Obstbaum-Unterlagen: M9, M26, MM106 und weitere Unterlagen nach Baumgröße
Die Unterlage entscheidet, wie groß ein Obstbaum wird, wann er zu tragen beginnt, ob er einen Pfahl braucht und wie alt er wird. Ein Überblick über die Unterlagen, die Baumschulen heute anbieten, und wie Sie die richtige für Ihren Garten auswählen.
Die Unterlage ist der Wurzelteil eines Obstbaums, auf den die Sorte veredelt (gepfropft oder okuliert) wurde. Die Sorte bestimmt, welches Obst der Baum trägt. Die Unterlage bestimmt, wie groß der Baum wird, wann er zu tragen beginnt und wie viele Jahre er durchhält. Derselbe Apfelbaum ‚Idared‘ bleibt auf der Unterlage M 9 bei etwa 2–3 m und bringt die ersten Äpfel nach zwei bis vier Jahren. Auf einem Sämling wächst er zu einem mächtigen Baum heran, der erst nach sechs und mehr Jahren trägt, dafür ohne Pfahl und über Jahrzehnte. Für kleine Gärten wählt man bei Äpfeln meist M 9, M 26 oder MM 106, bei Süßkirschen GiSelA 5, bei Birnen Quitte. Die Übersicht unten hilft Ihnen, nach dem Platz auszuwählen, den Sie für den Baum haben.
Was die Unterlage beeinflusst
Die Unterlage wirkt auf den ganzen Baum, nicht nur auf die Wurzeln:
- Wuchsstärke und Kronengröße. Eine schwache Unterlage ergibt einen kleinen Baum, eine starkwüchsige einen großen.
- Ertragsbeginn und Regelmäßigkeit. Auf schwachen Unterlagen tragen Bäume früh und reich, auf starkwüchsigen später.
- Lebensdauer. Bäume auf schwachen Unterlagen altern früher, auf Sämlingen werden sie sehr alt.
- Verankerung und Bodenansprüche. Schwache Unterlagen haben feine, flache Wurzeln ohne Pfahlwurzel. Sie brauchen eine Stütze, Wasser und fruchtbaren Boden.
- Widerstandsfähigkeit. Die Unterlage beeinflusst auch die Frosthärte der Wurzeln, die Verträglichkeit von Trockenheit und Kalk und die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten.
Unterlagen werden in zwei Gruppen eingeteilt. Sämlingsunterlagen werden aus Samen gezogen, haben kräftige Wurzeln und eignen sich für Hochstämme, Halbstämme und Viertelstämme. Typenunterlagen (vegetativ vermehrt) werden über Abrisse oder Stecklinge vermehrt und haben deshalb immer die gleichen, bekannten Eigenschaften. Sie tragen ein Kürzel und eine Nummer, zum Beispiel M 9 oder MM 106. Die Buchstaben verraten die Herkunft: M = East Malling (England), MM = Malling–Merton. Tschechische Apfelunterlagen aus Těchobuzice tragen das Kürzel J-TE.
Es gilt eine einfache Regel: Je größer die gewünschte Baumform, je ärmer der Boden und je schwächer die Sorte selbst wächst, desto stärker wüchsig sollte die Unterlage sein. Umgekehrt kommt eine stark wachsende Sorte auf fruchtbarem Boden mit einer schwächeren Unterlage aus.
Zwergobstbäume: wie sie entstehen
Ein Zwergobstbaum ist keine besondere Art und kein „Bonsai“. Es ist eine gewöhnliche Sorte, die durch eine von drei Maßnahmen klein gehalten wird:
- Schwach wachsende Unterlage. Der häufigste Weg. Bei Äpfeln M 9 und M 26, bei Birnen Quitte, bei Süßkirschen GiSelA 5, bei Zwetschgen WaVit.
- Zwischenveredelung (Zwischenstück). Auf eine starkwüchsige Unterlage, die auch auf schlechterem Boden gut im Boden steht, wird ein mindestens 15–20 cm langes Stammstück einer schwachen Unterlage veredelt (bei Äpfeln typischerweise M 9) und erst darauf die Sorte. Der Baum hat die tiefen Wurzeln der starken Unterlage, aber eine kleinere Krone und trägt früher. Das eignet sich für ärmere Böden und Standorte, an denen ein Baum auf reiner M 9 unter Trockenheit leiden würde.
