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Pflaumen und Zwetschgen: Schädlinge

Fotoatlas: 14 Schädlinge an Pflaumen nach Symptomen erkennen

Pflaumen und Zwetschgen – Baum, Früchte und ihre Verwendung

Pflaume und Zwetschge ( Prunus domestica ) ist ein Laubbaum aus der Gattung Prunus. Sie verträgt Winterkälte und späte Frühjahrsfröste recht gut und wird deshalb auch in kühleren Lagen gern angebaut. Ihre Früchte, die Pflaumen und Zwetschgen, gehören zu den beliebtesten Steinobstarten in Gärten und Obstanlagen. Sie schmecken frisch vom Baum, eignen sich aber ebenso zum Einkochen, Einfrieren, für Marmelade und Pflaumenmus, zum Dörren oder für Zwetschgenwasser. Ernährungsphysiologisch punkten Pflaumen mit Ballaststoffen, Kalium und sekundären Pflanzenstoffen – bei nur rund 45 Kilokalorien je 100 Gramm.

Angebaut werden Pflaumen bereits seit mehr als 2 000 Jahren. Der erste kultivierte Pflaumenbaum wuchs in Damaskus. Von dort verbreitete sich der Anbau nach Europa; schon die alten Römer schätzten die Frucht. Heute gehört die Pflaume zu vielen nationalen Küchen und zählt zu den beliebtesten Obstarten.

Reife Pflaumen am Zweig des Pflaumenbaums
Geerntete blaue Zwetschgen

Tipp: Dieser Artikel beschreibt Schädlinge. Pilz- und Viruskrankheiten der Pflaume (unter anderem die Scharka) finden Sie im eigenen Artikel Krankheiten am Pflaumenbaum. Über Anbau, Sorten und Düngung lesen Sie im Artikel Pflaume und in der Übersicht Universaldünger.

Schädlinge an Pflaumen: Wer Baum, Blätter und Früchte befällt

Die Freude an Pflaumen und Zwetschgen können Schädlinge trüben, denen Baum und Früchte genauso gut schmecken wie uns. Zu den häufigsten Arten zählen bei uns: Pflaumensägewespe, Gelbe Pflaumensägewespe, Pflaumensamenwespe, Pflaumenwickler, Mehlige Pflaumenblattlaus, Kirschgallmilbe, Gemeine Napfschildlaus, Kleine Pflaumenblattlaus, Schwarze Pfirsichblattlaus, Hopfenblattlaus, Pflaumengallmilbe, Zwergminiermotten, Pfirsichtriebbohrer und Pfirsichmotte.

Reifende Pflaumen am Zweig – Artikel über Schädlinge an Pflaumen

Pflaumensägewespe – wurmige Früchte und vorzeitiger Fruchtfall

Pflaumensägewespe ( Hoplocampa minuta) zählt zu den bedeutendsten Schädlingen an Pflaumen. Sie verursacht wurmige Früchte und in der Folge deren Abfallen. Nach der Blüte zeigen befallene Früchte schwarze Löcher mit dem Kot der Larven. Im Inneren der Frucht fressen die Larven den mittleren Teil, den späteren Stein, aus. Die ausgefressenen Fruchtmitten sind voller schwarzem Kot und später einer übel riechenden, breiigen Masse. So befallene Früchte fallen vorzeitig ab. Die Larven der Pflaumensägewespe sind hellbraun, die erwachsenen Tiere schwarz. Die Larven überwintern in dichten Kokons im Boden. Dort verpuppen sie sich im Frühjahr, und die erwachsenen Wespen erscheinen etwa im April, kurz vor Beginn der Pflaumenblüte. Nach dem Schlüpfen bohren sich die Larven in die Früchte; nach rund neun Tagen verlässt eine Larve die welkende Frucht und frisst sich in eine neue ein. Eine einzige Larve kann so drei bis vier Früchte schädigen. Sind die Larven ausgewachsen, fallen sie mit der geschädigten Frucht zu Boden und graben sich in die Erde ein. Neben Zwetschgen und Renekloden befällt sie auch Mirabellen, Schlehen, Kirschen und Aprikosen.

