Pflaumen und Zwetschgen: Schädlinge
Fotoatlas: 14 Schädlinge an Pflaumen nach Symptomen erkennen
Pflaumen und Zwetschgen – Baum, Früchte und ihre Verwendung
Pflaume und Zwetschge ( Prunus domestica ) ist ein Laubbaum aus der Gattung Prunus. Sie verträgt Winterkälte und späte Frühjahrsfröste recht gut und wird deshalb auch in kühleren Lagen gern angebaut. Ihre Früchte, die Pflaumen und Zwetschgen, gehören zu den beliebtesten Steinobstarten in Gärten und Obstanlagen. Sie schmecken frisch vom Baum, eignen sich aber ebenso zum Einkochen, Einfrieren, für Marmelade und Pflaumenmus, zum Dörren oder für Zwetschgenwasser. Ernährungsphysiologisch punkten Pflaumen mit Ballaststoffen, Kalium und sekundären Pflanzenstoffen – bei nur rund 45 Kilokalorien je 100 Gramm.
Angebaut werden Pflaumen bereits seit mehr als 2 000 Jahren. Der erste kultivierte Pflaumenbaum wuchs in Damaskus. Von dort verbreitete sich der Anbau nach Europa; schon die alten Römer schätzten die Frucht. Heute gehört die Pflaume zu vielen nationalen Küchen und zählt zu den beliebtesten Obstarten.


Tipp: Dieser Artikel beschreibt Schädlinge. Pilz- und Viruskrankheiten der Pflaume (unter anderem die Scharka) finden Sie im eigenen Artikel Krankheiten am Pflaumenbaum. Über Anbau, Sorten und Düngung lesen Sie im Artikel Pflaume und in der Übersicht Universaldünger.
Schädlinge an Pflaumen: Wer Baum, Blätter und Früchte befällt
Die Freude an Pflaumen und Zwetschgen können Schädlinge trüben, denen Baum und Früchte genauso gut schmecken wie uns. Zu den häufigsten Arten zählen bei uns: Pflaumensägewespe, Gelbe Pflaumensägewespe, Pflaumensamenwespe, Pflaumenwickler, Mehlige Pflaumenblattlaus, Kirschgallmilbe, Gemeine Napfschildlaus, Kleine Pflaumenblattlaus, Schwarze Pfirsichblattlaus, Hopfenblattlaus, Pflaumengallmilbe, Zwergminiermotten, Pfirsichtriebbohrer und Pfirsichmotte.

Pflaumensägewespe – wurmige Früchte und vorzeitiger Fruchtfall
Pflaumensägewespe ( Hoplocampa minuta) zählt zu den bedeutendsten Schädlingen an Pflaumen. Sie verursacht wurmige Früchte und in der Folge deren Abfallen. Nach der Blüte zeigen befallene Früchte schwarze Löcher mit dem Kot der Larven. Im Inneren der Frucht fressen die Larven den mittleren Teil, den späteren Stein, aus. Die ausgefressenen Fruchtmitten sind voller schwarzem Kot und später einer übel riechenden, breiigen Masse. So befallene Früchte fallen vorzeitig ab. Die Larven der Pflaumensägewespe sind hellbraun, die erwachsenen Tiere schwarz. Die Larven überwintern in dichten Kokons im Boden. Dort verpuppen sie sich im Frühjahr, und die erwachsenen Wespen erscheinen etwa im April, kurz vor Beginn der Pflaumenblüte. Nach dem Schlüpfen bohren sich die Larven in die Früchte; nach rund neun Tagen verlässt eine Larve die welkende Frucht und frisst sich in eine neue ein. Eine einzige Larve kann so drei bis vier Früchte schädigen. Sind die Larven ausgewachsen, fallen sie mit der geschädigten Frucht zu Boden und graben sich in die Erde ein. Neben Zwetschgen und Renekloden befällt sie auch Mirabellen, Schlehen, Kirschen und Aprikosen.



Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau
Gelbe Pflaumensägewespe – früher Wurmbefall der Pflaumen
Gelbe Pflaumensägewespe ( Hoplocampa flava) verursacht ähnlich wie die Pflaumensägewespe einen frühen Wurmbefall der Pflaumenfrüchte. Auch sie überwintert als ausgewachsene Larve im Boden, verpuppt sich im Frühjahr, und die erwachsenen Tiere schlüpfen vor der Pflaumenblüte, etwa im April. Wie bei der Pflaumensägewespe entstehen nach der Blüte an befallenen Früchten schwarze Löcher mit Larvenkot; im Inneren wird der mittlere Teil rund um den Stein ausgefressen, und die geschädigten Pflaumen fallen ab. Die Larven der Gelben Pflaumensägewespe sind gelb, die erwachsenen Tiere gelbbraun mit schwarzen Flecken. Der Entwicklungszyklus entspricht dem der Pflaumensägewespe.

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau
Pflaumensamenwespe – ausgefressene Steine und Fruchtfall
Pflaumensamenwespe (Eurytoma schreineri) lässt befallene Pflaumenfrüchte welken, sich vorzeitig verfärben und abfallen. Der Samen im Stein ist meist vollständig, die Samenschale teilweise ausgefressen. Die Steine abgefallener Früchte weisen häufig Löcher von 1 bis 1,5 mm Durchmesser auf. Die Pflaumensamenwespe bildet eine Generation im Jahr. Ihre Larven überwintern an der Bodenoberfläche in den Steinen abgefallener Früchte. Übersteigt die mittlere Tagestemperatur 10 °C, also etwa Mitte April, beginnt die Verpuppung. Als Puppen bleiben die Tiere von April bis Ende Mai in den Steinen befallener Pflaumen. Die erwachsenen Wespen nagen sich dann durch das typische Loch ins Freie. Zehn bis zwölf Tage nach der Pflaumenblüte legen die Weibchen ihre Eier durch Einstich in die noch nicht verholzten Kerne ab.




Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau
Pflaumenwickler – wurmige Pflaumen und ein Gummitropfen
Pflaumenwickler (Cydia funebrana)gehört zu den Schlüsselschädlingen der Pflaume. Er verursacht wurmige Früchte. Ein typischer Tropfen eingetrockneten Gummiflusses markiert die Stelle, an der die Raupe in die Frucht eingedrungen ist. Bei uns tritt er meist in zwei Generationen auf. Die Raupen der ersten Generation lassen die Pflaumen abfallen, die der zweiten Generation machen die Früchte wurmig. Ihre Gänge im Fruchtfleisch führen zum Stein hin, und im Inneren der befallenen Frucht finden sich meist die Raupe und ihr Kot. Der Pflaumenwickler überwintert als ausgewachsene Raupe in einem Kokon im Boden oder am Stammfuß. Im Frühjahr verpuppen sich die Raupen, und etwa im Mai erscheinen die Falter der ersten Generation. Befallene Früchte der ersten Generation trocknen ein und fallen ab; aus den abgefallenen Früchten kriechen die Raupen heraus in den Boden und verpuppen sich dort.




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Mehlige Pflaumenblattlaus – die häufigste Blattlaus an Pflaumen
Mehlige Pflaumenblattlaus (Hyalopt erus pruni) gehört zu den schädlichsten Blattläusen an Pflaumen. Befallene Triebe bleiben im Wachstum zurück und sterben oft von der Spitze her ab. Die Mehlige Pflaumenblattlaus verursacht kein Einrollen der Blätter, doch die Blätter trocknen ein und fallen ab. Erkennbar ist sie auf der Blattunterseite und an jungen Trieben als große, mit weißem Puder bedeckte Kolonie. Die Läuse sitzen dicht nebeneinander. Das ungeflügelte Weibchen ist hellgrün mit zwei hellgrünen Längsstreifen auf dem Rücken. Die Eier werden im Herbst an der Basis der Knospen junger Triebe abgelegt. Die jungen Läuse schlüpfen im April. Auf der Blattunterseite bilden sie Kolonien, und im Juni und Juli sind die Blätter vollständig von ihnen bedeckt. Im Sommer wandern geflügelte Weibchen ab und kehren Anfang Oktober an ihre Wirtsbäume zurück. Häufig bleiben die Kolonien jedoch bis in den Herbst an der Pflaume.