- Kompakte Sorten. Manche Sorten wachsen von sich aus schwächer: sogenannte Spur-Typen mit kurzem Fruchtholz und Säulenobst. Auf einer schwachen Unterlage bleiben sie am kleinsten.
Die Vorteile liegen auf der Hand: erstes Obst schon im zweiten bis vierten Jahr, Ernte und Schnitt vom Boden aus, auf kleiner Fläche mehr Sorten mit gestaffelter Reife. Der Preis dafür sind eine dauerhafte Stütze, regelmäßiges Gießen bei Trockenheit, besserer Boden und ein kürzeres Leben. Ein Apfelbaum auf M 9 in einer Reihenpflanzung trägt etwa 20–25 Jahre, auf mittelstark wachsenden Unterlagen rund 30 Jahre.
Unterlagen für Apfelbäume
Bei Äpfeln ist die Auswahl am größten. Diese Unterlagen sind in Baumschulen heute üblich:
| Unterlage | Wuchs | Baumhöhe (Richtwert) | Form und Pflanzabstand | Stütze | Erste Früchte |
|---|---|---|---|---|---|
| M 9 | sehr schwach (Zwerg) | 2–3 m | schlanke Spindel, Säule; 1,5–2,5 m Abstand | Pfahl oder Drahtgerüst dauerhaft | 2.–4. Jahr |
| J-TE-H | schwach | 2,5–3 m | Spindel, kleiner Buschbaum; 2–3 m | Pfahl dauerhaft | 3.–4. Jahr |
| M 26 | schwach | 2,5–3,5 m | Spindel, Buschbaum; 2–3 m | Pfahl dauerhaft | 3.–4. Jahr |
| M 7 | halbschwach | 3–4 m | Buschbaum, niedriger Viertelstamm; 3–4 m | Pfahl in den ersten Jahren, bei Wind länger | 3.–5. Jahr |
| MM 106 | mittelstark | 4–5 m | lockerer Buschbaum, Viertelstamm; 3,5–6 m | Pfahl einige Jahre | 3.–5. Jahr |
| Apfelsämling | stark | 6–8 m und mehr | Halbstamm, Hochstamm; 8–10 m | Pfahl 5–8 Jahre | 6.–10. Jahr |
- M 9 ist die am weitesten verbreitete Zwergunterlage. Sie wurzelt flach, leidet bei Trockenheit unter Wassermangel und kippt ohne Stütze leicht um. Sie gehört in fruchtbaren, tieferen und frischeren Boden und an Stellen, an denen Sie gießen werden. Die Früchte färben auf ihr gut aus.
- M 26 ist etwas stärker und verträgt schlechtere Bedingungen besser. Für Hobbygärtner ist sie ein häufiger Kompromiss zwischen Baumgröße und Ansprüchen.
- M 7 verträgt Trockenheit und Frost mittelmäßig gut und eignet sich für kleinere Buschbäume dort, wo der Boden für M 9 zu arm ist.
- MM 106 trägt früh und reich, verankert sich gut und ist frosthart. Sie ist jedoch anfällig für Kragenfäule und gehört deshalb nicht in schweren, nassen Boden.
- Der Sämling eignet sich für Hochstämme auf Streuobstwiesen und in großen Gärten, für höhere Lagen und dort, wo Sie den Baum nicht gießen werden.
Unterlagen der M-Reihe sind wenig widerstandsfähig gegen die Blutlaus, die MM-Reihe ist gegen sie resistent. Wie ein Apfelbaum auf verschiedenen Unterlagen geschnitten und erzogen wird, beschreibt der Artikel Apfelbaum schneiden.
Unterlagen für Birnbäume
| Unterlage | Wuchs | Geeignet für | Achtung bei |
|---|---|---|---|
| Quitte MA (Quitte A) | schwach bis mittelschwach | Buschbäume, Spindeln, Spaliere; früher und regelmäßiger Ertrag, größere und besser gefärbte Früchte | Frost an den Wurzeln, kalkhaltigem Boden, unverträglichen Sorten |
| Quitte MC (Quitte C) | schwächer als MA | kleinste Formen, fruchtbarer Boden | dasselbe wie bei MA, noch höhere Bodenansprüche |
| Birnensämling | stark | Viertelstämme bis Hochstämme, tiefgründige Böden, höhere Lagen | später Ertragsbeginn, große Krone |
Die Quitte macht aus einem Birnbaum einen kleinen, früh tragenden Baum, hat aber zwei Schwachstellen. Ihre Wurzeln sind flach und frieren leicht, deshalb werden Bäumchen auf Quitte nach der Herbstpflanzung für den Winter mit Erde angehäufelt. Und manche Sorten verwachsen schlecht mit ihr, darunter ‚Williams Christ‘, ‚Alexander Lucas‘ und ‚Bürgermeisterbirne‘ (‚Charneux‘). Diese werden mit einer Zwischenveredelung einer Sorte gezogen, die gut mit der Quitte verwächst. Eine gute Baumschule hat das gelöst, fragen Sie beim Kauf aber nach. Wie Sie Birnen auf Quitte pflegen, beschreibt der Artikel Quitte als Unterlage.