Pflaumensägewespe auf einem Pflaumenblatt, Schädling mit gelblich gefärbtem Körper
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumensägewespe
Larve der Pflaumensägewespe auf einem Pflaumenblatt
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumensägewespe – Larve
Von der Pflaumensägewespe befallene Pflaume mit ausgefressenem Loch
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumensägewespe – befallene Frucht

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Gelbe Pflaumensägewespe – früher Wurmbefall der Pflaumen

Gelbe Pflaumensägewespe ( Hoplocampa flava) verursacht ähnlich wie die Pflaumensägewespe einen frühen Wurmbefall der Pflaumenfrüchte. Auch sie überwintert als ausgewachsene Larve im Boden, verpuppt sich im Frühjahr, und die erwachsenen Tiere schlüpfen vor der Pflaumenblüte, etwa im April. Wie bei der Pflaumensägewespe entstehen nach der Blüte an befallenen Früchten schwarze Löcher mit Larvenkot; im Inneren wird der mittlere Teil rund um den Stein ausgefressen, und die geschädigten Pflaumen fallen ab. Die Larven der Gelben Pflaumensägewespe sind gelb, die erwachsenen Tiere gelbbraun mit schwarzen Flecken. Der Entwicklungszyklus entspricht dem der Pflaumensägewespe.

Schnitt durch eine von der Sägewespenlarve befallene Pflaume – ausgefressener Mittelteil
Schädlinge an Pflaumen – Gelbe Pflaumensägewespe – Schnitt durch eine von der Larve befallene Frucht

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Pflaumensamenwespe – ausgefressene Steine und Fruchtfall

Pflaumensamenwespe (Eurytoma schreineri) lässt befallene Pflaumenfrüchte welken, sich vorzeitig verfärben und abfallen. Der Samen im Stein ist meist vollständig, die Samenschale teilweise ausgefressen. Die Steine abgefallener Früchte weisen häufig Löcher von 1 bis 1,5 mm Durchmesser auf. Die Pflaumensamenwespe bildet eine Generation im Jahr. Ihre Larven überwintern an der Bodenoberfläche in den Steinen abgefallener Früchte. Übersteigt die mittlere Tagestemperatur 10 °C, also etwa Mitte April, beginnt die Verpuppung. Als Puppen bleiben die Tiere von April bis Ende Mai in den Steinen befallener Pflaumen. Die erwachsenen Wespen nagen sich dann durch das typische Loch ins Freie. Zehn bis zwölf Tage nach der Pflaumenblüte legen die Weibchen ihre Eier durch Einstich in die noch nicht verholzten Kerne ab.

Pflaumensamenwespe auf einem Pflaumenblatt, Schädling an Pflaumen
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumensamenwespe
Larve der Pflaumensamenwespe im Inneren eines Pflaumensteins
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumensamenwespe – Larve im Stein
Pflaumensteine mit Ausflugslöchern der Pflaumensamenwespe
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumensamenwespe – Steine mit Ausflugslöchern
Steine vorzeitig abgefallener, von der Pflaumensamenwespe befallener Pflaumen
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumensamenwespe – Steine abgefallener Früchte

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Pflaumenwickler – wurmige Pflaumen und ein Gummitropfen

Pflaumenwickler (Cydia funebrana)gehört zu den Schlüsselschädlingen der Pflaume. Er verursacht wurmige Früchte. Ein typischer Tropfen eingetrockneten Gummiflusses markiert die Stelle, an der die Raupe in die Frucht eingedrungen ist. Bei uns tritt er meist in zwei Generationen auf. Die Raupen der ersten Generation lassen die Pflaumen abfallen, die der zweiten Generation machen die Früchte wurmig. Ihre Gänge im Fruchtfleisch führen zum Stein hin, und im Inneren der befallenen Frucht finden sich meist die Raupe und ihr Kot. Der Pflaumenwickler überwintert als ausgewachsene Raupe in einem Kokon im Boden oder am Stammfuß. Im Frühjahr verpuppen sich die Raupen, und etwa im Mai erscheinen die Falter der ersten Generation. Befallene Früchte der ersten Generation trocknen ein und fallen ab; aus den abgefallenen Früchten kriechen die Raupen heraus in den Boden und verpuppen sich dort.

