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Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata)

Grüne Raupen an Obst- und Ziergehölzen: Schadbild erkennen, Raupen am Apfelbaum und was wirklich hilft

Kleiner Frostspanner – Schädling an Blättern von Gehölzen und Obstbäumen

Eine grüne Raupe, die sich beim Kriechen zu einer Schlaufe krümmt, ist fast immer eine Spannerraupe. An Obst- und Ziergehölzen handelt es sich meist um den Kleinen Frostspanner: Die Raupe ist 20–25 mm lang, grün bis braungrün, mit einem hellen Streifen auf dem Rücken und drei goldweißen Streifen an den Seiten. Sie frisst die Blätter vom Austrieb bis in den Juni, lässt sich dann an einem Faden zu Boden und verpuppt sich.

(Operophtera brumata)

Der Kleine Frostspanner, auch Gemeiner Frostspanner oder seltener Obstbaum-Frostspanner genannt, lateinisch Operophtera brumata, ist ein kleiner Nachtfalter, der selbst keinen Schaden anrichtet. Seine Raupen fressen jedoch die Blätter von Obst- und Ziergehölzen, und zwar meist schon beim Austrieb – was im Ergebnis sogar zum Absterben der ganzen Pflanze führen kann. Zuerst fressen die Raupen kleine Löcher, später bleiben von den Blättern nur noch die sogenannten Skelette übrig.

Der Kleine Frostspanner ist bei der Nahrung wenig wählerisch. Er befällt Obst- und Ziergehölze sowie Gehölze in Laubwäldern wie zum Beispiel Eichen, Buchen, Linden oder Ulmen. Gelegentlich verursacht er Kahlfraß.

Der Kleine Frostspanner kommt natürlicherweise in Europa, Asien und Nordamerika vor. In Mitteleuropa ist er häufig und in Gärten, Parks und Wäldern zu finden.

Obwohl der Kleine Frostspanner im Unterschied zu anderen Schädlingen nur eine Generation pro Jahr hat, ist er ein bedeutender Schädling, den man sofort stoppen sollte, sobald er auftritt. Andernfalls schädigt er Bäume und Sträucher in Gärten ebenso wie in Wäldern, wo er Kahlfraß verursachen kann – ähnlich wie etwa der Weidenblattkäfer oder der Borkenkäfer (dieser allerdings an Nadelbäumen).

Frostspanner Raupe: kleine grüne Raupe mit hellen Streifen

Grüne Raupe mit gelber Rückenlinie und hellen Punkten an bemooster Baumrinde

Die Raupen des Frostspanners sind grün bis braungrün, mit einem Streifen auf dem Rücken und drei goldweißen Streifen an den Seiten. Erkennen kann man sie weniger am Aussehen als an ihrer Fortbewegung. Typisch ist die spannende Fortbewegung, das heißt: Der vordere Teil der Raupe schiebt sich vor, der hintere zieht nach. Sie haben das sicher schon einmal gesehen, denn so bewegen sich alle Spannerarten – und die sind in Mitteleuropa sehr verbreitet. Die Raupen fressen die Blätter vom Beginn der Vegetationszeit bis in den Juni und lassen sich dann an Fäden zu Boden, wo sie sich verpuppen. Aus den Puppen schlüpfen im Oktober die Falter, die bis zu 200 Eier in Rindenritzen und an die Knospen ablegen – und im Frühjahr beginnt der Zyklus von vorn.

Der erwachsene Frostspanner

Männlicher Kleiner Frostspanner mit hellbraunen, fein gebänderten Flügeln

Männchen und Weibchen sehen völlig unterschiedlich aus. Während das Männchen voll ausgebildete Flügel hat, sind sie beim Weibchen verkümmert. Das Männchen hat hellbraune Flügel mit dunklerer Zeichnung, das Weibchen ist braun. Die Flügelspannweite der Männchen beträgt etwa 30 mm, das Weibchen misst insgesamt 8–10 mm.

Die Männchen begatten die Weibchen im Oktober, das Überwinterungsstadium ist also das Ei. Die Eier liegen in Rindenritzen und an den Knospen von Obst- oder Zierbäumen und überstehen so auch einen strengen Winter. Mit bloßem Auge sind sie kaum zu sehen; einen Teil davon vernichtet eine Austriebsspritzung mit Öl im Vorfrühling.

Frostspanner: Wissenswertes und verwandte Arten

Raupe in typischer Spannerhaltung – zu einer Schlaufe gekrümmt auf Baumrinde

Wenn Sie in Fachliteratur, im Internet oder in fremdsprachigen Suchmaschinen nach dem Kleinen Frostspanner suchen, probieren Sie neben dem oben genannten lateinischen Namen auch Cheimatobia brumata oder Phalaena brumata.

Die Art hat nämlich mehrere lateinische Bezeichnungen.

Eine weitere Spannerart ist der Große Frostspanner, früher auch als Hybernia defoliaria oder Erannis defoliata geführt, lat. Erannis defoliaria. Er ist dem Kleinen Frostspanner sehr ähnlich und lebt an denselben Bäumen.

