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Gundermann (Gundelrebe, Glechoma hederacea)

Gundermann (Glechoma hederacea): wie er aussieht, womit er verwechselt wird und wofür er verwendet wird

Der Gundermann (Glechoma hederacea) ist eine ausdauernde, kriechende Staude aus der Familie der Lippenblütler, die die meisten Gartenbesitzer eher als zähen Bewuchs im Rasen und in den Beeten kennen. Dabei ist er eine alte Heil- und Würzpflanze mit vielen volkstümlichen Namen. Unten lesen Sie, wie Sie den Gundermann erkennen, womit er verwechselt wird und wie Sie daraus einen Sirup kochen.

Gundermann – Kraut und Steingartenpflanze: den Gundermann an Blättern und Blüten erkennen

Ganze Pflanze des Gundermanns – niederliegende Stängel mit herzförmigen, gekerbten Blättern und blauvioletten Lippenblüten
Gundermann: nierenförmig-herzförmige, gekerbte Blätter am Stiel und blauviolette Lippenblüten in den Blattachseln.

Der Gundermann (Glechoma) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die bekannteste Art dieser Gattung ist die Echte Gundelrebe (Glechoma hederacea). Der Gundermann hat mehrere charakteristische Merkmale:

Aussehen:

  • Die Blätter des Gundermanns sind herzförmig, mit feinen Zähnen am Rand. Sie können ein kräftiges Dunkelgrün zeigen und sind oft deutlich durchscheinend geadert.
  • Die Blüten sind zweilippig und violett bis blau, sie stehen in Blütenständen an den Triebenden. Jede Blüte hat eine auffällige röhrige Krone mit einer Ober- und einer Unterlippe.

Verbreitung und Standort:

  • Der Gundermann ist verbreitet in den gemäßigten Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas.
  • Diese Art mag feuchte und schattige Standorte. Häufig wächst sie an feuchten Stellen wie im Unterwuchs von Wäldern, an Ufern von Gewässern, an Waldrändern und in Gärten.

Verwendung:

  • Der Gundermann wird im Garten oft als Unkraut angesehen, weil er sich schnell ausbreiten und dichte Bestände bilden kann, die das Wachstum anderer Pflanzen unterdrücken.
  • Der Gundermann hat aber auch traditionell genutzte und aromatische Eigenschaften. Historisch wurde er in der traditionellen Medizin für verschiedene Zwecke verwendet.

Der Gundermann kann sehr ausbreitungsfreudig sein und sich schnell ausbreiten. Gartenbesitzer achten deshalb auf einen kontrollierten Anbau, damit er sich im Garten nicht unerwünscht ausbreitet.

Echte Gundelrebe – Gundermann, auch Efeu-Gundermann genannt

Blühender Gundermann in der Natur, kleine violette Lippenblüten über behaarten Blättern
Der Gundermann blüht von April bis Juni, am liebsten an feuchten und schattigen Standorten.

Die Echte Gundelrebe, auch bekannt als Gundermann oder Efeu-Gundermann (Glechoma hederacea), ist eine Art aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Wie die Echte Gundelrebe aussieht

Die Blätter der Gundelrebe sind herzförmig und haben einen gezähnten Rand. Sie sind dunkelgrün und deutlich geadert. Wegen der Form und Farbe der Blätter wird sie auch „Efeu-Gundermann“ genannt. Die Blüten sind violett bis blau und stehen in scheinquirligen Blütenständen. Jede Blüte hat eine zweilippige Krone mit einer zweilappigen Oberlippe und einer gelappten Unterlippe.

Wie die Echte Gundelrebe angebaut wird

  • Die Gundelrebe ist eine relativ anspruchslose Pflanze, kann aber durch ihre Fähigkeit, sich schnell auszubreiten, zur Herausforderung werden. Achten Sie deshalb darauf, wo Sie sie anbauen, damit sie nicht zum invasiven Unkraut wird.
  • Die Gundelrebe bevorzugt feuchte und schattige Plätze. Sie wächst gut auf kühlen und feuchten Böden, etwa im feuchten Unterwuchs von Wäldern oder an Waldrändern.
  • Am besten pflanzen Sie sie an Stellen mit ausreichend feuchtem Boden und Schatten. Wegen ihrer Ausbreitungsfreude halten Sie sie besser unter Kontrolle oder kultivieren sie in Gefäßen.

