Bauerngarten am Landhaus: Blumen, Zaun und Hof nach alter Tradition
Pfingstrosen, Phlox, Stockrosen und Ringelblumen hinter dem Holzzaun, ein Steintrog im Hof und Obst zwischen den Beeten. So legen Sie einen Bauerngarten am Landhaus und einen einfachen Garten am Wochenendhaus an.
Der Garten an einem Landhaus muss nicht den Garten eines Neubaus in der Stadt kopieren. Am schönsten wirkt er, wenn er an die örtliche Tradition anknüpft: ein Holzzaun, ein Vorgarten voller Blumen, die schon immer an Bauernhäusern wuchsen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume. Ein solcher Garten ist zudem pflegeleichter, denn die alten Bauerngartenpflanzen sind robust und an die örtlichen Bedingungen gewöhnt.
Was ist ein Bauerngarten

Der Bauerngarten entstand aus der Notwendigkeit: Am Hof wurden Gemüse, Heilkräuter und Obst angebaut und dazwischen Blumen zur Freude und für die Kirche. Typische Merkmale:
- Nutz- und Zierpflanzen zusammen, oft auf demselben Beet,
- einfache, meist regelmäßige Beete mit Wegen dazwischen,
- ein niedriger Holzzaun oder eine Natursteinmauer,
- robuste heimische und seit Langem kultivierte Arten statt modischer Neuheiten,
- natürliche Materialien: Holz, Stein, Kiesel, gebrannte Ziegel.
Ein Garten am Landhaus sollte die örtlichen Gepflogenheiten respektieren, also wie Zäune, Mauern und Vorgärten an den Nachbarhäusern aussehen. Der Garten an einem alten Bauernhaus ist oft verwildert und muss meist erneuert werden: überalterte Obstbäume auslichten, den Boden verbessern und von ausdauernden Unkräutern befreien. Wie man vorgeht, beschreibt der Abschnitt Umgestaltung eines alten Gartens.
Vorgarten und Zaun am Landhaus
Der Vorgarten mit Holzzaun ist der typischste Teil des Bauerngartens. Wählen Sie den Zaun nach örtlicher Tradition und so einfach wie möglich:
- Ein Lattenzaun oder ein niedriger Zaun aus 2–3 waagerechten halbierten Stangen oder Brettern. Die oberen Enden der Latten abrunden, anspitzen oder abschrägen, damit kein Wasser darauf stehen bleibt.
- Ein hoher Staketenzaun passt nicht dorthin, wo sich Schneewehen bilden. Das Wild steigt darüber.
- Holzpfosten an der Stelle schützen, wo sie in den Boden gehen: dauerhaftes Holz, ein Anstrich für Holz mit Erdkontakt oder ein Metallfuß. Die alte Methode, den Pfosten im Loch mit Steinen zu verkeilen und mit lehmiger Erde festzustampfen, funktioniert bis heute.
- Statt eines Zauns eignet sich auch eine Trockenmauer, bepflanzt mit Steingartenpflanzen, siehe Trockenmauer.
Einen Maschendrahtzaun um das Grundstück verdecken Sie mit einer lockeren Strauchpflanzung, zwischen Zaun und Sträuchern Platz für die Pflege lassen.
Bauerngartenblumen: Stauden, Sommerblumen und Zwiebelblumen

In den Vorgarten hinter den Holzzaun gehören Blumen, die seit Generationen an Bauernhäusern wachsen. Sie sind robust, meist anspruchslos und lassen sich durch Teilung oder eigenes Saatgut vermehren.
| Gruppe | Typische Bauerngartenarten |
|---|---|
| Stauden | Bauern-Pfingstrose, hoher Phlox (Flammenblume), Tränendes Herz, Akelei, Gämswurz, Margeriten, Kugeldistel, kleinblütige winterharte Chrysanthemen, Herbstastern |
| Sommerblumen und Zweijährige | Löwenmäulchen, Sommerastern, Ringelblume, Schmuckkörbchen, Rittersporn, Tagetes, Mignon-Dahlien, Levkoje, Stockrose, Sonnenblume |
| Zwiebelblumen | Tulpen, Narzissen, Kaiserkrone (Fritillarie), Madonnen- und Königs-Lilie, Schneeglöckchen, Märzenbecher |
Pflanzen Sie die Blumen in dichten, locker gemischten Gruppen, sodass das Beet vom Frühjahr bis zum Herbst blüht: im Frühjahr Zwiebelblumen, im Juni Pfingstrosen und Akeleien, im Sommer Phlox, Stockrosen, Ringelblumen und Sonnenblumen, im Herbst Astern und Chrysanthemen. Zwischen die Blumen gehören auch Kräuter, zum Beispiel Lavendel, Salbei oder Majoran. Mehr zum Anbau in den Artikeln Stauden und Sommerblumen und Zweijährige.
Beete, Wege und Einfassungen
Im Nutzteil des Bauerngartens herrscht eine einfache Ordnung: rechteckige Beete, dazwischen Wege, auf denen man auch nach Regen arbeiten kann. Oft werden die Beete durch ein Wegekreuz geteilt, und in der Mitte wächst eine Rose, ein Strauch oder steht ein Brunnen. Gemüse, Kräuter und Schnittblumen können nebeneinander wachsen.
- Wege können aus gestampftem Lehm, Kies, gebrannten Ziegeln oder Platten sein. Am Landhaus wirkt Kieselpflaster schön, die Anleitung finden Sie im Artikel über Gartenwege.
- Beeteinfassungen aus niedrigen, geschnittenen Sträuchlein von 30–40 cm Höhe, im Abstand von etwa 20 cm gepflanzt. Der Klassiker ist Buchsbaum, der heute aber vom Buchsbaumzünsler und von Pilzkrankheiten zerstört wird. Als Ersatz eignen sich niedrige Berberitze, Zwergmispel, Kriechspindel oder Mahonie. Eine Auswahl an Gehölzen für niedrige und höhere Hecken finden Sie im Artikel Hecke pflanzen.
- Obstbäume gehören in einen eigenen Teil oder an den Gartenrand, damit sie das Gemüse nicht beschatten. Wo man sie hinsetzt, erklärt der Artikel Obstpflanzen im Garten.
- Den Kompost in den Halbschatten und windgeschützt setzen, weg vom Sitzplatz.
Der Hof als Wohngarten

