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Erbse

Die Erbse (Pisum sativum) im Porträt: Aussaat von Mitte März bis Mitte April, Saattiefe, Erntezeit und die Unterschiede zwischen Zuckererbse und Markerbse.

Wichtige Hülsenfrucht ohne besondere Ansprüche; alte Kulturpflanze.

  • Standort: nährstoffreicher, mittelschwerer Boden; Sonne
  • Aussaatzeit: Mitte März bis Mitte April
  • Höhe: je nach Sorte von 30 cm bis 1,4 m
  • Blütezeit: Mai–Juli
  • Erntezeit: von Ende Juni bis Mitte Juli
  • Vermehrung: durch Aussaat

Die Erbse ist eine alte Kulturpflanze, gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und stammt aus dem Orient. Heute wird sie fast überall angebaut, in Mitteleuropa bereits seit dem Mittelalter. Sie findet Verwendung nicht nur als Nahrungsmittel für Suppen und Gemüsegerichte, sondern eignet sich auch in geringen Mengen als Grünfutter. Früher wurde die Erbse auch in der Volksmedizin eingesetzt, z. B. in Form von Umschlägen aus Erbsenmehl bei Wunden und Entzündungen oder gegen Wassersucht und Gelbsucht sowie als Mittel gegen Pocken; diese überlieferten Anwendungen sind wissenschaftlich nicht belegt. Bekannt wurde die Erbse auch durch die Erforschung der Vererbungslehre der Genetik durch G. Mendel und andere Wissenschaftler, denen sie als Kreuzungsmaterial diente.

Weiße Blüten der Erbse (Pisum sativum) mit Ranke und Nebenblättern

Die Erbse ist eine einjährige Pflanze. Die Blätter sind eiförmig bis breit elliptisch und laufen in Ranken aus, mit denen sich die Pflanze an einer Stütze festhält. Die Blütenstände bestehen in der Regel aus weißen Blüten in ein- bis dreiblütigen Trauben. Die etwa 5–10 cm langen Hülsen sind zunächst flach, später fast rund und enthalten 5–10 Samen, oft von bunter Farbe.

Wann Erbsen säen

Aussaat im FreilandMitte März bis Mitte April

Säen Sie Erbsen direkt ins Beet und geben Sie ihnen eine Stütze.

ErnteEnde Juni bis Mitte Juli

Ernten Sie Erbsen nach und nach, solange die Hülsen saftig sind.

Traditionell empfohlen als Nachbarn: Radieschen, Salat, Kohl und Kohlgemüse, Kohlrabi, Fenchel, Möhre, Kürbis, Rote Bete, Mais, Gurke, Zucchini, Petersilie, Spinat

Traditionell nicht empfohlen neben: Tomate, Lauch, Knoblauch, Zwiebel

Was nach der Ernte pflanzen

Spinat Anfang bis Mitte August
Säen Sie nach der Erbsenernte Spinat, ernten können Sie ihn ab Oktober. (traditionell empfohlen)

Chinakohl Anfang bis Mitte Juli
Säen Sie nach der Erbsenernte Chinakohl, er nutzt den Stickstoff, den die Erbsen im Boden hinterlassen haben. (traditionell empfohlen)

Knoblauch Oktober
Auf das Beet nach den Erbsen stecken Sie im Herbst Knoblauch. (traditionell empfohlen)

Nach der Ernte nicht pflanzen

Bohne, Erbse, Dicke Bohne – es drohen bodenbürtige Pilzkrankheiten der Hülsenfrüchte

Zuckererbse (Pisum sativum ssp. sativum convar. axiphium)

Weiße Blüten und junge Hülse der Zuckererbse (Pisum sativum ssp. sativum convar. axiphium) im Beet
  • Aussaatzeit: von Mitte März bis Mitte April
  • Saattiefe: 3–5 cm

Wenn die Sämlinge eine Höhe von etwa 15 cm erreicht haben, empfiehlt es sich, sie mit Erde anzuhäufeln. Hohe Sorten benötigen eine Rankhilfe. Die Ernte erfolgt von Ende Juni bis Mitte Juli. Im Gegensatz zur Gartenerbse werden die ganzen Hülsen mitgegessen – im Handel heißen sie auch Zuckerschoten oder Kaiserschoten. Geerntet wird, solange sie noch saftig sind.

Da die Erbse den Boden mit Stickstoff anreichert, ist eine Stickstoffdüngung kaum erforderlich. Nach der Ernte sollte eine Pause von 4–5 Jahren eingehalten werden, in der keine anderen Hülsenfrüchte als Folgekulturen auf der Fläche ausgesät werden dürfen.

Sorten der Zuckererbse:

  • ‚Zuga‘ – niedrig
  • ‚Denise‘ – niedrig
  • ‚Rheinische Zucker‘ – mittelhochwüchsig
  • ‚Edula‘ – hoch
  • ‚Schweizer Riesen‘ – hoch

Markerbse (Pisum sativum ssp. sativum convar. medullare)

Markerbse ‚Wunder von Kelvedon‘ an einer Rankhilfe im Gemüsebeet
  • Aussaatzeit: von Anfang bis Mitte April
  • Saattiefe: 5 cm

Wenn die Sämlinge eine Höhe von etwa 15 cm erreicht haben, empfiehlt es sich, sie anzuhäufeln. Hohe Sorten benötigen eine Rankhilfe aus Drahtgeflecht, Ästen o. Ä.

Da die Erbse den Boden mit Stickstoff anreichert, ist keine Stickstoffdüngung mehr erforderlich.

