Wurzelhalsfäule
Die Wurzelhalsfäule (Phytophthora cactorum) befällt Apfel, Birne, Aprikose, Pflaume und Erdbeere. So erkennen Sie die Kragenfäule früh und beugen ihr vor.
Inhalt
Wurzelhalsfäule an Obstgehölzen, Erdbeeren und anderen Kulturen

(Phytophthora cactorum)
Die Wurzelhalsfäule (Phytophthora cactorum) ist eine Krankheit, die der Erreger Phytophthora cactorum auslöst. Sie befällt vor allem Obstgehölze wie Apfelbäume, Birnen, Aprikosen, Pflaumen, aber auch andere Kulturen wie Erdbeeren. Bekannt ist sie auch als Kragenfäule oder Wurzelkrebs.
Phytophthora cactorum ist ein Eipilz (Oomycet), der Pflanzen vor allem über die Wurzeln infiziert. Die Krankheit zeigt sich meist zu Beginn des Frühjahrs, wenn sich der Erreger in feuchter Umgebung aktiv entwickelt. Er dringt in das Wurzelsystem ein und lässt Wurzeln und Wurzelhals nach und nach zersetzen und faulen. Das stört die Wasser- und Nährstoffaufnahme, die Pflanze schwächt sich zunehmend und stirbt schließlich ab.
Zu den Symptomen der Wurzelhalsfäule gehören Vergilbung und Welken der Blätter, schwaches Wachstum, braune nekrotische Flecken an der Rinde des Stammes oder am Wurzelhals sowie ein allmähliches Absterben. Bei starkem Befall stirbt die Pflanze vollständig ab.
Vorbeugung und Bekämpfung stützen sich auf mehrere Maßnahmen. Wichtig ist es, gesunde und widerstandsfähige Sorten zu pflanzen, durchlässige Standorte ohne Staunässe zu wählen, Werkzeuge sauber zu halten, richtig zu wässern und befallene Pflanzen samt Resten zu entfernen. Fungizide sind im Hausgarten nur eine Ergänzung — verwenden Sie ausschließlich Mittel, die für die jeweilige Kultur und Krankheit zugelassen sind (Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL), und halten Sie sich an die Gebrauchsanleitung.
Phytophthora-Rhizomfäule der Erdbeere

Die Phytophthora-Rhizomfäule der Erdbeere geht auf den Erreger Phytophthora cactorum zurück. Es ist derselbe Erreger wie bei der Wurzelhalsfäule an Obstgehölzen, hier befällt er jedoch Erdbeerpflanzen.
Die Rhizomfäule der Erdbeere tritt vor allem bei feuchten Bedingungen und mangelhafter Bodenentwässerung auf. Der Erreger befällt Wurzeln und Rhizom und lässt sie nach und nach zersetzen und faulen. Sie tritt eher auf schweren, tonigen Böden auf.
Die Krankheit schwächt die Pflanze und führt zu Symptomen wie Vergilbung und Welken der Blätter, unverhältnismäßig kleinen oder nicht reifenden Früchten bis hin zum vollständigen Absterben der Pflanze.
Sie verbreitet sich über Wasser, das den Erreger von befallenen auf gesunde Pflanzen überträgt. Möglich ist auch eine Verbreitung über befallene Jungpflanzen oder mit dem Erreger verseuchtes Substrat.
Zur Vorbeugung gehören Maßnahmen wie die Wahl eines geeigneten Standorts mit guter Entwässerung, die Auswahl widerstandsfähiger Sorten (Darselect, Florence, Korona u. a.) und ein ausreichender Abstand zwischen den Pflanzen, damit der Bestand rasch abtrocknet und sich die Krankheit schlechter ausbreitet. Ebenso wichtig sind Hygiene und das Entfernen befallener Pflanzen und Pflanzenreste.
Ist die Rhizomfäule bereits aufgetreten, können Sie zu für diese Krankheit zugelassenen Fungiziden greifen. Halten Sie sich dabei an die Gebrauchsanleitung und bedenken Sie: Vorbeugende Maßnahmen wirken in aller Regel besser als Eingriffe nach dem Ausbruch der Krankheit.
Kragenfäule am Apfelbaum
Die Kragenfäule am Apfelbaum, verursacht durch den Erreger Phytophthora cactorum, zeigt sich auf mehrere Arten. Hier eine Liste der wichtigsten Symptome:
Vergilbung und Welken der Blätter: Befallene Apfelbäume verändern zuerst ihr Laub. Die Blätter werden schwächer, vergilben, trocknen ein und fallen vorzeitig ab. Das kann den ganzen Baum schwächen.
Braune Flecken an der Rinde von Stamm und Ästen: Der Erreger verursacht nekrotische Flecken an der Rinde von Stamm oder Ästen. Sie sind meist braun und breiten sich über die Oberfläche des Baumes aus. Die betroffenen Stellen sind oft weich und zerfallen.
3. Nekrotische Flecken an den Früchten: Befällt der Erreger die Früchte, erscheinen darauf braune nekrotische Flecken. Sie können flach oder eingesunken sein und vergrößern sich allmählich.
4. Schwäche und Absterben des Baumes: Im Lauf der Zeit und bei wiederholtem Befall kann die Kragenfäule den Apfelbaum ernsthaft schwächen. Der Baum verliert an Vitalität und wächst langsamer. In manchen Fällen stirbt er vollständig ab.
Beachten Sie jedoch, dass die Symptome der Kragenfäule am Apfelbaum anderen Krankheiten oder Stressbedingungen ähneln können. Treten also verdächtige Symptome an Apfelbäumen auf, lohnt es sich, sie mit einer Fachperson zu besprechen, um eine korrekte Diagnose zu stellen und passende Maßnahmen zu ergreifen.
Kragenfäule an Gurken und Tomaten

