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Staudenbeet: anlegen, bepflanzen und pflegen

Alles über Stauden an einem Ort — wie Sie ein Staudenbeet zusammenstellen, wann Sie pflanzen, wie Sie vermehren, welche Arten Sie wählen und wie Sie Krankheiten und Schädlingen vorbeugen.

Staudenbeet: anlegen, bepflanzen und pflegen

Stauden sind das Rückgrat jedes Gartens. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ein Beet zusammenstellen, das vom Frühjahr bis zum Herbst blüht, wie Sie Stauden richtig kultivieren, vermehren und gesund halten.

Was sind Stauden und warum gehören sie in jeden Garten

STAUDEN

Es sind ausdauernde Blütenpflanzen, die mehrere Jahre hintereinander blühen und Samen bilden und den Winter meist nur mit ihren unterirdischen Organen überdauern (Wurzeln, Rhizome, Knollen, Zwiebeln). Dazu gehören also auch Zwiebel- und Knollenblumen, die wir jedoch einer eigenen Gruppe zuordnen. Unter dem Begriff Stauden verstehen wir hier nur mehrjährige Pflanzen, deren unterirdischer Teil aus Wurzeln oder Rhizomen besteht.

Staudenbeet mit weißen, cremefarbenen und violetten Lupinen über einem Teppich aus blauviolettem Storchschnabel

Unter den Stauden gibt es winzige Arten von manchmal nur 5 cm Höhe, aber auch mächtige Pflanzen von 3 m und mehr, sehr schwierig zu kultivierende Arten ebenso wie solche, die lästig verwildern, und Pflanzen mit hohem wie mit geringem Zierwert. Es ist die umfangreichste Gruppe der Gartenpflanzen und umfasst eine große Zahl von Arten.

Zur besseren Übersicht teile ich die Stauden in mehrere Gruppen ein, im Wesentlichen nach Größe und Wuchsform, die über ihre Verwendung entscheiden. Ich führe nicht alle bei uns kultivierten Stauden auf, sondern eine Auswahl der schönsten, die sich für kleinere Gärten eignen. Eine ausführlichere Aufzählung finden Sie in der Spezialliteratur über Stauden und Steingartenpflanzen.

Vom richtigen Sortiment für die jeweiligen Bedingungen des Gartens hängt der gärtnerische Erfolg weitgehend ab. Es genügt nicht zu wissen, wie eine Blume aussieht und wann sie blüht, sondern auch, welche Bedingungen ihrem Wachstum am besten entsprechen.

Staudenbeet gestalten: Aufbau, Artenwahl und Kombinationen

Die Schönheit liegt in der Verwendung

Stauden verleihen dem Garten meist den Charakter einer natürlichen Umgebung. Für streng geformte Gärten eignen sie sich deshalb nicht; schön wirken sie nur in locker und unregelmäßig gestalteten Anlagen.

Ein breites Staudensortiment eröffnet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten; manche Arten blühen schon sehr früh im Vorfrühling (Christrosen), andere erst im Spätherbst (Chrysanthemen, die Winterastern), und einige sind auch im Winter dekorativ (vor allem Gräser). Die meisten Stauden sollte man nach etwa fünf Jahren umpflanzen und dabei teilen und verjüngen; so lässt sich das Bild der Beete durch ständigen Wechsel verändern. Staudenbeete sollen immer aus mehreren Arten zusammengesetzt sein, denn eine einzelne Art blüht höchstens drei bis vier Wochen. Deshalb nutzen wir die unterschiedlichen Blütezeiten der Stauden, damit das Beet vom zeitigsten Frühjahr bis zum Frost schön blüht. Ebenso setzen wir Arten mit dekorativem Laub ein.

Die Zusammenstellung eines Staudenbeetes ist nicht einfach; Arten und Sorten müssen so gewählt werden, dass sie ästhetisch zueinander passen und zugleich ähnliche Ansprüche haben. Ein Staudenbeet soll unregelmäßig sein, sowohl in der Form als auch in der Anordnung der einzelnen Arten. Bepflanzt wird es nach bestimmten Gestaltungsregeln. Zuerst wählen wir die Pflanzen aus, die das Gerüst der Gruppe bilden. Das sollte eine im Wuchs oder in der Blüte markante Staude sein, es kann aber auch ein passendes Ziergehölz sein. Diese Leitpflanzen setzen wir nicht in die Mitte des Beetes, sondern etwas seitlich, etwa im ersten Drittel der Länge oder Breite; je nach Beetgröße kommen so eine bis vier dominante Pflanzen zum Einsatz. Danach wählen wir ergänzende, ausgleichende und auflockernde Pflanzen und schließlich Begleitpflanzen, die nacheinander blühen und immer neue Farbkombinationen ergeben. Jede Staudengruppe soll unregelmäßig sein, nicht in einer Linie, sondern in harmonisch geschwungenen Formen.

Stauden lassen sich auch mit Vertretern anderer Gruppen von Gartenpflanzen kombinieren, eine Staudengruppe zum Beispiel mit Zwiebel- oder Knollenblumen ergänzen. Ein Beet mit im Sommer und Herbst blühenden Stauden belebt man im Frühjahr mit Zwiebelblumen, während ein Beet mit Frühjahrs- und Sommerstauden gut durch Knollenblumen ergänzt wird, die im Herbst blühen. Stauden kombinieren wir auch mit manchen Sommerblumen, vor allem mit solchen von ähnlichem Charakter, und ebenso mit passenden Gehölzen, allen voran mit niedrigen Nadelgehölzen, die im Staudenbeet ein dominantes Element bilden können. Nicht kombiniert werden Stauden mit Rosen, Dahlien und einigen weiteren Blumen mit Sonderstellung. Schnittstauden pflanzen wir an weniger einsehbare Stellen. Wir können sie aber auch maßvoll aus kräftigen Horsten in gemischten Beeten schneiden, meist blühen sie ausreichend.

Alle Staudenbeete sollen im Garten so platziert werden, dass sie an etwas anschließen. Ein einzelnes Staudenbeet mitten im Rasen wirkt wie ein Fremdkörper; hat es dagegen im Hintergrund eine Gruppe Nadelgehölze, vor denen die Farbenvielfalt besonders zur Geltung kommt, oder eine Hecke, eine Mauer, eine Pergola oder ein Gebäude, kommt seine Schönheit erst richtig zur Wirkung.

In Blicknähe (an Wegen, Bänken, Terrassen) verwenden wir feinere Arten, an weiter entfernten Stellen pflanzen wir robustere und farbkräftigere Arten, und zwar immer in größeren Gruppen. Dabei ist eine Gesetzmäßigkeit zu beachten, mit der man beim Zusammenstellen eines Staudenbeetes rechnen muss: Niedrige Stauden blühen meist im Frühjahr, mittelhohe und hohe im Sommer und Herbst. Staudenpflanzungen sollen sich durch die Wahl des Sortiments der Umgebung anpassen — im Villengarten verwendet man andere Stauden als am Wochenendhaus in freier Landschaft. Man muss auf das Aussehen der Umgebung achten und den Garten darin einfügen. Bei Wochenendhäusern werden häufiger verwildernde Stauden verwendet, etwa Lupinen, Sonnenhut, Akeleien, die Pfirsichblättrige Glockenblume, Margeriten, Sonnenbraut, Herbstastern, Prachtspiere und weitere.