Falter des Pflaumenwicklers (Cydia funebrana)
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumenwickler
Pflaumenwickler vor hellem Hintergrund – Detail der Flügel
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumenwickler 2
Raupe des Pflaumenwicklers auf einem Pflaumenblatt
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumenwickler – Raupe
Gummitropfen an einer Pflaume – Symptom für Befall durch den Pflaumenwickler
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumenwickler – Gummitropfen als Symptom des Befalls

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Mehlige Pflaumenblattlaus – die häufigste Blattlaus an Pflaumen

Mehlige Pflaumenblattlaus (Hyalopt erus pruni) gehört zu den schädlichsten Blattläusen an Pflaumen. Befallene Triebe bleiben im Wachstum zurück und sterben oft von der Spitze her ab. Die Mehlige Pflaumenblattlaus verursacht kein Einrollen der Blätter, doch die Blätter trocknen ein und fallen ab. Erkennbar ist sie auf der Blattunterseite und an jungen Trieben als große, mit weißem Puder bedeckte Kolonie. Die Läuse sitzen dicht nebeneinander. Das ungeflügelte Weibchen ist hellgrün mit zwei hellgrünen Längsstreifen auf dem Rücken. Die Eier werden im Herbst an der Basis der Knospen junger Triebe abgelegt. Die jungen Läuse schlüpfen im April. Auf der Blattunterseite bilden sie Kolonien, und im Juni und Juli sind die Blätter vollständig von ihnen bedeckt. Im Sommer wandern geflügelte Weibchen ab und kehren Anfang Oktober an ihre Wirtsbäume zurück. Häufig bleiben die Kolonien jedoch bis in den Herbst an der Pflaume.

Mehlige Pflaumenblattlaus – Nahaufnahme der befallenen Pflanzenteile
Schädlinge an Pflaumen – Mehlige Pflaumenblattlaus
Geflügeltes Weibchen der Mehligen Pflaumenblattlaus
Schädlinge an Pflaumen – Mehlige Pflaumenblattlaus – geflügeltes Weibchen

Quelle: influentialpoints.com

Kirschgallmilbe – silbrige und braun werdende Blätter

Kirschgallmilbe (Aculus fockeui) ist ein Schädling, der in letzter Zeit immer größere Schäden verursacht, vor allem an jungen Pflaumenbäumen in Baumschulen. Ihre Anwesenheit erkennt man auf der Blattunterseite. An den befallenen Stellen verfärben sich die Blätter braun, während die Oberseite silbrig wirkt. Starker Befall führt zum Absterben der Endknospen, zum Abfallen der befallenen Blätter und zu besenartigem Austrieb der Triebe. Die Bewegung der Milben ist auf der Blattunterseite zu sehen. Werden Blüten und Früchte befallen, zeigen sich Berostung bis hin zu schorfartigen Stellen. Die Weibchen überwintern unter den Knospenschuppen, meist an einjährigen Trieben. Es treten mehrere einander überlappende Generationen auf; das stärkste Auftreten liegt zwischen Juni und August. In dieser Zeit verbreitet sich die Milbe intensiv mit dem Wind. Gegen Ende des Sommers suchen die Weibchen ihr Winterversteck auf.

Pflaumenfrüchte mit schorfartigen Stellen nach Befall durch die Kirschgallmilbe
Schädlinge an Pflaumen – Kirschgallmilbe – Befallssymptome an den Früchten
Pflaumenblatt mit Braunfärbung und silbriger Oberfläche nach Befall durch die Kirschgallmilbe
Schädlinge an Pflaumen – Kirschgallmilbe – Befallssymptome am Blatt
Junge Pflaumentriebe mit besenartigem Austrieb nach Befall durch die Kirschgallmilbe
Schädlinge an Pflaumen – Kirschgallmilbe – junge, von der Milbe geschädigte Triebe
Geschädigte Pflaume mit rostigen Flecken nach Befall durch die Kirschgallmilbe
Schädlinge an Pflaumen – Kirschgallmilbe – geschädigte Frucht

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Gemeine Napfschildlaus – vertrocknende Pflaumen und absterbende Zweige

Gemeine Napfschildlaus (Parthenolecanium corni) zählt zu den weiteren Schädlingen an Pflaumen. Man erkennt sie an den Zweigen, an denen die auffälligen, 4 bis 6 mm langen, ovalen, hoch gewölbten, dunkelbraunen Schilde der Weibchen sitzen. Die überwinternden Larven sind flach und etwa 2 mm lang. Weibchen und Männchen werden von der zweiten Maihälfte bis in die erste Junihälfte erwachsen und erreichen eine Höhe von 1,5 bis 2 mm. Ihr Saugen schwächt die Zweige, und die Bäume werden weniger frosthart. Bei Massenvermehrung trocknen Zweige ein, was bis zum vollständigen Absterben ganzer Bäume führen kann.