Frostspanner an Rosen: was tun, wenn Sie Raupen an Rosen finden

Hände kontrollieren Blätter und Knospen einer Rose im Gewächshaus

Der Kleine Frostspanner befällt gelegentlich auch Rosen, und selbst Stacheln schrecken ihn nicht ab. Deshalb sollten Sie auch Rosen regelmäßig kontrollieren und beim geringsten Verdacht sofort eingreifen. Sonst fressen die Raupen nicht nur die Blätter, sondern auch die Knospen.

Beim Vorgehen gegen den Frostspanner an Rosen orientieren Sie sich an unseren Tipps weiter unten – sie lassen sich alle auch an Rosen anwenden. Leimringe eignen sich hier schlecht, weil Rosen keinen so kräftigen „Stamm“ haben wie Gehölze. Verwenden Sie deshalb statt Leimringen lieber Raupenleim, der mit dem Pinsel aufgetragen wird. Und gehen Sie vorsichtig vor, damit Sie sich weder an einem Stachel stechen noch die Hände verkleben.

Frostspanner bekämpfen: Raupen am Apfelbaum und an anderen Bäumen loswerden

Es gibt mehrere Möglichkeiten, dem Frostspanner zu begegnen. Hier die wichtigsten:

Vorbeugende Maßnahmen: Am besten ist natürlich die Vorbeugung, damit der Frostspanner gar nicht erst überhandnimmt. Dazu gehören gute gartenbauliche Praxis wie Sauberkeit und eine bedarfsgerechte Düngung der Pflanzen. Wichtig ist auch, Gartenabfälle regelmäßig zu entfernen, die als Unterschlupf und Eiablageplatz dienen können.

Natürliche Feinde: Natürliche Feinde des Frostspanners sind vor allem insektenfressende Vögel, besonders Meisen, die ihre Jungen mit den Raupen füttern. Raupen und Puppen werden außerdem von Schlupfwespen, Brackwespen und anderen parasitischen Wespen, von Laufkäfern und Spinnen vertilgt.

Insektizide: Wenn Frostspanner ein größeres Problem darstellen, können Insektizide eingesetzt werden. Wichtig ist, das richtige Mittel zu wählen und es genau nach den Angaben auf dem Etikett anzuwenden. Machen Sie sich dabei immer bewusst, dass Insektizide Risiken für die Natur und die menschliche Gesundheit bergen.

Mechanische Methoden: Eine weitere Möglichkeit ist das Absammeln von Hand sowie der Einsatz spezieller Werkzeuge und Fallen. Das kann aufwändig sein, ist bei kleineren Populationen aber wirksamer und schonender für die Umwelt. Leimringe eignen sich für alle Gehölzarten, mit dem Pinsel aufgetragener Raupenleim für kleinere Gehölze, Sträucher oder Rosen.

Einen Überblick über weitere Maßnahmen im Garten finden Sie im Artikel Pflanzenschutz im Garten und im Wegweiser Schädlinge im Garten.

Leimringe gegen den Frostspanner: wann und wie

Die Weibchen des Kleinen Frostspanners können nicht fliegen. Nach dem Schlüpfen aus den Puppen im Boden kriechen sie von Oktober bis Dezember am Stamm nach oben, um ihre Eier an die Knospen zu legen. Der Leimring ist deshalb der wirksamste Schutz, den Sie im Garten haben.

  • Zeitpunkt. Legen Sie die Ringe Ende September, spätestens Anfang Oktober an, bevor die Weibchen schlüpfen. Lassen Sie sie bis zum Ende des Winters am Baum.
  • Dicht am Stamm. Setzen Sie den Ring an einer glatten Stelle des Stammes unterhalb der Krone an und füllen Sie Unebenheiten der Borke darunter aus, sonst kriechen die Weibchen durch den Spalt.
  • Den Pfahl nicht vergessen. Bei jungen Bäumen, die an einen Pfahl gebunden sind, bestreichen Sie auch den Pfahl mit Leim oder bringen dort ebenfalls einen Ring an. Sonst klettern die Weibchen am Pfahl hoch und umgehen den Ring am Stamm.
  • Leim nicht direkt auf die Rinde. Raupenleim wird auf einen Papierstreifen aufgetragen, nicht direkt auf die dünne Rinde junger Bäume.
  • Kontrolle. Wenn der Ring mit Laub zugesetzt oder voller Insekten ist, entsteht eine Brücke, über die die Weibchen hinweglaufen. Einen solchen Ring tauschen Sie aus.
  • Nach der Saison abnehmen. Ein alter Ring fängt unnötig Nützlinge und sogar kleine Vögel.

Die Zahl der Weibchen am Ring zeigt zugleich, wie stark der Flug war und ob Sie im Frühjahr die austreibenden Blätter im Auge behalten sollten. Dieselben Ringe fangen auch die Larven der Gemeinen Napfschildlaus und ab dem Frühjahr Ameisen, die Blattläuse in die Krone tragen (Ameisen im Garten).