Besondere Partien, Beeteinfassungen und bienenfreundliche Stauden

Unter verschiedenen Standortbedingungen oder aus anderen Gründen lassen sich aus bestimmten Staudenarten besondere, charakteristische Partien gestalten. Eine wunderschöne Partie ergeben zum Beispiel niedrige, kriechende Stauden, also niedriger Polsterphlox, Schleifenblume, Hornkraut, niedrige Nelken, niedriges Gipskraut, Leimkraut, Nachtkerze, Fetthennen, Hauswurz und Ähnliches. Eine Steppenpartie stellt man zum Beispiel aus trockenheitsliebenden Gräsern zusammen — Schwingel, Blaustrahlhafer, Chinaschilf und Lampenputzergras, dazu silbriger Salbei, Hauswurz, Lavendel, Hornkraut, Gipskraut, Silberwurz, Johanniskraut, Mannstreu, Strandflieder, Wolfsmilch, Palmlilie, Königskerze u. a. 

Dichtes Polster des Moossteinbrechs (Saxifraga × arendsii) mit leuchtend pinkfarbenen Blüten

Diese Pflanzung lässt sich mit Tulpen, Zierlauch, Milchstern, Steppenkerze und Ähnlichem beleben. Wunderschön sind auch Gruppen aus verschiedenen Gräsern, ergänzt etwa durch einen niedrigen Wacholder und einige kriechende, niedrige Stauden.

Niedrige Stauden, die sich für Steingärten und Trockenmauern eignen, sind unter dem Namen Steingartenpflanzen oder Alpinen bekannt, und es gibt sie in unerschöpflicher Zahl. Über Steingartenpflanzen handelt allerdings ein eigenes Kapitel.

An Stauden für Beeteinfassungen gibt es eine ausreichende Auswahl: Blaukissen, Grasnelke, niedrige Astern, niedrige Glockenblumen, Wolfsmilch, Nelkenwurz, Purpurglöckchen, Johanniskraut, Primeln, Pechnelke und andere. Mit einigen lässt sich der Rasen ersetzen, vor allem an extrem trockenen Standorten. Das sind zum Beispiel niedrige Schafgarbe, Steinkraut, Hornkraut, Felsenblümchen, niedriges Gipskraut und niedriger Polsterphlox. Im Schatten lässt sich der Rasen etwa durch Günsel oder Bergenie ersetzen.

Eine große Auswahl an Stauden gibt es auch für Wasser- und Sumpfpartien; darüber handelt ein eigenes Kapitel.

Die Verwendung von Stauden ist sehr vielseitig. Bei der Auswahl unter allen möglichen Gesichtspunkten sollten wir auch die Bienenweide nicht vergessen. Manche Stauden liefern viel Pollen, andere reichlich Nektar. Für die Imkerei am wichtigsten sind: Eisenhut, Ochsenzunge, Kugeldistel, Mannstreu, Salbei, einige Fetthennen, Thymian, Adonisröschen, Flockenblume, Christrose und Goldrute.

Stauden pflanzen: Bodenvorbereitung, Termine und erste Pflege

Ein guter Start — einfache Kultur

Stauden sind insgesamt nicht anspruchsvoll in der Kultur. Nur die kleinsten unter ihnen, also die Steingartenpflanzen, die meist aus völlig anderen Bedingungen stammen, sind anspruchsvoller, und wir müssen ihnen mehr Aufmerksamkeit widmen, wenn sie gut wachsen und blühen sollen.

Stauden wachsen nach dem Pflanzen mehrere Jahre an einer Stelle. Wer sich in den Folgejahren Arbeit sparen will, muss den Boden vor dem Pflanzen gut vorbereiten, und das auch für anspruchslose Arten. Ein gut vorbereiteter Boden ist mindestens 30 cm tief gelockert, sorgfältig von Unkraut befreit, mit Kompost versorgt oder zumindest mit humusreichem Material durchsetzt und frei von Steinen. Ist der Boden schwer und lehmig, verbessert man ihn zusätzlich mit Sand, Holzasche und gutem Kompost, damit er durchlüftet und durchlässig wird; ist er zu leicht, gibt man schwereren Kompost und etwa Lauberde dazu. Torf ist dafür in Deutschland nicht mehr die erste Wahl — greifen Sie besser zu torffreien Alternativen wie Rindenhumus, Kokosfasern oder reifem Kompost. Am wichtigsten ist die vollständige Unkrautfreiheit, denn ein Staudenbeet zu jäten, das von Wurzelunkräutern wie Ackerwinde, Ackerdistel, Ackerschachtelhalm oder Quecke durchwachsen ist, wird für den Gärtner zur Qual. Auch mit einjährigen Unkräutern wie Franzosenkraut, Vogelmiere, Greiskraut oder Borstenhirse gibt es genug Arbeit. Und wenn wir diese Unkräuter nicht sofort entfernen, verderben sie den Anblick des Beetes. Unkraut ist überall und immer unwillkommen, und im Staudenbeet ist es Feind Nummer eins, zumal chemisch dagegen nicht vorgegangen werden kann.

Ständige Pflege verlangt der Rand des Staudenbeetes. Meist grenzt er an den Rasen, der ins Beet hineinwächst und sein Aussehen verdirbt. Der Beetrand soll stets sauber abgestochen sein. Hilfreich ist es, in den Rand des Staudenbeetes ein etwa 20 cm hohes verzinktes Blech einzulassen, dessen Oberkante mit der Bodenoberfläche abschließt, damit es nicht zu sehen ist. Weder Gras- noch Staudenwurzeln können dann hindurchwachsen, sodass sich die Ränder leichter in Form halten lassen.

Stauden pflanzen wir ins Beet immer als vorgezogene Jungpflanzen, die wir entweder selbst heranziehen oder — was einfacher ist — in einer Staudengärtnerei kaufen.

Meist lassen sich Stauden im Herbst (September bis Oktober) oder im Frühjahr (März bis April) pflanzen. Im Frühjahr blühende Arten pflanzt man in der Regel im Herbst, im Sommer und Herbst blühende Arten im Frühjahr. Eine Ausnahme sind Schwertlilien und Pfingstrosen, die im August gepflanzt werden, damit sie im nächsten Jahr blühen können. Spätere Herbstpflanzungen junger Pflanzen deckt man über den ersten Winter besser mit Reisig ab. Die kleinsten Stauden — die Steingartenpflanzen — werden meist in Töpfen vorgezogen und mit festem Wurzelballen geliefert; sie lassen sich praktisch die ganze Saison über pflanzen. Bekommt man sie jedoch erst im November, senkt man sie samt Topf in den Boden ein, deckt sie mit Reisig ab und pflanzt erst im Frühjahr. Das ist sicherer.

Die Wurzeln der zu pflanzenden Stauden lassen wir nicht unnötig lange außerhalb der Erde und schützen sie vor allem vor Wind und Sonne. Lange Wurzeln dürfen etwas eingekürzt werden, angetrocknete Wurzeln taucht man in einen dünnen Brei aus Erde und Wasser. Am besten ist es jedoch, beim Pflanzen in jedes Pflanzloch eine Handvoll feuchten Humus zu geben, die Erde dann fest an die Wurzeln anzudrücken und gründlich anzugießen. Die Jungpflanze soll so tief gesetzt werden, dass die austreibenden Triebe etwa auf Höhe der Bodenoberfläche liegen. Bis zum Anwachsen muss sorgfältig gegossen und die entstehende Kruste aufgebrochen werden.

Beete oder Partien mit Stauden lohnt es sich zu mulchen, also den Boden zwischen den Pflanzen mit einem Material abzudecken, das ein Austrocknen verhindert. Gut geeignet sind dafür Rindenhumus, feiner Kompost oder angetrockneter Rasenschnitt; sie verhindern zugleich das Keimen von Unkrautsamen und die Krustenbildung.

Staudenbeet pflegen: während der Saison und im Winter

Pflege von Staudenpflanzungen

Im ersten Jahr nach dem Pflanzen braucht das Staudenbeet mehr Pflege; später, wenn die Horste zusammenwachsen, wird die Arbeit weniger. Damit die Pflanzen möglichst rasch wachsen, brauchen sie eine gleichmäßige Bodenfeuchte, eine gelockerte Bodenoberfläche zwischen den Pflanzen und ein sorgfältig von Unkraut befreites Beet. Wenn Stauden in guten, gut vorbereiteten Boden gepflanzt werden und im Winter etwas Kompost zwischen die Horste kommt, muss im ersten Jahr nach der Pflanzung und meist auch später nicht nachgedüngt werden.

