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Auswahl von Gehölzen für die Pflanzung: vom Standort zur qualitätsvollen Pflanzware

Eine erfolgreiche Pflanzung von Bäumen und Sträuchern basiert auf drei Säulen: der richtigen Auswahl des Taxons, qualitativem Pflanzgut und günstigen Standortbedingungen. Wir beraten Sie bei jedem Schritt.

Warum die Auswahl der Gehölze wichtig ist und was den Erfolg der Pflanzung beeinflusst

Auswahl der Gehölze für die Pflanzung und Sicherstellung ihrer Standortbedingungen

Einleitung

Die geeignete Auswahl der Gehölze ist eine der grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreich durchgeführte Pflanzung und für das Erreichen einer möglichst schnellen, maximalen und langfristigen Funktionalität der gepflanzten Exemplare an dem von uns vorab ausgewählten Standort, sei es in Städten oder in der freien Landschaft. Gemeinsam damit müssen wir auch darauf achten, günstige Standortbedingungen für die von uns ausgewählten Gehölze zu sichern, qualitatives und verfügbares Pflanzgut zu wählen sowie die anschließende Pflege der gepflanzten Gehölze in den ersten Jahren nach der Pflanzung zu gewährleisten.

Die Wahl der Gehölze für einen bestimmten Standort sollte in erster Linie auf der Kenntnis seiner Umgebung sowie der Ansprüche und Anforderungen der Gehölze an diesen basieren. Mit einem bestimmten Standorttyp kann man sich nicht damit begnügen, ihn nur durch das Studium von Karten oder verschiedenen Fachtexten kennenzulernen – man muss auch eine eigene Besichtigung des Gebiets vornehmen, die für die Pflanzung von Gehölzen absolut unerlässlich ist. Durch die Erkundung des Standorts sollten wir stets möglichst viele Daten über alle seine ökologischen Komponenten ermitteln, nicht nur abiotische (klimatische, Boden-, Wasser- usw.), sondern auch biotische (pflanzliche und tierische, einschließlich solcher, die durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden). Die eigentliche Auswahl der Gehölze knüpft dann eng an den von uns erkundeten Standort an. Sie basiert vor allem auf unserer Kenntnis der Standortansprüche der Gehölze sowie auf der Beobachtung und Bewertung des Zustands der bereits am Standort oder in seiner Umgebung wachsenden Gehölze. Als Hilfsmittel für die richtige Artauswahl kann uns dabei vor allem die Rajonisierung der Ziergehölze dienen (eine praktische Einteilung der Gehölze nach ihren Ansprüchen in geeignete Standorte).

Bei der Auswahl von Gehölzen für verschiedene Standorttypen sollten wir bedenken, dass es sich nicht immer um Flächen handelt, die für Gehölze mehr oder weniger natürlich sind (z. B. Waldumgebung, freie Landschaft usw.), sondern häufig um Standorte, die durch menschliche Aktivitäten erheblich verändert und für Pflanzen mehr oder weniger stressig sind (Stadtzentren, Immissionsgebiete, versalzte Standorte, Standorte mit anthropogenen oder devastierten Böden usw.). An diesen besonders ungünstigen Standorten erweist sich die richtige Wahl der Gehölze häufig als entscheidende Voraussetzung für ihr weiteres Gedeihen.

Wesentliche Kriterien für die Auswahl des richtigen Gehölzes für einen konkreten Standort

Kriterien zur Auswahl von Gehölzen für die Pflanzung

Die Auswahl von Gehölzen muss in unseren Überlegungen in drei Richtungen verlaufen, die miteinander zusammenhängen und nicht voneinander getrennt werden können. Zunächst gilt es, Auswahlkriterien für den konkreten Standorttyp festzulegen, dann der Auswahl des geeigneten Taxons (d. h. der Art oder Kultursorte) des Baumes große Aufmerksamkeit zu widmen und schließlich alle Bemühungen der Auswahl von qualitativem Pflanzgut aus Zier-, Forst- oder Obstbaumschulen zu widmen.

Auswahl geeigneter Gehölze für die Pflanzung an einem konkreten Standort

Bei der Auswahl von Gehölzen für einen konkreten Standort denken wir vor allem an ihre historische, architektonische, ästhetische, psychologische und mikroklimatische Funktion. Von besonderem Interesse sind die Lebensdauer des Gehölzes am Standort, seine Wachstumsgeschwindigkeit, Größe, Form, Textur, Farbe und Veränderlichkeit im Laufe der Zeit (nicht nur im Jahresverlauf, sondern auch über das gesamte Leben hinweg – von besonderer Bedeutung ist insbesondere die Dauer der Belaubung). Im Falle städtischer Umgebungen berücksichtigen wir auch mögliche negative Auswirkungen der Gehölze auf die unmittelbare Umgebung (z. B. Beschädigung von Versorgungsleitungen, Gehwegen und Bauwerken durch Wurzeln, Beschädigung und Verschattung von Verkehrsschildern, Fassaden und Dächern, das Vorhandensein von Dornen und Stacheln, mögliche Allergenität des Pollens, Gefährdung der Gesundheit oder des Lebens der Bürger oder ihres Eigentums im Zusammenhang mit der Verringerung der Betriebssicherheit usw.).

Bei der Auswahl von Gehölzen erwägen wir weiterhin die Verfügbarkeit der Gehölze in Zier- oder Forstbaumschulen, und zwar nicht nur taxonomisch, sondern auch hinsichtlich Größe und Qualität. Bei Bäumen denken wir an ihre Fähigkeit, rasch einen ausreichend hohen und qualitativ hochwertigen Stamm zu entwickeln, der durchgehend bis zur Kronenspitze reicht; wir beurteilen die Anforderungen der Gehölze an den Schnitt und ihre Reaktion darauf, die Ausschlagfähigkeit (wurzelbürtig, stammständig und kronenbürtig bei Bäumen, Ausläuferbildung bei Sträuchern), den Bewässerungsbedarf sowie die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge.

Für städtische Umgebungen wählen wir Gehölze mit einer breiten ökologischen Amplitude (Pioniergehölze), Toleranz gegenüber hohen Sommertemperaturen, trockenheitsresistente Gehölze sowie solche, die widerstandsfähig gegenüber den Auswirkungen von Streusalz und Luftverschmutzung sind. Trockenheitsresistente Gehölze gehören durchaus in Städte, und auch ihrer Auswahl muss ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden, da allgemeiner Wassermangel im Boden und verringerte Luftfeuchtigkeit Eigenschaften sind, mit denen diese Gehölze (aus ariden Regionen) umzugehen wissen.

Die Auswahl von Gehölzen, die widerstandsfähig gegenüber der Einwirkung von Streusalzen sind, ist insbesondere bei Verkehrsstraßen (z. B. Autobahnen in der Landschaft) sehr wichtig. An Standorten mit hoher Wahrscheinlichkeit der Einwirkung dieser Salze müssen besonders jene Gehölze ausgewählt werden, deren Widerstandsfähigkeit genetisch bedingt ist, da sie aus Gebieten mit hohem Salzvorkommen stammen (Meeresküsten, Waldsteppen- und Steppengebiete).

Bei der Auswahl von Gehölzen für Pflanzungen im Waldbereich oder in der freien Landschaft spielen vor allem ökologische Gesichtspunkte eine sehr wichtige Rolle (im Gegensatz dazu sind sie für städtische Umgebungen nicht vorrangig). Von besonderem Interesse sind die Konkurrenzkraft des Gehölzes, seine Regenerationsfähigkeit, Mykorrhiza, Allelopathie, Symbiose, Parasitismus, die Wechselbeziehungen zwischen dem Gehölz und den Tieren in der Umgebung usw. Für diese Standorte ist es sinnvoll, Pflanzenmaterial möglichst lokaler Herkunft zu verwenden. Bei der Festlegung der Artenzusammensetzung für Pflanzungen in einem bestimmten Gebiet empfiehlt es sich, sich möglichst an naturnahen Beständen in der näheren Umgebung zu orientieren.

Ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium bei der Auswahl von Gehölzen für einen konkreten Standort ist auch das wirtschaftliche Kriterium – das Preiskriterium. Es lenkt die Artauswahl im Hinblick auf die Anschaffungs- bzw. Aufzuchtkosten. Es steht in engem Zusammenhang mit der Vermehrungsart und Herstellung der Setzlinge oder ihrer Teile, der Größe, Form und Qualität des Anzuchtguts. Aus diesem Blickwinkel gilt, dass gängige autochthone Arten günstiger sind als allochthone Arten oder Gehölze kultureller Herkunft. Generativ vermehrte Gehölze sind in Baumschulen zu niedrigeren Preisen erhältlich als vegetativ vermehrte Gehölze. Schwerer vermehrbare Arten sind teurer. Ebenso langsam wachsende Arten. Bäume in Hochstammformen sind deutlich teurer als ihre Strauchformen, Pyramiden oder Solitäre. Mit zunehmendem Stammumfang und Stammhöhe steigt der Preis des Baumes progressiv. Sträucher sind günstiger als Bäume. Nadelbäume sind in der Regel teurer als Laubbäume, insbesondere in Zierbaumschulen. Wurzelnackte Gehölze sind günstiger als Gehölze mit gedeckten Wurzeln. Hinter dem wirtschaftlichen Kriterium darf man sich jedoch nicht nur den Preis des Gehölzes selbst vorstellen, sondern auch den Umgang damit vom Zeitpunkt des Kaufs bis zur Pflanzung und der anschließenden weiteren Pflege. Bei kleinen bzw. jungen Setzlingen sinken in der Regel die Realisierungskosten, aber die Pflegekosten steigen. Größere Setzlinge erhöhen die anfänglichen Einstandskosten, verbilligen jedoch die Pflegemaßnahmen.

Bei der Auswahl des geeigneten Gehölzes sollten wir uns rechtzeitig bewusst machen, dass es kein Gehölz gibt, das alle unsere Anforderungen vollständig erfüllt. Kompromisse bei der Auswahl lassen sich nicht vermeiden (insbesondere an Stressstandorten, die durch den Menschen erheblich verändert wurden)! Es gilt: Je extremer die Standortbedingungen, desto weniger geeignete Taxone finden wir, und umgekehrt. Andererseits können wir uns, wenn wir uns nur auf die Auswahl eines geeigneten Taxons beschränken, langfristig keinen Erfolg erhoffen. Neben dem Aufwand für die Auswahl des geeigneten Taxons muss stets mindestens ebenso viel Mühe darauf verwendet werden, möglichst optimale Standortbedingungen zu schaffen oder zu erhalten – und zwar nicht nur vor oder bei der Pflanzung, sondern auch in den darauffolgenden Jahren.

Regionalisierung von Gehölzen: Wie Sie diese bei der Auswahl der Arten nutzen können

Regionalisierung von Gehölzen

Bei der Auswahl geeigneter Gehölze für einen bestimmten Standorttyp kann uns auch die Regionalisierung von Gehölzen wesentlich helfen. Dabei handelt es sich um schriftliche und kartografische Materialien mit Angaben zur Eignung bzw. Verwendbarkeit einzelner Gehölztaxa entsprechend ihren Ansprüchen und Anforderungen für bestimmte Standorttypen. In der gärtnerischen und landschaftsplanerischen Praxis können Regionalisierungen nach landwirtschaftlichen Produktionstypen und -untertypen (Scholz, 1967) oder nach Vegetationsstufen der Leitgehölze (Hurych, 1985) genutzt werden. Der Fachwelt ist auch die Regionalisierung nach Klimagebieten (Benčat, 1982) bekannt, die für die Bedingungen der Slowakei ausgearbeitet wurde und sich angemessen auch auf die Verhältnisse der Tschechischen Republik anwenden lässt.

Die Regionalisierung nach landwirtschaftlichen Produktionstypen und -untertypen wurde auf der Grundlage genomischer Karten zur Regionalisierung landwirtschaftlicher Kulturen erarbeitet. Sie basiert auf fünf Produktionstypen, die durch Meereshöhen abgegrenzt sind (I – Maistyp bis 200 m ü. NN, II – Rübentyp bis 350 m ü. NN, III – Kartoffeltyp bis 500 m ü. NN, IV – Gebirgstyp bis 800 m ü. NN und V – Hochgebirgstyp über 800 m ü. NN), und ist nach Bodencharakter in Untertypen untergliedert (a – Roggen, b – Gerste, c – Weizen, d – Auen). Diese Regionalisierung ist relativ detailliert, berücksichtigt auch die Unterschiedlichkeit des Bodenmilieus und wird durch kartografische Grundlagen ergänzt (leider nur in den Bereichen des landwirtschaftlichen Bodenfonds).

Die Regionalisierung nach Vegetationsstufen der Leitgehölze ordnet die Gehölze in vier Höhenvegetationsstufen ein (Eichenstufe bis 400 m ü. NN, Buchenstufe bis 800 m ü. NN, Fichtenstufe bis 1350 m ü. NN und Latschenstufe über 1350 m ü. NN). Dieser Regionalisierungstyp ist nicht so detailliert gegliedert wie die vorherige Regionalisierung und entbehrt ebenfalls kartografischer Grundlagen.

Mit den Regionalisierungen arbeiten wir so, dass wir bei der Wahl des Gehölzsortiments im Hinblick auf unsere konkrete Absicht für den jeweiligen Standorttyp potenziell geeignete Gehölze herausschreiben. Diese unterziehen wir dann weiterer Prüfung aus den Gesichtspunkten, die wir bereits erwähnt haben, bis zur endgültigen Auswahl der für unsere Zwecke geeigneten Gehölze. Die aus den Regionalisierungen gewonnenen Angaben zur Eignung von Gehölzen (am besten ist es, beide Regionalisierungen gleichzeitig zu verwenden) sollten mit unseren Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Geländeuntersuchung des konkreten Standorts abgeglichen werden.

Darüber hinaus können wir bei der Wahl der Gehölzeignung für einen Standort auch andere Materialien heranziehen, z. B. die typologische Klassifikation der Wälder, die geobiozönologische Klassifikation der Vegetation, geobotanische Karten usw. Als Hilfsmittel zur Auswahl aus dem Bereich einheimischer Gehölzarten dienen insbesondere botanische und forstliche Grundlagen – geobotanische Karten (Mikyška & al., 1968), die für das gesamte Staatsgebiet ausgearbeitet wurden, sowie forstliche typologische Karten, die für Waldböden erstellt werden (ÚHÚL Brandýs nad Labem). Verwendbar sind auch Materialien zur biogeografischen Gliederung der Tschechischen Republik (Culek, 1996). Bei der Auswahl der häufigsten in der Landschaft verwendeten gezüchteten Gehölze kann man sich auf die Standortansprüche von Obstarten stützen (z. B. Blažek & al., 1983) sowie auf die Regionalisierung von Pappeln (Mottl, 1989).

