Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
Wirkung und Nebenwirkungen der Zitronenmelisse, Sicherheit in der Schwangerschaft, Melissentee und Sirup — dazu Tipps zu Anbau und Düngung.
Zitronenmelisse: Steckbrief und Grundlagen

(Melissa officinalis)
Die Zitronenmelisse ist eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, die in den gemäßigten Klimazonen der ganzen Welt vorkommt. Sie hat aromatische Blätter mit leicht würzigem Zitronenduft und Blüten, die meist violett, rosa oder weiß sind.
Die Melisse wird traditionell als Heilkraut verwendet, vor allem wegen ihrer heilenden Wirkung. Sie enthält ätherische Öle, Flavonoide und Rosmarinsäure, die ihr entzündungshemmende, krampflösende, antimikrobielle und beruhigende Eigenschaften verleihen. Melissentee wird deshalb bei vielen Beschwerden eingesetzt, etwa bei Unruhe, Schlaflosigkeit, Verdauungsbeschwerden oder Kopfschmerzen.
Die Zitronenmelisse wird außerdem häufig als Würzkraut beim Kochen und Backen verwendet, zum Beispiel für Desserts, Liköre oder Tees. In der Kosmetik nutzt man sie wegen ihrer entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften, etwa in Cremes.
Zitronenmelisse Wirkung: wofür sie gut ist und welche Nebenwirkungen sie hat
Die Zitronenmelisse hat dank ihrer ätherischen Öle, Flavonoide und der Rosmarinsäure viele heilsame Wirkungen.
Zu den wichtigsten Wirkungen der Melisse gehören:
Entzündungshemmende Wirkung: Die Melisse enthält Stoffe, die helfen, Entzündungen im Körper zu lindern. Deshalb wird sie häufig bei verschiedenen Entzündungen eingesetzt, etwa der Schleimhäute, der Atemwege oder der Gelenke.
Krampflösende Wirkung: Die ätherischen Öle der Melisse helfen, Muskelspannung und Krämpfe zu lösen, weshalb sie oft bei krampfartigen Schmerzen einschließlich Menstruationskrämpfen verwendet wird.
Antimikrobielle Wirkung: Die Melisse enthält Stoffe, die gegen Mikroben und Bakterien wirken, deshalb wird sie häufig bei Infekten eingesetzt, etwa bei Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen oder Harnwegsinfekten.
Beruhigende Wirkung: Die Melisse wirkt zudem mild beruhigend, das heißt, sie hilft dem Nervensystem zur Ruhe zu kommen und mindert Unruhe und Anspannung. Sie wird daher oft bei Schlaflosigkeit, innerer Unruhe und anderen nervösen Beschwerden verwendet.
Anregung der Verdauung: Die Melisse kann auch die Verdauung verbessern und Blähungen mindern, da sie die Muskulatur des Verdauungstrakts entspannt und die Bildung von Verdauungssäften anregt.
Bevor Sie die Melisse als Heilmittel einsetzen, sprechen Sie jedoch immer mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke — die Melisse kann Nebenwirkungen haben und es kann Gegenanzeigen geben, etwa mit bestimmten Medikamenten.
Melisse in der Schwangerschaft: ist Melissentee sicher?
Die Anwendung von Melisse in der Schwangerschaft sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachperson für Heilkräuter abgesprochen werden, da Kräuter die Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes beeinflussen können.
Es gibt einzelne Untersuchungen, wonach Melisse eine Fehlgeburt oder vorzeitige Wehen auslösen könnte, insbesondere wenn sie in hohen Dosen eingenommen wird. Die wissenschaftlichen Belege dazu sind allerdings begrenzt und reichen nicht aus, um zu behaupten, dass Melisse tatsächlich eine Fehlgeburt verursachen kann. Schwangere sollten daher vor allem hohe Dosen von Melisse meiden.
Auch gesundheitliche Vorbelastungen wie Bluthochdruck oder Diabetes können die Sicherheit der Anwendung von Melisse in der Schwangerschaft beeinflussen.