Welche Verwendung diese Pflanze hat

Die Gundelrebe kann als Unkraut gelten, weil sie dazu neigt, sich schnell auszubreiten und dichte Bestände zu bilden. Manche Gartenbesitzer pflanzen sie im Garten aber gezielt als Bodendecker, vor allem an Stellen, wo sich Rasen oder andere Pflanzen nur schwer halten lassen.

Historisch wurde sie außerdem in der traditionellen Medizin für verschiedene Zwecke genutzt. Schon im Mittelalter glaubten die Menschen, die Gundelrebe schütze sie vor der Pest. Volkstümlich wurden ihr außerdem eine anregende Wirkung auf den Appetit und Linderung bei Durchfall zugeschrieben.

Die Gundelrebe war in der Volksheilkunde beliebt, was die Vielzahl an volkstümlichen Namen belegt, die sie im Lauf der Zeit bekam: Donnerrebe, Soldatenpetersilie, Zickelskraut, Erdkränzchen, Blauhuder und Erd- Efeu.

Gundermann Verwechslung: womit die Gundelrebe verwechselt wird

Die Gundelrebe erkennen Sie sicher an drei Merkmalen zugleich: Der Stängel ist vierkantig, kriecht über den Boden und wurzelt an den Knoten; die Blätter sind nierenförmig-herzförmig, gekerbt und sitzen an einem Stiel; und ein zerriebenes Blatt duftet deutlich aromatisch. Am häufigsten wird sie von Gartenbesitzern mit diesen Pflanzen verwechselt:

PflanzeWoran Sie sie von der Gundelrebe unterscheiden
Echte Gundelrebe (Glechoma hederacea)Kriechender, vierkantiger Stängel, der an den Knoten wurzelt, nierenförmig-herzförmige, gekerbte Blätter am Stiel, blauviolette Lippenblüten zu zweit bis dritt in den Blattachseln, aromatischer Duft.
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)Stängel aufrecht, wurzelt nicht. Die oberen Blätter stehen gedrängt und sind oft violett überlaufen, die Blüten sind rosapurpurn und stehen in Scheinquirlen an der Stängelspitze.
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)Kriecht ebenfalls, hat aber glänzende, ganzrandige bis nur flach gekerbte Blätter und trägt die Blüten in einer dichten, aufrechten Ähre.
Efeublättriger Ehrenpreis (Veronica hederifolia)Kleine einjährige Pflanze mit gelappten Blättern. Die Blüten sind vierzählig, blassblau und stehen einzeln an Stielen, sie sind nicht zweilippig.
Gemeiner Efeu (Hedera helix)Verholzende Kletterpflanze mit derben, ledrigen, immergrünen Blättern. Mit der Gundelrebe hat er nur die Blattform gemeinsam, daher der Name Efeu-Gundermann.

Der Gundermann hält sich auch im Rasen, wo ihm feuchtere und schattigere Stellen zusagen. Gern wächst er zwischen Steingartenpflanzen und im Unterwuchs, weil er Halbschatten besser verträgt als die meisten Stauden.

Gundermann Wirkung: wofür die Gundelrebe in der Volksheilkunde verwendet wurde

Die Echte Gundelrebe (Glechoma hederacea) wurde wegen ihres Gehalts an verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen traditionell in der Volksmedizin für unterschiedliche Zwecke verwendet. Denken Sie aber daran, dass die moderne wissenschaftliche Erforschung der Gundelrebe begrenzt ist und die überlieferten Anwendungen eher auf historischer Erfahrung als auf festen wissenschaftlichen Belegen beruhen. Es handelt sich um traditionelle Anwendungen, nicht um belegte Heilwirkungen. Zu den traditionell genannten Anwendungen der Gundelrebe gehören:

  1. Antioxidantien: Der Gundelrebe wird ein Gehalt an Antioxidantien zugeschrieben, denen nachgesagt wird, freie Radikale im Körper zu neutralisieren und Zellen vor Schäden zu schützen.

  2. Entzündungen und Immunsystem:Einigen Inhaltsstoffen der Gundelrebe werden entzündungshemmende Eigenschaften und ein Einfluss auf das Immunsystem zugeschrieben.

3. Verdauungsbeschwerden: Traditionell wurde die Gundelrebe bei Beschwerden des Verdauungssystems eingesetzt. Volkstümlich wurden ihr eine Unterstützung der Verdauung und eine Linderung von Blähungen zugeschrieben.

4. Atemwege: Die Gundelrebe wurde traditionell bei Erkältungen und begleitend bei Beschwerden der Atemwege wie Husten und Halsschmerzen verwendet.