Die zitierten Hilfsmittel berücksichtigen nur wenig die deteriorisierenden Faktoren, die heute an manchen potenziellen Grünflächen-Standorten wirken. Sie entstanden nämlich zu einer Zeit, als negative Einflüsse entweder nur in begrenztem Umfang und in begrenzter Intensität wirkten (Immissionen), oder ihre negative Wirkung nicht vollständig bekannt war (Streusalz), bzw. die Problematik nur am Rande berührt wurde (anthropogene Substrate in Bergbaugebieten). Diese Fragen wurden durch spezialisierte Forschung gelöst, aus deren Ergebnissen Klassifikationen von Gehölzen für die Rekultivierung anthropogener Böden entwickelt wurden (Štýs & al., 1981, Dimitrovský & Vesecký, 1989; Dimitrovský, 1999). Ebenso steht eine Auswahl geeigneter Gehölzarten für Bepflanzungen an Verkehrswegen zur Verfügung (z. B. Kolektiv, 1997). Die Klassifikation des Sortiments für Immissionsgebiete ist mit unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Erhebungsmethoden belastet und daher nicht erschöpfend und präzise. Erkenntnisse zur Widerstandsfähigkeit von Gehölzen gegenüber verunreinigter Luft veröffentlichten z. B. Štýs, 1987; Hieke, 1994; Hurych, 1996.

Für Planer und Praktiker können auch weitere Hilfsmittel nützlich sein, die durch Modifikationen der oben genannten forstlichen und geobotanischen Grundlagen entstanden sind. Dazu gehören z. B. die Auswahl von Gehölzen, die für das ÚSES (Kolektiv, 1991) geeignet sind und auf der geobiozönologischen Klassifikation der Vegetation basiert, oder das Computerprogramm zur Planung der Artenzusammensetzung einheimischer Gehölze in der Agrarlandschaft namens Arboreus 1.0 (Dostálek & al., 2001). Auch für die Gestaltung von Begleitvegetation an Fließgewässern und Gewässern existieren Listen geeigneter Pflanzen. Praktisch und nützlich sind Übersichten von Gehölzen, die für die unterschiedlichsten ökologischen Bedingungen und Zwecke zusammengestellt wurden bzw. die sich durch gleiche oder ähnliche morphologische Merkmale, Phänophasen usw. auszeichnen (z. B. Hurych, 1985, Hieke, 1994). Nicht zuletzt können auch die jährlichen Angebotskataloge von Baumschulbetrieben (insbesondere gärtnerischen) in der traditionellen gedruckten wie auch in der modernen Online-Form als allgemeine Hilfsmittel dienen.

Arten von Pflanzgut und was die ČSN-Normen besagen

Auswahl von qualitativem Pflanzgut

Die grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreich durchgeführte Pflanzung und die weiteren Perspektiven für das Bestehen von Gehölzen am Standort sind Art und Qualität des Pflanzguts.

Art und Qualität des Pflanzguts (Setzlinge)

Pflanzgut für die Pflanzung von Gehölzen in der Landschaft und in Städten wird entweder aus Zier- oder Forstbaumschulen oder aus natürlichen Beständen bzw. früheren Pflanzungen gewonnen. Art und Qualität des Pflanzguts werden durch technische Normen bestimmt. Gemäß diesen Normen züchten und liefern die Produzenten Pflanzgut in verschiedenen Versand-, Form-, Größen- und Qualitätskategorien. Für Ziergehölze gilt seit 2001 die ČSN 46 4902-1 Anzuchtpflanzen von Ziergehölzen – allgemeine Bestimmungen und Qualitätskennwerte. Die qualitativen Kennwerte forstlicher Setzlinge werden durch die ČSN 48 2115 Pflanzgut forstlicher Gehölze aus dem Jahr 1998 und deren Änderung Z 1 aus dem Jahr 2002 geregelt. Die Produktion von Anzuchtpflanzen aus Obstgehölzen wird durch die Durchführungsverordnung Nr. 191/1996 Slg. zum Gesetz Nr. 92/1996 Slg. über Sorten, Saatgut und Pflanzgut kultivierter Pflanzen geregelt. Gemäß ČSN DIN 18 916 Pflanzungen von Pflanzen müssen Pflanzen aus natürlichen Beständen und früheren Pflanzungen verpflanzungsfähig, gesund und mit einem entsprechenden Wurzelsystem versehen, unbeschädigt sowie in Form und Textur dem jeweiligen Taxon des Gehölzes entsprechend sein.

Die oben genannten Normen definieren präzise die allgemeinen und spezifischen Qualitätskennwerte der einzelnen Typen von Anzuchtpflanzen, die eingehalten werden müssen. Abweichungen von diesen Qualitätskennwerten erfordern eine ausdrückliche Vereinbarung zwischen Lieferant und Abnehmer. Gehölze, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, sind für die Pflanzung ungeeignet und dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden.

Je nach Art des Versands der Gehölze aus der Baumschule können für die Pflanzung in der Stadt oder in der Landschaft folgende Typen von Pflanzgut verwendet werden: – Freilandpflanzen (wurzelnackt) – Pflanzgut mit Erdballen – Topfpflanzen – Containerpflanzen.

Pflanzgut, das mit Erdballen geliefert wird sowie in Töpfen und Containern gezogen oder geliefert wird, wird auch als bedecktwurzeliges Pflanzgut bezeichnet.

Wurzelnacktes Pflanzgut ist die häufigste Art von Anzuchtpflanzen, die in Forst-, Obst- und Zierbaumschulen angeboten werden. Mit Erdballen werden Setzlinge hauptsächlich aus Zierbaumschulen geliefert. Dies sind vor allem Nadelbäume, immergrüne Gehölze, aber auch laubabwerfende Laubbäume, z. B. Birken, Buchen, manchmal Eichen, Hainbuchen. Auch seltenere Gehölzarten und in der Regel größere Exemplare aller Arten von laubabwerfenden Laubbäumen, Nadelbäumen (Koniferen) und Sträuchern werden mit Erdballen versandt. In Containern – überwiegend Kunststoffbehältern oder -umhüllungen über 1,5 Liter – wird heutzutage in Zierbaumschulen ein breites Sortiment an Laub- und Nadelbäumen sowie Sträuchern produziert. In Töpfen (Behälter bis 1 Liter Volumen) werden nur kleine Sträucher, Kletterpflanzen (z. B. Efeu) oder junges Baumschulmaterial gezogen. Auch einige Forstbaumschulen bieten bedecktwurzeliges Pflanzgut (umhülltes) forstlicher Gehölze an, d. h. Pflanzen, die in verschiedenen Umhüllungen, meist mit kleinem Volumen, gezogen werden. Wurzelnacktes Pflanzgut ist im Vergleich zu anderen Typen günstiger, seine Verwendung ist jedoch streng an die agrotechnischen Pflanztermine im Frühjahr und Herbst gebunden.

Container- bzw. Topfpflanzen sowie Setzlinge mit Erdballen sind teurer. Sie ermöglichen jedoch einen besseren „Start“ für die Gehölze am dauerhaften Standort (das Wachstum wird beim Pflanzen praktisch nicht unterbrochen), was besonders auf schlechten Böden wichtig ist. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, sie auch außerhalb der Hauptagrotechnikperioden zu pflanzen, ohne dass dies einen negativen Einfluss auf ihr Anwachsen und weiteres Wachstum hat, wodurch die Pflanzsaison verlängert werden kann.

Die ČSN 46 4902-1 Anzuchtpflanzen von Ziergehölzen – allgemeine Bestimmungen und Qualitätskennwerte unterscheidet bei der am häufigsten gepflanzten Gruppe – den laubabwerfenden Laubgehölzen – folgende Kategorien von Pflanzgut: Strauch – verzweigte, stammlose Anzuchtpflanze mit mehreren Trieben, Heister – baumförmig wachsendes Gehölz ohne Krone, gegebenenfalls mit seitlichem Astwerk, Buschform des Baumes – mehrstämmiger Baum mit Stämmen, die bis 50 cm über dem Boden ansetzen, und einer Mindesthöhe von 250 cm über dem Boden, Pyramide – baumförmiges Gehölz, das von Natur aus pyramidenförmig wächst oder dessen Astwerk so vom Boden an geformt wird, Hochstamm – Gehölz mit einem Stamm von mindestens 180 cm Höhe und einer Krone, Allee-Baum – Hochstamm mit einem Stamm von mindestens 220 cm Höhe, der am Verwendungsort weiter aufgeastet werden muss.