Quelle: influentialpoints.com
Kirschgallmilbe – silbrige und braun werdende Blätter
Kirschgallmilbe (Aculus fockeui) ist ein Schädling, der in letzter Zeit immer größere Schäden verursacht, vor allem an jungen Pflaumenbäumen in Baumschulen. Ihre Anwesenheit erkennt man auf der Blattunterseite. An den befallenen Stellen verfärben sich die Blätter braun, während die Oberseite silbrig wirkt. Starker Befall führt zum Absterben der Endknospen, zum Abfallen der befallenen Blätter und zu besenartigem Austrieb der Triebe. Die Bewegung der Milben ist auf der Blattunterseite zu sehen. Werden Blüten und Früchte befallen, zeigen sich Berostung bis hin zu schorfartigen Stellen. Die Weibchen überwintern unter den Knospenschuppen, meist an einjährigen Trieben. Es treten mehrere einander überlappende Generationen auf; das stärkste Auftreten liegt zwischen Juni und August. In dieser Zeit verbreitet sich die Milbe intensiv mit dem Wind. Gegen Ende des Sommers suchen die Weibchen ihr Winterversteck auf.




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Gemeine Napfschildlaus – vertrocknende Pflaumen und absterbende Zweige
Gemeine Napfschildlaus (Parthenolecanium corni) zählt zu den weiteren Schädlingen an Pflaumen. Man erkennt sie an den Zweigen, an denen die auffälligen, 4 bis 6 mm langen, ovalen, hoch gewölbten, dunkelbraunen Schilde der Weibchen sitzen. Die überwinternden Larven sind flach und etwa 2 mm lang. Weibchen und Männchen werden von der zweiten Maihälfte bis in die erste Junihälfte erwachsen und erreichen eine Höhe von 1,5 bis 2 mm. Ihr Saugen schwächt die Zweige, und die Bäume werden weniger frosthart. Bei Massenvermehrung trocknen Zweige ein, was bis zum vollständigen Absterben ganzer Bäume führen kann.

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Kleine Pflaumenblattlaus – eingerollte Blätter der Pflaume
Kleine Pflaumenblattlaus (brachycaudus helichrysi) ist ein weiterer ernster Schädling an Pflaumen. Sie verursacht typische Blattverformungen: Die Blätter rollen sich der Länge nach röhrenförmig ein und bilden Tüten. So befallene Blätter werden braun, trocknen ein und fallen vorzeitig ab. Bei starker Vermehrung sterben befallene Triebe ab. Darüber hinaus kann sie das Virus der Scharka-Krankheit übertragen. Die Kleine Pflaumenblattlaus ist meist hellgrün, kommt aber auch in Gelb, Weiß bis Rosa vor. Sie ist oval und bis zu 2 mm lang. Überwintert wird als Ei; die Larven schlüpfen zur Zeit des Blütenblattfalls der Pflaume. Sie saugen an der Basis der Blütenknospen, und im Juni entstehen geflügelte Weibchen. Diese wandern zwischen verschiedenen Kräutern und Gehölzen. Im Oktober und November legen die Weibchen ihre Eier wieder an der Pflaume ab.



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Schwarze Pfirsichblattlaus – Kolonien an Wurzeln und Blättern
Schwarze Pfirsichblattlaus ( Brachycaudus persicae) – tritt vor allem an den Wurzeln von Pfirsich- und Pflaumenbäumen auf. Im Frühjahr und Frühsommer befällt sie auch die Blätter, an deren Unterseite sie mächtige Kolonien bildet. Befallene Blätter sind leicht eingerollt. Gefährlich wird sie vor allem bei starker Vermehrung an jungen Bäumen, wo sie verlangsamtes Wachstum bis hin zum Absterben verursachen kann. Auch sie kann die Scharka-Krankheit übertragen. Das Weibchen ist klein, braunschwarz und glänzend. Die Siphonen (kurze Röhren am Hinterleib) sind dunkel und kurz. Die Nymphen sind gelbbraun bis dunkelbraun. Ungeflügelte Weibchen überwintern an den Wurzeln des Baumes.



