Kichererbsen
Anbau, Kochzeit und Rezepte für die Hülsenfrucht, die auch bei uns im Garten gedeiht
Kichererbsen – eine noch wenig bekannte Hülsenfrucht

(Cicer)
Die Kichererbse ist der essbare Samen der gleichnamigen Pflanze, botanisch Cicer arietinum. Sie gilt als uralte Kulturpflanze und wird in Küchen auf der ganzen Welt verwendet. Sie zählt zu den Hülsenfrüchten und ist rund mit einem kleinen Höcker an einer Seite. Farblich reicht die Spanne von Gelb über Braun bis Grün.
Beliebt ist die Kichererbse wegen ihres hohen Gehalts an Eiweiß, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, der sie zu einem nahrhaften Lebensmittel macht. Sie ist außerdem glutenfrei, was besonders für Menschen mit Zöliakie (einer Glutenunverträglichkeit) wichtig ist. Verwendet wird sie in Suppen, Salaten, Hummus, Currys, Soßen und Füllungen. Kichererbsen lassen sich gekocht oder geröstet essen, und aus den Samen wird auch Mehl gemahlen.
Im Garten gedeihen außerdem andere Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen und Soja.
Kichererbsen anbauen: im Garten und im Balkonkasten
Vielleicht klingt es unwahrscheinlich, aber Kichererbsen können Sie auch im eigenen Garten anbauen. Sie müssen nur wissen, wie. Eine einfache Anleitung finden Sie in den folgenden Zeilen:
Klima: Kichererbsen bevorzugen ein warmes bis gemäßigtes Klima, lassen sich aber auch in kühleren Lagen kultivieren. Gesät wird meist im April oder Anfang Mai, wenn die Temperaturen stabil bei 10 bis 15 °C liegen.
Boden: Kichererbsen brauchen einen gut durchlässigen Boden, der nicht zur Staunässe neigt. Er sollte ausreichend Nährstoffe enthalten und leicht sauer bis neutral sein.
Kichererbsen düngen
Kichererbsen mögen nährstoffreiche Böden, eine zusätzliche Düngung lohnt sich also. Sie brauchen Stickstoff für das Wachstum der grünen Pflanzenteile, außerdem Kalium und Phosphor für Blüte und Hülsenreife. Geeignet sind natürliche organische Dünger wie Kompost oder DÜNGEE. Ein weiterer Vorteil: Wie andere Hülsenfrüchte dient die Kichererbse der nächsten Pflanzengeneration als Gründünger – es genügt, die Pflanzenreste nach der Ernte in den Boden einzuarbeiten.
Bewährt hat sich ein natürlicher Universaldünger, der seine Nährstoffe über die ganze Saison hinweg nach und nach freigibt.
Sonne: Kichererbsen brauchen viel Sonne, deshalb gehören sie an einen Platz mit reichlich Licht. Unter Bäumen oder in anderen schattigen Ecken sollten Sie sie keinesfalls anbauen.
Gießen und Düngen: Wichtig ist, während der Keimung und des Wachstums regelmäßig zu gießen. Mit stickstoffbetonten Düngern gehen Sie dagegen sparsam um – als Hülsenfrucht versorgt sich die Kichererbse mit Knöllchenbakterien zu einem guten Teil selbst.
Beim Anbau von Kichererbsen können Sie auch mit Direktsaat oder mit der Aussaat in Balkonkästenarbeiten. Diese lassen sich auf Terrasse oder Balkon aufstellen und bieten ideale Bedingungen für den Anbau auf kleiner Fläche. Denken Sie aber daran, dass die Kichererbse buschig 20 bis 60 cm hoch wird und in windigen Lagen eine kleine Stütze zu schätzen weiß.
In Balkonkästen sollten Sie häufiger gießen und düngen, denn Wasser und Nährstoffe sind dort schneller aufgebraucht und ohnehin begrenzt.
Kichererbsen kochen: Einweichen und Kochzeit
Kichererbsen zu kochen ist unkompliziert. Hier ist das Grundvorgehen, an dem Sie sich orientieren können:
Einweichen: Vor dem Kochen weichen Sie die Kichererbsen am besten ein. Geben Sie die getrockneten Kichererbsen in reichlich Wasser und lassen Sie sie über Nacht stehen. Dadurch werden sie weicher und die Kochzeit verkürzt sich. Alternativ funktioniert die schnelle Methode: die Kichererbsen 2 Minuten kochen und anschließend eine Stunde im heißen Wasser ziehen lassen.
Kochen: Nach dem Einweichen das Wasser abgießen und die Kichererbsen in einen anderen Topf umfüllen. So viel Wasser zugeben, dass sie bedeckt sind, und nach Geschmack Salz oder weitere Gewürze dazugeben. Das Wasser aufkochen, dann die Temperatur auf mittlere bis niedrige Stufe reduzieren, sodass es nur leicht siedet. Die Kichererbsen etwa 1 bis 1,5 Stunden garen, bis sie weich sind, aber noch Biss haben.
Abgießen und Abschrecken: Nach dem Garen die Kichererbsen abgießen und mit kaltem Wasser übergießen, um den Garvorgang zu stoppen.
Kichererbsen-Rezepte
Sobald Sie Ihre eigenen Kichererbsen geerntet haben, sollten Sie unbedingt ein paar unserer Rezepte ausprobieren. In allen werden die Kichererbsen gekocht, geröstet oder ausnahmsweise als Mehlverwendet. Wer empfindlich auf Hülsenfrüchte reagiert, tastet sich am besten mit kleinen Portionen heran.
Geröstete Kichererbsen: knusprig aus dem Ofen