Ovale braune Schilde der Gemeinen Napfschildlaus an einem Pflaumenzweig
Schädlinge an Pflaumen – Gemeine Napfschildlaus

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Kleine Pflaumenblattlaus – eingerollte Blätter der Pflaume

Kleine Pflaumenblattlaus (brachycaudus helichrysi) ist ein weiterer ernster Schädling an Pflaumen. Sie verursacht typische Blattverformungen: Die Blätter rollen sich der Länge nach röhrenförmig ein und bilden Tüten. So befallene Blätter werden braun, trocknen ein und fallen vorzeitig ab. Bei starker Vermehrung sterben befallene Triebe ab. Darüber hinaus kann sie das Virus der Scharka-Krankheit übertragen. Die Kleine Pflaumenblattlaus ist meist hellgrün, kommt aber auch in Gelb, Weiß bis Rosa vor. Sie ist oval und bis zu 2 mm lang. Überwintert wird als Ei; die Larven schlüpfen zur Zeit des Blütenblattfalls der Pflaume. Sie saugen an der Basis der Blütenknospen, und im Juni entstehen geflügelte Weibchen. Diese wandern zwischen verschiedenen Kräutern und Gehölzen. Im Oktober und November legen die Weibchen ihre Eier wieder an der Pflaume ab.

Kleine Pflaumenblattlaus auf einem Blatt der Pflaume
Schädlinge an Pflaumen – Kleine Pflaumenblattlaus
Geflügeltes Weibchen der Kleinen Pflaumenblattlaus
Schädlinge an Pflaumen – Kleine Pflaumenblattlaus – geflügeltes Weibchen
Röhrenförmig eingerollte Pflaumenblätter nach Befall durch die Kleine Pflaumenblattlaus
Schädlinge an Pflaumen – Kleine Pflaumenblattlaus – geschädigte Blätter

Quelle: influentialpoints.com

Schwarze Pfirsichblattlaus – Kolonien an Wurzeln und Blättern

Schwarze Pfirsichblattlaus ( Brachycaudus persicae) – tritt vor allem an den Wurzeln von Pfirsich- und Pflaumenbäumen auf. Im Frühjahr und Frühsommer befällt sie auch die Blätter, an deren Unterseite sie mächtige Kolonien bildet. Befallene Blätter sind leicht eingerollt. Gefährlich wird sie vor allem bei starker Vermehrung an jungen Bäumen, wo sie verlangsamtes Wachstum bis hin zum Absterben verursachen kann. Auch sie kann die Scharka-Krankheit übertragen. Das Weibchen ist klein, braunschwarz und glänzend. Die Siphonen (kurze Röhren am Hinterleib) sind dunkel und kurz. Die Nymphen sind gelbbraun bis dunkelbraun. Ungeflügelte Weibchen überwintern an den Wurzeln des Baumes.

Schwarze Pfirsichblattlaus auf Blättern
Schädlinge an Pflaumen – Schwarze Pfirsichblattlaus
Geflügeltes Weibchen der Schwarzen Pfirsichblattlaus
Schädlinge an Pflaumen – Schwarze Pfirsichblattlaus – geflügeltes Weibchen
Kolonie der Schwarzen Pfirsichblattlaus an einem Pflaumentrieb
Schädlinge an Pflaumen – Schwarze Pfirsichblattlaus – Kolonie

Quelle: influentialpoints.com · Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Hopfenblattlaus – überwintert an Pflaume und Schlehe

Hopfenblattlaus (Phorodon humuli)ist ein Schädling der Pflaume, dessen Kolonien auf der Blattunterseite sitzen. Die Blätter verformt sie nicht, häufig lebt sie aber auf Pflaumenblättern, die bereits von der Kleinen Pflaumenblattlaus verformt wurden. Wirtspflanzen der Hopfenblattlaus sind Pflaume, Schlehe und Hopfen. Die ungeflügelten Weibchen sind gelbgrün mit drei dunkleren Längsstreifen. Der Körper ist länglich und bis zu 3 mm lang. Im April schlüpfen an den Primärwirten (Pflaume, Schlehe) die Larven der ersten Generation, ab Mitte Mai erscheinen die geflügelten, abwandernden Weibchen. Die Wanderung der geflügelten Formen auf den Hopfen setzt somit im späten Frühjahr ein. Ab Ende August verlassen die Weibchen ihren Sekundärwirt (Hopfen), und es kommt zur Rückwanderung auf die Winterwirte (Pflaume, Schlehe), wo die Läuse ihre Eier ablegen. Diese Wintereier werden an den Zweigen in den Knospenachseln abgelegt.