Ein Birnbaum auf Sämling verträgt keinen hohen Grundwasserstand und keinen zu kalkhaltigen Boden, wurzelt dafür tief und hält Trockenheit und Wind aus. Mehr zur Art im Artikel Birnbäume.
Unterlagen für Süß- und Sauerkirschen
| Unterlage | Wuchs | Geeignet für |
|---|---|---|
| Vogelkirsche (Sämling von Prunus avium) | stark | Viertelstämme bis Hochstämme; tiefgründige, durchlässige Böden, langlebige Bäume |
| Colt | mittelstark | etwas kleinere Bäume als auf Vogelkirsche, früherer Ertrag; fruchtbarere und frischere Böden |
| Steinweichsel (Mahaleb) | mittelstark | trockenere, sandige, steinige und kalkhaltige Böden; vor allem Sauerkirschen |
| GiSelA 5 | schwach (Zwerg) | kleine Gärten, Süßkirsche etwa 2,5–3,5 m; erste Früchte im 2.–3. Jahr |
Die Vogelkirsche ist die klassische Unterlage für große Süßkirschen. Sie hat eine helle Rinde, die im Vorfrühling weniger Sonne aufnimmt, sodass der Baum später austreibt. Für einen kleinen Garten ist sie ungeeignet, die Süßkirsche wird auf ihr zu einem mächtigen Baum, den man nur von der Leiter aus erntet.
GiSelA 5 hält die Süßkirsche auf etwa der halben Größe und ermöglicht die Ernte vom Boden aus. Sie braucht fruchtbaren Boden, Wasser bei Trockenheit und in den ersten Jahren einen Pfahl. Auf armem, trockenem Boden kümmert der Baum auf ihr.
Die Steinweichsel verträgt Trockenheit und Kalk, verwächst aber mit vielen Süßkirschsorten schlechter. Für Sauerkirschen ist sie zuverlässig. Den Schnitt von Kirschen auf verschiedenen Unterlagen beschreibt der Artikel Kirschbaum schneiden, mehr zur Art in den Artikeln Süßkirschen und Sauerkirschen.
Unterlagen für Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche
| Unterlage | Wuchs | Für welche Arten | Boden und Lage |
|---|---|---|---|
| Myrobalane | stark | Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche | warme und trockenere Lagen, verträgt auch schwereren Boden; braucht ausreichend Kalk |
| St. Julien A | mittelstark | Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche | frischere, schwerere Böden und kühlere Lagen |
| WaVit | schwach | Zwetschgen und Pflaumen | kleinere Bäume für Gärten, fruchtbarer Boden, Gießen bei Trockenheit |
| Pfirsichsämling | stark | Pfirsiche, Nektarinen | leichtere, warme und durchlässige Böden ohne Staunässe |
| GF 677 (Pfirsich × Mandel) | stark | Pfirsiche, Mandeln | kalkhaltige und trockenere Böden; verträgt Nachpflanzung nach alten Bäumen besser |
Bei Pfirsichen entscheidet vor allem der Boden. Der Pfirsichsämling braucht leichten, warmen Boden und leidet in kalkhaltigem Boden unter Chlorose. Für kalkhaltige und trockenere Böden wählt man GF 677, für kühlere und schwerere Böden eine Pflaumenunterlage (St. Julien A, Myrobalane). Bei Aprikosen verwendet man in warmen Gegenden mit trockenerem Boden die Myrobalane, für kühlere und feuchtere Standorte Pflaumenunterlagen.
Bei Pflaumen werden bis heute auch Bäumchen „auf eigener Wurzel“ aus Wurzelausläufern gezogen, also aus Wurzelschösslingen einer nicht veredelten ‚Hauszwetschge‘. Sie wurzeln flach und sind frosthart, nehmen Sie Ausläufer aber nur von gesunden Bäumen ohne Scharka. Das Vorgehen beschreibt der Artikel Stecklinge und weitere Vermehrungsarten. Steinobst auf verschiedenen Unterlagen wird gleich geschnitten, siehe Pflaumenbaum schneiden, Aprikosenbaum schneiden und Pfirsichbaum schneiden.
