Johannisbeeren: Pflanzen, Schneiden und Düngen
Wann Johannisbeeren pflanzen, wie man Strauch und Stämmchen schneidet und womit man düngt
Die Johannisbeere ist einer der dankbarsten Beerensträucher im Garten: Sie verträgt tiefere wie höhere Lagen, braucht keine aufwendige Pflege und trägt bei regelmäßigem Schnitt jahrzehntelang. Entscheidend sind der Pflanztermin, der jährliche Schnitt und eine ausgewogene Nährstoffversorgung.
Johannisbeer-Arten: rote, weiße und schwarze Johannisbeere

Die Johannisbeere ist ein Beerenstrauch aus der Familie der Stachelbeergewächse. Johannisbeersträucher werden 1,5 bis 2 Meter hoch. Die Rinde ist grau und die Sträucher tragen keine Dornen – daran lassen sie sich auf den ersten Blick von der Stachelbeere unterscheiden. Die Blüten sind gelbgrün und stehen in Trauben. An ihnen reifen im Laufe des Sommers die Beeren heran.
Die Arten der Johannisbeere sind: rote, weiße und schwarze Johannisbeere. Die rote Johannisbeere gehört zu den ältesten Arten und schmeckt am säuerlichsten, weiße und schwarze sind süßer. Es kommt aber auch auf die Sorte an. Bei den roten Sorten ist besonders säuerlich Jonkheer van Tets, Heinemanns Rote Spätlese und Holländische Rote, süßsäuerlich schmecken späte, ertragreiche Sorten wie Rovada.
Johannisbeeren enthalten viele gesundheitsfördernde Stoffe, zum Beispiel Vitamin C, B1, B2 und B6, Eisen, Magnesium und Calcium. Gleichzeitig bestehen sie überwiegend aus Wasser und enthalten so gut wie kein Fett. Zucker haben sie wenig – etwa 5 bis 8 Gramm je 100 g Beeren – und dank des hohen Anteils an Ballaststoffen und Fruchtsäuren wirken sie erfrischend, sodass sie auch in eine kalorienbewusste Ernährung passen.
Unter den Beerensträuchern im Garten stellt die Johannisbeere ähnliche Ansprüche wie die Stachelbeere, Himbeere oder Brombeere; sehr ähnlich verhält sich auch die Jostabeere, eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere. Einen Überblick über alle Arten finden Sie im Ratgeber Obstpflanzen im Garten.
Johannisbeerstrauch: wie groß wird er

Der Strauch ist die gängigste und anspruchsloseste Form. Er wächst mit mehreren Trieben direkt aus dem Boden und bleibt bei regelmäßigem Schnitt in Höhe und Breite bei 1,5 bis 2 Metern. Die schwarze Johannisbeere wird etwas kräftiger und aufrechter als die rote und die weiße.
Der Strauch trägt ab dem zweiten bis dritten Jahr nach der Pflanzung und bleibt bei regelmäßigem Erhaltungsschnitt voll ertragsfähig, und zwar etwa 12 bis 15 Jahre. Danach lohnt es sich, einen neuen Strauch heranzuziehen.
Johannisbeeren: Standort, Boden und Wasserbedarf

Für ein gutes Wachstum braucht die Johannisbeere vor allem den richtigen Standort. In Frostmulden sollte sie nicht stehen, sie bevorzugt vielmehr einen sonnigen und hellen Platz. Die Sonne hilft vor allem beim Ausreifen der Beeren, im Halbschatten reifen sie langsamer.
Als Boden wählen Sie am besten einen mittelschweren, ausreichend feuchten und humusreichen. Der günstigste pH-Wert liegt bei 5,5 bis 6,5, also im leicht sauren Bereich. Dorthin kommen Sie, wenn Sie in den Boden Kompost oder etwas Torf einarbeiten. Die höchsten Bodenansprüche haben die weißen Sorten, geringere die roten und die niedrigsten die schwarzen. Daran sollten Sie sich bei der Sortenwahl orientieren.