Beet mit blühenden Bauern-Hortensien in Rosa, Blau und Weiß entlang eines Gartenwegs

Außerdem ist das Aufstreuen von Kompost zwischen den Pflanzen eine gute Maßnahme gegen Kahlfröste und reicht als Düngung völlig aus. Wir wollen ja nicht, dass die Stauden stark wachsen, sondern dass sie reich blühen. Vor allem Steingartenpflanzen düngen wir praktisch nicht. Eine Humusgabe aus Kompost oder guter Erde genügt. Sollte nach Jahren doch eine Düngung nötig sein, ist eine schwache Flüssigdüngung mit einem Volldünger am besten, zwei- bis dreimal während der Vegetationszeit wiederholt. Von Zeit zu Zeit muss das Beet gejätet werden, denn irgendein Unkraut findet sich immer, und es ist besser, es zu entfernen, solange es noch jung ist.

Nach der Blüte werden die verblühten Blüten oder Blütenstände abgeschnitten, weil sie einerseits den ästhetischen Eindruck mindern und sich die Pflanzen andererseits durch die Samenbildung erschöpfen. Außerdem besteht bei manchen Arten die Gefahr, dass sich das Beet durch ausgefallene Samen verunkrautet; bei anderen Arten fördert das rechtzeitige Entfernen der verblühten Stängel eine zweite Blüte (Lupine, Rittersporn). Das Laub der Stauden schneiden wir bodennah ab, wenn es einzieht — bei manchen Stauden schon im Sommer, bei anderen erst, wenn der Frost sie erfasst hat; einige Stauden sind auch über den Winter schön. Diese können wir erst im Frühjahr zurückschneiden.

An Stellen mit Kahlfrösten können empfindlichere Stauden, vor allem Steingartenpflanzen, erfrieren. Dort lohnt es sich, sie über den Winter mit Reisig abzudecken. Für Steingärten ist das regelmäßig eine sinnvolle Maßnahme. Im Frühjahr muss die Abdeckung jedoch früh entfernt werden, damit früh blühende Steingartenpflanzen nicht unter dem Reisig verblühen.

Krankheiten und Schädlinge an Stauden

Krankheiten und Schädlinge

Auch Stauden im Garten erkranken oder werden von einem Parasiten geschädigt. Auch hier gilt der Grundsatz, dass gut kultivierte Pflanzen weniger befallen werden. Bei richtiger Pflege entfallen die physiologischen Störungen, die als Reaktion der Pflanzen auf ungeeignete Bedingungen oder unsachgemäße Eingriffe entstehen. Und davon gibt es in Gärten die meisten.

Viruskrankheiten beugt man durch den Kauf gesunder Jungpflanzen und durch das sofortige Entfernen von Blattläusen vor, die diese Krankheiten übertragen. Tritt eine Viruskrankheit auf (meist helle Flecken auf den Blättern — Mosaik, Ringfleckigkeit, Blütenbuntheit, ferner das Vertrocknen von Blattteilen — Nekrosen, verschiedene Deformationen von Blättern und Blüten), muss die ganze Pflanze samt Wurzeln entfernt und entsorgt werden.

Gegen Pilzkrankheiten — Rußtau, Rost, Mehltau und Fäulen — lässt sich spritzen, sofern sich die Behandlung überhaupt lohnt; verwenden Sie dafür ausschließlich Mittel, die für den Haus- und Kleingarten und für die jeweilige Kultur zugelassen sind (die Zulassung prüfen Sie in der Datenbank des BVL). Meist ist es jedoch sinnvoller, befallene Pflanzenteile abzuschneiden und über den Restmüll zu entsorgen. Stark befallene Pflanzen entfernt man besser samt Wurzeln. Aus einem Beet, in dem Pilzkrankheiten häufiger auftreten, pflanzt man die Stauden besser in ein neues Beet um.

Gegen Schädlinge wird sofort eingegriffen, sobald sie auftreten.

Gegen Blattläuse und andere saugende Schädlinge sowie gegen Raupen, Käfer und deren Larven greift man zu Präparaten, die für den Haus- und Kleingarten und für die jeweilige Kultur zugelassen sind; im Zweifel hilft ein Blick in die Datenbank des BVL oder die Beratung im Fachhandel. Schwierig ist der Umgang mit Nematoden, die an einigen wichtigen Stauden erheblichen Schaden anrichten. Befallene Pflanzen müssen samt Wurzeln und samt der Erde um die Wurzeln entfernt werden. Auf dem Beet sollte einige Jahre weder die befallene Art noch eine verwandte Art angebaut werden. Bewährt hat sich, ein solches Beet mit Tagetes (Tagetes patula oder Tagetes erecta) zu bepflanzen — sie gelten als Feindpflanzen der Nematoden und können deren Besatz im Boden verringern. Nach zwei Jahren ist das Beet meist wieder sauber.

Die Grundlage des Pflanzenschutzes im Staudenbeet sollte eine jährliche Behandlung in der Vegetationsruhe sein — mit einem Austriebsmittel auf Öl- beziehungsweise Rapsölbasis, das für den Haus- und Kleingarten zugelassen ist, und zwar gründlich in alle Winkel des Beetes. Diese Behandlung erfasst einen großen Teil der überwinternden Stadien von Krankheiten und Schädlingen und ist die sicherste vorbeugende Maßnahme.

Stauden vermehren: Aussaat, Teilung und Ausläufer

Vermehren — aber auch begrenzen

Stauden sollte der Hobbygärtner kaufen; so hat er die Gewähr für Art- und Sortenechtheit sowie für gesunde, gut entwickelte Pflanzen. Wer möchte, kann sie jedoch selbst vermehren, denn bei den meisten Arten ist das nicht schwierig. Eines betone ich aber vorab: Jede Vermehrung muss von den besten, kräftigsten, frühesten und gesündesten Pflanzen ausgehen.

Blühender Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) mit rosafarbenen Zungenblüten und orangebraunem Kegel

Fast alle Stauden lassen sich aus Samen vermehren. Bei manchen ist das sehr schwierig, andere werden ganz gewöhnlich aus Samen vermehrt. Viel einfacher ist die vegetative Vermehrung, vor allem die Teilung der Horste. Auch die Vermehrung durch Ausläufer lässt sich im Garten anwenden. Die übrigen Verfahren der vegetativen Vermehrung sind Sache von Gärtnereien oder spezialisierter Hobbygärtner mit entsprechender technischer Ausstattung. Aus Samen lässt sich rasch eine große Zahl neuer Pflanzen heranziehen, die allerdings meist erst im zweiten Jahr blühen. Durch Teilung der Horste gewinnt man deutlich weniger Pflanzen, die dafür schon in der nächsten Vegetationsperiode blühen.

Bei der generativen Vermehrung von Stauden, also aus Samen, ist die Nachkommenschaft mancher Arten nicht ganz einheitlich, vor allem in der Blütenfarbe und in der Wuchshöhe. Bei Saatgut aus dem Fachhandel, das aus züchterischer Bearbeitung stammt, ist diese Variabilität so gering, dass sie für den Hausgarten bedeutungslos ist. Bei im Garten selbst gewonnenem Saatgut kann es dagegen passieren, dass die Nachkommen uneinheitlich ausfallen. Das ist ein Zeichen dafür, dass neues Saatgut gekauft werden sollte.