Zitronenmelisse pflanzen – im Topf und im Garten

Die Zitronenmelisse ist ein recht pflegeleichtes Kraut und lässt sich sowohl im Topf als auch draußen im Garten ziehen. Im folgenden Text finden Sie die wichtigsten Schritte zum Anbau der Melisse:
Wählen Sie den richtigen Standort: Die Melisse mag Sonne bis Halbschatten, sie sollte also einen Platz mit ausreichend Licht bekommen, an heißen Sommertagen aber vor der prallen Sonne geschützt sein.
Bereiten Sie den Boden vor: Die Melisse wächst am besten in gut durchlässiger, mäßig feuchter Erde. Ziehen Sie die Melisse im Topf, wählen Sie ein Gefäß mit Abzugslöchern und füllen Sie es mit einer Mischung aus Gartenerde, Torf und Perlit. Im Gartenbeet entfernen Sie Unrat, Unkraut und Steine und lockern den Boden gründlich auf.
3. Pflanzen setzen: Setzen Sie die Melisse in die vorbereitete Erde und füllen Sie mit Substrat auf. Bei mehreren Pflanzen lassen Sie genug Platz zum Wachsen – der ideale Abstand liegt bei etwa 20 bis 30 cm.
4. Gießen: Die Melisse braucht regelmäßige Wassergaben. Das Wasser sollte nicht an der Oberfläche stehen bleiben, sondern tiefer in den Boden einziehen. Staunässe gilt es zu vermeiden, sie kann zu Wurzelfäule führen.
5. Schnitt: Ein regelmäßiger Rückschnitt fördert den Austrieb neuer Triebe und hält die Melisse in guter Verfassung. Geschnitten wird etwa einmal im Monat.
6. Ernte: Die Blätter der Melisse lassen sich während der gesamten Vegetationszeit ernten. Am besten am Morgen, wenn der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten ist.
Melisse düngen: womit man das Kraut versorgt
Die Zitronenmelisse braucht nicht viele Nährstoffe, eine kleine Düngergabe tut ihr aber gut. Ein Dünger mit hohem Stickstoffanteil gehört nur in die Wachstumsphase, ein Dünger mit viel Phosphor und Kalium erst in die Blütezeit.
Kräuter und Gewürze mit DÜNGEE düngen
Bei der Melisse bewährt sich organischer Dünger, der die Nährstoffe nach und nach abgibt — das Kraut bekommt so über die ganze Saison eine milde Gabe und schießt nicht unnötig ins Blatt auf Kosten des Aromas. DÜNGEE lässt sich bei Kräutern und Gewürzen auf zwei Arten anwenden:
- Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder sprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug ein.
Ausführlicher behandeln wir das Thema im Artikel Kräuter düngen. Ähnliche Ansprüche haben auch andere Duftkräuter — Minze, Lavendel, Salbei oder Thymian.
Melissentee: Zubereitung und Wirkung des Zitronenmelissentees

Melissentee ist sehr einfach zuzubereiten und wegen seiner erfrischenden und beruhigenden Wirkung beliebt.
Ernten Sie zuerst frische Blätter. Melissenblätter erntet man am besten dann, wenn die Konzentration des ätherischen Öls am höchsten ist, also meist früh am Morgen. Nehmen Sie dafür die jungen Blättchen an den Triebspitzen.
Waschen Sie die Blätter unter fließendem Wasser ab, um alle Verunreinigungen zu entfernen.
Bringen Sie Wasser zum Kochen und lassen Sie es kurz abkühlen.
Schneiden Sie die Melissenblätter in kleinere Stücke. Für eine Tasse Tee brauchen Sie etwa 2-3 Teelöffel gehackte Blätter.
Geben Sie die gehackten Blätter in eine Kanne oder Tasse und übergießen Sie sie mit heißem Wasser.
Lassen Sie den Tee etwa 5-10 Minuten ziehen. Je länger er zieht, desto kräftiger wird der Geschmack.
Seihen Sie den Tee ab und servieren Sie ihn. Mit Honig oder Zitrone wird der Geschmack noch interessanter.