Die Johannisbeere braucht außerdem mehr Wasser, am liebsten aus Niederschlägen, und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Deshalb gedeiht sie auch in höheren Lagen und Mittelgebirgen, wo es häufiger regnet. In tieferen Lagen ist ein Standort in Waldnähe von Vorteil, denn Bäume halten die Feuchtigkeit. Am meisten Wasser braucht die Johannisbeere beim Blütenansatz, während des Fruchtwachstums und beim Ausreifen.
TIPP: Wenn Sie keinen idealen Standort haben, fangen Sie unbedingt Regenwasser auf und gießen Sie damit. Gießen Sie Johannisbeeren aber nie von oben über die Blätter, sondern nur an die Wurzeln. Wie oft und wie viel gegossen wird, behandeln wir im Artikel Bewässerung.
Johannisbeere als Stämmchen: Pflege und Schnitt

Das Johannisbeer-Stämmchen sieht zwar dekorativ aus, seine Pflege ist aber deutlich anspruchsvoller als beim klassischen Strauch. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten, halten Sie sich an unsere Anleitung. Das Stämmchen braucht eine Stütze für den Stamm, also zum Beispiel einen Pfahl, an den es angebunden wird. Es ist außerdem viel frostempfindlicher; wir empfehlen es klar für wärmere Lagen und raten, den unteren Teil im Winter mit Stroh, Nadelreisig oder Buchenlaub abzudecken. Bei der Pflanzung – grundsätzlich im Herbst – wird das Stämmchen auf 2 bis 3 Knospen zurückgeschnitten, danach schneidet man ähnlich wie beim Strauch, jedoch so, dass eine gleichmäßige Krone auf dem Stämmchen entsteht. Damit Ihr Stämmchen so lange durchhält und so gut trägt wie ein Strauch, scheuen Sie sich nicht, es Fachleuten anzuvertrauen und alles zu erfragen.
Johannisbeer-Stämmchen richtig schneiden
Beim Stämmchen gelten dieselben Regeln wie beim Strauch, nur mit einem Unterschied: die Krone sitzt auf dem Stämmchen und darf nicht zu dicht werden. Das Vorgehen ist einfach:
- Entfernen Sie alle Triebe, die aus dem Stämmchen und aus der Unterlage unterhalb der Krone austreiben – sonst schwächen sie die Krone.
- Schneiden Sie Äste heraus, die nach innen wachsen oder sich kreuzen. Die Krone soll licht bleiben.
- Schneiden Sie nach der Ernte die ältesten, drei- bis vierjährigen Äste an ihrer Basis heraus und lassen Sie die jüngeren stehen, die binnen eines Jahres nachrücken.
- Einjährige Triebe am Kronenrand kürzen Sie nur leicht ein, damit die Krone nicht auseinanderfällt.
Das Stämmchen hat ein kleineres Wurzelwerk als der Strauch, gießen Sie es deshalb häufiger und vergessen Sie die Stütze nicht – bei voller Ernte bricht die Krone leicht.
Wann Johannisbeeren pflanzen und wie man sie setzt
Fast eine Wissenschaft für sich ist die Frage, wann man Johannisbeeren pflanzt. Am besten setzt man sie immer im Herbst, nach der Ernte und vor den ersten Bodenfrösten. Die zweite Möglichkeit ist die Frühjahrspflanzung, dann muss der Boden aber aufgetaut sein und es dürfen keine Bodenfröste mehr drohen. Da diese bis Mitte Mai möglich sind – bis nach den Eisheiligen –, raten wir von der Frühjahrspflanzung ganz ab: Ein Mitte Mai gesetzter Strauch wurzelt bis zu den ersten heißen Tagen nicht mehr ein.
Johannisbeeren werden in Reihen mit 3 Metern Abstand gepflanzt, in der Reihe sollten etwa 1,5 Meter zwischen den Sträuchern liegen. Beim Pflanzen werden zu lange Wurzeln eingekürzt. Die Pflanzlöcher sollten rund 40 cm tief und breit sein, der Setzling kommt 5 cm tiefer in den Boden, als er in der Baumschule stand. In das Pflanzloch geben wir vor der Pflanze gut abgelagerten Kompost, setzen den Strauch ein, füllen mit Erde auf und gießen gründlich an. Eine Mulchschicht aus Heu oder Stroh hält den Boden feucht.