Bei Nadelbäumen wird die Form üblicherweise nicht angegeben, die Einteilung erfolgt nach Höhe, ggf. Breite. Pflanzgut aus Zierbaumschulen wird mit dem botanischen, ggf. Sorten- (Kultivar-) Namen des Gehölzes, der Erziehungsform, der Anzuchtmethode, der Größenkategorie sowie ggf. der Qualität gekennzeichnet. Bei der Anzuchtmethode wird auch die Anzahl der Umschulungen angegeben. Größenkategorien werden in Höhenbereichen, ggf. Breitenbereichen (Sträucher, Heister, Pyramiden von Laubbäumen, Nadelbäume) in cm angegeben, sowie mit der Stammhöhe und dem Bereich des Stammumfangs, gemessen 1 m vom Wurzelhals entfernt (Buschformen der Bäume, Hochstämme, Allee-Bäume). Die Maßeinheit ist cm.

Die Forstnorm (ČSN 48 2115) unterscheidet folgende Kategorien von Pflanzgut: Sämling – Pflanze, die aus einem Samen gewachsen ist, bei der während der Anzucht das Wurzelsystem nicht bearbeitet wurde (durch Pikieren, Verschulen, Wurzelschnitt, Umtopfen, Bewurzelung), Setzling – Pflanze, die aus einem Sämling oder vegetativ gezogen wurde, bei der das Wurzelsystem bearbeitet wurde (durch Pikieren, Verschulen, Wurzelschnitt, Umtopfen oder Bewurzelung von Flugsamensämlingen), mit einem oberirdischen Teil von bis zu 50 cm Höhe, Halbheister – Pflanze, die in der Regel durch zweimaliges Verschulen, Wurzelschnitt oder Umtopfen, ggf. durch eine Kombination dieser Maßnahmen gezogen wurde, mit einem oberirdischen Teil von 51 cm bis 120 cm, gegebenenfalls mit geformter Krone, Heister – Pflanze, die durch mindestens zweimaliges Verschulen, Wurzelschnitt oder Umtopfen, ggf. durch eine Kombination dieser Maßnahmen gezogen wurde, mit einem oberirdischen Teil von 121 cm bis 250 cm Höhe und mit geformter Krone.

Forstliche Setzlinge werden für den Vertrieb mit dem botanischen Namen des Gehölzes, dem Alter, der Anzuchtmethode, dem Höhenbereich der oberirdischen Teile (cm) und der Herkunft gekennzeichnet.

Bei Obstgehölzen ist es möglich, die Auswahl der Anzuchtpflanzen auf Stammformen der Bäume zu beschränken:

Viertelstamm – Anzuchtpflanze mit einer Krone in einer Höhe von 80–110 cm und mindestens 4 Trieben in der Krone einschließlich des Leittriebens, Halbstamm – Anzuchtpflanze mit einer Krone in einer Höhe von 130–150 cm und mindestens 4 Trieben in der Krone einschließlich des Leittriebens, Hochstamm – Anzuchtpflanze mit einer Krone in einer Höhe von 170–190 cm und mindestens 4 Trieben in der Krone einschließlich des Leittriebens.

Einzelheiten und Angaben zu weiteren Formen enthält die Verordnung Nr. 191/1996 Slg. Als optimal für extensive Pflanzungen gelten Halbstämme und Hochstämme.

Auf die erfolgreiche Auswahl und das Anwachsen von Gehölzen hat nicht nur die Qualität des Pflanzguts Einfluss, sondern auch dessen Alter (je älter das Pflanzgut, desto schwieriger ist es zu verpflanzen und anzuwachsen am neuen Standort). Es kommt ferner auf die Aufbereitung des Materials vor der eigentlichen Pflanzung, den Pflanztermin und die Pflanzweise sowie die Nachpflegemaßnahmen an. Über diese Faktoren handelt das folgende Kapitel über die Pflanzung von Gehölzen.

Sträucher, Spindeln und Hochstämme: Wie Sie eine qualitativ hochwertige Pflanzung erkennen

Sträucher

Sträucher sind verzweigte, stammlose Formen von Gehölzen mit mehreren Trieben. Sie können wurzelnackt oder im Container geliefert werden, müssen mindestens einmal umgepflanzt worden sein und mindestens 2–3 Triebe aufweisen.

Heister

Heister sind stammähnlich wachsende Laubgehölze ohne Krone, höchstens mit seitlichem Bewuchs. Sie müssen mindestens einmal umgepflanzt worden sein, ab einer Höhe von 125–150 cm zweimal umgepflanzt. Sie können wurzelnackt oder im Container geliefert werden. Heister sind günstig, leicht zu handhaben, und die Anwuchsrate am Standort ist verhältnismäßig hoch. Das Erreichen der vollen Funktionsfähigkeit dauert zwar mehrere Jahre, jedoch wachsen sie am Standort schneller an, die Pflanzungs- und Nachpflegekosten sind gering, und die Pflanzen passen sich schneller an die neue Umgebung an.

Ein Problem besteht bei der Pflanzung von Heistern in Stadtzentren, wo es zu erheblichen Pflanzenverlusten durch Vandalismus kommt. Die Kronenbildung erfolgt erst am Standort, was die Gewinnung eines qualitativ hochwertigen Baumes am endgültigen Standort zusätzlich erheblich verteuern kann.

Hochstämme

Hochstämme sind Formen von Laubbäumen mit Stamm und Krone. Sie sind entweder zweimal umgepflanzt, mit einer Stammhöhe von mindestens 180 cm, oder dreimal umgepflanzt (ab einem Stammumfang von 16–18 cm), mit einer Stammhöhe von mindestens 200 cm. Sie werden wurzelnackt, mit Erdballen oder im Container (ab Größe 14–16) geliefert. Durch den Kauf und die Pflanzung von Hochstämmen wird ein sofortiger ästhetischer Effekt erzielt. Die Bäume werden in der Regel nicht durch Vandalismus beschädigt. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Qualität des Wurzelsystems, des Stammes und der Krone.

Die Wurzeln müssen ausreichend dicht und mit genügend lebenden Feinwurzeln versehen sein. Fehlen ausreichend Feinwurzeln im Wurzelsystem, wurden die Bäume nicht ausreichend umgepflanzt. Die Architektur des Wurzelsystems muss für das jeweilige Taxon typisch sein. Die Wurzeln müssen gleichmäßig verteilt sein. Bei wurzelnackten Bäumen muss das Wurzelsystem gemäß ČSN DIN 18 916 das 10- bis 15-Fache des Stammdurchmessers erreichen, gemessen 1 m über dem Boden.

Der Wurzelballen sollte der Größe der Pflanze entsprechen, dicht durchwurzelt und ab einem Stammumfang von 20 cm mit Drahtgeflecht umschnürt sein. ČSN DIN 18 916 gibt an, dass der Ballendurchmesser mindestens das Achtfache des Stammdurchmessers, gemessen in einer Höhe von 1 m über dem Boden, betragen muss. Im Wurzelhals des Baumes sollte sich der Ballen nicht frei bewegen. Zum Einwickeln des Ballens sind Materialien zu verwenden, die spätestens innerhalb von 24 Monaten im Boden vollständig verrotten, damit das Wurzelwachstum durch diese Elemente nicht behindert wird und ein Einwachsen der Elemente in lebende Wurzelgewebe vermieden wird. Am häufigsten wird Jute verwendet, bei großen Ballen mit schwarzem, geglühtem Drahtgeflecht nicht stärker als 2,1 mm und mit Maschen von maximal 70 mm Größe zusammengeschnürt. Bei Verwendung von sogenanntem Kaninchendrahtgeflecht darf der Drahtdurchmesser nicht größer als 1,2 mm sein.