Kontrolle im Winter und Frühjahr: wann sich ein Eingriff lohnt

Den Frostspanner kann man zu drei Zeitpunkten überwachen und je nach Ergebnis entscheiden, ob überhaupt gespritzt werden muss:

  • Leimring im Herbst. Der Leimring wird in etwa 120 cm Höhe über dem Boden angebracht, bei Buschbäumen und niedrigen Formen tiefer. Am Stamm wird ein 10–12 cm breiter Streifen festes Papier befestigt und darauf eine 6–8 cm breite Leimschicht aufgetragen. Der Leim darf nicht auf die Rinde laufen. Die Zahl der Weibchen am Ring zeigt die Stärke des Flugs.
  • Zweigproben im Winter. Schneiden Sie an fünf Bäumen je einen etwa 20 cm langen Zweig aus zwei- bis dreijährigem Holz, zusammen also 1 m. Schon 2 Frostspanner-Eier auf 1 m Zweige bedeuten, dass im Frühjahr stärkerer Fraß droht und sich eine Austriebsspritzung mit Öl lohnt.
  • Austrieb. Kontrollieren Sie vom Austrieb bis zum Ende der Blüte an fünf Bäumen 100 Blatt- und Blütenbüschel. Ab 4 Raupen auf 100 Büschel ist ein Eingriff sinnvoll.

Im Frühjahr wirken Mittel mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis am besten. Sie schaden weder Nützlingen noch Vögeln, müssen aber von den Raupen gefressen werden. Deshalb spritzt man sie auf junge Raupen bei beständigem Wetter und Temperaturen über 15 °C. In die Blüte wird wegen der Bienen mit gar nichts gespritzt. Nehmen Sie die Ringe Ende des Winters oder im Frühjahr ab und entsorgen Sie sie samt allem, was daran hängen geblieben ist.

Weitere Raupen an Obstbäumen und ihren Überblick im Jahresverlauf finden Sie im Artikel Raupen am Baum.

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Weitere interessante Artikel

Weitere Raupen und Schädlinge an Obstgehölzen: Apfelbaum-Gespinstmotte, Apfelblütenstecher, Pflaumenwickler, Ungleicher Holzbohrer. Gehölze, an denen Sie den Frostspanner finden: Apfelbaum, Stachelbeere, Rosen, Eiche, Buche.

Frostspanner an Bäumen: Großer Frostspanner und Buchen-Frostspanner

Großer Frostspanner

Großer Frostspanner

Erannis defoliaria

Wirtsgehölze: Eiche, Birke, Kirsche, Ulme und andere Laubgehölze.

Symptome: Raupenfraß im Frühjahr während des Austriebs. Bei Massenauftreten werden die Kronen stark gelichtet.

Schädling: Die Raupen werden bis zu 35 mm lang, sind rotbraun und haben hellgelbe Seitenflecken. Sie bewegen sich auf die typische Spannerart fort und lassen sich oft an einem Faden von den Blättern herab. Die Weibchen haben verkümmerte Flügel. Die Männchen (Flügelspannweite 35–38 mm, Flügel beige bis rotbraun mit dunklerer Zeichnung) fliegen von Oktober bis Januar.

Verwechslungsmöglichkeiten: Kleiner Frostspanner. Die Raupen unterscheiden sich in Größe und Färbung.

Schadwirkung: Gefährlich ist mehrjähriger Fraß. Nach 2 Jahren Kahlfraß können Eichen absterben.

Bekämpfung: Im Herbst Leimringe gegen die am Stamm aufsteigenden Weibchen anlegen. Beim Austrieb Spritzung gegen die Raupen der ersten Larvenstadien. Wirksam sind auch biologische Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis.

Kleiner Frostspanner und Buchen-Frostspanner

Kleiner Frostspanner, Buchen-Frostspanner

Operophthera brumata, O. fagata

Wirtsgehölze: Hainbuche, Eiche, Buche, Birke, Obstbäume.

Symptome: Fraß an den Blättern (anfangs „Fensterfraß“) schon während des Austriebs. Die Raupen sind hellgrün mit weißen Streifen.

Schädling: Spannerraupen sind an ihrer charakteristischen spannenden Fortbewegung leicht zu erkennen.

Verwechslungsmöglichkeiten: Großer Frostspanner (mehr). Fraßschäden an Blättern können auch Raupen anderer Schmetterlingsarten verursachen. Achten Sie daher auf die spannende Fortbewegung der Raupen.

Schadwirkung: Bei Massenbefall sind die Bäume schon im Mai und Juni kahl gefressen. Viele Bäume treiben danach erneut aus. An Obstbäumen können auch Blüten und Früchte geschädigt werden.

Bekämpfung: Im Herbst Leimringe gegen die an den Stämmen aufsteigenden Weibchen anlegen. Spritzung gegen junge Raupen. Biologische Präparate auf Basis von B. thuringiensis sind sehr wirksam.

Bildquellen

Bildquellen: Foto: Glysiak, CC BY-SA 3.0