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Hopfenblattlaus – überwintert an Pflaume und Schlehe
Hopfenblattlaus (Phorodon humuli)ist ein Schädling der Pflaume, dessen Kolonien auf der Blattunterseite sitzen. Die Blätter verformt sie nicht, häufig lebt sie aber auf Pflaumenblättern, die bereits von der Kleinen Pflaumenblattlaus verformt wurden. Wirtspflanzen der Hopfenblattlaus sind Pflaume, Schlehe und Hopfen. Die ungeflügelten Weibchen sind gelbgrün mit drei dunkleren Längsstreifen. Der Körper ist länglich und bis zu 3 mm lang. Im April schlüpfen an den Primärwirten (Pflaume, Schlehe) die Larven der ersten Generation, ab Mitte Mai erscheinen die geflügelten, abwandernden Weibchen. Die Wanderung der geflügelten Formen auf den Hopfen setzt somit im späten Frühjahr ein. Ab Ende August verlassen die Weibchen ihren Sekundärwirt (Hopfen), und es kommt zur Rückwanderung auf die Winterwirte (Pflaume, Schlehe), wo die Läuse ihre Eier ablegen. Diese Wintereier werden an den Zweigen in den Knospenachseln abgelegt.


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Pflaumengallmilbe – Gallen und Auswüchse auf den Pflaumenblättern
Pflaumengallmilbe (Eriophyes similis/Phytoptus similis) ist eine Milbenart aus der Familie der Eriophyidae. Die Pflaumengallmilbe verursacht an den Blatträndern durch Verformung des Blattgewebes grüngelbe, grüne, rosa, rötliche bis dunkelrote Gallen – Auswüchse, die an winzige Warzen erinnern. In ihrem Inneren sitzen die etwa 0,2 mm langen Milben. Die überwinternden Weibchen verstecken sich unter den Knospenschuppen und in Rindenrissen. Nach dem Austrieb im Frühjahr befallen die Weibchen zunächst die Blätter, anschließend die Blüten und später auch die Früchte. Im Laufe des Jahres treten mehrere Generationen auf; die Entwicklung einer Generation dauert zwei bis fünf Wochen.



Quelle: www.efferus.no · Quelle: commons.wikimedia.org · Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau
Pflaumen-Zwergminiermotte (Stigmella prunetorum) – Minen in den Blättern
Pflaumen-Zwergminiermotte (Stigmella prinetorum) ist ein Nachtfalter aus der Familie Nepticulidae. Ihre Flügelspannweite beträgt 3,2 bis 4,4 mm. Die Vorderflügel sind dunkelbraun, im ersten Drittel goldglänzend, hinter der Mitte mit einer gelblichweißen, glänzenden Querbinde. Die Kopfhaare sind dunkelbraun bis schwarz, dahinter sitzt ein weißer Kragen. Die Raupen sind hellgrün; charakteristisch ist ihre Mine – ein Fraßgang im Blatt –, die am Anfang spiralig gewunden und vollständig mit ihrem Kot gefüllt ist. Die Art bildet zwei Generationen: Die Falter erscheinen im Mai und Juni sowie im Juli und August.


Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau
Schlehen-Zwergminiermotte (Stigmella plagiocella) – Minen in Schlehenblättern
Schlehen-Zwergminiermotte (Stigmella plagiocella) ist ein Nachtfalter aus der Familie Nepticulidae. Sie tritt in zwei Generationen auf. Ihre Flügelspannweite ist größer als die der Pflaumen-Zwergminiermotte und liegt zwischen 4,0 und 4,6 mm. Die Vorderflügel sind dunkel bronzebraun, hinter der Querbinde braunrot und insgesamt bläulich glänzend. Die Querbinde selbst ist goldsilbern. Die Kopfhaare sind ockerfarben, der Kragen dahinter dunkelbraun. Die Raupen sind hellgelb. Sie leben an den Blättern von Steinobst (Pflaume, Schlehe, Kirsche, Sauerkirsche, Aprikose, Pfirsich und Mandel). Ihre typische Mine beginnt mit einem sehr schmalen Gang, der sich dann plötzlich zu einer runden Mine erweitert, in deren Mitte der Kot der Raupe liegt.



