Weinrebengallmilbe (Pockenmilbe)
Pocken auf den Weinblättern und ein filziger Belag auf ihrer Unterseite. Eine Gallmilbe, die unter den Knospenschuppen überwintert.
Was ist die Weinrebengallmilbe (Colomerus vitis)
(Colomerus vitis)
Die Weinrebengallmilbe (Colomerus vitis) ist eine winzige Milbe, die an der Weinrebe lebt. Sie gehört zu den Gallmilben (Eriophyidae), die monophag sind, also an eine einzige Wirtspflanze gebunden — die Weinrebengallmilbe kommt ausschließlich an der Rebe vor.
Erwachsene Gallmilben messen nur 0,15 bis 0,2 mm und sind mit bloßem Auge praktisch nicht zu erkennen. Die Weibchen legen ihre Eier auf der Blattunterseite ab und schaffen im Lauf ihres Lebens bis zu 100 Stück. Die geschlüpften Larven setzen sich auf den Blättern fest und saugen Pflanzensaft. Das führt zu Blattdeformationen, eingerollten Blättern und einer allgemeinen Schwächung der Rebe.
Die Weinrebengallmilbe zählt zu den wichtigsten Schädlingen der Weinrebe, vor allem in trockenen Lagen. Zu den Gegenmaßnahmen gehören regelmäßige Kontrollen der Rebe und vor allem gezielte Spritzungen mit zugelassenen Schwefel- oder Akarizidpräparaten. Ebenso empfiehlt es sich, befallene Pflanzenteile zu entfernen und die Rebe ausgewogen zu düngen und zu wässern.
Kräuselmilbe oder Pockenmilbe – wer macht welches Schadbild?

Beide Milben ähneln sich stark: gleiche Größe, mit bloßem Auge unsichtbar, und beide schädigen die Blätter der Weinrebe. Ihr Schadbild unterscheidet sich aber. Während die Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis) gekräuselte Blätter sowie deformierte Triebe und Trauben verursacht und in allen Anbaugebieten vorkommt, verursacht die Weinrebengallmilbe ausgebeulte Pocken, die auf der Blattoberseite sichtbar sind, während darunter auf der Unterseite zuerst weiße, später braune Flecken mit einem filzigen Belag sitzen. Die Weinrebengallmilbe lebt außerdem vor allem in trockenen Lagen. Im deutschen Sprachgebrauch wird sie auch Rebenpockenmilbe oder kurz Pockenmilbe genannt.
Gallmilben bekämpfen: Netzschwefel und Raubmilben

Eine Spritzung setzt man am besten früh im Frühjahr zum Austrieb der Rebe an, genauso wie gegen die Kräuselmilbe:
- Netzschwefel-Präparate mit dem Wirkstoff Schwefel zum Austrieb,
- nur Mittel mit Zulassung für Weinreben im Haus- und Kleingarten.
Prüfen Sie die Zulassung. Mancozeb, der Wirkstoff älterer Empfehlungen, ist in der Europäischen Union nicht mehr zugelassen. Welche Präparate für Weinreben zugelassen sind, steht im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL. Die Liste ändert sich jedes Jahr, schauen Sie also vor dem Kauf hinein und halten Sie Aufwandmenge und Wartezeit laut Etikett ein.
Bei stärkerem Befall wird empfohlen, die Spritzung nach 10 bis 14 Tagen zu wiederholen. Bei sehr starkem Befall folgt im August noch eine dritte Behandlung.
Neben der chemischen Bekämpfung bewährt sich auch der biologische Weg über Raubmilben der Art Typhlodromus pyri.
Am wichtigsten ist jedoch die Vorbeugung, also:
- gesundes Rebpflanzgut kaufen,
- alle befallenen Blätter, Triebe und Blüten vernichten,
- Rebstöcke im empfohlenen Abstand pflanzen,
- die Rebe durch ausgewogene Ernährung und Bewässerung in guter Verfassung halten — ein geschwächter Stock steckt den Schaden schlechter weg.
Häufig gestellte Fragen
Woran erkenne ich die Weinrebengallmilbe?
An den Pocken, die sich auf der Blattoberseite nach oben wölben, während darunter auf der Unterseite ein weißlicher, später brauner Filz sitzt. Die Milbe selbst misst 0,15 bis 0,2 mm und ist mit bloßem Auge nicht zu sehen.
Was ist der Unterschied zwischen Pockenmilbe und Kräuselmilbe?
Die Weinrebengallmilbe (Colomerus vitis) bildet Pocken mit Filz auf der Blattunterseite und hält sich vor allem in trockenen Lagen. Die Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis) verursacht gekräuselte Blätter sowie deformierte Triebe und Trauben und kommt überall vor.
Wann sollte man gegen Gallmilben eingreifen?
Früh im Frühjahr zum Austrieb, wenn die Milben aus ihren Verstecken unter den Knospenschuppen kommen. Bei stärkerem Befall wiederholt man die Behandlung nach 10 bis 14 Tagen, ausnahmsweise noch einmal im August.
Mindert die Gallmilbe den Ertrag?
Bei üblichem Befall nur wenig — sie schädigt die Blätter, nicht die Trauben. Zum Problem wird sie bei jungen Stöcken und bei starkem Befall, wenn die Rebe Assimilationsfläche verliert und schlechter ausreift.
Geht es auch ohne Chemie?
Es helfen gesundes Pflanzgut, das Entfernen befallener Blätter und Triebe, ausreichende Pflanzabstände und die Förderung von Raubmilben der Gattung Typhlodromus, die Gallmilben nachstellen. Schwefel ist zugleich ein Mittel, das auch im ökologischen Anbau erlaubt ist.