Zum selben Termin, also im Herbst, wird auch die Stachelbeere gepflanzt – beide Gehölze lassen sich in einem Zug nebeneinander setzen.
Wann Johannisbeeren umpflanzen
Umgepflanzt wird zum selben Termin wie gepflanzt, also im Herbst nach dem Laubfall, wenn der Strauch in der Vegetationsruhe ist. Stechen Sie einen möglichst großen Wurzelballen aus und kürzen Sie die Triebe dabei um etwa ein Drittel, damit der Strauch nicht mehr Blätter versorgen muss, als die beschädigten Wurzeln tragen können. Am neuen Platz reichlich wässern und mulchen.
Ältere Sträucher über etwa acht Jahre vertragen das Umpflanzen schlecht – dann lohnt es sich eher, aus einem Steckling einen neuen Strauch zu ziehen.
Johannisbeeren schneiden: wann ist der richtige Zeitpunkt
Der Schnitt ist bei Johannisbeeren ein unverzichtbarer Teil der Pflege, sonst wächst aus dem Strauch ein Gewirr dünner Zweige, die ihn unnötig schwächen – und vor allem: Der Strauch trägt dann kaum noch. Er wird zudem anfälliger für Krankheiten – etwa für Pilzbefall.
Also – wie schneidet man Johannisbeeren? Wir unterscheiden zwei Schnittarten – den Erziehungsschnitt und den Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt.
Erziehungsschnitt
Der Erziehungsschnitt hat die Aufgabe, einen Strauch heranzuziehen, der die ideale Zahl ein-, zwei- und mehrjähriger Zweige trägt, damit er kompakt und kräftig ist und gut fruchtet. Da Johannisbeeren meist im Herbst und als zweijährige Sträucher gepflanzt werden, kürzen wir im Frühjahr alle Triebe auf 2 bis 3 Knospen ein, damit der Strauch kräftiger wird und sich die sogenannte Kronebildet.
Im Jahr nach der Pflanzung wählen wir 5 bis 6 der stärksten Triebe aus, die wir stehen lassen und nicht einkürzen. Die übrigen Triebe schneiden wir bodennah ab. In den Folgejahren kürzen wir die Seitentriebe und entfernen abgestorbene, erfrorene oder schwache Triebe bodennah. Eine ideale Krone sieht so aus, dass wir nach 3 Jahren am Strauch 5 bis 6 einjährige Triebe haben, ebenso viele zweijährige und etwa 3 bis 4 dreijährige.
Erhaltungsschnitt (Verjüngungsschnitt)
Der Erhaltungsschnitt hält den Strauch dauerhaft „jung“ und ertragreich. Nach der Ernte im Juli schneiden wir alle drei- bis vierjährigen Zweige heraus, die ein- und zweijährigen lassen wir stehen, damit sie binnen eines Jahres nachrücken. So verfahren wir Jahr für Jahr.
Geschnitten wird mit der Gartenschere, einem scharfen Messer (Hippe) oder – bei stärkeren Ästen – mit der Baumsäge.
Johannisbeeren nach der Ernte schneiden
Der sicherste Schnitttermin ist direkt nach der Ernte, also im Juli. Der Strauch hat dann noch genug Zeit, neue Triebe zu bilden, die bis zum Winter ausreifen und im nächsten Jahr tragen. Was nach der Ernte zu tun ist:
- Schneiden Sie die ältesten, dunklen drei- bis vierjährigen Triebe bodennah heraus – an ihnen fällt die Ernte schon klein aus.
- Lassen Sie 5 bis 6 einjährige und ebenso viele zweijährige Triebe stehen, sie tragen im nächsten Jahr.
- Entfernen Sie überhängende Äste, die auf dem Boden liegen, sowie dürre oder gebrochene Triebe.
- Gießen und düngen Sie den Strauch – nach der Ernte legt er die Knospen für das nächste Jahr an.
- Ziehen Sie Mulch nach, damit der Boden im Sommer nicht so stark austrocknet.
