Strohblume (Helichrysum)
Currykraut, Sand-Strohblume und Garten-Strohblume – wie man jede Art anbaut, wann man erntet und wie man die Blüten trocknet, damit sie ihre Farbe behalten.
Garten-Strohblume (Xerochrysum bracteatum): Anbau, Aussaat und Blumen trocknen
Sommerblumen und Stauden zum Trocknen
- Standort: geschützter, sonniger Platz mit durchlässigem Boden
- Höhe: bis 90 cm
- Blütezeit: Juli bis September
- Vermehrung: durch Aussaat
Die sehr umfangreiche Gattung Strohblume (Helichrysum) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) ist vor allem in Asien, Afrika und Australien verbreitet.
In unseren Gärten am häufigsten ist die Garten-Strohblume (Helichrysum bracteatum), die heute wissenschaftlich auch als Xerochrysum bracteatum geführt wird. Die Pflanze ist als „Strohblume“ oder „Papierblume“ bekannt und wird als Trockenblume in Sträußen, Kränzen und lockeren Blumengestecken verwendet. Die Blüten in verschiedenen Farben öffnen sich von Juli bis September und sind der einzige Schmuck der Pflanze, denn die Blätter sind nicht besonders ansehnlich.

Strohblumen mögen einen vollsonnigen Platz mit normaler Gartenerde. Der Boden muss durchlässig sein, denn die Pflanzen vertragen keine Nässe an den Wurzeln. Strohblumen werden in Gruppen mit anderen Sommerblumen verwendet oder für den Schnitt einzeln im Beet angebaut. Die Aussaat ist recht einfach – direkt an Ort und Stelle im April bis Mai. Die Jungpflanzen werden auf 20–25 cm vereinzelt.
Die Blüten zum Trocknen müssen sofort nach dem Öffnen geschnitten werden, sonst wird die Körbchenmitte schwarz. Die Bündel der geschnittenen Blumen hängt man mit den Köpfchen nach unten an einem luftigen und nicht zu hellen Ort auf.
Die bei uns im Beet angebaute Strohblume ist eine einjährige Pflanze – in den wärmeren Ursprungsgebieten handelt es sich zwar um eine kurzlebige Staude, doch unseren Winter übersteht sie im Freien nicht, und deshalb wird sie jedes Jahr neu ausgesät.
Currykraut (Helichrysum italicum): die Italienische Strohblume
Currykraut (Helichrysum italicum) ist ein mediterraner Halbstrauch, den man auch Italienische Strohblume oder Currypflanze nennt. Seinen Namen verdankt es dem Duft: Die schmalen, silbrigen, nadelförmigen Blättchen duften nach Curry. Mit dem Currypulver aus der Tüte hat es allerdings nichts zu tun – das ist eine Mischung aus Kurkuma, Koriander und weiteren Gewürzen. Das Currykraut wird etwa 40–60 cm hoch und blüht von Juni bis August mit kleinen gelben Blütenköpfchen in dichten Trugdolden.
Anbau: Es will volle Sonne und vor allem durchlässigen, eher mageren und trockenen Boden – ähnlich wie Lavendel oder Rosmarin. Nässe an den Wurzeln, schwerer Lehmboden und viele Nährstoffe schaden ihm mehr als Trockenheit. Im Frühjahr wird es entspitzt und leicht in eine kompakte Form geschnitten, aber niemals ins alte Holz.
Überwinterung: Bei uns ist es nicht zuverlässig winterhart. Im Garten braucht es einen trockenen, geschützten Platz mit ausgezeichneter Drainage und einen Winterschutz; sicherer ist die Kultur im Kübel und die Überwinterung in einem hellen, frostfreien Raum bei 5–10 °C mit sehr sparsamer Wassergabe.
Vermehrung: Am einfachsten durch halbreife Stecklinge im Sommer; aus Samen wächst es langsam.
Verwendung: Ein Zweiglein gibt man in kleiner Menge an Suppen, Saucen und Fleisch und entfernt es vor dem Servieren wieder, denn das Aroma ist harzig und kräftig. Aus dem blühenden Kraut wird ein ätherisches Öl destilliert, das als Immortelle bekannt ist und in der Kosmetik verwendet wird. Getrocknete Blütenköpfchen halten ihre Farbe lange, deshalb eignen sie sich auch für die Trockenbinderei.
Lakritz-Strohblume (Helichrysum petiolare) für Balkonkästen
Die Lakritz-Strohblume (Helichrysum petiolare) stammt aus Südafrika und wird wegen der Blätter angebaut, nicht wegen der Blüten. Die runden, filzigen und silbergrauen Blätter an langen überhängenden Trieben eignen sich für Balkonkästen, Ampeln und Kübel, wo sie einen ruhigen Hintergrund bilden für bunte Geranien, Surfinien oder Salbei.
Sie verträgt volle Sonne und Trockenheit und mag keine Staunässe. Bei uns wird sie als einjährige Pflanze kultiviert – über den Winter halten Sie sie hell bei 5–10 °C, oder Sie nehmen am Ende des Sommers Stecklinge, die leicht bewurzeln.
Weniger bekannte mehrjährige Arten der Gattung Helichrysum:
Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), in der Kräuterheilkunde Helichrysi flos