Bei der Anzucht von Stauden aus Samen wird so ausgesät, dass bis zum Herbst kräftige, pflanzfertige Pflanzen heranwachsen. Langsam wachsende Arten sät man im Winter oder im zeitigen Vorfrühling im Gewächshaus oder im warmen Frühbeet aus. Bei diesen Sorten ist es besser, eine fertige Jungpflanze zu kaufen. Gut wachsende Arten sät man im Frühjahr direkt ins Beet. Der Boden für die Aussaat muss gesiebt, locker, durchlässig, nährstoffreich und unkrautfrei sein. Die Samen werden in Reihen gesät, so laufen sie am besten auf. Nach der Aussaat wird der Boden fein angegossen und die Saat leicht mit Reisig abgedeckt, damit die Samen einerseits nicht von Vögeln aufgepickt werden und andererseits eine leichte Beschattung entsteht, unter der die Bodenoberfläche nicht so schnell austrocknet. Vor und nach dem Auflaufen muss der Boden zwischen den Reihen gelockert und stets angemessen feucht gehalten werden. In trockenem Boden laufen die Pflänzchen schlecht auf und wachsen langsam.

Dicht aufgelaufene Pflänzchen in den Reihen dünnen wir aus oder vereinzeln sie. Die Pflanzen bleiben bis zum Frühjahr auf dem Saatbeet; erst im zweiten Jahr heben wir sie aus, sortieren sie und pflanzen die kräftigsten direkt an ihren endgültigen Standort.

Langsamer wachsende Stauden, vor allem Steingartenpflanzen, ziehen wir in einem halbwarmen oder auch kalten Frühbeet vor, das nach Bedarf gelüftet oder schattiert werden muss, damit die Pflänzchen nicht verweichlichen oder vergeilen. Wir können den Samen auch in einen mit Folie abgedeckten Kasten säen, der ebenfalls gelüftet oder schattiert werden muss. Vor dem Auspflanzen härten wir die Pflänzchen schrittweise ab. Manche Arten müssen im September oder im folgenden Jahr zeitig im Frühjahr zunächst pikiert werden, und erst wenn sie herangewachsen und kräftiger sind, kommen sie an ihren Platz. Staudenjungpflanzen sollten im zweiten Jahr nach der Aussaat an ihren Standort gepflanzt werden. Pflanzen, die ein drittes Jahr auf dem Saatbeet bleiben, sind bereits überaltert und wachsen schlecht.

Die Vermehrung von Stauden durch Teilung der Horste ist die einfachste Methode und lässt sich bei den meisten Stauden anwenden. Sie hat unter anderem den Vorteil, dass die neuen Pflanzen alle Eigenschaften der Ausgangspflanzen behalten. Den ganzen Horst heben wir so aus dem Boden, dass die Wurzeln möglichst wenig beschädigt werden, und zerteilen ihn mit einem scharfen Spaten oder besser mit einem scharfen Messer in die nötige Zahl von Teilstücken. Die Wurzeln kürzen wir auf etwa Handbreite (10 cm) ein. Größere Teilstücke wachsen immer besser an. Die beste Zeit für die Teilung von Stauden ist das zeitige Frühjahr an einem bedeckten Tag. Die Wurzeln müssen beim Pflanzen und danach vor Trockenheit geschützt werden. Gepflanzt wird sofort „von Erde zu Erde“ in ein vorbereitetes Beet. Ist das aus irgendeinem Grund nicht möglich, müssen die Teilstücke eingeschlagen werden, das heißt, die Wurzeln werden mit Erde bedeckt und feucht gehalten. Beim Versand von Staudenteilstücken wird der Wurzelballen in Folie eingeschlagen. Stauden lassen sich auch im Herbst, im September, teilen, aber nur die abgehärteten Arten. Im Spätherbst dürfen nur die widerstandsfähigsten Arten geteilt werden. Bei der Herbstteilung muss der oberirdische Teil der Pflanzen deutlich eingekürzt werden.

Stauden, die Ausläufer bilden, lassen sich sehr vorteilhaft über diese vermehren. Rhizome oder Wurzelausläufer werden abgetrennt und im Frühherbst (August bis September) oder im Frühjahr in ein neues Beet gepflanzt. Bei der Mutterpflanze legt man das Wurzelsystem frei und trennt die seitlichen Ausläufer samt Wurzeln mit dem Spaten ab oder schneidet sie ab. Schwächere Ausläufer pflanzt man zunächst ins Frühbeet und setzt sie erst ins Beet, wenn sie kräftiger geworden sind. Kräftigere Ausläufer werden direkt gepflanzt. Bis sie wieder eingewurzelt sind, brauchen sie feuchten Boden und müssen deshalb regelmäßig gegossen werden, vor allem im Herbst.

Weitere Verfahren zur Vermehrung von Stauden sind aufwendig und bleiben Gärtnereien vorbehalten.

Es geht aber nicht nur um das Vermehren von Stauden. Oft müssen wir Stauden auch begrenzen. Manche Arten wachsen mit der Zeit so stark, dass sie andere verdrängen, oder sie säen sich selbst aus und werden im Garten zum Unkraut. Solche Arten muss man durch Verkleinern von Horst und Wurzeln, durch Entfernen der Wurzelausläufer und der verblühten Blüten begrenzen, damit sie sich nicht aussäen, und gegebenenfalls die selbst ausgesäten Jungpflanzen jäten. Jede Pflanze ist nur in einem bestimmten Größenverhältnis zu den anderen Arten schön, sonst verliert sie ihren Zierwert.

Die schönsten Schnittstauden: Margeriten, Sonnenhut, Pfingstrosen und mehr

Eine breite Auswahl

Aus der Fülle der Gattungen und Arten führe ich nur die schönsten und dankbarsten Stauden für den Garten auf und habe dabei auch berücksichtigt, ob sie im Fachhandel und in Staudengärtnereien erhältlich sind. Zusammengestellt habe ich sie vor allem nach ihrer hauptsächlichen Verwendung und innerhalb der einzelnen Gruppen danach geordnet, für wie bedeutend ich sie für den Hausgarten halte.

STAUDEN VOR ALLEM FÜR DEN SCHNITT

Margeriten, Chrysanthemen — Chrysanthemum. Aus dieser umfangreichen Gattung wird im Hausgarten wohl am häufigsten unsere heimische Wiesen-Margerite — Leucanthemum vulgare, früher Chrysanthemum leucanthemum — kultiviert, die Ende Mai aufblüht; einige Sorten wiederholen die Blüte im August. Sie wird etwa 60 cm hoch. Zu ihren Lasten breitet sich in den letzten Jahren die großblumige Sommer-Margerite — Leucanthemum × superbum, früher Chrysanthemum maximum — aus, die deutlich größer ist, Blüten von über 10 cm Breite und Höhen bis 1 m erreicht, dafür aber etwa einen Monat später blüht und nicht remontiert. Es wurden mehrere hervorragende Sorten gezüchtet. Alle diese Margeriten brauchen Sonne, nährstoffreichen Boden und regelmäßige Wassergaben; vermehrt werden sie im Frühjahr durch Teilung der Horste. In der Regel müssen sie nach drei Jahren umgepflanzt und geteilt werden.

Die zweite große Gruppe dieser Gattung sind die echten ChrysanthemenChrysanthemum × hortorum. Diese Art hat eine große Zahl von Sorten, die in Gärtnereien vor allem für den Herbst kultiviert werden. Darunter sind einfache, halbgefüllte und gefüllte, niedrige und hohe Sorten in wohl allen Farben. Für die Kultur im Hausgarten auf offenen Beeten muss man vor allem frühe Sorten wählen, die im September oder Oktober aufblühen, weil sie später der Frost verbrennen würde. Eine beliebte Gruppe für den Hausgarten sind die sogenannten Winterastern, die Korea-Chrysanthemen, die eine große Zahl kleinerer Blüten ansetzen. Alle Chrysanthemen brauchen einen wärmeren, geschützten Standort, lockeren Boden, im Sommer regelmäßige Wassergaben, im Winter eher Trockenheit und einen leichten Schutz. Die Vermehrung ist verhältnismäßig schwierig, wir empfehlen den Kauf von Jungpflanzen.