Containergehölze müssen mindestens 1 Jahr im Container kultiviert worden sein, bevor sie an einem dauerhaften Standort gepflanzt werden. Von grundlegender Bedeutung ist ihre gleichmäßige und dichte Durchwurzelung mit feinen Feinwurzeln.

Der Stamm muss ausreichend stark, gerade, frei von jeglichen Schäden am Holz- und Rindengewebe sowie mit verheilten Wunden nach dem Entfernen des Seitenbewuchses sein. Am Stamm darf kein Anzeichen einer schlechten Affinität und Verwachsung der Unterlage mit dem Edelreis erkennbar sein. Kultivare, die sich in Habitus und Wuchs nicht von der Ursprungsart, auf die sie veredelt werden, unterscheiden, werden im Wurzelhals veredelt. Formkultivare werden in der Krone, in einer Mindesthöhe von 200 cm, veredelt. Das Verhältnis der Stammhöhe zur Kronenhöhe des Baumes darf nicht größer als 1,5:1 sein (das ideale Verhältnis ist 1:1 oder geringer). Ist das Verhältnis größer, kann der Baum nicht als qualitatives Pflanzgut angesehen werden. Die Krone muss mechanisch unbeschädigt, regelmäßig verzweigt, in Habitus und Textur dem jeweiligen Taxon entsprechend, dem Stammdurchmesser angemessen und mit einem durchgehenden Stamm bis zur Kronenspitze versehen sein (Formkultivare ausgenommen). Als Kronenfehler gelten Kronen mit kodominanten Trieben, asymmetrische Kronen (einseitig angelegt), büschelartig verzweigte Kronen (d. h. von einer Stelle ausgehend), Kronen mit einer großen Anzahl von Druckästen usw. Bei kugeligen und hängenden Kultivaren sollten in der Krone mindestens drei Gerüstäste angelegt sein.

Nadelgehölze

Bäume und Sträucher müssen vom Boden an vollständig verzweigt sein. Die Abstände der Quirle und die Länge des letzten Jahrestriebes müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Pflanze stehen. Aufrechte Arten und Kultivare müssen einen durchgehenden Stamm bis zur Kronenspitze aufweisen (Eibe ausgenommen). Sie sind schwer zu verpflanzen und werden stets nur mit Ballen oder im Container geliefert (Sämlinge aus Forstbaumschulen ausgenommen).

Aus qualitativ minderwertigem Pflanzgut können niemals langlebige und voll funktionsfähige Gehölze herangezogen werden, die für ihre Umgebung betriebssicher sind. Die für deren Kauf aufgewendeten finanziellen Mittel wären dann höchst unwirtschaftlich eingesetzt.

Vorbereitung des Standorts vor der Pflanzung von Gehölzen: Was Sie nicht vergessen sollten

Vorbereitung des Standorts für die Pflanzung von Gehölzen

Der Standort sollte vor der Pflanzung von Gehölzen ordentlich vorbereitet werden, damit ein rasches Anwachsen und eine Akklimatisierung des Individuums am Standort ermöglicht wird. Ziel der Standortvorbereitung für die Pflanzung von Gehölzen ist die Beseitigung oder zumindest die Abschwächung jener Standortfaktoren, die für die künftige Pflanzung ungünstig oder sogar deutlich stressend sein können. Zu den Faktoren, denen bei der Standortvorbereitung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, gehören insbesondere: – ausreichend großer Raum für das Wachstum des oberirdischen Teils des Gehölzes, – ausreichend großer Raum für das Wurzelwachstum, – günstige biologische, physikalische und chemische Bodeneigenschaften, – Wasser- und Lufthaushalt im Boden, – mechanische Schäden an Gehölzen (Verbiss durch Wild, Verkehr, Vandalismus usw.).

Die größte Aufmerksamkeit bei der Anpassung der Standortbedingungen muss den Wurzeln und dem Raum, in dem sie sich entwickeln werden, gewidmet werden.

Die Vorbereitung des Standorts für die Pflanzung von Gehölzen bzw. die Sicherstellung geeigneter Standortbedingungen für diese, insbesondere in stark belasteten und stressgefährdeten Bereichen, ist eine äußerst kostspielige Angelegenheit. Ohne sie sind wir jedoch nicht in der Lage, ausreichend sicherzustellen und zu gewährleisten, dass die Gehölze hier langfristig alle Funktionen erfüllen werden, die wir von ihnen verlangen, und zwar in jedem Entwicklungsstadium. Wenn wir diese Angelegenheit bewusst ignorieren oder übergehen, bleibt uns nur noch eine einzige andere und scheinbar „günstige“ Variante: in relativ kurzen Abständen wiederholt vorzeitig abgestorbene Gehölze zu ersetzen, die ihre volle Funktionsfähigkeit nicht erreicht haben.

Ausreichender Raum für den oberirdischen Teil

Jedes Gehölz benötigt ausreichend Raum für die Entwicklung seines oberirdischen Teils. Diese Anforderung ist vor allem für Bäume von grundlegender Bedeutung, die im Gegensatz zu Sträuchern wesentlich mächtiger sind und daher auch mehr Raum für ihre Entwicklung benötigen. In Waldbeständen kämpfen die Gehölze um ihren Platz an der Sonne, und aufgrund dieses Wettbewerbs kommt es bei der Entwicklung ihrer Kronen zu Wachstumsdeformationen des oberirdischen Teils, wie z. B. zur Kronenasymmetrie, zur übermäßigen Schlankheit usw. In städtischen Verhältnissen ist der Kronenraum der Bäume mitunter ebenso eingeschränkt wie im Wald. Hier ist dies jedoch vor allem auf die dichte Bebauung zurückzuführen. Bäume geraten daher häufig nicht mit anderen Bäumen in Konflikt, sondern mit Gebäuden, Versorgungsleitungen usw., die ihrerseits in erheblichem Maße Schäden verursachen können.

Im städtischen Umfeld ist ausreichender Raum für die Kronenentwicklung schwer zu finden. Hier gilt die Regel: Die unbedingte Notwendigkeit, das richtige Taxon am richtigen Ort zu wählen. Durch eine umsichtige Wahl des Pflanzorts und die Auswahl eines geeigneten Taxons sind wir in der großen Mehrzahl der Fälle in der Lage, dieses Problem zu lösen. Wird der Pflanzort jedoch unbedacht gewählt, z. B. in unmittelbarer Nähe von Gebäuden, ohne dass die natürliche Form und Größe des gepflanzten Individuums berücksichtigt wird, ist eine Vermeidung künftiger Konflikte ohne schmerzhafte Kompromisse oder sogar Verluste nicht mehr möglich. Daher muss der Wahl des Taxons und des Pflanzorts ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Pflanzort muss stets sorgfältig abgewogen werden. Durch eine geeignete Wahl des Standorts lassen sich bereits zu Beginn viele Komplikationen einfach und kostenlos vermeiden, die wir in Zukunft entweder nicht vernünftig lösen können oder nur mit hohen finanziellen oder sonstigen Opfern. Bei der Wahl des Pflanzorts für Bäume in Städten kann Tab. 7 recht gute Dienste leisten.

Der Wurzelraum von Stadtbäumen: warum er entscheidend ist und wie Sie ihn sichern

Ausreichender Raum für das Wurzelwachstum

In der freien Landschaft (meistens in Waldgesellschaften) ist in der Regel ausreichend Raum für das Wurzelwachstum von Gehölzen vorhanden (abgesehen von der Wurzelkonkurrenz anderer Pflanzen und weiteren biotischen Einflüssen). In Städten und Gemeinden kann der Wurzelraum für Gehölze erheblich eingeschränkt sein. Bei der Pflanzung von Sträuchern ist der Anspruch an den Wurzelraum nicht so ausgeprägt wie bei Bäumen.

