachleute als „Umpflanzungsstress“. Er ist am deutlichsten bei Gehölzen mit freiem Wurzelballen ausgeprägt, bei denen der Wurzelverlust am größten ist. Gehölze mit Ballen oder im Container können ebenfalls diesem Stress ausgesetzt sein – jedoch nicht aufgrund des Verlusts des überwiegenden Teils der Wurzeln, sondern wegen der geringeren Bewässerungsmenge am dauerhaften Standort im Vergleich zur Bewässerung in der Baumschule sowie des schnelleren Wasserverlusts aus der Wurzelzone in der Pflanzgrube in den umliegenden Boden, der schneller verläuft als an der Grenzfläche Container–Luft. Ein starkes Wasserdefizit bei gepflanzten Gehölzen lässt sich nicht nur durch Bewässerung, sondern auch durch Besprühen, Reduzierung der Verdunstungsfläche (durch Schnitt, Beschattung, Bandagieren usw.) sowie den Einsatz von Antitranspirationsmitteln verringern.

Die günstigste, betrieblich am wenigsten aufwendige und am häufigsten verwendete Methode ist die Bewässerung. Hinsichtlich des Bewässerungsaufwands ist es wesentlich besser, Gehölze im Herbst zu pflanzen. Bis zum Eintreten der kritischen heißen Sommertage, an denen der Wasserbedarf am höchsten ist, kommt es zumindest zu einer teilweisen Entwicklung des Wurzelsystems, und der Wasserstress wird dadurch auf natürliche Weise minimiert. Die optimale Lösung ist die Bewässerung unmittelbar nach dem Einsetzen des Gehölzes in die Pflanzgrube.

Ob die Bewässerung der Gehölze nach der Pflanzung ausreichend ist, lässt sich mit einem sehr einfachen Test feststellen. Nach dem Zerreiben der obersten 5 cm Erde ist der Boden entweder trocken (Bewässerung unzureichend), angemessen feucht (Bewässerung optimal) oder schlammig und riecht nach Fäulnis (Bewässerung übermäßig in zu kurzen Abständen).

Wenn möglich, ist eine regelmäßige Besprühung im Sommer empfehlenswert, jedoch ist diese oft betrieblich und wirtschaftlich aufwendig. Durch das Besprühen wird die Blatttemperatur gesenkt und die Wasserverdunstung aus den Blättern verringert.

Durch den Einsatz von Antitranspirationsmitteln lässt sich die Transpiration und die Fotosyntheserate verringern. Mit einer einzigen Behandlung können die Verdunstungsverluste über einen Zeitraum von zwei Wochen um 25–30 % gesenkt werden (z. B. mit den Mitteln Folicote, Weltpruf, Vidaplast, Foligard u. a.).

Zum Zeitpunkt der Pflanzung düngen wir Gehölze lieber nicht, und wenn doch, dann nur sehr wenig – dabei verwenden wir ausschließlich Depotdünger, deren Mineralstoffe sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren schrittweise freisetzen. Am besten geeignet für die Pflanzung sind Tablettendünger, die möglichst außerhalb der Wurzeln und oberhalb davon, eher näher an der Bodenoberfläche, platziert werden. Es ist stets besser, Dünger in die unmittelbare Umgebung der Pflanzgrube einzubringen als direkt in die Pflanzgrube selbst.

Nachpflanzungspflege: Wie Sie Gehölze in den ersten Jahren nach der Pflanzung pflegen

Nachpflanzungspflege

Mit der eigentlichen Pflanzung von Gehölzen an ihrem dauerhaften Standort endet unsere Fürsorge für sie nicht. Eine qualitativ hochwertige und verantwortungsvolle Nachfolgepflege der Pflanzungen während des sogenannten Verpflanzungsstresses macht die Hälfte des Erfolgs der gesamten Pflanzung aus – wenn nicht noch mehr. Der Verpflanzungs- (Akklimatisierungs-)stress wird vor allem durch eine deutliche qualitative Veränderung der Standortbedingungen und den starken Wurzelverlust der Gehölze beim Umpflanzen an einen anderen Standort ausgelöst. Der Verpflanzungsstress endet in dem Moment, in dem sich das Gehölz am Standort akklimatisiert und ein Wurzelsystem ausgebildet hat, das in seiner Größe dem ursprünglichen Wurzelsystem (d. h. vor dem letzten Umpflanzen) entspricht. Dieser Prozess dauert je nach Art oder Typ des Gehölzes mehrere Wochen bis Jahre (am längsten bei ausgewachsenen Alleebäumen). Die Pflege von Gehölzen während dieser Zeit wird als Nachpflanzungspflege bezeichnet. Sie stimmt nicht mit der Fertigstellungspflege im Sinne der ČSN DIN 18 916 überein, die bei Pflanzungen bis zur Abnahme durchgeführt wird. Pflanzungen sind gemäß der Norm abnahmefähig, sobald die Sicherheit des weiteren Wachstums erreicht ist (d. h. das Anwachsen der Pflanzung). Nicht jedoch die Überbrückung des Verpflanzungsstresses, obwohl bei sehr jungen Pflanzen beide Zeitpunkte sehr nahe beieinanderliegen.

Die Nachpflanzungspflege ist eine Phase intensiver Pflege des Gehölzes und dauert mindestens mehrere Wochen, bei ausgewachsenen Bäumen bis zu mehreren Jahren nach der Pflanzung.

In diesem Zusammenhang muss eine bereits erwähnte Regel erneut betont werden: Je jünger (kleiner) das Pflanzgut, desto schneller das Anwachsen am Standort nach dem Umpflanzen und die Überwindung des Verpflanzungsstresses und damit auch das Ende der Nachpflanzungspflege. Und umgekehrt.

Die Nachpflanzungspflege besteht vor allem aus folgenden Maßnahmen: – Bewässerung und Düngung, – Pflege der Bewässerungsmulde, Auflockern und Unkrautbekämpfung der Pflanzungen, – Erziehungsschnitt der Kronen junger Bäume, – regelmäßige Kontrolle der Verankerung und deren rechtzeitige Entfernung, – Behandlung mechanischer Verletzungen, die bei der Pflanzung und in den ersten Jahren danach entstanden sind, – Schutz vor Krankheiten und Schädlingen.

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