Die Unterlage nach Boden und Standort wählen
Die Größe des Baums ist erst die zweite Frage. Die erste lautet, was der Boden darunter hergibt. Schwache Unterlagen wurzeln flach und kommen deshalb auch mit flachgründigerem Boden zurecht, brauchen aber Feuchtigkeit. Starkwüchsige Unterlagen gehen in die Tiefe und finden das Wasser selbst.
| Baum | Bodentiefe mindestens | Grundwasserstand optimal |
|---|---|---|
| Äpfel und Birnen auf schwachen Typenunterlagen (M 9, M 26, Quitte) | 70 cm | 80 cm |
| Äpfel auf starkwüchsigen Unterlagen und Sämlingen | 150 cm | 120 cm |
| Birnen auf Sämling | 200 cm | 250 cm |
| Süßkirschen auf Vogelkirsche | 150 cm | 250 cm |
| Zwetschgen und Pflaumen | 100 cm | 120 cm |
| Aprikosen | 100 cm | 200 cm |
| Pfirsiche | 100 cm | 160 cm |
Das Grundwasser darf höchstens etwa um ein Drittel höher stehen, als die Tabelle angibt. Wo es höher steht, pflanzen Sie auf einen aufgeschütteten Hügel aus angefahrener Erde oder wählen eine flach wurzelnde Unterlage.
- Flachgründiger Boden, hoher Grundwasserstand: Äpfel und Birnen auf schwachen Unterlagen, Beerenobst.
- Hang mit trockenem und ärmerem Boden: stärker wachsende und tiefer wurzelnde Unterlagen, eventuell ein Apfelbaum mit M-9-Zwischenveredelung auf starker Unterlage.
- Schwerer, nasser Boden: kein MM 106 und kein Pfirsichsämling; bei Steinobst eher St. Julien A.
- Kalkhaltiger, trockener Boden: bei Süß- und Sauerkirschen Steinweichsel, bei Pfirsichen GF 677; keine Quitte.
- Platz eines gerodeten alten Baums: Pflanzen Sie an die Stelle derselben Art mit einer anderen Unterlage, zum Beispiel nach einer Birne auf Quitte eine Birne auf Sämling, nach einer Süßkirsche auf Vogelkirsche eine Süßkirsche auf Steinweichsel, und füllen Sie die Grube mit frischer Erde. Äpfel sind gegenüber Nachbau am wenigsten empfindlich, besonders auf schwachen Unterlagen.
- Höhere und raue Lagen: starkwüchsige Unterlagen und Sämlinge, die Frost, Wind und Schnee besser vertragen.
Für jede Unterlage gilt: Lockern Sie den Boden vor der Pflanzung und verbessern Sie ihn mit Kompost. Wie Bäume auf schwachen Unterlagen nach der Pflanzung gedüngt werden, damit sie wachsen und sich nicht übertragen, beschreibt der Artikel Obstbäume düngen.
Pfahl und Pflanzung bei schwachen Unterlagen
Bäume auf Sämlingen brauchen den Pfahl nur 5–8 Jahre, bis der Stamm erstarkt ist. Bäume auf schwachen Unterlagen (M 9, M 26, J-TE-H, Quitte, GiSelA 5, WaVit) haben so feine Wurzeln, dass die Stütze sie ein Leben lang halten muss, sonst werfen Wind oder eine große Ernte sie um.
- Pfahllänge: Buschbaum und Spindel etwa 130 cm, Viertelstamm 160 cm, Halbstamm 210 cm, Hochstamm 250 cm. Der Pfahl soll etwa 10 cm unter dem untersten Ast enden und nicht in die Krone reichen.
- Position: etwa 10 cm vom Stämmchen auf der Seite des vorherrschenden Windes, noch vor dem Pflanzen 30 cm tief in die Sohle der Pflanzgrube geschlagen.
- Anbinden: zuerst locker, fest erst nach dem Setzen der Erde, mit einem breiten Gurt oder Band in Achterschlinge. Für eine Reihe von Buschbäumen ist ein Drahtgerüst praktischer.