Ein Bauernhof, der nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird, lässt sich in einen Wohngarten verwandeln:
- Unnötig befestigte Flächen begrünen, nur Weg und Sitzplatz bleiben.
- Den Sitzplatz unter einen alten Baum legen, wenn es einen im Hof gibt. Ein großer Walnussbaum oder eine Linde spendet Schatten, wie ihn eine Neupflanzung erst nach Jahrzehnten bietet.
- Steintröge und Rinnen mit Sommerblumen, Steingartenpflanzen oder Kräutern bepflanzen.
- Um den Brunnen Natursteinpflaster legen.
- An Scheunen- oder Stallwänden kommen Kletterpflanzen und hohe Stauden wie Stockrosen und Sonnenblumen zur Geltung.
Garten am Wochenendhaus
Der Garten am Wochenend- oder Ferienhaus dient vor allem der Erholung. Für Gemüse genügen ein paar Beete, Obst auf Buschbäumen oder Viertelstämmen, eingebunden ins umgebende Grün.
- Lieber gar kein Zaun, Häuser in freier Natur wirken ohne Zaun besser. Wenn Sie einen Zaun brauchen, verbergen Sie ihn mit einer lockeren Pflanzung heimischer Gehölze: Hundsrose, Schwarzer Holunder, Weißdorn, Schlehe, Salweide und Strauch-Weiden, Feldahorn, Kornelkirsche, Hasel, Pfaffenhütchen, Liguster, Heckenkirsche, Traubenkirsche, Berberitze. Bei den Nadelgehölzen grüne Fichten, Kiefern, Lärche und Wacholder, keine bunten Gartensorten.
- Rasen ist die Grundlage, an den Rändern Blumengruppen, die zu den örtlichen Bedingungen passen: Margeriten, Lupine, Trollblume, Fingerhut, Gilbweiderich, Lerchensporn, Steinkraut, Dost, Lungenkraut, Schlüsselblume, Maiglöckchen. Bei den Zwiebelblumen einfache Narzissen, Türkenbund-Lilie, Schneeglöckchen und Märzenbecher.
- Keine schreienden Kontraste. In die Natur passen gedämpfte Farben und natürlich wirkende Gruppen.
- Statt eines Steingartens genügen ein paar große Steine mit einfachen Steingartenpflanzen.
- Wege lieber keine, höchstens Trittsteine aus flachen Steinen.
- Eine Feuerstelle aus einem Kreis großer Steine im Rasen, mit Sitzgelegenheiten aus Holzklötzen im Windschatten der Sträucher.
Häufige Fehler
- Städtische Elemente am Landhaus. Betonzaun, Thuja-Hecke, bunte Zierkoniferen und grelle Sommerblumen wirken auf dem Dorf fremd.
- Ein hoher, blickdichter Zaun dort, wo traditionell niedrige Holzzäune standen.
- Neupflanzung im Schatten alter Bäume. Junge Bäume unter alten Kronen kümmern.
- Blumen überdüngen. Alte Bauerngartenstauden sind genügsam, zu viel Stickstoff macht die Stängel lang, und sie fallen um.
- Nur Zier- oder nur Nutzgarten. Der Reiz des Bauerngartens liegt gerade in der Verbindung von beidem.
Häufige Fragen
Welche Blumen gehören in einen Bauerngarten?
Bei den Stauden Bauern-Pfingstrose, hoher Phlox, Tränendes Herz, Akelei, Margeriten und Herbstastern, bei Sommerblumen und Zweijährigen Ringelblume, Schmuckkörbchen, Tagetes, Levkoje, Stockrose und Sonnenblume, bei den Zwiebelblumen Tulpen, Narzissen, Kaiserkrone, Lilien, Schneeglöckchen und Märzenbecher.
Welcher Zaun passt zum Landhaus?
Ein einfacher Holzzaun nach örtlicher Tradition: ein Lattenzaun oder ein niedriger Zaun aus zwei bis drei waagerechten halbierten Stangen oder Brettern, eventuell eine Trockenmauer. Ein hoher Staketenzaun passt nicht dorthin, wo sich Schneewehen bilden.
Was unterscheidet den Garten am Landhaus vom Garten am Wochenendhaus?
Der Garten am Landhaus knüpft an die bäuerliche Tradition an: Vorgarten mit Zaun, Bauerngartenblumen, Gemüse und Obst. Der Garten am Wochenendhaus dient vor allem der Erholung, ist ohne Zaun oder mit einem in heimischen Sträuchern versteckten Zaun, mit Rasen, ein paar Beeten und Blumen, die zur umgebenden Natur passen.
Womit ersetze ich Buchsbaum als Beeteinfassung?
Mit niedriger Berberitze, Zwergmispel, Kriechspindel oder Mahonie. Sie werden im Abstand von etwa 20 cm gepflanzt und durch Schnitt auf 30–40 cm Höhe gehalten.