Die Größe des Wurzelsystems von Bäumen nimmt proportional zur Kronengröße zu, und seine Fläche beträgt etwa das 1,5-fache der Kronenprojektion. Die Einschränkung des Wurzelraums in Städten und die damit verbundene Unmöglichkeit einer ausreichenden Entwicklung des Wurzelsystems führt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands und der Vitalität infolge unzureichender Wasser- und Nährstoffaufnahme aus dem Boden und im Extremfall sogar zum Absterben des Einzelexemplars. Gleichzeitig verringert sich auch die Betriebssicherheit des Baumes, die sich insbesondere durch eine verminderte Standfestigkeit gegen Windwurf äußert. Wurzeln, die keinen Raum für ihr gedeihliches Wachstum haben, heben unter anderem Bordsteine und Pflasterbeläge in unmittelbarer Stammnähe an, wachsen in Hausfundamente, Versorgungsleitungen usw. ein und verformen diese, wodurch häufig erhebliche Schäden entstehen.

Zerstörung des Gehwegs infolge unzureichenden Raums für die Wurzelentwicklung.

Für die Einschränkung des Wurzelraums für Bäume in Städten sind vor allem nicht durchwurzelbare Materialien verantwortlich, wie z. B. tragende Schichten von Verkehrsflächen, Gehwegen oder anderen befestigten Flächen. Für feine Wurzeln sind bereits Schotterschichten mit einer Stärke von mehr als 20 cm oder Schichten aus grob- und mittelkörnigem Sand (oder auch Schichten aus verdichtetem Lehm und Ton) mit einer Stärke von mehr als 30 cm nicht durchwurzelbar (diese Werte können bei der Installation von Drainagen genutzt werden). Dabei ist allgemein bekannt, dass die tatsächliche Durchwurzelungstiefe nicht größer als 0,5–0,8 m ist. Diesem ungünstigen Zustand kann auf verschiedene Weisen entgegengewirkt werden:

– durch Sicherstellung einer ausreichend großen Fläche freien Bodens im Wurzelraum, – durch Anbindung luft- und wasserdurchlässiger Oberflächen an die Pflanzgrube, – durch Einbringung eines verdichtungsresistenten Substrats, – durch Installation von Elementen, die den Wurzelraum vergrößern, – durch Auflockerung des Bodens in der Umgebung der Pflanzgrube.

Je größer der Wurzelraum, den wir für das Gehölz sicherstellen, desto besser, und umgekehrt. DIN 18 916 fordert für Jungpflanzungen von Bäumen einen wasser- und luftdurchlässigen Wurzelraum mit einer Fläche von mindestens 6 m². Der Durchwurzelungsraum sollte gemäß dieser Norm eine Oberfläche von mindestens 16 m² und eine Tiefe von mindestens 0,8 m aufweisen.

Vor der Pflanzung sollten wir bestrebt sein, die freie Fläche für den Wurzelraum auf das maximal mögliche Maß zu vergrößern. Durch die Schaffung wasser- und luftdurchlässiger Oberflächen, die an die Pflanzgruben anschließen, kann ein besserer Wasser- und Lufthaushalt im Wurzelraum erreicht werden.

Das Pflanzsubstrat für die Verwendung in Städten sollte eine vielfältige Körnung aufweisen, die verdichtungsresistent ist. Es sollte einen hohen Anteil luftführender Poren, eine hohe Wasserleitfähigkeit besitzen und ausreichend mit mineralischen Nährstoffen versorgt sein. Ein übermäßig nährstoffreiches Substrat in der Pflanzgrube hemmt jedoch das Wurzelwachstum außerhalb derselben und begünstigt so die Entstehung des sogenannten Topfeffekts (er verursacht ein Wurzelwachstum ausschließlich innerhalb der Pflanzgrube und nicht außerhalb, was eine Deformation des Wurzelsystems zur Folge hat, das sich entlang der Wände der Pflanzgrube zurück in den Raum dreht und rotierende Wurzeln bildet, die sich selbst „erdrosseln“ können – verminderte Betriebssicherheit der Bäume sowie eingeschränkte Möglichkeit der Wasser- und Mineralstoffaufnahme aus dem umliegenden Boden sind weitere negative Faktoren dieses Effekts). Das Substrat sollte auch kostengünstig sein (verwenden Sie preisgünstige Materialien wie Sand, Löss, Lava, Vermiculit, Blähton, Polystyrol, Polyurethan usw.). Die Zusammensetzung des Substrats sollte dem umliegenden Boden außerhalb der Pflanzgrube ähnlich sein. Wenn möglich, sollten mindestens 50 % des Aushubs der Pflanzgrube bei der Pflanzung wieder verwendet werden, um dem Topfeffekt entgegenzuwirken. Organisches Material (Kompost, Torf, Rinde usw.) sollte in einer Tiefe von mehr als 30 cm nicht vorhanden sein, da durch seinen Abbau Sauerstoff verbraucht wird und das Produkt eines eventuellen anaeroben Abbaus Methan wäre, das für die Wurzeln von Gehölzen toxisch ist. Darüber hinaus ist ein hoher Gehalt an organischen Stoffen, auch in der Oberflächenschicht, nicht immer vorteilhaft. Er kann nämlich nicht nur eine flachere Durchwurzelung verursachen, sondern auch übermäßiges Wachstum des oberirdischen Teils der Gehölze. Eine dicke Schicht organischen Materials erhöht den Stickstoffgehalt im Boden bis auf das Dreifache, speichert stark Wasser und kann an der Verbindungsstelle mit dem mineralischen Substrat als Durchwurzelungsgrenze wirken.

Das Ziel der Pflanzung darf nicht nur die Sicherstellung einer ausreichend großen Pflanzgrube und das Wurzelwachstum in ihr sein, sondern auch eine reibungslose und problemlose Durchwurzelung des Raums außerhalb der Pflanzgrube. Dies kann nur dann erreicht werden, wenn das Substrat in der Pflanzgrube ausreichend an den umliegenden Boden angepasst ist und der umliegende Boden ausreichend für die Wurzelentwicklung geeignet ist. Ist dies nicht der Fall, kann an Extremstandorten in Städten die Installation von Belüftungs- und Durchwurzelungselementen in Betracht gezogen werden (was eine vergleichsweise kostspielige Angelegenheit ist).

Die Auflockerung des Bodens in der Umgebung der Pflanzgrube fördert die Wurzelentwicklung der gepflanzten Gehölze. Es handelt sich jedoch um eine zeitlich begrenzte Maßnahme, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss (etwa alle 2–3 Jahre). Die Bodenlockerung erfolgt manuell oder mithilfe von Geräten wie z. B. Terralift, Bioturbator, Turbojet usw.

Biologische, physikalische und chemische Bodeneigenschaften für gesunde Gehölze

Günstige biologische, physikalische und chemische Bodeneigenschaften

Bei der Pflanzung ist es sehr wichtig, möglichst günstige biologische, physikalische und chemische Bodeneigenschaften sicherzustellen, die insbesondere im städtischen Umfeld erheblich ungünstig sind. Es handelt sich häufig um Böden mit nahezu keiner Gemeinschaft von Bodenorganismen, also um ein System, das zur Selbstregulation nicht fähig ist, um Böden mit einem unausgewogenen Verhältnis von Wasser und Luft, um verdichtete, alkalische, versalzte und mit Schwermetallen kontaminierte Böden. Die Behebung einiger negativer Eigenschaften städtischer Böden kann für das Wachstum von Gehölzen von grundlegender Bedeutung sein.