Sie ist eine etwa 30 cm hohe Staude. Am besten gedeiht sie in sandigen, sauren Böden oder in Böden mit niedrigem Kalkgehalt. Gut wirkt sie im Heidegarten. Die goldgelben Blütenköpfchen erscheinen zahlreich im August. Die schmalen Blätter sind wollig behaart.
Sie ist die einzige heimische Strohblumen-Art, und in der Kräuterheilkunde werden ihre getrockneten Blütenköpfchen auch unter dem Namen Helichrysi flos verkauft. In der freien Natur ist die Sand-Strohblume selten und geschützt, im Garten ziehen Sie sie deshalb aus gekauftem Saatgut oder aus Jungpflanzen.
Helichrysum milfordiae

Diese Art stammt aus Afrika. Sie eignet sich für sonnige und trockene Plätze im Steingarten, zwischen Steinen oder in Mauerfugen. Sie ist sehr empfindlich gegen Nässe. Mit nur 5 cm hohen grauen Polstern überwächst sie Steine und bedeckt sich von Juni bis Juli mit weißen Blüten. Als Nachbarpflanzen haben sich niedrige Steingartenstauden wie Acantholimon glumaceum oder Steinbrech (Saxifraga cotyledon) bewährt.
Den folgenden Strohblumen gefällt es am besten im Steingarten, in mäßig trockenen, lehmigen Böden und an nach Osten ausgerichteten Standorten:
Helichrysum-Hybride ‘Schwefellicht’
Das ist eine etwa 25 cm hohe Pflanze mit schwefelgelben Blüten in dichten, doldenrispigen Blütenständen. Sie blüht von Juli bis August.
Helichrysum thianshanicum
Es zeichnet sich durch einen aromatischen Duft aus. Die Pflanze ist 20 cm hoch, hat lanzettliche, wollig behaarte Blätter und blüht gelb von Juni bis Juli in einem doldenrispigen Blütenstand.
Beide Arten wirken sehr gut zwischen Nelken, etwa der Sand-Nelke (Dianthus arenarius) und der Heide-Nelke (Dianthus deltoides).
Gänseblümchen-Strohblume (Helichrysum bellidioides)

Sie ist eine geeignete Pflanze für Steingärten, ist bei uns aber nicht zuverlässig winterhart und überwintert besser im Alpinenhaus als im Freien. Sie bildet niederliegende Triebe von bis zu 30 cm Länge und blüht von Juli bis August.
Dicht über dem Teppich aus kleinen Blättern erscheinen zahlreiche weiße Blütenköpfchen von bis zu 3 cm Breite. Sie verlangt volle Sonne und durchlässigen Boden. Vermehrt wird sie durch Teilung der Horste oder durch Stecklinge im Sommer unter Glas.
Übersicht der Gartensorten der Strohblume (Xerochrysum bracteatum)
| Sorte | Blütenfarbe / -form | Höhe (cm) |
|---|---|---|
| ‚Album‘ | weiß | 60 |
| ‚Feuerball‘ | rotbraun | 70 |
| ‚Flammenkugel‘ | braunrot | 80 |
| ‚Goldkugel‘ | goldgelb | 80 |
| ‚Luteum‘ | gelb | 80 |
| ‚Monstrosum‘ | bordeaux, großer Blütenkopf | 90 |
| ‚Purpureum‘ | violett | 70 |
| ‚Salmoneum‘ | lachsfarben | 80 |
| ‚Weisskugel‘ | weiß | 75 |
| ‚Zwerg Laurin‘ | verschiedene Farben | 40 |
Strohblumen düngen
Strohblumen stammen von trockenen und mageren Standorten, deshalb sollte man es mit dem Düngen nicht übertreiben. Eine überdüngte Pflanze schießt in weiche Triebe, blüht schlechter und überwintert dann im Kübel schlecht. DÜNGEE ist ein natürlicher organischer Dünger, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt und sich deshalb für solche Pflanzen besser eignet als schnell wirkende Lösungen.
- Stauden im Steingarten und die Sand-Strohblume: Eine schwache Gabe im Frühjahr genügt, auf magerem Boden gedeihen sie am besten.
- Strohblumen im Beet für den Schnitt: Düngen Sie beim Ansetzen der Knospen nach, damit die Blütenköpfchen groß und gut gefärbt werden.
- Currykraut und Lakritz-Strohblume im Kübel: Im Balkonkasten ist der Nährstoffvorrat begrenzt, gießen Sie deshalb von Mai bis August etwa einmal im Monat mit schwachem Auszug, danach hören Sie auf, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen.
Die Dosierung für weitere Pflanzengruppen fasst die Übersicht zum Universaldünger zusammen, für aromatische Mittelmeerarten dann die Kräuterdüngung.