Hopfenblattlaus an Pflanzenteilen der Pflaume
Schädlinge an Pflaumen – Hopfenblattlaus
Geflügeltes Weibchen der Hopfenblattlaus
Schädlinge an Pflaumen – Hopfenblattlaus – geflügeltes Weibchen

Quelle: influentialpoints.com

Pflaumengallmilbe – Gallen und Auswüchse auf den Pflaumenblättern

Pflaumengallmilbe (Eriophyes similis/Phytoptus similis) ist eine Milbenart aus der Familie der Eriophyidae. Die Pflaumengallmilbe verursacht an den Blatträndern durch Verformung des Blattgewebes grüngelbe, grüne, rosa, rötliche bis dunkelrote Gallen – Auswüchse, die an winzige Warzen erinnern. In ihrem Inneren sitzen die etwa 0,2 mm langen Milben. Die überwinternden Weibchen verstecken sich unter den Knospenschuppen und in Rindenrissen. Nach dem Austrieb im Frühjahr befallen die Weibchen zunächst die Blätter, anschließend die Blüten und später auch die Früchte. Im Laufe des Jahres treten mehrere Generationen auf; die Entwicklung einer Generation dauert zwei bis fünf Wochen.

Von der Pflaumengallmilbe befallene Pflaumenfrüchte
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumengallmilbe – befallene Früchte
Pflaumengallmilbe (Eriophyes similis) – historische Zeichnung
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumengallmilbe
Rote Gallen an den Rändern von Pflaumenblättern, verursacht durch die Pflaumengallmilbe
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumengallmilbe – Blattschäden

Quelle: www.efferus.no · Quelle: commons.wikimedia.org · Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Pflaumen-Zwergminiermotte (Stigmella prunetorum) – Minen in den Blättern

Pflaumen-Zwergminiermotte (Stigmella prinetorum) ist ein Nachtfalter aus der Familie Nepticulidae. Ihre Flügelspannweite beträgt 3,2 bis 4,4 mm. Die Vorderflügel sind dunkelbraun, im ersten Drittel goldglänzend, hinter der Mitte mit einer gelblichweißen, glänzenden Querbinde. Die Kopfhaare sind dunkelbraun bis schwarz, dahinter sitzt ein weißer Kragen. Die Raupen sind hellgrün; charakteristisch ist ihre Mine – ein Fraßgang im Blatt –, die am Anfang spiralig gewunden und vollständig mit ihrem Kot gefüllt ist. Die Art bildet zwei Generationen: Die Falter erscheinen im Mai und Juni sowie im Juli und August.

Pflaumen-Zwergminiermotte – kleiner Nachtfalter aus der Familie der Zwergminiermotten
Schädlinge an Pflaumen – Pflaumen-Zwergminiermotte
Spiralig gewundene Mine der Zwergminiermotte in einem Pflaumenblatt
Schädlinge an Pflaumen – Zwergminiermotte – Mine im Blatt

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Schlehen-Zwergminiermotte (Stigmella plagiocella) – Minen in Schlehenblättern

Schlehen-Zwergminiermotte (Stigmella plagiocella) ist ein Nachtfalter aus der Familie Nepticulidae. Sie tritt in zwei Generationen auf. Ihre Flügelspannweite ist größer als die der Pflaumen-Zwergminiermotte und liegt zwischen 4,0 und 4,6 mm. Die Vorderflügel sind dunkel bronzebraun, hinter der Querbinde braunrot und insgesamt bläulich glänzend. Die Querbinde selbst ist goldsilbern. Die Kopfhaare sind ockerfarben, der Kragen dahinter dunkelbraun. Die Raupen sind hellgelb. Sie leben an den Blättern von Steinobst (Pflaume, Schlehe, Kirsche, Sauerkirsche, Aprikose, Pfirsich und Mandel). Ihre typische Mine beginnt mit einem sehr schmalen Gang, der sich dann plötzlich zu einer runden Mine erweitert, in deren Mitte der Kot der Raupe liegt.