Melissensirup (Zitronenmelisse-Sirup) Schritt für Schritt

Melissensirup ist eine hervorragende Art, die wohltuenden Eigenschaften dieses Krauts zu nutzen. So stellen Sie ihn her:
Blätter ernten: Ernten Sie am Morgen frische Melissenblättchen. Sie können sie unter fließendem Wasser abwaschen, um alle Verunreinigungen zu entfernen.
Hacken Sie die Blättchen in kleinere Stücke und geben Sie sie in einen Topf.
Geben Sie Wasser dazu und lassen Sie die Mischung bei mittlerer Hitze etwa 10-15 Minuten köcheln, bis ein kräftiger Aufguss entsteht. Den Aufguss über Nacht stehen lassen.
Am nächsten Tag den Aufguss abseihen, Zucker zugeben und rühren, bis er sich vollständig gelöst hat. Üblich ist beim Sirup ein Verhältnis von 1:1 Zucker zu Wasser.
Bringen Sie die Mischung zum Kochen und lassen Sie sie etwa 5-10 Minuten einkochen, bis sie anfängt einzudicken. Der Sirup sollte die Konsistenz von Honig haben.
Sobald der Sirup fertig ist, nehmen Sie ihn vom Herd und lassen ihn abkühlen.
Wenn Sie mögen, geben Sie etwas Zitronensaft oder Zitronensäure dazu, damit der Sirup länger hält und noch erfrischender schmeckt.
Füllen Sie den Sirup in eine sterilisierte Flasche und bewahren Sie ihn im Kühlschrank auf. Er hält sich mehrere Wochen.
Diesen Sirup können Sie in Tee geben, als Süße im Smoothie verwenden oder als Basis für Getränke wie Limonade und Cocktails nutzen.
Häufige Fragen
Wofür ist Zitronenmelisse gut?
Die Zitronenmelisse enthält ätherische Öle, Flavonoide und Rosmarinsäure. Ihnen verdankt sie ihren Ruf als entzündungshemmend, krampflösend, antimikrobiell und mild beruhigend. Am häufigsten wird sie bei Unruhe, Schlaflosigkeit, Verdauungsbeschwerden oder Kopfschmerzen eingesetzt, vor allem als Tee.
Hat Melisse Nebenwirkungen?
Sie kann welche haben, wie jedes Heilkraut. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung als Heilmittel mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke — es gibt Gegenanzeigen, etwa die Kombination mit bestimmten Medikamenten. Vorsicht ist auch bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes geboten.
Darf ich Melissentee in der Schwangerschaft trinken?
Besprechen Sie die Anwendung von Melisse in der Schwangerschaft immer mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachperson für Heilkräuter. Es gibt Untersuchungen, die bei hohen Dosen ein Risiko nahelegen, die wissenschaftlichen Belege sind jedoch begrenzt. Schwangere sollten vor allem hohe Dosen meiden.
Wann erntet man Melisse?
Die Blätter lassen sich während der gesamten Vegetationszeit ernten. Am besten früh am Morgen, wenn der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten ist. Geerntet werden vor allem die jungen Blättchen an den Triebspitzen; ein Rückschnitt etwa einmal im Monat fördert zusätzlich den Austrieb neuer Triebe.
Wie zieht man Zitronenmelisse im Topf?
Wählen Sie einen Platz in der Sonne bis im Halbschatten, an heißen Tagen geschützt vor der Mittagssonne. Nehmen Sie einen Topf mit Abzugslöchern und eine Mischung aus Gartenerde, Torf und Perlit. Gießen Sie regelmäßig so, dass das Wasser tiefer einzieht, aber vermeiden Sie Staunässe — die Wurzeln könnten faulen.
Womit düngt man Melisse?
Die Melisse braucht nicht viele Nährstoffe, eine kleine Düngergabe tut ihr aber gut. Ein Dünger mit höherem Stickstoffanteil gehört nur in die Wachstumsphase, Phosphor und Kalium erst in die Blütezeit. Gute Dienste leistet organischer Dünger mit langsamer Nährstofffreisetzung — Einzelheiten finden Sie im Artikel Kräuter düngen.