Eine weitere wichtige Gruppe dieser Gattung ist die Bunte MargeriteChrysanthemum coccineum, besser bekannt unter dem älteren Namen Pyrethrum roseum. Es sind rosa bis rote Margeriten mit hellerer Mitte, die im Juni blühen und nach einer kurzen Pause bei guter Wasserversorgung im Juli noch einmal schwächer blühen. Sie brauchen volle Sonne, nährstoffreichen Boden und regelmäßige Wassergaben. Gegen das Verpflanzen sind sie empfindlich. Vermehrt werden sie durch Teilung, am besten gleich nach der Blüte, auch aus Samen.

Bei den Blumen aus der Familie der Korbblütler (Astern, Margeriten usw.) verwende ich die Bezeichnung Blüte, auch wenn es sich um einen Blütenstand handelt; unter Gärtnern ist diese Bezeichnung üblich und verständlich.

Sonnenhut, Rudbeckie — Rudbeckia  Es ist eine umfangreiche Gattung sehr beliebter Blumen, bei denen Gelb vorherrscht. Sie sind durchweg sehr anspruchslos und bevorzugen feuchteren, humusreichen Boden. Am häufigsten kultiviert wird Rudbeckia fulgida, etwa 60 bis 70 cm hoch. Sie blüht im August und September mit großen, goldgelben Blüten mit schwarzbrauner Mitte. Von den mehreren Varietäten ist R. fulgida var. sullivantii die wertvollste; sie gehört zu den verbreitetsten Stauden. In Bauerngärten gehört Rudbeckia laciniata zu den meistkultivierten Blumen; sie erreicht bis zu 2 m Höhe und blüht von Juli bis September mit Hunderten dunkelgelber Blüten. Ebenso hoch wird Rudbeckia nitida, deren Blüte nicht so gefüllt ist, dafür aber eine dunkle Mitte hat. Sie ist feiner und breitet sich nicht so stark aus. In den letzten Jahren verbreitet sich rasch die Sorte Rudbeckia × hybrida ‚Gloriosa Daisy‘. Sie hat große, einfache Blüten in Braunrot und Gelb mit verschiedenen Farbübergängen und auffälliger Mitte. Sie verlangt eine wärmere Lage und trockeneren Boden. Sie ist wohl die beste Schnittstaude, denn in der Vase hält sie sehr lange. Sie lässt sich leicht aus Samen vermehren. Die Sämlinge blühen schon im ersten Jahr, halten sich im Beet aber nur drei, höchstens vier Jahre. Eine Ausnahme in der Farbe ist Rudbeckia purpurea, die in den letzten Jahren häufiger unter dem Namen Echinacea purpurea geführt wird. Es ist eine robuste Blume von etwa 80 cm Höhe mit großen Blütenköpfen in einem eigentümlichen Rotviolett und mit rotbrauner Mitte. Sie blüht im Sommer und lässt sich leicht aus Samen vermehren.

Gämswurz — Doronicum Sie ist als gelbe Margerite bekannt und fehlt wohl in kaum einem Garten. Im Wesentlichen werden zwei Arten kultiviert: das niedrige D. orientale (D. caucasicum), das schon im April blüht, und das höhere D. columnae, das im Mai blüht. Am besten gedeiht sie in nährstoffreichem, schwererem, humosem und eher feuchtem Boden, in der Sonne, aber nicht in der prallen Mittagshitze. Vermehrt wird sie durch Teilung der Horste, am Standort hält sie viele Jahre.

Prachtscharte — Liatris Es ist eine moderne Staude von sehr interessantem Aussehen. Aus der grundständigen Blattrosette wachsen aufrechte, kräftige, unverzweigte und dicht mit feinen Blättern besetzte Stängel. Sie enden in einer dichten Blütenähre, die von oben nach unten nacheinander aufblüht und satt violettrosa gefärbt ist. Die Pflanzen sind 60—80 cm hoch und blühen im Sommer. Sie sind anspruchslos, brauchen nur Sonne und im Winter eher Trockenheit. Auch im Sommer kommen sie ohne Gießen aus. Vermehrt werden sie aus Samen oder durch Teilung der Horste.

Sonnenblume — Helianthus Es sind mächtige, allgemein bekannte Blumen, die auch als Bienenweide angebaut werden. Für den Hausgarten eignen sich vor allem Sorten von H. decapetalus, die etwa 120 cm hoch werden und schöne, große, gelbe Blüten mit dunkler Mitte haben. Sie blühen im August und September. Sie brauchen Sonne, tiefgründigen Boden und, wenn sie für den Schnitt angebaut werden, auch eine kräftige Düngung und häufigeres Umsetzen, damit die Blüten groß und der Ansatz reich ist. Die Art H. rigidus ist völlig anspruchslos, etwa 160 cm hoch und blüht im September, bildet aber sehr stark Ausläufer und kann den Garten binnen weniger Jahre überwuchern. H. salicifolius sieht anders aus, wird bis 250 cm hoch und bildet nur schwach Ausläufer.

Sonnenauge — Heliopsis  Es ist eine beliebte gelbe Staude von etwas über 1 m Höhe, die im Sommer aufblüht. Sie blüht außerordentlich lange, weil die einzelnen Blüten nacheinander aufgehen. Auch geschnitten hält sie in der Vase sehr lange. Es ist eine anspruchslose Pflanze, die weder unter Trockenheit noch unter Krankheiten leidet, nicht umfällt und nicht verwildert; schaden kann ihr nur zu viel Nässe. Sie hat mehrere schöne Sorten. Vermehrt wird sie durch Teilung der Horste.

Sonnenbraut — Helenium  Es ist eine 120—140 cm hohe Staude mit auffallend breiten Zungenblüten in Gelb, Bronze oder Rot und mit einer hübsch abgesetzten Mitte. Im Handel sind mehrere schöne Sorten, und in den letzten Jahren kommt eine neue Sortengruppe hinzu, die einen Monat früher blüht, niedriger bleibt und sehr lange blüht. Diese Gruppe ist vor allem für den Hausgarten aussichtsreich. Die Pflanzen brauchen Sonne und regelmäßige Wassergaben, sonst leiden sie unter Trockenheit. Vermehrt werden sie durch Teilung der Horste, und zwar nur im Frühjahr.

Flockenblume — Centaurea  Die ausdauernde Flockenblume wird bei uns ziemlich vernachlässigt, obwohl sie lange blüht und große, in der Form interessante Blüten in einer breiten Farbskala von reinem Blau über Rosaviolett und Gelb bis Weiß hat. Trockenheit und Hitze verträgt sie gut. Im Hausgarten werden zwei Arten kultiviert — C. montana, bis 50 cm hoch, im Mai und Juni blühend, und C. dealbata, 80 bis 90 cm hoch, im Juni und Juli blühend. Es sind anspruchslose Pflanzen; in tiefgründigem Boden, der die Feuchtigkeit hält, brauchen sie nicht einmal Wassergaben. Der Boden soll nicht zu nährstoffreich sein, weil sonst das Laub auf Kosten der Blüten wächst. Vermehrt wird sie durch Teilung. Unter guten Bedingungen breitet sie sich zu stark auf Kosten anderer Blumen aus.

