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Zeder (Cedrus)

Atlas-Zeder, Himalaya-Zeder und Libanon-Zeder im Vergleich: Standort, Pflanzung und Düngung – dazu hängende Zwergformen für den kleinen Garten.

Zedern sind imposante immergrüne Nadelbäume, die 20 bis 30 m hoch werden. Sie mögen sonnige, geschützte Standorte mit tiefgründigen, frischen und durchlässigen Böden. Sie blühen im Herbst (September bis Oktober) und werden über Aussaat und Veredelung vermehrt. Die Gattung Cedrus umfasst vier Arten aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae, früher auch als Abietaceae geführt).

Die Nadeln der Zeder stehen in zwei Anordnungen – an den Langtrieben sitzen sie spiralig verteilt, an den Kurztrieben bilden sie dichte Büschel. Die männlichen Blüten sind gelb, die weiblichen purpurn und eiförmig. Nach der Reife (nach zwei bis drei Jahren) zerfallen die Zapfen direkt am Baum. Zedern werden sehr alt und erreichen majestätische Ausmaße, sie brauchen ein mildes Klima und feuchte Luft, junge Pflanzen muss man vor Frost schützen.

Zedern-Arten: Atlas-Zeder, Himalaya-Zeder und Libanon-Zeder

Atlas-Zeder (Cedrus atlantica)

Atlas-Zeder Glauca mit stahlblauen Nadeln in Büscheln
Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) mit stahlblauen Nadeln.

Dieser hohe Baum stammt aus dem Atlasgebirge in Marokko und Algerien. Junge Bäume haben eine regelmäßige, breit kegelförmige Krone, die im Alter breit und unregelmäßig wird. Die Nadeln sind blaugrün und rund 3 cm lang. Häufig werden dekorative Formen gepflanzt:

  • 'Fastigiata': breit säulenförmiger Wuchs, Nadeln oberseits hellgrün, unterseits blaugrün.
  • 'Glauca': stahlblaue Nadeln, dekorative Form.
  • 'Glauca Pendula': dicht hängende Äste und aufrechter Stamm.

Himalaya-Zeder (Cedrus deodara)

Himalaya-Zeder Cedrus deodara mit hängenden Zweigen und weichen Nadeln
Himalaya-Zeder (Cedrus deodara) mit goldgelben Nadeln.

Dieser hohe Baum aus dem Himalaya hat eine kegelförmige Krone und hängende Zweige. Die Nadeln sind weich, frischgrün und 2 bis 6,5 cm lang. Bei uns ist er nicht ausreichend frosthart, doch silbrige Formen wie 'Karl Fuchs' oder 'Kaschmir' sind deutlich härter.

Libanon-Zeder (Cedrus libani)

Libanon-Zeder Cedrus libani mit schirmförmiger Krone
Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) ist ein mächtiger Parkbaum.

Kennzeichnend ist die in der Jugend breit kegelförmige Krone, die im Alter schirmförmig wird. Die Nadeln sind 2 bis 3 cm lang und sattgrün. Sie kommt vor allem in Kleinasien und im Taurusgebirge vor. Die Varietät 'stenocoma' aus der Türkei ist am robustesten und hat eine schmale, fichtenartig schlanke Krone.

Hängende Zeder und Zwergformen für den kleinen Garten

Hängende Zeder Glauca Pendula mit blauen überhängenden Ästen auf Stamm
Die Hängezeder ‚Glauca Pendula‘ wird auf einen Stamm veredelt, ihre Äste hängen bis zum Boden.

Die Grundarten der Zeder sind nach einigen Jahrzehnten über 20 m hohe Bäume und eignen sich deshalb nicht für den normalen Garten. Gärtner ersetzen sie durch hängende und zwergige Sorten, die dieselben Nadeln und dieselbe Farbe haben, aber um ein Vielfaches kleiner bleiben:

  • Atlas-Zeder ‚Glauca Pendula‘ — die am häufigsten gepflanzte Hängezeder. Sie wird auf einen Stamm veredelt, ihre Endhöhe entspricht also der Veredelungshöhe (meist 1,5 bis 3 m), und die blauen Hängeäste lassen sich an einem Gerüst zur Seite führen.
  • Himalaya-Zeder ‚Pendula‘ — weiche, frischgrüne Nadeln und breit überhängender Wuchs; passt an den Teich oder über eine Stützmauer.
  • Himalaya-Zeder ‚Feeling Blue‘ — blaue Zwergform mit polsterartigem Wuchs bis etwa 1 m, geeignet für den Steingarten und für große Kübel.
  • Libanon-Zeder ‚Nana‘ — langsam wachsende, kompakte Sorte bis 1,5 m, beliebt auch als Bonsai.

Hängeformen werden nicht in Form geschnitten. Der einzige nötige Eingriff ist das Anbinden des Leittriebs an einen Stab in den ersten Jahren nach der Pflanzung — ohne ihn bildet der Baum keinen Stamm und bleibt kriechend.