Ein einfaches und gutes Gericht sind geröstete Kichererbsen. So bereiten Sie sie zu:
Kichererbsen vorbereiten: Sie können getrocknete Kichererbsen oder Kichererbsen aus der Dose verwenden. Getrocknete Kichererbsen weichen Sie vorher ein und kochen sie weich. Kichererbsen aus der Dose spülen Sie unter fließendem Wasser ab, um überschüssiges Salz und Flüssigkeit zu entfernen.
Gewürze vorbereiten: Stellen Sie sich die Gewürze nach Ihrem Geschmack zusammen. Beliebt für geröstete Kichererbsen ist eine Kombination aus Olivenöl, Salz, Pfeffer, gemahlenem Kreuzkümmel, gemahlenem Koriander, Kurkuma, Knoblauch und Paprikapulver. Dazu passen Zitronensaft oder andere Kräuter und Gewürze nach Belieben.
Kichererbsen und Gewürze mischen: Vermengen Sie die gekochten oder abgespülten Kichererbsen in einer Schüssel mit den vorbereiteten Gewürzen. Achten Sie darauf, dass sie gleichmäßig bedeckt sind.
Rösten: Heizen Sie den Ofen auf etwa 200 °C vor. Legen Sie ein Backblech mit Backpapier aus und verteilen Sie die Kichererbsen-Gewürz-Mischung gleichmäßig darauf. Rösten Sie sie etwa 20 bis 30 Minuten, bis sie knusprig und goldbraun sind. Wenden Sie sie zwischendurch, damit sie gleichmäßig bräunen.
Servieren: Die fertigen gerösteten Kichererbsen können Sie als eigenständigen Snack oder als Beilage servieren oder über Salate und Gemüsegerichte streuen. Garnieren Sie sie mit frischer Petersilie oder anderen Kräutern und reichen Sie eine Soße oder Joghurt dazu.
Kichererbsen-Aufstrich: Hummus selber machen

Der Kichererbsen-Aufstrich, besser bekannt als Hummus, ist ein beliebtes Gericht im Nahen Osten und in der mediterranen Küche. So bereiten Sie ihn zu:
Zutaten:
- 1 Dose Kichererbsen (400 g) oder 1 ½ Tassen gekochte Kichererbsen,
- ¼ Tasse Tahini (Sesampaste),
- 2 Knoblauchzehen, gepresst,
- 2 bis 3 Esslöffel frischer Zitronensaft,
- 2 Esslöffel Olivenöl (plus etwas zum Abschmecken),
- ½ Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel (optional),
- ½ Teelöffel Paprikapulver (optional),
- Salz und Pfeffer nach Geschmack,
- Petersilie oder Paprikapulver zum Garnieren (optional).
Zubereitung:
Geben Sie Kichererbsen, Tahini, Knoblauch, Zitronensaft, Olivenöl, Kreuzkümmel (falls verwendet), Paprikapulver (falls verwendet), Salz und Pfeffer in einen Mixer oder eine Küchenmaschine. Mixen Sie alles, bis eine glatte, cremige Masse entsteht. Ist sie zu dick, geben Sie einen Esslöffel Wasser oder Zitronensaft dazu.
Probieren Sie den Aufstrich und geben Sie nach Geschmack noch Zitronensaft, Salz oder Olivenöl dazu. Füllen Sie ihn in eine Schüssel und garnieren Sie ihn mit Petersilie oder Paprikapulver.
Servieren können Sie den Aufstrich sofort, sein volles Aroma entfaltet er aber erst nach ein paar Stunden im Kühlschrank, wenn sich die Aromen verbunden haben. Hummus schmeckt hervorragend zu Brot, Gebäck und Gemüse oder in Sandwiches und Wraps. Sie können ihn auch als Dip für Chips oder Gemüsesticks verwenden.
Kichererbsen-Salat: frisch und schnell gemacht