Pfingstrose — Paeonia Zu den Grundblumen unserer Gärten gehört die Chinesische Pfingstrose (P. lactiflora). Sie hat auffallend große, schöne Blüten. Für den Schnitt ist sie sehr wichtig. Geschnitten werden noch ganz geschlossene Knospen, die gerade Farbe zeigen; in der Vase gehen sie gut auf. Es gibt eine große Zahl einfacher, halbgefüllter und gefüllter Sorten in Weiß, Rosa und Rot, früher und später blühend. In der Pflege ist sie anspruchslos und hält am Standort viele Jahre, braucht jedoch tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, gelegentliche Düngung und Sonne. Gepflanzt und umgepflanzt wird sie Ende August oder Anfang September, und zwar verhältnismäßig flach, sonst blüht sie schlecht. An feuchtem Standort leidet sie unter dem Vertrocknen der Blüten. Eine verhältnismäßig wenig bekannte Pfingstrose, die seit jeher in Bauerngärten kultiviert wird, ist die frühere und niedrigere P. officinalis. Ihre Blätter sind geteilt und schmal, insgesamt wirkt sie feiner. Die Blüte ist ebenso schön.

Skabiose — Scabiosa Es ist eine schöne Pflanze von 80 bis 90 cm Höhe. Sie blüht sehr lange, von Juni bis September, je nach Sorte weiß, hellblau, am häufigsten jedoch dunkelviolett. Sie braucht einen sonnigen, warmen Standort, leichteren kalkhaltigen Boden und bei Trockenheit Wassergaben. Nässe verträgt sie nicht, vor allem nicht im Winter. Vermehrt wird sie durch Teilung und aus Samen. Nicht zu verwechseln ist sie mit der ähnlich aussehenden Witwenblume (Knautia), die zu einer anderen Gattung gehört.

Indianernessel — Monarda  Es ist eine interessante Staude mit gleichsam „zerzausten“ Blüten. Die Sorten sind 75 bis 120 cm hoch und bestechen durch leuchtende Blüten von Weiß über Rosa und Violett bis Rot. Sie blüht lange, und ihr Kraut duftet stark würzig. Sie braucht Sonne, nährstoffreichen Boden und ausreichend Platz, weil manche Sorten recht stark Ausläufer bilden. Zu dicht gesetzte Pflanzen lassen nach drei Jahren rasch nach.

Mädchenauge — Coreopsis  Die schönsten und größten Blüten hat C. grandiflora. Auf 70—90 cm hohen Stängeln trägt sie goldgelbe Blüten, die sich an der Pflanze wie in der Vase sehr lange halten; auch halb geöffnete Knospen gehen noch auf. Verblühte Blüten müssen sofort entfernt werden, sonst erschöpft sich die Pflanze durch die Samenbildung und treibt wenig nach. Sie braucht Sonne und nährstoffreichen Boden und muss häufiger (etwa nach drei Jahren) geteilt und umgepflanzt werden. C. lanceolata ist kleiner, feiner und hält am Standort deutlich länger.

Strandflieder — Limonium Allgemein ist er als Statice bekannt. Von den ausdauernden Arten wird L. tataricum (heute Goniolimon tataricum) am häufigsten kultiviert, 30—40 cm hoch. Im Sommer erscheint eine Fülle kleiner, weißlich rosafarbener Blütchen. Etwas höher ist die ausdauernde Art L. latifolium mit kleinen, lavendelblauen oder dunkelblauen Blütchen. Beide Arten gedeihen gut in durchlässigen, trockeneren, leichteren und kalkhaltigen Böden in der Sonne. Sie brauchen eine regelmäßige Düngung. Die Blüten lassen sich trocknen. Vermehrt werden sie aus Samen.

Kugeldistel — Echinops Es ist eine trockenheitsliebende Staude, die einer Distel ähnelt. Sie hat vollkommen kugelige, meist blaue Blütenköpfe, wird etwa 80 cm hoch und blüht im Sommer. Sie ist sehr anspruchslos, verträgt Trockenheit und schlechten Boden, braucht aber Sonne. Die Blüten lassen sich trocknen. Vermehrt wird sie durch Teilung oder aus Samen; sie sät sich stark selbst aus.

Gipskraut, Schleierkraut — Gypsophila Bekannt ist es auch als „Brautschleier“. Es ist eine Staude, die einen großen, luftigen Busch von bis zu 1 m Höhe bildet, mit einer Fülle kleiner weißer oder hellrosa Blütchen, die sich gut als Beiwerk zu größeren Blüten in der Vase eignen. Die Pflanze ist anspruchslos und verträgt große Trockenheit, im Winter jedoch keine Nässe, sonst fault sie. Sie lässt sich aus Samen vermehren, besser ist es jedoch, eine veredelte Jungpflanze zu kaufen, denn die Sorten werden auf Sämlingswurzeln veredelt.

Zierspargel — Asparagus Im Hausgarten sieht man diese hervorragende Schnittpflanze als Beiwerk zum Strauß verhältnismäßig selten. A. verticillatus, der an den Gewächshaus-Asparagus ‚Sprengeri‘ erinnert, wird bis zu drei Meter hoch und trägt nach der Blüte rote Beeren; A. filicinus erinnert an den Gewächshaus-Asparagus ‚Plumosus‘, wird bis 150 cm hoch und trägt nach der Blüte schwarze Beeren; A. tenuifolius ähnelt dem vorigen, bleibt aber niedrig, nur etwa 50 cm, und bildet rote Beeren. Am besten gedeiht Zierspargel an einem sonnigen, warmen Standort in gutem Boden mit ausreichender Feuchtigkeit. Vermehrt wird er durch Teilung der Horste oder durch Aussaat. Er sollte häufiger kultiviert werden, nicht nur für den Schnitt, sondern auch zur Begrünung von Pergolen und Zäunen.

Hohe Solitärstauden: Rittersporn, Palmlilie, Goldrute und Königskerze

STAUDEN — HOHE SOLITÄRE  Sie sollen immer ausreichend Platz haben, denn im dichten Bestand wirken sie nicht so schön. Einige lassen sich für den Schnitt verwenden.

Rittersporn — Delphinium  Er gehört zu den schönsten Stauden überhaupt. Kultiviert werden ausschließlich züchterisch bearbeitete Sorten, die sich in drei Hauptgruppen gliedern: D. × cultorum, Pacific und D. × belladonna.

Violette Blüten eines Rittersporns (Delphinium) an einem geschwungenen Stängel vor hellem Hintergrund

Die Gruppe Delphinium × cultorum hat eine mächtig entwickelte Haupttraube, Seitentrauben gibt es nur wenige und sie sind schwächer. Es gibt Sorten mit einfachen Blüten, die meist nicht angebunden werden müssen, und mit gefüllten Blüten, die schwer sind und eine Stütze brauchen. Vermehrt wird meist durch Teilung. Die Pflanzen sind 140—180 cm hoch, und die einzelnen Sorten haben überwiegend blaue Blüten in verschiedenen Abstufungen sowie weiße.

Die Gruppe Pacific ist sehr ähnlich und lässt sich aus Samen vermehren. Bei rechtzeitiger Aussaat blüht sie schon im ersten Jahr zum Herbst hin. Unter den Sorten sind auch rosafarbene.

Die Gruppe Delphinium × belladonna bleibt etwas niedriger — etwa 130 cm —, hat verzweigte Stängel, und die Seitentrauben sind nur um etwa ein Drittel kleiner als die Haupttraube. Die Sorten sind blau und weiß.

Weil Rittersporn viel Masse bildet, verlangt er tiefgründigen, gut mit Nährstoffen versorgten Boden, regelmäßiges Gießen und bei Trockenheit gelegentlich ein gründliches Durchdringen. Er blüht im Juni und Juli, und nach der Blüte muss die ganze Pflanze etwa 10 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden, damit sie sich nicht mit der Samenbildung erschöpft. Werden die Pflanzen nach dem Rückschnitt gedüngt und gut gewässert, blühen sie im Herbst ein zweites Mal. Rittersporn leidet häufig unter Mehltau, manche Sorten sind sehr anfällig. Man sollte seinen Anbau eher begrenzen; in jedem Fall lohnt sich vor der Blüte eine vorbeugende Behandlung mit einem Präparat auf Schwefelbasis, das für den Haus- und Kleingarten zugelassen ist.