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Pfirsichtriebbohrer – welkende Triebe und faulende Früchte
Pfirsichtriebbohrer (Grapholita molesta / Cydia molesta / Laspeyresia molesta) ist ein Schädling, der junge Triebe schädigt und außerdem wurmige Früchte verursacht. Zu seinen Wirtspflanzen zählen Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Apfelbaum, Birne, Mispel, Mandel, Vogelkirsche und weitere Arten. Die Raupen der ersten Generation befallen junge Triebe und fressen darin Gänge; die Triebe krümmen sich, welken und trocknen ein. Die Raupen der zweiten und dritten Generation befallen die Früchte, fressen auch dort Gänge und lösen anschließend Fruchtfäule aus. Die Raupen der letzten Generation überwintern und verpuppen sich im Frühjahr. Im Mai erscheint die erste Faltergeneration. Die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier dauert etwa 30 bis 50 Tage.

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Pfirsichmotte – vertrocknende Knospen und junge Triebe
Pfirsichmotte (Anarsia lineatella)gehört zu den weniger bekannten Schädlingen an Pflaumen. Auf ihre Anwesenheit deuten im Frühjahr vertrocknende, austreibende Knospen und junge Triebe hin. Die Raupen bohren sich hinein und fressen sie aus. Später in der Vegetationszeit fressen die Raupen an den Früchten. An der Stelle, an der eine Raupe die Frucht befällt, bleibt ein kleiner Gummitropfen zurück. Die Raupen sind dunkelbraun mit gelben Einschnitten zwischen den einzelnen Körpersegmenten; Kopf, Brust und Beine sind schwarz. Die Pfirsichmotte überwintert als etwa 1 mm kleine Raupe. Im Frühjahr bohren sich die Raupen in die jungen, austreibenden Triebe. Sind diese vertrocknet, kriechen die Raupen heraus und fressen sich in die nächsten. Die Verpuppung erfolgt in Rindenrissen, ohne dass ein Kokon gesponnen wird. Die Falter der ersten Generation erscheinen Ende Mai und im Juni. Die zweite Raupengeneration entwickelt sich vor allem in den Früchten, die Falter der zweiten Generation fliegen im August und September. Wirtspflanzen sind vor allem Pfirsich, Mandel, Aprikose, Pflaume, Kirsche, aber auch Apfelbaum, Weißdorn und Eberesche




Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Schutz von Obstgehölzen und Weinreben im ökologischen Anbau
Wie Sie Schäden an Pflaumen begrenzen
Die meisten der beschriebenen Arten haben eines gemeinsam: Sie überwintern im Boden unter dem Baum, in abgefallenen Früchten oder unter den Knospenschuppen. Regelmäßiges Aufräumen und ein rechtzeitiger Kontrollgang am Baum entscheiden deshalb mehr als eine einmalige Maßnahme.
- Sammeln Sie abgefallene Früchte auf und entsorgen Sie sie. In den Steinen überwintern die Larven der Pflaumensamenwespe und die Raupen des Pflaumenwicklers – bleibt das Fallobst unter dem Baum liegen, sind die Schädlinge im Frühjahr zurück.
- Lockern Sie den Boden unter der Krone. Die Kokons der Sägewespen liegen flach unter der Oberfläche.
- Kontrollieren Sie den Baum zur Blüte und direkt nach dem Blütenfall. Dann legen die meisten Arten ihre Eier ab, und Fruchtschäden lassen sich früh erkennen.
- Schauen Sie auf die Blattunterseite. Blattläuse, Schildläuse und Milben sitzen unten – von oben erkennen Sie sie erst an eingerollten, silbrigen oder braun werdenden Blättern.
- Düngen Sie nicht zu viel Stickstoff. Ein Stickstoffüberschuss treibt weiche, mastige Triebe. Eine ausgewogene Pflanzenernährung hält das Wachstum im Gleichgewicht.