Standort und Düngung der Erbse

Die Erbse stellt an Klima und Boden wenig Ansprüche und gedeiht fast überall. Ungünstig sind nur sehr trockene, warme Lagen, wo der Erbsenkäfer mehr Schaden anrichtet, und sehr feuchte Lagen, wo sich die Brennfleckenkrankheit ausbreitet, vor allem an hohen Sorten. Für Frostsenken eignet sich die robustere rundkörnige Schalerbse.

  • Boden: jeder außer zu trockenem oder staunassem, am besten mittelschwer und ausreichend kalkhaltig. Auf leichteren Böden wird früher geerntet.
  • Wuchshöhe der Sorte: Auf fruchtbaren Böden wählen Sie niedrige Sorten, hohe gehen dort leicht ins Lager. In trockeneren Gegenden passen dagegen höhere Sorten, die den Boden stärker beschatten.
  • Fruchtfolge: in die zweite oder dritte Tracht, ohne Stallmist. Dank der Knöllchenbakterien an den Wurzeln versorgt sich die Erbse selbst mit Stickstoff und hinterlässt einen lockeren, stickstoffreicheren Boden.
  • Düngung: Es genügt ein Boden, der zur Vorkultur Kompost bekommen hat. Zeigt eine Bodenanalyse wenig Phosphor oder Kalium, ergänzen Sie diese etwa 14 Tage vor der Aussaat. Stickstoff nur auf armen Sandböden und nur in kleiner Menge. Wenn Sie nachdüngen, nehmen Sie lieber einen organischen Dünger, der die Nährstoffe langsam freisetzt, als schnell wirkenden Stickstoff.

Aussaat der Erbse und Schutz vor Tauben

Rundkörnige Schalerbsen werden zeitig im Frühjahr gesät, Markerbsen von Mitte bis Ende April. Auf Flächen, auf denen noch nie Erbsen standen, lohnt es sich, das Saatgut mit Knöllchenbakterien zu behandeln (im Handel als Impfmittel für Leguminosen erhältlich).

WasWert
Reihenabstand niedrige Sorten25–30 cm
Reihenabstand hohe Sorten30–40 cm
Rillentiefe4–6 cm
Abstand in der Reihe2–3 cm

Die Samen mit Erde bedecken und den Boden in den Reihen mit einem Brett andrücken. Säen Sie nur gesundes Saatgut ohne Erbsenkäfer: Befallene Samen zeigen gegen das Licht ein durchscheinendes Fenster oder ein Loch und schwimmen im Wasser. Bis zum Auflaufen picken Tauben die Samen gern heraus. Dagegen helfen dicht ausgelegter Reisig vom Gehölzschnitt, ein Netz oder Vlies, das Sie gleich nach dem Auflaufen wieder entfernen.

Die Termine gelten für mittlere Lagen. In warmen Gegenden können Sie 1–2 Wochen früher beginnen, im Bergland später.

Rankhilfe und Pflege während des Wachstums

Hohe Sorten brauchen eine Rankhilfe, sonst gehen sie ins Lager und die unteren Hülsen faulen. Sobald die Pflänzchen etwa 10 cm hoch sind, stecken Sie gerade, mindestens 90 cm lange Reiser dazu oder spannen ein Netz an Pfählen.

  • Rankhilfe sparen: Hohe Erbsen in Doppelreihen mit 15–20 cm Abstand säen und das Netz oder die Reiser dazwischen setzen. Zwischen den Doppelreihen 50–60 cm frei lassen, damit sich bequem ernten lässt.
  • Niedrige Sorten sind im Hausgarten einfacher, weil sie keine Rankhilfe brauchen. Es genügt, sie bei etwa 15 cm Höhe anzuhäufeln.
  • Pflege: hacken, bis sich der Bestand schließt. Bei Trockenheit gießen, vor allem während der Blüte und des Hülsenansatzes.

Für Trockenkörner und Saatgut lassen Sie die Pflanzen ausreifen, bis die Hülsen gelb und trocken sind. Grüne Erbsen werden früher geerntet, siehe den Artikel Erbsen.

Krankheiten und Schädlinge der Erbse

Die größten Schäden verursachen zwei Pilzkrankheiten. Beide breiten sich vor allem in dichten Beständen bei feuchtem Wetter aus:

  • Brennfleckenkrankheit (Anthraknose): braune, dunkel umrandete Flecken auf Blättern, Hülsen, Stängeln und Samen.
  • Fusarium-Welke: Wurzeln und Stängelbasis werden schwarz und sterben ab, die Blätter vergilben von unten, rollen sich ein und vertrocknen.

Vorbeugend helfen gesundes Saatgut, eine weitere Aussaat, Fruchtwechsel und das Entfernen befallener Pflanzen aus dem Beet. Solches Kraut nicht kompostieren. Eine weitere häufige Krankheit ist der Echte Mehltau der Erbse.

  • Erbsenkäfer schadet vor allem in wärmeren Gegenden an frühen Sorten. Die Larven fressen die weichen Körner aus, verpuppen sich darin, und die Käfer schlüpfen im Frühjahr aus den trockenen Erbsen.
  • Erbsenwickler: Die Raupen fressen die Samen in den Hülsen. Sehr frühe und spät blühende Sorten werden weniger befallen. Die Puppen überwintern im Boden, deshalb das Beet nach der Ernte umgraben. Den Falterflug kann man mit Pheromonfallen verfolgen.
  • Gestreifter Blattrandkäfer frisst an den Blatträndern die typischen halbkreisförmigen Buchten. Die beste Abwehr sind gute Ernährung und zügiges Wachstum, kräftige Pflanzen wachsen dem Schaden leicht davon.

Ist eine Behandlung nötig, verwenden Sie ein in Deutschland zugelassenes Mittel (Datenbank des BVL bzw. Auskunft beim Pflanzenschutzdienst), immer nach Gebrauchsanweisung, und spritzen Sie nicht während der Blüte, um Bestäuber zu schonen.