Wer den Julischnitt verpasst, kann ihn auch nachholen, und zwar in der Vegetationsruhe, also vom Laubfall bis zum Vorfrühling, solange die Johannisbeere noch nicht austreibt. Sie treibt früh aus, warten Sie mit dem Spätwinterschnitt daher nicht bis in den März.
Johannisbeeren düngen: womit und wann
Johannisbeeren brauchen vor allem Stickstoff, Kalium und Phosphor. Stickstoff ist für die Entwicklung der grünen Pflanzenteile wichtig, Kalium und Phosphor für den Blüten- und Fruchtansatz. All das enthält der organische Dünger DÜNGEE, den man sowohl streuen als auch flüssig ansetzen kann. Hinweis: Ein wichtiger Bestandteil des Düngers sollte auch Magnesium sein, denn Magnesiummangel führt dazu, dass das Chlorophyll aus den Blättern abwandert, sie sich wie im Herbst verfärben und schließlich abfallen. Die gute Nachricht: DÜNGEE enthält Magnesium in natürlicher Form.
Wann Johannisbeeren düngen: Die Hauptgabe gehört in den Vorfrühling, noch bevor der Strauch austreibt, die zweite nach der Ernte im Juli, wenn die Johannisbeere die Knospen für das nächste Jahr anlegt. Verteilen Sie den Dünger auf der ganzen Fläche unter der Strauchkrone, wo die Wurzeln liegen, und arbeiten Sie ihn flach ein und gießen Sie an. Natürliche Dünger wie Kompost oder DÜNGEE lassen sich regelmäßig anwenden, ohne die Pflanze zu belasten.
Die Nährstoffverhältnisse erklärt der Artikel NPK-Dünger, die Auswahl des Düngers für den ganzen Garten behandeln wir im Artikel Universaldünger. Ähnlich säureliebende Sträucher besprechen wir bei der Heidelbeere und der Aronia.
Krankheiten und Schädlinge der Johannisbeere
(Eine Auswahl der wichtigsten Krankheiten und Schädlinge der Johannisbeere)
Auch wenn die Johannisbeere ansonsten eine mittelschwer zu kultivierende Pflanze ist, bleibt sie von Krankheiten und Schädlingen nicht verschont – man sollte ihnen vorbeugen.
Die häufigsten Krankheiten
Die Blattfallkrankheit ist bei uns wohl die verbreitetste Krankheit der Johannisbeere. Sie zeigt sich durch vorzeitigen Blattfall, geringere Erträge, schlechtere Fruchtqualität und eine allgemeine Schwächung der Pflanzen. Erkennen lässt sie sich daran, dass schon ab Ende Mai runde graubraune Flecken auf den Blättern erscheinen. Befallene Blätter vergilben später, rollen sich ein und fallen ab. Verursacht wird sie von einem Pilz, der auch im Falllaub überwintern kann – deshalb ist es wichtig, abgefallenes Laub gründlich zu entfernen und zu vernichten. Vorbeugen lässt sich am besten mit widerstandsfähigen Sorten, einem passenden Standort und ausreichendem Pflanzabstand.
Der Grauschimmel ist die zweithäufigste Pilzkrankheit dieser Sträucher. Er lässt Triebe und schließlich ganze Pflanzen absterben. Erkennbar ist er an braun werdenden Blättern, schrumpelnden Beeren und dem Abfallen dieser Pflanzenteile. Vorbeugend hilft es, nicht mit Stickstoff zu überdüngen und den Strauch licht zu halten, damit er nach Regen rasch abtrocknet. Auf den Blättern kann auch Mehltau auftreten – ein weißlicher, mehliger Belag, dem ein zu dichter Strauch ebenfalls entgegenkommt.
Der Weymouthskiefernrost – obwohl man meinen könnte, er befalle nur die Weymouthskiefer, befällt er leicht auch Johannisbeeren. Die Johannisbeere ist nämlich sein zweiter Wirt, ohne den sich der Pilz gar nicht vermehren kann. Pflanzen Sie Johannisbeeren deshalb nie in die Nähe dieses Nadelbaums. Auch der Weymouthskiefernrost führt zu vorzeitigem Blattfall, schlechterer Fruchtqualität und dem Absterben junger Triebe.