5. Frauenbeschwerden: In manchen Kulturen wurde sie als volkstümliches Mittel bei Frauenbeschwerden verwendet, etwa bei Regelschmerzen oder unregelmäßigem Zyklus.

Gundermann Sirup: Rezept Schritt für Schritt

Kräutersirup wird aus einem Fläschchen auf einen Löffel gegossen
Der Sirup aus dem Gundermann wird aus jungen Frühlingsblättern zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt.

Die Herstellung von Sirup aus der Echten Gundelrebe (Glechoma hederacea) ist sehr einfach, und dasselbe Vorgehen können Sie auch für andere Kräuter verwenden. Hier ist eine einfache Anleitung, wie Sie den Sirup aus dem Gundermann zubereiten:

Zutaten:

  • frische Blätter des Gundermanns (Sie können auch die Blüten bzw. das ganze Kraut verwenden),
  • Zucker (weiß oder braun),
  • Wasser.

Zubereitung:

  1. Sammeln Sie frische, saubere Blätter des Gundermanns. Am besten sammeln Sie sie in den Frühlings- und frühen Sommermonaten, wenn die Blätter am jüngsten und aromatischsten sind.
  2. Waschen Sie die Blätter des Gundermanns gründlich unter fließendem Wasser, um Schmutz zu entfernen.
  3. Bereiten Sie eine Zuckerlösung zu, indem Sie Wasser und Zucker im Verhältnis 1:1 oder 2:1 mischen (zum Beispiel 1 Tasse Wasser auf 1 Tasse Zucker). Sie entscheiden, wie süß der Sirup werden soll. Die Zuckermenge beeinflusst auch die Haltbarkeit des Sirups, denn Zucker wirkt konservierend. TIPP: Sie können auch eine Prise Zitronensäure oder den Saft einer Zitrone zugeben.
  4. Stellen Sie die Mischung aus Wasser und Zucker auf den Herd und erhitzen Sie sie langsam unter ständigem Rühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
  5. Sobald der Zucker gelöst ist, geben Sie die frischen Blätter des Gundermanns in die Mischung. Üblicherweise nimmt man etwa 1 Tasse Blätter auf jede Tasse Wasser im Rezept.
  6. Lassen Sie die Mischung einige Minuten kochen, damit sich das Aroma der Kräuter im Sirup löst. Wichtig ist, nicht zu lange zu kochen, damit der frische Geschmack der Kräuter erhalten bleibt.
  7. Wenn die Mischung fertig gekocht ist, nehmen Sie sie vom Herd und lassen Sie sie ziehen und abkühlen. Lassen Sie die Kräuter in der Mischung, damit der Sirup ihren Geschmack aufnimmt.
  8. Sobald die Mischung gut abgekühlt ist, seihen Sie sie ab, um die Kräuter zu entfernen. Sie erhalten einen klaren Sirup.
  9. Den Sirup können Sie in sterilisierte Fläschchen oder Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren. In der Regel sollte er innerhalb einiger Wochen verbraucht werden.

Diesen Sirup können Sie als Süßungsmittel für Getränke nutzen, zu Desserts geben oder damit verschiedene Speisen abschmecken. Als volkstümliches Hausmittel wurde er bei den oben genannten Beschwerden eingenommen, und zwar 1 Teelöffel 3× täglich über bis zu 1 Woche.

Gundermann und andere Kräuter düngen

Der Gundermann verlangt nicht nach Dünger — im Garten geht es eher darum, ihn in Schach zu halten, als ihn anzutreiben. Anders ist es bei Kräutern, die Sie wegen der Blätter anbauen: Minze, Melisse, Salbei oder Dost treiben nach jedem Schnitt neu aus und brauchen dafür Nährstoffe.

  • Arbeiten Sie im Frühjahr eine schwache Gabe universellen organischen Düngers in den Wurzelbereich ein; die Nährstoffe werden nach und nach frei, sodass das Kraut nicht wässrig wächst und sein Aroma behält.
  • Kräuter im Balkonkasten und im Topf düngen Sie von März bis September alle drei bis vier Wochen mit einem schwächeren Aufguss.
  • Nach jeder Ernte des Krauts wiederholen Sie die Gabe mit dem Aufguss — so schafft es die Pflanze, bis zur nächsten Ernte nachzuwachsen.

Ausführlicher steht das im Artikel Kräuter düngen.

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