Die Kragenfäule kann auch Gurken und Tomaten befallen. Bei Gurken verursacht sie ein Erreger der Gattung Phytophthora, am häufigsten Phytophthora capsici. Diese Krankheit ist auch bekannt als Phytophthora-Kragenfäule der Gurke.
Die Kragenfäule der Gurke tritt vor allem in warmer und feuchter Umgebung auf — das sind ideale Bedingungen für Wachstum und Ausbreitung des Erregers. Der Erreger dringt in das Wurzelsystem der Gurke ein und lässt es zersetzen und faulen. Das führt zu einer Schwächung der Pflanze und zum allmählichen Absterben.
Die Symptome lassen sich leicht mit einer anderen Krankheit verwechseln — Falscher Mehltau an Gurken verursacht an den Blättern eine ähnliche Vergilbung. Zur Kragenfäule an Gurken und Tomaten gehören Vergilbung und Welken der Blätter, verlangsamtes Wachstum, braune nekrotische Flecken am Wurzelhals und allmähliches Absterben. Die Krankheit kann auch die Früchte befallen: Sie zeigen braune Flecken, sich ausbreitendes nekrotisches Gewebe und schnellen Zerfall.
Zur Vorbeugung gegen die Kragenfäule der Gurke gehört die Auswahl widerstandsfähiger Sorten und eine konsequente Fruchtfolge (Rückkehr auf dieselbe Fläche frühestens nach 4 Jahren), damit sich der Erreger im Boden nicht anreichert, außerdem ausreichend Luft zwischen den Pflanzen zur Senkung der Feuchtigkeit, das Wässern der Gurken an der Wurzel statt über die Blätter sowie regelmäßige Kontrolle und das Entfernen befallener Pflanzen und Reste.
Fungizide können Teil einer integrierten Strategie gegen die Kragenfäule der Gurke sein. Verwenden Sie nur Mittel, die für die jeweilige Kultur und Krankheit zugelassen sind (Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL), und halten Sie Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt und Wartezeit laut Gebrauchsanleitung ein.
Denken Sie daran: Früh erkennen und die Pflanzen gut versorgen — das ist der Kern der Vorbeugung gegen die Kragenfäule der Gurke. Treten an Gurken verdächtige Symptome auf, lohnt sich der Rat einer Fachperson, die eine genaue Diagnose stellen und das passende Vorgehen empfehlen kann.