Die häufigsten Schädlinge
Die Johannisbeerblasenlaus ist wie die übrigen Blattläuse mit bloßem Auge zu erkennen und verursacht die charakteristischen aufgewölbten roten Blasen auf den Blättern. Der beste Schutz sind ihre natürlichen Gegenspieler wie Siebenpunkt-Marienkäfer, Florfliegen, Wanzen oder Ohrwürmer – bauen Sie ihnen daher im Garten eine Nisthilfe für Nützlinge, dann halten sie die Blasenläuse in Schach.
Die Johannisbeergallmilbe ist besonders an schwarzen Johannisbeeren ein sehr häufiger Schädling. Sie ist gut von anderen zu unterscheiden, weil sie anstelle von Knospen aufgeschwollene Gallen bildet. In einer einzigen Galle können bis zu tausend Milben sitzen, die bei warmem Wetter herauskriechen und Flüssigkeit aus Blättern und neuen Knospen saugen. Sie verbreiten sich aktiv über die ganze Pflanzung, verschleppt werden sie auch von Vögeln, Kleintieren oder vom Wind. Am besten greift man zu biologischen Mitteln – etwa zur Raubmilbe Typhlodromus pyri, die schädliche Milben angeht, sich aber auch von Pilzen oder Pollen ernähren kann – Ihren Pflanzen schadet sie nie.
Geschichte des Johannisbeeranbaus
Die Geschichte des Johannisbeeranbaus ist recht bunt und lang. Die ersten Erwähnungen des Johannisbeeranbaus in Europa stammen aus dem 12. Jahrhundert. Johannisbeeren werden zwar in allen Regionen der Welt außer den sehr kalten angebaut, in Europa aber seit dem Mittelalter – belegt sind sie im Mainzer Kräuterbuch von 1184 und später bei Simon Januensis (Simon von Genua). Ihren deutschen Namen verdanken sie dem Johannistag am 24. Juni, um den herum die frühen Sorten reif werden. In Mitteleuropa wurden sie vermutlich spätestens ab dem 16. Jahrhundert kultiviert, ganz regelmäßig standen sie dann im 19. Jahrhundert in den Gärten unserer Vorfahren. Erwähnenswert ist sicher, dass sie zunächst als Heilpflanze angebaut wurden.
Ein Vorteil der Johannisbeere ist, dass sie sich in tieferen wie in höheren Lagen kultivieren lässt und damit praktisch in jeden Garten passt.
Was man aus roten Johannisbeeren macht

Endlich kommen wir auch zu den erfreulichen Dingen, nämlich zur Ernte und zur Verarbeitung der Früchte, wenn wir sie vor allen Widrigkeiten durch Wetter, Krankheiten und Schädlinge bewahren konnten. Rote Johannisbeeren schmecken frisch hervorragend, man kann daraus aber auch Saft, Kuchen und Desserts zubereiten (sie lassen sich roh und gebacken verwenden – anders als etwa die Stachelbeere). Hervorragend ist Johannisbeermarmelade, die sich gut für die Sachertorte und zum Zusammensetzen von Linzer Plätzchen zu Weihnachten eignet.
Johannisbeermarmelade aus roten Johannisbeeren
Die Marmelade bereiten wir ähnlich zu wie andere Marmeladen, nur müssen wir die Kerne entfernen, die beim Essen stören würden. Das gelingt, indem wir die rohen Beeren im Entsafter auspressen, notfalls auch den Fleischwolf nehmen, oder die gekochten Beeren durch ein Sieb streichen. Den Saft erhitzen wir dann, geben Gelierzucker nach Packungsanleitung dazu und kochen ihn ein. Fertig ist die Marmelade, wenn ein Tropfen auf einem kalten Tellerchen geliert und andickt. Wir füllen sie in saubere, ausgespülte Gläser und stellen diese 5 Minuten auf den Kopf. Danach zurückdrehen und auskühlen lassen; ungeöffnet hält sie mehrere Jahre in Speisekammer oder Keller, das angebrochene Glas gehört in den Kühlschrank.