Zeder pflanzen: Standort, Pflanzung und Düngung

Die Zeder gehört zu den anspruchsvolleren Nadelbäumen — anders als der genügsame Wacholder will sie volle Sonne, eine windgeschützte Lage und tiefgründigen, durchlässigen Boden. Auf schwerem, staunassem Lehm kümmert sie genauso wie Eibe oder Lärche. Mit gut gewähltem Platz hält sie dann Jahrzehnte ohne große Pflege durch.

  • Pflanzung: am besten zeitig im Frühjahr, damit der Baum die ganze Saison zum Einwurzeln hat. Der Wurzelballen kommt auf Bodenniveau, niemals tiefer, höhere Bäumchen müssen die ersten zwei Jahre verankert werden.
  • Gießen: in den ersten drei Saisons regelmäßig und durchdringend, besonders in einem trockenen Herbst — immergrüne Nadeln verdunsten auch im Winter Wasser.
  • Winterschutz: junge Pflanzen vertragen Frost schlechter als ausgewachsene Bäume. Am empfindlichsten ist die Himalaya-Zeder, bei der sich eine robuste Sorte und Schattierung gegen die Wintersonne lohnt.
  • Schnitt: die Krone der Zeder wird nicht geschnitten. Entfernt werden nur trockene und beschädigte Äste, am besten am Ende des Winters.
  • Zeder im Kübel: Zwergformen halten Jahre im Gefäß aus, brauchen aber ein saureres, durchlässiges Substrat und im Winter einen geschützten Platz, weil die Wurzeln im Kübel durchfrieren.

Gedüngt wird im Frühjahr zu Beginn des Austriebs. Nadelbäumen tut ein langsam wirkender organischer Dünger gut — DÜNGEE löst sich in Wasser auf, verbrennt die Wurzeln nicht und liefert neben Nährstoffen organische Substanz, die bei flach wurzelnden Nadelbäumen die Wasserspeicherung verbessert. Bei ausgewachsenen Bäumen im Bereich des Kronenrands gießen, nicht am Stamm — dort sitzen die Saugwurzeln.

Zedernholz, Zapfen und Samen der Zeder

Aufrechte Zapfen der Atlas-Zeder am Zweig mit blaugrünen Nadeln
Die Zapfen der Zeder stehen aufrecht auf den Ästen und zerfallen nach der Reife direkt am Baum.

Zedernzapfen erkennt man auf den ersten Blick: Sie stehen aufrecht auf den Ästen, also umgekehrt als bei der Fichte, wo sie nach unten hängen. Sie fallen nie im Ganzen ab — am Boden bleibt von ihnen nur die verholzte Spindel. Die Samen sammelt man genau aus den zerfallenden Zapfen und sät sie nach einer Kaltstratifikation aus; der Sämling wächst anfangs langsam und braucht die ersten Jahre einen geschützten Platz.

Zedernholz ist leicht, dauerhaft und duftet intensiv nach ätherischen Ölen. Es wird für Verkleidungen, Truhen, Bleistifte und zur Destillation von Zedernöl verwendet. Vorsicht bei Handelsnamen: Die meisten als „Zedernholz“ verkauften Bretter und Verkleidungen auf dem deutschen Markt stammen nicht aus der Gattung Cedrus, sondern vom Riesen-Lebensbaum oder vom Virginischen Wacholder.

Welche Zeder keine echte Zeder ist: Rot-, Sibirische und Japanische Zeder

Rot-Zeder, also der Riesen-Lebensbaum Thuja plicata, mit flachen schuppigen Zweigen
Die „Rot-Zeder“ ist in Wirklichkeit der Riesen-Lebensbaum — er hat schuppige Zweige, keine Nadelbüschel.

Unter dem Namen Zeder werden gewöhnlich drei Gehölze verkauft, die nicht zur Gattung Cedrus gehören. Der Unterschied ist auf den ersten Blick sichtbar — die echte Zeder hat steife Nadeln, die an Kurztrieben in Büscheln zusammenstehen:

  • Rot-Zeder = Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata). Er hat flache, schuppige Zweige und wird im Garten vor allem für Hecken und geschnittene Sträucher gepflanzt.
  • Sibirische Zeder = Sibirische Zirbelkiefer (Pinus sibirica). Ihre Nadeln stehen zu fünft im Büschel, und genau von ihr stammen die „Zedernnüsse“.
  • Japanische Zeder = Japanische Sicheltanne (Cryptomeria japonica) mit pfriemlichen, an den Zweig angedrückten Nadeln.

Für die Ansprüche hat das praktische Folgen: Lebensbaum und Sicheltanne vertragen feuchtere und schattigere Standorte als die echte Zeder, während die Sibirische Zirbelkiefer aus der ganzen Gruppe die härteste ist. Ähnlich verwechselt werden auch Zypressen mit Scheinzypressen.