Eine Verbesserung der biologischen Bodeneigenschaften (d. h. insbesondere die Belebung der Bodenfauna) kann z. B. durch die Verwendung von unverschmutzter, nährstoffreicher und gut belüfteter OberbodenSchicht, durch den Einsatz von Mulch oder Bodenbdeckung usw. erreicht werden. Aus ökologischer Sicht der Lebewesen ist es optimal, Lauberde mit einer Rindenabdeckung zu verwenden, wodurch für städtische Verhältnisse ein Biotop mit hoher Selbstregulationsfähigkeit entsteht. Durch die Verwendung einer biologisch aktiven Oberbodenschicht geeigneter Körnung kann ein optimales Wasser-Luft-Verhältnis im Boden erzielt und die Widerstandsfähigkeit des Bodens gegen Verdichtung erhöht werden.

Die chemischen Bodeneigenschaften sind für das gepflanzte Gehölz günstig, wenn sich der pH-Wert im schwach sauren Bereich bewegt, in dem Wachstum und Entwicklung von Mykorrhizapilzen optimal sind, ebenso wie die Aufnahme biogener Elemente durch die Pflanzen (insbesondere P₂O₅, Fe, Mn u. a.). Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Fähigkeit des Bodens, Mineralstoffe in optimaler Menge und gegenseitigem Verhältnis zu speichern und abzugeben, möglichst hoch ist.

Ein bedeutender Stressfaktor ist die Einwirkung von Streusalzen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Zustand des Bodens und der Gehölze an Standorten mit intensivem Streusalzeinsatz zu verbessern. Abgesehen von der Verwendung von Taxa, die mehr oder weniger resistent gegen direkte oder indirekte Auswirkungen von Streusalzen sind, können Sie:

– Richtlinien bei der eigentlichen Ausbringung von Streusalz einhalten (korrekte Dosierungen und deren Ausbringung), – andere Streumittel als NaCl verwenden (z. B. Calciumchlorid, Magnesiumchlorid, Harnstoff usw.), – das Eindringen von Stoffen zu den Gehölzen verhindern, z. B. durch erhöhte Wurzelmulden über das umgebende Gelände, temporäre Barrieren (Folien, Strohballen in Wien vor einigen Jahren usw.), Entwässerung von Straßen und Gehwegen, Entfernung von versalztem Schnee aus Baumscheiben usw., – den Salzgehalt im Boden durch frühjahrliches Durchspülen des Bodens in den Baumscheiben reduzieren (100 l Wasser pro m² in 2–3 Gaben), durch Bewässerung während der Vegetationsperiode oder durch Austausch der Oberbodenschicht (ca. 10 cm), – für ausreichende Bodenbelüftung (Belüftungs- und Durchlüftungselemente), ausreichend Wasser und Mineralstoffe im Boden sowie eine Verbesserung des pH-Werts sorgen.

Bewässerung von Bäumen nach der Pflanzung und Lösung von Wassermangel im Boden

Wasser- und Lufthaushalt im Boden

Wassermangel

Wassermangel gehört zu den wichtigsten Faktoren, die zum schlechten Zustand von Gehölzen in Städten beitragen, insbesondere in den ersten Wochen und Monaten nach der Pflanzung. Wassermangel lässt sich durch Bewässerung beheben. Bei der Bewässerung darf nicht vergessen werden, dass die Wassergaben auf das unbedingt notwendige Minimum beschränkt werden sollten, da andernfalls die Wirksamkeit der Abwehrmechanismen der Gehölze gegenüber Trockenheit verringert wird oder sogar ganz aufhört.

Die Bewässerung kann manuell oder automatisiert erfolgen, gegebenenfalls mithilfe spezieller Bewässerungsvorrichtungen. Wenn die Pflanzgrube ausreichend groß ist und gute Bodeneigenschaften gewährleistet sind, ist es nicht notwendig, spezielle Bewässerungsvorrichtungen im Boden zu installieren – es genügt, die erhöhten Ränder der Baumscheibe geeignet zu formen, die das auf die Oberfläche der Baumscheibe aufgebrachte Bewässerungswasser auffangen.

Die Installation horizontaler und vertikaler (bzw. kombinierter) Bewässerungsvorrichtungen ist in extremen Bedingungen städtischer Zentren oder an Orten gerechtfertigt, wo keine ausreichend großen Baumscheiben vorhanden sind und wo eine regelmäßige Bewässerung als Teil der Nachpflanzungspflege vorgesehen ist. Der am häufigsten verwendete Typ von Bewässerungsvorrichtungen sind sogenannte Wurzel- (Bewässerungs-)Sonden, die bei der Pflanzung direkt in die Pflanzgruben eingebaut werden. Am häufigsten werden perforierte Kunststoffrohre Flexibil mit einem Durchmesser von 5–8 cm mit Verschluss (sog. Gänsehals) verwendet. Dieses Rohr gewährleistet den Luftzutritt in die unmittelbare Umgebung der sich neu bildenden Wurzeln und ermöglicht eine effektive Bewässerung sowie die Möglichkeit der Düngerzufuhr zu den Wurzeln in der Phase ihrer dynamischen Entwicklung nach der Pflanzung. Seine Installation und Verwendung bei der Bewässerung birgt jedoch Risiken. Dank der regelmäßigen Bewässerung ist die unmittelbare Umgebung dieser Sonde dicht und fein durchwurzelt (ausreichend Wasser und Luft). Wird die regelmäßige Bewässerung unterbrochen, werden diese Wurzeln leicht durch Trockenheit geschädigt. Diese Gefahr lässt sich durch das Verschließen der Öffnung an der Oberfläche mit einem luftdichten Verschluss verringern, was jedoch andererseits die Belüftung erheblich reduzieren kann, sofern diese nicht anderweitig sichergestellt ist. Es ist auch möglich, kleine Durchmesser dieser Rohre zu verwenden. (Dieser Umstand ist übrigens einer der Gründe, warum einige Fachleute vorschlagen, dass Belüftungselemente nicht zur Bewässerung genutzt werden sollten.) Die Rohre werden bis in eine Tiefe von ca. 2/3 der Ballenhöhe ab der Oberfläche der Baumscheibe in Ovalform eingeführt. Falls der Ballen des Baumes außergewöhnlich groß ist, werden diese Rohre zu einem Kreis mit zwei oder mehr Auslässen an der Oberfläche verbunden. Es empfiehlt sich, den Sondenauslass in aufrechter Position zu befestigen (z. B. an der Verankerung – eine Befestigung am Baumstamm ist weniger geeignet), und er muss mit einem Verschluss geschlossen werden. Dieser verhindert übermäßiges Austrocknen und verringert die Gefahr einer Verstopfung der Sonde durch Steinchen und Abfall, der von Passanten gerne hier hineingeworfen wird. Wenn eine Sonde eingebaut wurde, ist eine regelmäßige Bewässerung durch diese Sonden unbedingt sicherzustellen. Die Funktionsfähigkeit der Sonde ist nur begrenzt, etwa 1–3 Jahre. Danach verstopft sie in der Regel durch Erde, Mulch, Blätter der Bodenbedeckungspflanzen, Abfall von zufälligen Passanten usw. Ihr oberirdischer Teil sollte dann vorzugsweise entfernt oder mit einem für Luft ausreichend durchlässigen Substrat aufgefüllt werden, um das Austrocknen der Wurzeln in seiner Nähe zu verhindern, andererseits aber zumindest teilweise auch seine Belüftungswirkung zu erhalten.

Bodenverdichtung und wie man ihr durch Mulchen und Pflanzenbewuchs vorbeugt

Luftmangel (Bodenverdichtung)

Bodenverdichtung beeinträchtigt den Wasser- und Lufthaushalt im Boden und in der Folge alle Lebensprozesse darin (insbesondere die Geschwindigkeit und Qualität der Mineralisierung organischer Stoffe sowie die Mykorrhiza). Bodenverdichtung lässt sich auf verschiedene Weisen vermeiden: – durch den Einbau mechanischer Barrieren, – durch Mulchen, – durch pflanzliche Bodenbedeckung.