Ein Salat mit Kichererbsen ist eine hervorragende Möglichkeit, die Hülsenfrucht in einem erfrischenden Gericht zu verwenden. Hier ist ein einfaches Rezept:
Zutaten:
- 1 Dose Kichererbsen (400 g) oder 1 ½ Tassen gekochte Kichererbsen,
- 1 Gurke, in Würfel geschnitten,
- 1 rote Paprika, in Würfel geschnitten,
- ½ rote Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten,
- ½ Tasse frische Petersilie, gehackt,
- ¼ Tasse Olivenöl,
- 2 Esslöffel Zitronensaft,
- Salz und Pfeffer nach Geschmack.
Zubereitung:
Vermengen Sie in einer Schüssel die Kichererbsen, die gewürfelte Gurke, die rote Paprika, die Zwiebelscheiben und die gehackte Petersilie. Verrühren Sie in einem Glas Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer gut miteinander, damit sich alles verbindet.
Gießen Sie das Öl-Zitronen-Dressing über die Zutaten in der Schüssel und mischen Sie gründlich durch.
Lassen Sie den Salat mindestens 30 Minuten im Kühlschrank durchziehen, damit sich die Aromen verbinden und er seinen frischen Geschmack entfaltet.
Dieser Salat eignet sich hervorragend als eigenständiges Gericht oder als Beilage zu Fleisch, Fisch und Gegrilltem. Sie können ihn auch auf Salatblättern anrichten oder als Füllung für einen Wrap in eine Tortilla geben.
Kichererbsensuppe: kräftig und sättigend

Eine Suppe ist eine hervorragende Möglichkeit, Kichererbsen in der warmen Küche einzusetzen. Hier ist ein einfaches Rezept:
Zutaten:
- 1 Tasse getrocknete Kichererbsen,
- 1 Zwiebel, fein gehackt,
- 2 Knoblauchzehen, gehackt,
- 2 Karotten, in Scheiben geschnitten,
- 2 Stangen Staudensellerie, in Scheiben geschnitten,
- 4 Tassen Gemüsebrühe oder Wasser,
- 1 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel,
- 1 Teelöffel gemahlener Koriander,
- ½ Teelöffel Paprikapulver,
- ¼ Teelöffel Kurkuma,
- 2 Esslöffel Olivenöl,
- Salz und Pfeffer nach Geschmack,
- frische Petersilie oder Koriandergrün zum Garnieren (optional).
Zubereitung:
Weichen Sie die getrockneten Kichererbsen über Nacht ein, damit sie weich werden. Spülen Sie sie anschließend unter fließendem Wasser ab.
Erhitzen Sie das Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze. Geben Sie die gehackte Zwiebel und den Knoblauch dazu und dünsten Sie beides, bis die Zwiebel weich und leicht glasig ist.
Geben Sie die geschnittenen Karotten und den Sellerie dazu und braten Sie alles zusammen mit Zwiebel und Knoblauch etwa 3 Minuten an, bis das Gemüse weich zu werden beginnt.
Geben Sie die Kichererbsen, den gemahlenen Kreuzkümmel, den gemahlenen Koriander, das Paprikapulver und die Kurkuma dazu. Rühren Sie alles gut um, damit sich die Gewürze gleichmäßig verteilen.
Gießen Sie die Gemüsebrühe oder das Wasser in den Topf und bringen Sie alles zum Kochen. Reduzieren Sie dann die Temperatur und lassen Sie die Suppe bei milder Hitze etwa 1 bis 1,5 Stunden köcheln, bis die Kichererbsen weich sind.
Servieren Sie die Suppe warm und garnieren Sie sie mit frischer Petersilie oder Koriandergrün.