Schlehen-Zwergminiermotte – Nachtfalter mit bronzefarbenen Flügeln
Schädlinge an Pflaumen – Schlehen-Zwergminiermotte
Mine der Schlehen-Zwergminiermotte in einem Pflaumenblatt
Schädlinge an Pflaumen – Zwergminiermotte – Mine im Blatt
Runde Mine der Schlehen-Zwergminiermotte mit Raupenkot in der Mitte
Schädlinge an Pflaumen – Schlehen-Zwergminiermotte – Mine im Blatt

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Pfirsichtriebbohrer – welkende Triebe und faulende Früchte

Pfirsichtriebbohrer (Grapholita molesta / Cydia molesta / Laspeyresia molesta) ist ein Schädling, der junge Triebe schädigt und außerdem wurmige Früchte verursacht. Zu seinen Wirtspflanzen zählen Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Apfelbaum, Birne, Mispel, Mandel, Vogelkirsche und weitere Arten. Die Raupen der ersten Generation befallen junge Triebe und fressen darin Gänge; die Triebe krümmen sich, welken und trocknen ein. Die Raupen der zweiten und dritten Generation befallen die Früchte, fressen auch dort Gänge und lösen anschließend Fruchtfäule aus. Die Raupen der letzten Generation überwintern und verpuppen sich im Frühjahr. Im Mai erscheint die erste Faltergeneration. Die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier dauert etwa 30 bis 50 Tage.

Pfirsichtriebbohrer (Grapholita molesta) auf einem angefressenen Blatt
Schädlinge an Pflaumen – Pfirsichtriebbohrer

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Pfirsichmotte – vertrocknende Knospen und junge Triebe

Pfirsichmotte (Anarsia lineatella)gehört zu den weniger bekannten Schädlingen an Pflaumen. Auf ihre Anwesenheit deuten im Frühjahr vertrocknende, austreibende Knospen und junge Triebe hin. Die Raupen bohren sich hinein und fressen sie aus. Später in der Vegetationszeit fressen die Raupen an den Früchten. An der Stelle, an der eine Raupe die Frucht befällt, bleibt ein kleiner Gummitropfen zurück. Die Raupen sind dunkelbraun mit gelben Einschnitten zwischen den einzelnen Körpersegmenten; Kopf, Brust und Beine sind schwarz. Die Pfirsichmotte überwintert als etwa 1 mm kleine Raupe. Im Frühjahr bohren sich die Raupen in die jungen, austreibenden Triebe. Sind diese vertrocknet, kriechen die Raupen heraus und fressen sich in die nächsten. Die Verpuppung erfolgt in Rindenrissen, ohne dass ein Kokon gesponnen wird. Die Falter der ersten Generation erscheinen Ende Mai und im Juni. Die zweite Raupengeneration entwickelt sich vor allem in den Früchten, die Falter der zweiten Generation fliegen im August und September. Wirtspflanzen sind vor allem Pfirsich, Mandel, Aprikose, Pflaume, Kirsche, aber auch Apfelbaum, Weißdorn und Eberesche

Pfirsichmotte (Anarsia lineatella) an einem Zweig
Schädlinge an Pflaumen – Pfirsichmotte
Pfirsichmotte – Falter mit dunkel gezeichneten Flügeln
Schädlinge an Pflaumen – Pfirsichmotte 2
Dunkelbraune Raupe der Pfirsichmotte mit gelben Einschnitten
Schädlinge an Pflaumen – Pfirsichmotte – Raupe
Von der Pfirsichmotte befallener junger Trieb – vertrocknende Spitze
Schädlinge an Pflaumen – Pfirsichmotte – befallener junger Trieb

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau

Wie Sie Schäden an Pflaumen begrenzen

Die meisten der beschriebenen Arten haben eines gemeinsam: Sie überwintern im Boden unter dem Baum, in abgefallenen Früchten oder unter den Knospenschuppen. Regelmäßiges Aufräumen und ein rechtzeitiger Kontrollgang am Baum entscheiden deshalb mehr als eine einmalige Maßnahme.

  • Sammeln Sie abgefallene Früchte auf und entsorgen Sie sie. In den Steinen überwintern die Larven der Pflaumensamenwespe und die Raupen des Pflaumenwicklers – bleibt das Fallobst unter dem Baum liegen, sind die Schädlinge im Frühjahr zurück.
  • Lockern Sie den Boden unter der Krone. Die Kokons der Sägewespen liegen flach unter der Oberfläche.
  • Kontrollieren Sie den Baum zur Blüte und direkt nach dem Blütenfall. Dann legen die meisten Arten ihre Eier ab, und Fruchtschäden lassen sich früh erkennen.
  • Schauen Sie auf die Blattunterseite. Blattläuse, Schildläuse und Milben sitzen unten – von oben erkennen Sie sie erst an eingerollten, silbrigen oder braun werdenden Blättern.
  • Düngen Sie nicht zu viel Stickstoff. Ein Stickstoffüberschuss treibt weiche, mastige Triebe. Eine ausgewogene Pflanzenernährung hält das Wachstum im Gleichgewicht.

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