- Pflanztiefe: Die Veredelungsstelle (der Knick im Stämmchen knapp über den Wurzeln) muss über der Erde bleiben. Wenn Sie sie zuschütten, bildet die Sorte eigene Wurzeln, der Baum wächst stark und die Wirkung der Zwergunterlage geht verloren. Der Wurzelhals soll nach dem Pflanzen etwa 5–6 cm über die Oberfläche ragen, nachdem sich die Erde gesetzt hat, steht das Bäumchen so tief wie in der Baumschule.
- Unterlagenstück im Boden: Bei flach wurzelnden Unterlagen wie M 9 lohnt es sich, wenn mindestens 25–35 cm der Unterlage im Boden stecken. Das Bäumchen verankert sich besser und bildet mehr Wurzeln.
Den gesamten Ablauf von der Pflanzgrube bis zum Angießen finden Sie im Artikel Bäume pflanzen, den Abstand zum Nachbarn behandelt der Artikel Grenzabstand von Bäumen.
Häufige Fehler
- Bäumchen ohne Etikett. Die Unterlage erkennen Sie am Bäumchen nicht. Kaufen Sie in einer Baumschule, die sie angibt, sonst wissen Sie nicht, wie groß der Baum in zehn Jahren sein wird.
- Zwergunterlage ohne Pfahl und Gießen. Ein Apfelbaum auf M 9 an einem trockenen, windigen Standort kippt entweder um oder kümmert.
- Hochstamm im kleinen Garten. Ein Sämling oder eine Vogelkirsche beschattet nach ein paar Jahren den ganzen Garten, und die Ernte wird gefährlich.
- Veredelungsstelle unter der Erde. Der häufigste Grund, warum ein „Zwergbaum“ nach Jahren stark wächst und nicht mehr trägt.
- Schwache Sorte auf schwacher Unterlage in armem Boden. Der Baum erschöpft sich schnell durch den Ertrag und wächst nicht mehr.
- Triebe aus der Unterlage. Wildtriebe am Stammfuß sofort ausbrechen, sonst überwächst die Unterlage die Sorte.
- MM 106 oder Quitte in nassen Boden. Beide leiden auf staunassem Boden, MM 106 zusätzlich unter Kragenfäule.
Wie Unterlagen gepfropft und okuliert werden, beschreibt der Artikel Veredelung von Obstbäumen. Die Formen, die auf den einzelnen Unterlagen gezogen werden, behandelt der Artikel Obstbaumformen.
Häufige Fragen
Welche Unterlage ist für einen Apfelbaum im kleinen Garten am besten?
Für fruchtbaren Boden, auf dem Sie gießen werden, M 9: Baum etwa 2–3 m, trägt ab dem 2. bis 4. Jahr, braucht einen dauerhaften Pfahl. Für schlechteren Boden oder wenn Sie nicht so viel gießen wollen, M 26 oder M 7. MM 106 ergibt einen größeren Buschbaum, der sich gut verankert, aber keine Staunässe verträgt.
Was bedeutet die Unterlage M9?
Es ist eine vegetativ vermehrte Zwergunterlage für Äpfel, gezüchtet an der Forschungsstation East Malling in England. Ein Apfelbaum bleibt auf ihr klein, trägt früh und färbt die Früchte gut aus, hat aber flache Wurzeln und braucht deshalb einen Pfahl und Wasser.
Wie lange lebt ein Zwergobstbaum?
Ein Apfelbaum auf M 9 trägt etwa 20–25 Jahre, auf mittelstark wachsenden Unterlagen rund 30 Jahre. Ein Baum auf Sämling wird ein Mehrfaches davon alt. Zwergbäume brauchen deshalb regelmäßigen Schnitt und gute Nährstoffversorgung, damit sie sich nicht vorzeitig erschöpfen.
Welche Unterlage wählen, damit eine Süßkirsche nicht riesig wird?
GiSelA 5. Die Süßkirsche wird auf ihr etwa 2,5–3,5 m hoch und trägt ab dem 2. bis 3. Jahr. Sie braucht fruchtbaren Boden und Wasser bei Trockenheit. Auf Vogelkirsche wächst sie zu einem mächtigen Baum heran.
Erkenne ich die Unterlage an einem gekauften Bäumchen?
Am Aussehen nicht. Sie sehen nur die Veredelungsstelle, also einen Knick oder eine Verdickung des Stämmchens knapp über den Wurzeln. Die Unterlage muss auf dem Etikett oder im Beleg der Baumschule stehen. Ohne diese Angabe lässt sich nicht abschätzen, wie groß der Baum wird.