Palmlilie — Yucca Sie wird auch Palmlilie genannt und wirkt sehr exotisch. Aus einer mächtigen Blattrosette treibt ein etwa 120 cm hoher Schaft, der sich verzweigt und eine große Zahl weißer, überhängender, glockiger Blüten trägt. Sie ist eine typische Solitärpflanze. Sie verlangt durchlässige, kalkreiche Böden und einen trockeneren, sonnigen Standort. Auch pralle Hitze verträgt sie. In ärmeren Böden blüht sie in manchen Jahren nicht. Vermehrt wird sie durch Teilung der Horste; auch über Rhizomstücke ist eine Vermehrung möglich, dann blüht sie allerdings erst nach drei Jahren.

Königskerze — Verbascum Es ist eine hohe, stattliche Pflanze, deren Blütenstand an einen Leuchter erinnert. Manche Arten sind stärker verzweigt, andere, vor allem unsere heimische Art, haben einen fast unverzweigten Stängel. Vermehrt wird sie aus Samen, wobei meist eine Farbmischung entsteht. Sie sät sich selbst aus. Am Standort hält sie nur zwei bis drei Jahre. Auf trockenen und durchlässigen Böden in warmen Lagen hält sie länger als in feuchteren, kühleren Gebieten.

Goldrute — Solidago Es sind bekannte Pflanzen mit Rispen goldgelber Blüten, die manchmal auch als Beiwerk für Sträuße verwendet werden. Manche Arten bleiben niedrig — nur 20 cm —, meist sind es jedoch stattliche Pflanzen von 1—2 m Höhe, die sich über ihre Rhizome rasch vermehren und den Garten überwuchern. Zudem säen sie sich aus, und aus den ausgefallenen Samen wachsen Tausende junger Pflanzen, sodass sie einen Teppich bilden. Moderne Sorten breiten sich nicht so stark aus, dürfen sich aber nicht aussäen. Sie sind praktisch anspruchslos und wachsen überall, was dem Gärtner mitunter unangenehm wird. Die aus Nordamerika stammende Kanadische und Späte Goldrute gelten in Deutschland als invasive Neophyten — im Garten sollte man sie deshalb keinesfalls aussamen lassen.

Stauden für Einzelstellung: Christrose, Tränendes Herz, Funkie und Bergenie

STAUDEN FÜR EINZELSTELLUNG  Sie sollen immer einzeln gepflanzt werden, gegebenenfalls mehrere Arten oder Sorten beieinander. In Gruppen mit anderen Stauden gehören sie nicht.

Tränendes Herz — Dicentra  Es ist wegen seiner besonderen Schönheit und der eleganten Triebe beliebt, an denen die Blüten in Form rosafarbener Herzchen hängen. Das am häufigsten kultivierte D. spectabilis (heute Lamprocapnos spectabilis) bildet luftige Büsche von bis zu 80 cm Höhe und blüht im Mai. Zu Sommerbeginn zieht es ein. Am besten gedeiht es in durchlässigem Gartenboden im Halbschatten. Zwei weitere bekannte Arten eignen sich für Steingärten — D. eximia wird nur etwa 25 cm hoch und blüht im Mai und Juni, D. formosa ist feiner, ebenso hoch und blüht von Juli bis September. Sie verlangen Halbschatten und ausreichend Feuchtigkeit.

Christrose — Helleborus Die Schwarze Nieswurz — H. niger ist die erste Blume, die im Garten aufblüht. Knospen setzt sie schon im Herbst an, und es kommt vor, dass sich die ersten Blüten bereits im Spätherbst öffnen. Ansonsten blüht sie auf, sobald der Schnee weg ist. Die Blüten sind rein weiß, und die Blätter bleiben den ganzen Winter grün. Es ist eine sehr dankbare Staude. Die hybriden Lenzrosen, die farbige Blüten von Grünlichweiß über Graurosa und Purpur bis Rot haben, blühen im März und April und tragen ebenfalls immergrüne Blätter. Alle Helleborus-Arten werden etwa 30—40 cm hoch, verlangen Halbschatten und im Sommer auch vollen Schatten sowie durchlässigen Boden und vertragen Trockenheit gut. Vermehrt werden sie durch Teilung der Horste oder aus Samen, der gleich nach der Reife ausgesät werden muss. Am Standort halten die Pflanzen viele Jahre. Alle Teile der Pflanze sind giftig.

Funkie — Hosta  Diese schöne Staude ist bei uns nach ihrem früheren botanischen Namen als Funkie bekannt. Ziervoll ist sie vor allem durch ihre schönen, großen, grünen oder bunten Blätter, auch wenn manche Arten und Sorten hübsche, meist violette Blüten haben. Das Sortiment ist breit, alle Sorten werden jedoch 25—40 cm hoch und blühen im August. Sie sind anspruchslos, das schönste Laub haben sie jedoch im Halbschatten und in durchlässigem, lehmigem Boden mit ausreichender Feuchtigkeit. Besonders schön wirken sie in der Nähe von Wasserpartien und in Gesellschaft von Ziergräsern. Vermehrt werden sie durch Teilung, manche auch aus Samen.

Bergenie — Bergenia Es ist eine robuste Staude von etwa 40 cm Höhe, schön vor allem durch ihre großen, ledrigen, glänzenden Blätter, die immergrün sind. Im Frühjahr — im März und April — blüht sie mit einer Fülle rosafarbener bis roter Blüten in reichen Wickeln über dem Laub. Sie gedeiht in der Sonne wie im Halbschatten und eher in ärmerem Boden; in reichem Boden blüht sie weniger. Trockenheit verträgt sie gut, und auch wenn sie vor allem an Wasserpartien gepflanzt wird, wo sie mit ihrem Habitus hervorragend zur Geltung kommt, sollte sie nicht in feuchten Boden gesetzt werden. Vermehrt wird sie im Frühjahr durch Teilung der dicken Rhizome, aber auch aus Samen.

Wolfsmilch — Euphorbia  Aus dieser sehr umfangreichen Gattung empfehle ich als Staude E. polychroma. Es ist ein Halbstrauch von 30—50 cm Höhe. Die Blüten sind eher unscheinbar und in den Blattachseln verborgen. Zierend sind die endständigen Blattrosetten, die sich im Mai und Juni gelb färben. Am besten gedeiht sie in durchlässigem, kalkhaltigem Boden in der Sonne wie im Halbschatten. In der Sonne bleiben die Büschchen kompakter, und zum Herbst färbt sich das Laub rot. Nach Jahren bildet sie große Horste, die geteilt werden müssen. Sie lässt sich auch aus Samen vermehren. Der Milchsaft aller Wolfsmilcharten reizt Haut und Augen — beim Schneiden deshalb Handschuhe tragen.

Stauden für Gruppenbeete: Schwertlilien, Astern und Glockenblumen

STAUDEN VOR ALLEM FÜR GRUPPENBEETE  Darunter sind viele, die sich auch als Solitäre pflanzen lassen, andere eignen sich für den Schnitt. Am besten kommen ihre Vorzüge jedoch in einer schönen Kombination mit anderen Arten zur Geltung.