Mechanische Barrieren verhindern die Bodenverdichtung vor allem durch wiederholtes Betreten von Fußgängern und parkenden Fahrzeugen. Hierzu können verschiedene Geländer, Poller, Schutzbögen, erhöhte Baumscheibeneinfassungen, selbsttragende Metallroste, Betonplatten mit Öffnungen usw. genutzt werden.

Eine Verdichtung der oberen Bodenschicht kann auch auf natürlichem Weg durch Regen oder schnelle Mineralisierung organischer Stoffe entstehen. Dem kann unter anderem geeigneter Mulch entgegenwirken. Er hat auch weitere positive Wirkungen, zum Beispiel reduziert er die Verdunstung von der Bodenoberfläche, mildert extreme Temperatur- und Feuchteschwankungen in den oberen Bodenschichten, erhöht die biologische Aktivität des Bodens, stellt eine Nährstoffquelle dar, die durch die Mineralisierung des Mulchs nach und nach freigesetzt wird, schafft günstige Bedingungen für die Entwicklung feiner Wurzeln, verhindert die unerwünschte Ansiedlung von Spontanvegetation (Unkräutern) und mildert chemische oder mechanische Schäden. Er hat jedoch auch unerwünschte Wirkungen, beispielsweise fördert er eine flache Durchwurzelung der Bäume, hält einen Teil der Niederschläge zurück, die für Gehölze in den ersten 2–3 Jahren nach der Pflanzung sehr wichtig sein können, insbesondere in trockeneren Gebieten. Mulch hat zudem ein weites C:N-Verhältnis, weshalb beim Abbau Stickstoff durch Mikroorganismen aus dem Boden entzogen wird, was an ärmeren Standorten zu Wachstumsdepressionen führen kann. Diesen lässt sich durch geeignete Anwendung langsam abbaubarer Stickstoffdünger (in Form einer Vorratsdüngung – diese Dünger beschleunigen jedoch den Mulchabbau) vorbeugen. In der Praxis wird zum Mulchen am häufigsten gemahlene Rinde verwendet, seltener Holzhäcksel. Da sich diese Materialien zersetzen, müssen sie mit der Zeit ergänzt werden. Zum Mulchen können auch mineralische Substrate verwendet werden (wie z. B. Blähton, Kies, Lava usw.), diese werden jedoch nur in geringem Maß eingesetzt, da sie einen geringen ökologischen Wert haben und in Trockenperioden nicht in der Lage sind, die Wasserverdunstung aus dem Boden zu verhindern. Ihr Vorteil liegt jedoch zweifellos in dem geringeren Pflegeaufwand und der längeren Lebensdauer.

Der Schutz des Bodens vor Verdichtung ist langfristig am besten durch pflanzliche Bodenbedeckung gewährleistet. Die positiven Wirkungen der pflanzlichen Bodenbedeckung entsprechen denen des Mulchs; hinzu kommen ein ausgeprägter ästhetischer Effekt sowie das Auffangen von abgefallenen Blättern von Bäumen oder Sträuchern, was zumindest einen teilweisen natürlichen Stoffkreislauf an einem nicht ursprünglichen Standort ermöglicht. Die pflanzliche Bodenbedeckung hat ihre Nachteile, z. B. erhöht sie die gegenseitige Konkurrenz der Gehölze um Nährstoffe und Wasser, was bei Jungpflanzungen bedeutsam ist (lässt sich durch Bewässerung und Düngung lösen).

Der Einsatz von Pflanzen zur Gründüngung, wie z. B. Klee, Luzerne, Steinklee usw., ist langfristig keine akzeptable Lösung. Nach einigen Jahren am Standort entwickelt sich Spontanvegetation, die unschön aussieht und von der Bevölkerung nur sehr schwer akzeptiert wird.

Die Verwendung von Rasen als pflanzliche Bodenbedeckung ist ebenfalls nicht besonders geeignet, da gerade dichter Rasen die größte Konkurrenz für Gehölze um Wasser und Nährstoffe darstellt, insbesondere in Trockenperioden oder generell in trockeneren Gebieten, und somit häufig zu einer erheblichen Stressbelastung der Pflanzen beiträgt.

Die Verwendung von einjährigen und zweijährigen Pflanzen, also Pflanzen, die sehr häufig ausgetauscht werden müssen, was mit einer wiederholten Beschädigung der Baumwurzeln verbunden ist, ist ebenfalls nicht besonders empfehlenswert. Diese Pflanzengruppe verträgt selbst die Konkurrenz anderer Pflanzen sehr schlecht. Die Pflanzung und Pflege dieser Pflanzen ist betrieblich und wirtschaftlich sehr aufwendig.

Die Verwendung von Stauden und bodendeckenden Sträuchern scheint derzeit die beste Lösung zu sein, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass bestimmte Kriterien eingehalten werden. Die Pflanzen müssen ausreichend frosthart und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sein, eine gute Regenerationsfähigkeit besitzen (mindestens die Fähigkeit zur Selbstaussaat), an den Standort angepasst sein, möglichst mit ähnlichen Ansprüchen wie die verwendeten Bäume, und sollten möglichst viele negative Einflüsse des städtischen Umfelds vertragen. Was Sträucher betrifft, stellen einige für die Baumwurzeln eine zu große Konkurrenz dar und können nur dann eingesetzt werden, wenn eine ausreichende Bewässerung und gegebenenfalls Nachdüngung gewährleistet ist. Zu diesen Gehölzen gehören beispielsweise Cotoneaster × suecicus ‚Skogholm‘ oder Symphoricarpos × chenaultii ‚Hancock‘.

Schutz von Stämmen und Wurzeln vor mechanischen Schäden

Mechanische Schäden an Wurzeln und Stamm

Mechanische Schäden am Wurzel- oder oberirdischen Teil von Gehölzen (insbesondere an den Stammbasen von Bäumen) sind keinesfalls zu vernachlässigen, vor allem in Städten und Gemeinden. Der Schutz von Gehölzen in Städten vor Beschädigungen durch Vandalismus, Fahrzeugverkehr, Bautätigkeiten usw. ist nicht einfach, und obwohl dies heutzutage in den meisten Fällen nur durch die Installation mechanischer Schutzvorrichtungen gelöst wird, ist dies bei weitem nicht der einzige Weg, der uns zur Verfügung steht. Ein weiterer Weg ist die Schaffung gesetzlicher Maßnahmen zum Schutz von Gehölzen. Eine solche Maßnahme in den letzten Jahren ist zweifellos auch die neue tschechische Norm zum Schutz von Bäumen, Beständen und Vegetationsflächen bei Bautätigkeiten (ČSN DIN 18 920). Eine weitere Maßnahme kann die Aufmerksamkeit sein, die der Planung von Versorgungsleitungen in der unmittelbaren Umgebung junger Pflanzungen gewidmet wird, die die biologischen Bedürfnisse der Bäume so weit wie möglich berücksichtigt.

Mechanischen Schäden kann in der Praxis direkt durch die Installation von Bodenverdichtungsschutzvorrichtungen, die Installation von Verankerungspfählen bei frisch gepflanzten Bäumen, Schutzgitter für die Stämme jüngerer Bäume sowie Körbe zum Schutz des Wurzelsystems entgegengewirkt werden.

Sehr häufig kommt es zu mechanischen Verletzungen von Gehölzen, insbesondere aufgrund ihrer Attraktivität für Wild. Die häufigsten Fälle von Verletzungen an Gehölzen sind das Abfressen von Ästen, Knospen und Rinde durch Hasen, Kaninchen, Reh- und Rotwild in der Winterzeit.

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