Saft aus schwarzen Johannisbeeren

Die schwarze Johannisbeere ist für ihren vollen, süßeren Geschmack und ihren Vitaminreichtum bekannt – sie enthält wohl von allen Johannisbeeren am meisten Vitamin C, was auch für verbreitete Sorten wie Titania gilt. Deshalb ist sie zur Saftherstellung so beliebt. Für den sofortigen Verzehr können Sie den Saft im Entsafter gewinnen und gleich trinken. Nachsüßen muss man ihn nicht.
Zur längeren Lagerung lässt sich der Saft mit Zucker im Verhältnis 2:1 und mit Zitronensaft oder Zitronensäure aufkochen, damit er nicht verdirbt. Wir füllen ihn in saubere Gläser, stellen sie kurz auf den Kopf, lassen sie danach auskühlen und lagern sie dunkel und trocken. Angebrochene Gläser gehören immer in den Kühlschrank. Der Saft hält sicher ein Jahr, also bis zur nächsten Ernte.
Häufige Fragen zu Johannisbeeren
Wann schneidet man Johannisbeeren?
Der sicherste Termin ist direkt nach der Ernte, also im Juli. Die ältesten drei- bis vierjährigen Triebe werden bodennah herausgeschnitten, ein- und zweijährige bleiben stehen. Der Schnitt ist auch in der Vegetationsruhe vom Laubfall bis zum Vorfrühling möglich, aber nicht später – die Johannisbeere treibt früh aus.
Wann pflanzt man Johannisbeeren?
Am besten im Herbst, nach der Ernte und vor den ersten Bodenfrösten. Eine Frühjahrspflanzung ist nur bei aufgetautem Boden möglich, empfehlenswert ist sie aber nicht – ein Mitte Mai gesetzter Strauch wurzelt bis zu den ersten heißen Tagen nicht mehr ein.
Welchen Pflanzabstand brauchen Johannisbeeren?
Die Reihen liegen 3 Meter auseinander, in der Reihe rechnet man etwa 1,5 Meter zwischen den Sträuchern. Das Pflanzloch sollte rund 40 cm tief und breit sein, der Setzling kommt 5 cm tiefer als in der Baumschule.
Womit düngt man Johannisbeeren?
Mit einem ausgewogenen natürlichen Dünger, der Stickstoff für das Wachstum der grünen Teile und Kalium mit Phosphor für den Blüten- und Fruchtansatz liefert – mit Kompost oder DÜNGEE. Auch Magnesium ist willkommen, dessen Mangel sich durch Vergilben und Abfallen der Blätter zeigt.
Was macht man mit Johannisbeeren nach der Ernte?
Einen Erhaltungsschnitt durchführen, den Strauch gießen, düngen und mulchen. Nach der Ernte legt die Johannisbeere die Knospen für das nächste Jahr an, gerade dann nützen ihr Nährstoffe und ein lichter Strauch am meisten.
Warum verliert die Johannisbeere ihre Blätter?
Meist stecken Trockenheit, Magnesiummangel (die Blätter vergilben zuerst wie im Herbst) oder eine Pilzkrankheit wie die Blattfallkrankheit dahinter. Es hilft regelmäßiges Gießen an die Wurzeln, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und das Entfernen des Falllaubs.
Kann man Johannisbeeren im Kübel ziehen?
Ja, vor allem als Stämmchen. Das Gefäß sollte mindestens 40 bis 50 Liter fassen, ein durchlässiges Substrat und einen zuverlässigen Wasserabzug haben. Im Kübel trocknet die Johannisbeere schneller aus, deshalb braucht sie häufiger Wasser und regelmäßige Düngergaben.
Wann sind Johannisbeeren reif?
Je nach Sorte und Lage von Ende Juni bis Ende Juli. Rote und weiße Johannisbeeren reifen meist früher als schwarze. Reife Trauben halten sich noch eine Weile am Strauch, am besten schmecken sie jedoch wenige Tage nach dem Ausfärben.