Blaue Blüten einer Schwertlilie (Iris) mit gelbem Saftmal

Schwertlilie — Iris  Die Schwertlilie gehört zu den beliebtesten und damit auch zu den meistkultivierten Stauden. Es ist eine sehr umfangreiche Gattung, deren botanische Gliederung sehr kompliziert ist. Aus gärtnerischer Sicht teilt man die Schwertlilien in zwei Gruppen, die den Untergattungen Iris und Limniris entsprechen. Die Gartensorten der ersten Gruppe, also der Untergattung Iris, sind die bekannten großblumigen Bart-Schwertlilien, die am häufigsten kultiviert werden. Es sind meist Kreuzungen zahlreicher botanischer Arten, die wir heute unter dem Namen Iris × barbata kennen. Nach der Höhe teilt man sie in niedrige — Gruppe Nana, mittelhohe — Gruppe Media und hohe — Gruppe Elatior. In jeder Gruppe gibt es viele Sorten, und ständig kommen neue hinzu, denn mit der Züchtung von Schwertlilien beschäftigen sich Gärtner wie Liebhaber wohl auf der ganzen Welt. Die Blüten haben die unterschiedlichsten Farben in schönen Kombinationen. Internationale Sorten werden laufend geprüft, und die geeignetsten werden für unsere Bedingungen empfohlen. Viele der schönsten ausländischen Sorten blühen in unseren Breiten entweder wenig oder halten sich am Standort nicht lange genug. Deshalb sollte bei der Sortenwahl nicht nur die schöne Blütenfarbe leiten, sondern auch die Robustheit unter unseren Bedingungen. Großblumige Schwertlilien verlangen eine warme, sonnige Lage und durchlässigen Boden, Trockenheit vertragen sie verhältnismäßig gut. Gelegentlich werden sie mit einem Volldünger gedüngt, sie dürfen jedoch nicht mit Stickstoff überdüngt werden. Weil alte Horste weniger blühen, müssen die Pflanzen nach drei bis fünf Jahren aus dem Boden genommen, die Horste geteilt, geputzt und wieder flach gepflanzt werden. Diese Schwertlilien werden im August umgepflanzt und gepflanzt; später gesetzte blühen im nächsten Jahr meist nicht.

Die zweite Gruppe, also die Arten der Untergattung Limniris, hat etwas andere, kleinere Blüten und schmale, grasartige Blätter. Auch ihre Ansprüche sind anders: Die meisten Arten dieser Gruppe verlangen feuchteren Boden, manche sogar Sumpf. Aus gestalterischer Sicht erfüllen sie eher die Funktion von Ziergräsern. Am bekanntesten sind die Sibirischen Schwertlilien, vor allem Kreuzungen der Arten I. sibirica und I. sanguinea. Ihre Blüten stehen niedriger als die Blätter. Sie verlangen Sonne, sauren Boden und viel Wasser. Die Sorten sind 60—90 cm hoch. Daneben werden häufig Japanische Schwertlilien — Iris ensata, früher I. kaempferi — kultiviert, die ebenfalls schmale, aber breitere Blätter als die Sorten der Sibirischen Schwertlilien haben; ihre Blüten stehen hoch darüber. Sie verlangen eine sonnige Lage und sauren Boden, vor und während der Blüte brauchen sie viel Wasser und gedeihen am besten direkt in durchnässtem Boden. Nach der Blüte, im Herbst und im Winter sollen sie eher trocken stehen. Es ist eine anspruchsvolle, aber wunderschöne Schwertlilie von bis zu 100 cm Höhe, meist blau, aber auch weiß, rosa oder rotviolett. Vermehrt wird sie durch Teilung und aus Samen. Zu dieser Gruppe gehören weitere, seltener kultivierte Arten.

Astern — Aster Es ist eine sehr umfangreiche Gattung. Die im Herbst blühenden Arten nennt man allgemein Herbstastern. Diese Arten haben kleinere bis kleine Blüten (Körbchen), dafür sind ihre Stängel verzweigt, oft sehr reich. Die im Frühjahr blühenden Arten haben größere Blüten, meist einzeln am Stängel.

Aster alpinus ist eine niedrige Staude von etwa 15—20 cm Höhe. Sie blüht im Juni mit blauvioletten Blüten, manche Sorten haben auch weiße und rosafarbene Blüten, die jedoch nicht so schön sind. Den Horsten muss gelegentlich Erde zugestreut werden, damit die Triebe wurzeln, sonst halten die Pflanzen nicht lange. Sie eignen sich vor allem für Einfassungen und verlangen im Sommer Sonne und im Winter Trockenheit.

Aster amellus wird etwa 50—60 cm hoch. Er blüht im August und September. Die blauvioletten, bis 6 cm großen Blüten eignen sich auch für den Schnitt.

Aster dumosus ist eine 30—50 cm hohe Art und blüht im September. Die Blüten sind klein, in Rispen angeordnet, hellviolett mit gelber Mitte. Manche Sorten sind auch dunkelrot oder weiß. Er bildet stark Ausläufer und kann ohne Pflege das Beet überwuchern. Er ist anspruchslos, verlangt Sonne und bei längerer Trockenheit vor der Blüte reichliche Wassergaben.

Aster novae-angliae (Neuengland-Aster) ist eine bis 150 cm hohe Pflanze. Sie blüht im September und Oktober mit kleinen Blüten in großen Rispen; die Blüten schließen sich bei Regen und nachts. Je nach Sorte sind sie blau, karmesinrot und rosa in verschiedenen Abstufungen. Die ganzen Pflanzen sind rau behaart und insgesamt anspruchslos — sie brauchen Sonne und vor der Blüte ausreichend Wasser.

Aster novi-belgii (Glattblatt-Aster) ist etwas niedriger als die vorige und insgesamt feiner. Die Blüten sind weiß, blau, karmesinrot und violett. Die meisten Sorten haben nicht kräftige genug Stängel und fallen oft um. Alle Herbstastern leiden unter Mehltau, deshalb ist vor der Blüte eine vorbeugende Behandlung mit einem Präparat auf Schwefelbasis sinnvoll, das für den Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Vermehrt werden sie leicht über Ausläufer, mit denen sich manche Arten unangenehm stark ausbreiten.

Glockenblume — Campanula Diese breite Gattung schöner Blumen gliedern wir zur Orientierung in niedrige und höhere Arten. Die niedrigen Arten bilden Polster und eignen sich für Steingärten, Trockenmauern und Einfassungen, die höheren für Gruppen und auch für den Schnitt. Ich führe nur die schönsten und am häufigsten verwendeten Arten auf. Campanula carpatica wird 20—30 cm hoch und blüht im Juni und Juli. Die Glocken sind je nach Sorte blau, weiß oder violett.

Campanula garganica bildet flache Polster von 10—15 cm Höhe und blüht im Juni. Die Glocken sind sternförmig, blau mit weißer Mitte.

Campanula portenschlagiana ist eine niedrige Glockenblume, die nur 10 cm hoch wird und den ganzen Sommer über reich mit kleinen violetten Glöckchen blüht; im Herbst wiederholt sie die Blüte. Sie verlangt kalkhaltigen Boden und eine halbschattige Lage.

Campanula poscharskyana ist eine niederliegende Pflanze mit langen Trieben, etwa 20 cm hoch, im Sommer blühend, geeignet vor allem für kleine Böschungen und Steine, an denen sie schön herabhängt. Die Blüten sind lilablau.

Von den höheren Glockenblumen ist Campanula glomerata am bekanntesten, 50—60 cm hoch und im Juni und Juli blühend. Die Blüten sind dunkelviolett, stehen am Ende des Stängels und wachsen auch in den Blattachseln. Unter guten Bedingungen breitet sie sich mit unterirdischen Rhizomen unangenehm aus. Sie eignet sich sehr gut für den Schnitt. Campanula latifolia ist eine bis 130 cm hohe Glockenblume und blüht im Juli und August mit violettblauen Glocken von über 5 cm Größe. Sie eignet sich für den Schnitt. Campanula persicifolia wird 60—80 cm hoch und blüht im Juni und Juli. Aus der grundständigen Rosette wachsen mehrere beblätterte Stängel mit lockeren Trauben glockiger, blauer oder weißer Blüten. Auch sie eignet sich für den Schnitt. Alle Glockenblumen gedeihen am besten an einem sonnigen Standort

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